Die abschließende Prüfung nach Einreichung einer Dissertation ist - von Fach zu Fach und von Fakultät zu Fakultät unterschiedlich - als Rigorosum oder als Dispuation (meist mit Verteidigung der Arbeit) ausgestaltet. Die nachfolgenden Erläuterungen können die Abläufe nur allgemein umreißen - falls Sie sich selbst auf eine solche Prüfung vorbereiten, empfiehlt es sich unbedingt, vorher in die für Sie geltende Promotionsordnung hineinzuschauen.
Das Rigorosum ist seinem Namen nach eine »strenge Prüfung«. Tatsächlich wird sie auch von der Prüferseite indes vielfach eher als ein Fachgespräch unter Kollegen betrachtet. Ihre wirkliche Leistung haben die Prüflinge ja bereits mit der Erstellung der Dissertation erbracht.
Allerdings sollte man sich über den Gegenstand der Prüfung anhand der Promotionsordnung und evtl. auch einer Nachfrage beim Vorsitzenden oder beim Doktorvater vergewissern: Häufig ist nämlich vom Grundsatz her das gesamte Fach - also z.B. Rechtswissenschaften - Gegenstand der Prüfung und keineswegs nur das Thema der Diss und ihrer angrenzenden Gebiete.
Die freundliche »Vorstellung« bei den vom Doktorvater angegebenen Mitgliedern der Kommission - deutlich vor dem Prüfungstermin - ist jedenfalls in der Rechtswissenschaft ein Usus, den man pflegen sollte: Im Vorstellungsgespräch gibt der Prüfer mitunter Hinweise zu den Themen, die er ansprechen will. Der Verfasser führt seinen Erfolg im Rigorosum auch auf die intensive Lektüre gerade jener Tageszeitung zurück, die auch vom Vorsitzenden des Prüfungsausschusses gelesen wurde…
Die Disputation ist nach ihrem Wortlaut ein wissenschaftliches Streitgespräch. Zumeist beginnt sie mit einem kurzen Referat des Kandidaten über das Thema seiner Arbeit, es schließt sich dann eine Diskussion mit den Prüfern (sog. »Verteidigung« der Arbeit) oder aber ein Prüfungsgespräch (Kolloquium) an. Teilweise erstreckt sich aber auch die Disputation auf andere Gebiete bis hin zu sog. Nebefächern.
Die genauen Vorgaben zur Disputation sind üblicherweise in der Promotionsordnung der jeweiligen Fakultät geregelt. Diese unterscheiden sich in Struktur und Detailanforderungen (z. B. Vorlage eines Thesenpapiers, Zeitvorgaben für die einzelnen Prüfungsteile) nicht unerheblich.
Traditionell ist die Disputation hochschulöffentlich, es können also über Prüfling und Kommission hinaus auch andere Hochschulangehörige an der Veranstaltung teilnehmen.
Im Diskussionsforum gibt es zu diesem Thema bereits einige Threads, am besten einfach mal zu den Stichworten suchen.
Im Internet sind zu den Stichworten »Thesenpapier Disputation« viele Treffer zu finden - so viele, dass man schon das Fach bzw. fachspezifische Begriffe hinzusetzen sollte, um lesbare Trefferlisten zu erhalten.
Gefunden bei http://doktorandenforum.de, einem Angebot von Dr. Sebastian Veelken.