Einen Doktorvater finden

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Diese Seite befaßt sich mit der Suche nach einem Doktorvater und meint damit vor allem Betreuer für externe Promotionen, also solche, für die keine Promotionsstellen ausgeschrieben werden, sondern für die man »nur« einen Betreuer sucht, ohne Geld und/oder Forschungsmittel von ihm zu benötigen.

Dissertationsthema und Doktorvater sind dabei so eng miteinander verknüpft, dass beides zusammen behandelt werden soll.
Der Einfachheit halber ist hier nur vom Doktorvater die Rede. Es gibt auch Doktormütter, die natürlich stets mitgedacht werden.

Bevor Sie sich auf die Suche nach einem Doktorvater und einem Dissertationsthema begeben, sollten Sie Ihre Überlegungen zu Zeitplanung und zur Finanzierung Ihres Vorhabens abgeschlossen haben, um Peinlichkeiten und Überraschungen im ersten Gespräch auszuschließen. Die persönlichen Voraussetzungen (Noten?) sollten ebenfalls schon einmal gecheckt sein.

Der Exkurs »Höflichkeit bei Initiativbewerbungen« wurde zwischenzeitlich auf eine eigene Seite ausgelagert.

Erstmal: Locker bleiben

Es gehört zum selbstverständlichen Arbeitspensum eines Professors, dass er Doktoranden betreut und auf diese Weise den wissenschaftlichen Fortschritt fördert. Die meisten Professoren wissen das auch und sehen die Annahme eines Doktoranden nicht mehr wie vor hundert oder mehr Jahren als die »Gnade«, als die es dem flüchtigen Betrachter erscheinen mag. Dadurch wird auch das Gespräch mit einem ernsthaften Interessenten sehr viel lockerer.

Promotionsthema frühzeitig auswählen

Wohl alle Professoren freuen sich sehr, wenn man zum ersten Gespräch schon eine klare Vorstellung über sein Thema mitbringt - und wenn dieses Thema auch noch zu ihrem eigenen Forschungs- und/oder Interessenbereich gehört. Dann nehmen sie oft auch noch Doktoranden an, wenn sie eigentlich schon ausgelastet wären. Wenn es dann nachher doch ein anderes Thema wird, weil der Prof. noch eines »auf Lager« hat, ist das ja auch o.k. Also: Erst eigenes Thema aussuchen, dann den passenden Doktorvater.
Hier gibt es Anregungen zur Themensuche.

Bestehende Kontakte nutzen

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Für die meisten Menschen stellt sich das Kennenlernen neuer Menschen im Beruf trotz aller Chancen eher als Belastung dar - viel lieber greift der Mensch zum Vertrauten. Das gilt auch an der Uni: Viele Professoren nehmen gern Doktoranden an, die sie schon irgendwoher kennen. Also kann man evtl. noch auf die eigene Uni-Zeit zurückgreifen, selbst wenn diese schon eine Weile zurückliegt. Es muss nicht immer eine Arbeit am Lehrstuhl gewesen sein: Ein gemeinsames Seminar kann schon reichen und bei einem Bekannten war es das Mitspielen in der Instituts-Fußballmannschaft des Profs beim Universitätsturnier. Wenn all das nicht geht, findet sich vielleicht auf Seminaren o.ä. mal ein Kontakt, der sich intensivieren läßt.
Und wenn es über diese Schiene gar nicht läuft, muss man eben fachlich und/oder mit Interesse auftrumpfen. Im Fachbereich Jura gibt es z. B. zahlreiche Professoren, die nicht so gern frische Absolventen annehmen, sondern lieber Praktiker. Dies gilt umso mehr, wenn sie ihre Praxis auf irgendeine Weise mit der Arbeit verbinden wollen. Dann ist im übrigen die Dissertation für einen selbst auch leichter, weil man sich dort schon auskennt und schneller Erkenntnisse produzieren kann, auf die andere nicht gekommen wären. Ich denke, dass sich das auch auf andere Fächer übertragen läßt.

Exkurs: Höflichkeit bei Initiativbewerbungen

Als »fremder Bewerber« sollte man ein paar allgemeine Umgangsformen sicher beherzigen. Aus den Fragen im Forum erkennt der Verfasser, dass dieses Mindestmaß an Höflichkeit frischen Absolventen mitunter gänzlich unbekannt ist. Deshalb sei hier zumindest auf folgende Regeln schnell mal hingewiesen.

