Geld für Ihre Doktorarbeit von der VG Wort mitnehmen!

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Unabhängig davon, ob Sie Ihre Dissertation im Eigendruck oder mit Verlagsvertrag bei einem Verlag veröffentlichen, können Sie als Autor Verwertungsansprüche bei der Verwertungsgesellschaft Wort (»VG Wort«) anmelden.
Die Ausschüttung dieser Tantiemen für das Jahr 2013 (ausgezahlt in 2014) betrug für ein im Verlag veröffentlichtes Buch im Standardumfang (101 - 300 Druckseiten) 800 EUR!
Die Beträge schwanken, waren aber bislang immer lohnenswert: Der niedrigste Wert hier verzeichnete Wert waren 350 Euro im Jahr 2007, der aufgrund eines Einmaleffektes erreichte Höchstwert von 1.200 EUR kam im Jahr 2010 zur Auszahlung. Für umfangreichere bzw. kürzere Werke werden Zu- bzw. Abschläge vorgenommen, für Dissertationen im Selbstverlag gibt es regelmäßig nur den halben Betrag.
Einzelheiten zur Berechnung der Quoten gibt es auf den Internetseiten der Verwertungsgesellschaft Wort.

Auf dieser Seite:

Es ist Ihr Geld!
Alle Zahlenangaben und Fristen werden auf dieser Seite ohne Gewähr für die Richtigkeit und Aktualität veröffentlicht. Im Zweifelsfall empfiehlt sich eine Recherche oder Anfrage bei der zuständigen Verwertungsgesellschaft Wort!
Aktualisiert am 01.06.2015, letzte vollständige Überprüfung: 06.07.2012
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Woher kommt das Geld?

Die VG Wort sammelt dieses Geld u.a. bei Bibliotheken und Herstellern von Kopiergeräten etc.in Form der sog. Urheberrechtsabgabe pauschaliert ein und verteilt es auf der Grundlage ihres Verteilungsplanes (hier: Verteilungsplan Wissenschaft) weiter an alle Bezugsberechtigten, also insbesondere Verlage und Autoren.

Was muß ich tun, um das Geld zu bekommen?

  1. ein (wissenschaftliches) Buch schreiben und veröffentlichen
  2. sich bei der VG Wort kostenlos und zumindest als Bezugsberechtigter anmelden
    (Der Abschluss eines - weitergehenden - Wahrnehmungsvertrages ist für wisenschaftliche Publikationen nicht erforderlich)
  3. für das entsprechende Buch innerhalb der geltenden Frist eine Meldung an die VG Wort erstellen
  4. sich im Oktober des Jahres auf die eingehende Zahlung freuen

Voraussetzung für die erforderliche Meldung im Bereich Wissenschaften ist eine »angemessene Verbreitung des Buches in wissenschaftlichen Bibliotheken« im Sinne des jeweils aktuell geltenden Verteilungsplanes der VG Wort. Derzeit (07.12.2015) ist § 45 des Verteilungsplanes der VG Wort vom 30. Mai 2015 einschlägig:

§ 45 Ausschüttung für wissenschaftliche sowie Fach- und Sachbücher

1. Eine individuelle Ausschüttung erfolgt für wissenschaftliche sowie Fach- und Sachbücher, die in wissenschaftlichen Bibliotheken in der Bundesrepublik Deutschland in angemessenem Umfang ausgeliehen werden. Berücksichtigt werden nur Werke, die in mindestens zwei regionalen Verbundsystemen mit mindestens 5 Standorten nachgewiesen sind. Schenkungen werden nicht berücksichtigt.

2. Wissenschaftliche sowie Fach- und Sachbücher, bei denen die Voraussetzung von Abs. 1 nicht erfüllt ist, können nur berücksichtigt werden, sofern nachgewiesen wird, dass sie in der Bundesrepublik Deutsch-land in angemessenem Umfang verbreitet sind (bei mindestens 3 Standorten oder mindestens 100 ver-kauften Werkexemplaren) und erwartet werden kann, dass sie abgelichtet werden. Diese Werke werden mit 50 % des regulären Urheberanteils berücksichtigt. Autobiographien werden nicht berücksichtigt.

3. Werke, die für den Unterrichtsgebrauch an Schulen bestimmt sind, sowie Werke, die zu einem erheblichen Anteil aus urheberrechtsfreien Texten oder Abbildungen bestehen, werden unter den Voraussetzungen des Abs. 1 mit 50 %, unter den Voraussetzungen des Abs. 2 mit 25 % des regulären Urheberanteils berücksichtigt.

4. Alle Werke i.S. von Abs. 1 und 2 können einmalig gemeldet werden, wenn sie im Jahr vor der Ausschüttung oder in den vorangegangenen 2 Jahren erschienen sind. Neuauflagen oder Lizenzausgaben sind nur meldefähig, wenn sie in wesentlichen Teilen neu bearbeitet sind (mindestens 10 % neuer Text).

5. Buchreihen und Serien, deren einzelne Bände überwiegend aus identischem Text bestehen, werden nur mit einem Band berücksichtigt. Abweichende Textteile können als Buchbeiträge gemäß den Bestim-mungen des § 48 gemeldet werden.

6. Die Höhe der Vergütung richtet sich nach dem Umfang eines Buches. Dieser ist vom Urheber auf An-forderung zu belegen. Danach werden Bücher unabhängig von ihrem Format bewertet bei
49 bis 100 Druckseiten mit Faktor 0,7
101 bis 300 Druckseiten mit Faktor 1,0
301 bis 500 Druckseiten mit Faktor 1,1
501 bis 700 Druckseiten mit Faktor 1,2
701 bis 900 Druckseiten mit Faktor 1,3
901 bis 1.100 Druckseiten mit Faktor 1,4
über 1.100 Druckseiten mit Faktor 1,5

7. Ein Urheber kann seinen individuellen Anspruch an eine der in § 46 aufgeführten Urheberorganisationen abtreten mit der Folge, dass an diese die entsprechenden Beträge von der VG WORT auszuschütten sind.

8. Für Beiträge in wissenschaftlichen und Fach- und Sachbüchern gelten die Bestimmungen des § 48.

Die konkret zu verteilende Summe wird für jedes Jahr anhand der Einnahmen der VG Wort festgelegt.Für das Jahr 2014 ergab sich für ein Standard-Buch ein Betrag von 900 EUR. Die genauen Regelungen finden Sie am zuverlässigsten und aktuellsten unmittelbar bei der VG Wort.

Für diese Tantiemen können sich Nachteile ergeben, wenn man ein Werk sowohl elektronisch als auch gedruckt publiziert: Beide Verbreitungswege werden nämlich getrennt erfasst. Das führt natürlich dazu, dass man im Vergleich zu einem einheitlichen Vertriebsweg doppelt so viele Exemplare absetzen muss. Eine Kumulierung lässt die VG Wort auch dann nicht zu, wenn es sich inhaltlich um dieselbe Arbeit handelt. Mehr zu dieser Problematik im Forum….

Fristen

Die Meldung muss für Bücher im Erscheinungsjahr oder in den beiden darauffolgenden Jahren erfolgen
Exakte Fristen stehen auf den Seiten der VG Wort - relevant für eine Dissertation sind die Angaben der Abteilung Wissenschaft. Dieser Betrag wird auch nur einmalig ausgezahlt - in späteren Jahren bekommt man dann nichts mehr.

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Wieviel Geld gibt es genau?

Für wissenschaftliche Bücher ist der Betrag von zwei Faktoren abhängig, nämlich zum einem von der Seitenzahl und zum anderen von der jeweiligen Höhe der Jahresausschüttung.

Der in den Quoten der Abteilung Wissenschaft festgelegte Standardbetrag für ein im Jahr … erschienenes Buch gilt für ein Werk mit 101 bis 300 Druckseiten. Für größere Werke gibt es entsprechend mehr, für kleinere weniger.

Jüngstmögliches ErscheinungsdatumAusschüttung im JahrBetrag für ein StandardbuchQuelle
20152016900 EUR
20142015900 EUR
20132014800 EUR
20122013800 EUR
20112012800 EUR
20102011800 EUR
200920101200 EUR
20082009800 EUR
20072008350 EUR
20062007350 EURhier

Der entsprechende Wert ergibt sich jeweils aus der »Aktennotiz Hauptausschüttung« der VG Wort für das jeweilige Erscheinungs- bzw. Ausschüttungsjahr und dort aus der Rubrik 2) Abteilung Wissenschaft, A. Printmedien, a) Ausschüttung an Autoren und dort als zweiter Aufzählungspunkt »Vergütung für ein 20.. ersch. Buch«.
Auf der Internetseite sind allerdings immer nur die Werte des aktuellen Jahres und des jeweiligen Vorjahres verfügbar, so dass ich hier versuche, ein etwas länger reichendes Archiv anzubieten.

Darf's noch ein bißchen mehr sein?

Es gibt zwei Möglichkeiten, die beschriebenen Einnahmen noch einmal etwas zu erhöhen: Einmal durch Teilnahme an der nur alle drei Jahre erfolgenden Sonderausschüttung Bibliothekstantieme und zum anderen, indem man auch weitere Texte (z.B. in Fachzeitschriften, aber auch im Internet) bei der VG Wort meldet.

Sonderausschüttung Bibliothekstantieme

Für das Ausleihen (wissenschaftlicher) Bücher aus öffentlichen Bibliotheken gibt es alle drei Jahre eine Sonderausschüttung, mit der diese Nutzungsform gesondert honoriert wird.

Der Autor selbst hat leider die Meldefrist verpasst und daher insoweit keine eigenen Erfahrungen. Ausweislich der Informationen auf den Seiten der VG Wort kann man zu diesen Ausschüttungen einmalig alle Werke melden, die in den vergangenen zehn Jahren erschienen sind.

Eine solche Sonderverteilung erfolgt im August 2016, der Sockelbetrag ist auf 169,65 EUR festgelegt. Die Meldefrist lief am 31. Januar 2016 ab. Die nächste Teilnahmemöglichkeit besteht daher bei der Sonderverteilung Bibliothekstantieme 2019, für die man ab Herbst 2018 und bis Ende Januar 2019 seine Meldungen abgeben kann.

Aufsätze, weitere Bücher, Texte im Internet?

Wenn man schon einmal dabei ist mit dem Melden bei der VG Wort: Auch für Aufsätze in Fachzeitschriften gibt es Geld, ebenso für Texte im Internet. Die Margen sind zwar etwas kleiner, aber warum sollte man 40 Euro, die einem zustehen, nicht auch noch mitnehmen?
In Fachzeitschriften sieht Text oft so klein aus - auf den von der VG Wort herangezogenen sog. Normseiten (1.500 Schreibmaschinen-Anschläge) sieht das ganz anders aus und damit gehen auch die Quoten in die Höhe. Selbst dieser Text überschreitet das Minimum mit ca. 2.500 Zeichen schon deutlich - und in den Dateieigenschaften der üblichen Schreibprogramme lässt sich das auch fix automatisch kontrollieren.

Die Texte im Internet sind eine weitere Besonderheit. Hier muss man eigentlich schon bei der Veröffentlichung eine sog. Zählmarke (Vorpixel) in die Internetseite einbauen. Das tut nicht weh - ist aber immer dann schwierig, wenn der Seitenbetreiber das nicht unterstützt, z.B. auf Verlags-Homepages o.ä.

Für eine Übergangszeit gibt es deshalb im Bereich Texte im Internet noch die sog. Sonderausschüttung für all diejenigen, die noch keine Zählmarken einbauen können. Damit man aber überhaupt kontrollieren kann, ob der Text im fraglichen Jahr im Internet stand, muss er bis zum 31. Dezember gemeldet werden.

Einzelheiten dazu findet man auf den Internetseiten der VG Wort, die allerdings leider sehr unübersichtlich gestaltet ist.

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Urheberrechtlich geschützt! · doktorandenforum.de ·  zuletzt geändert 06.08.2016

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