Es hilft außerdem bei jeder Verhandlung, wenn man sich die Ausgangslage auf der anderen Seite vor Augen führt. Also:

  1. Der Prof macht mit der Betreuung einer Dissertation seine Arbeit.
  2. Ihn fragen ständig Leute nach Promotionsmöglichkeiten.
  3. Er ist auf einen Doktoranden mehr oder weniger nicht angewiesen.

Welche Schlüsse kann man daraus ziehen?

  1. Jemandem, der seine Arbeit macht, sollte man keinen unnötigen Aufwand bescheren.
  2. Man muss sich von den anderen abheben. Fachlich, menschlich und vor allem positiv.
  3. Die Kräfte sind nicht gleich verteilt. Er ist der Chef, da macht man nix. Man ist auf das Interesse und die Sympathie des Doktorvaters angewiesen. Für großartige eigene Ansprüche ist also - vor allem auf der Ebene der Höflichkeit - wenig Raum.

Die absoluten Outer bei Initiativbewerbungen

Wer jemals mit unaufgeforderten Bewerbungen zu tun hatte, kennt vielleicht die nachfolgenden knappen Assoziationen. Diese Überlegungen braucht ein potentieller Doktorvater (übrigens auch Arbeitgeber) gar nicht mehr anzustellen, sie kommen völlig automatisch.

Wie kann man das vermeiden?

Indem man auf die persönliche Schiene setzt und dem Prof keine unnötige Arbeit macht. Also: Termin vereinbaren, Ansinnen schon mal vorher ankündigen, hingehen, Wünsche und Ideen vortragen.

Auf eine Standardfrage sollte man gefaßt sein: Wie sind Sie auf mich gekommen?
Und bitte liebe Leute, seht es ein: Ohne eine vernünftige (halbwegs fachliche!!) Antwort auf diese absolut selbstverständliche Frage läuft gar nichts. Der Frontalangriff »Ehrlich gesagt, Sie waren der erste im Alphabet.« ist wirklich ein völliges Armutszeugnis! Aus der Ecke kommt man kaum wieder heraus.
Ansonsten gilt: Man lernt sich im Gespräch ein bißchen kennen, es endet im günstigen Fall mit »Schicken Sie mir mal ein Expose« (Achtung: Direkt nach dem gewünschten Aufbau/Umfang fragen!)und dann erst schickt man seine Sachen. Dann kennt der Prof immerhin schon ein Gesicht zu der Bewerbung. Auch das ist noch keine Garantie, aber es senkt den Frustfaktor.

Sei nett zur Sekretärin

Die Bewerbung lief bei mir ganz problemlos über einen Anruf im Sekretariat des Institutes. Das ist auch insofern ganz günstig, als der Kontakt zunächst noch niedrig gehängt wird. Es ist das A und O im Umgang mit dem Prof., dass man nett zu dessen Sekretärin ist. Sie weiß meist sehr gut Bescheid über ihren Chef, dessen Anforderungen und Eigenarten und redet auch darüber, wenn man sie nur läßt. Zwar ist nie auszuschließen, dass sie gestellte Fragen an den Prof. weitergibt, aber in der Regel steht sie eher auf der Seite der Lernenden und hat für böswilliges Tratschen ohnehin keine Zeit. Bei den studentischen Hilfskräften u.ä., die in manchen Instituten das Telefon bedienen, sieht das schnell anders aus: Im ersten Semester können sie einfach nicht den Überblick haben, geben das aber nicht immer zu. Das sollte man sich überlegen und sich darauf einstellen: Den Namen der Sekretärin heraussuchen und während der typischen Arbeitszeit (oft nur vormittags) anrufen.
Übrigens ist die Sekretärin auch im weiteren Verlauf eine wichtige Anlaufstelle, man kann sie sehr gut zu irgendwelchen Formalitäten etc. fragen.

Keine Sorge wegen schwächerer Noten

Wenn der Prof. einen Doktoranden annehmen will, werden die formalen Anforderungen oft zurückgestellt oder unbürokratisch gelöst. Die genauen Voraussetzungen stehen in den Promotionsordnungen der jeweiligen Fakultät. Lesen Sie mehr dazu bei den Formalien…

Wie geht's weiter?

Vielfach verlangen Doktorväter ein Exposé entweder schon mit der Bewerbung oder aber kurz danach. Auch darüber informiert doktorandenforum.de.

Für die konkrete Suche gilt: Nur Mut! Einfach anfragen und vorstellen - mehr als eine Absage kann Ihnen nicht passieren!

Aufpassen mit der Krankenversicherung!
Externe Doktoranden, die »nur« als Promotionsstudent immatrikuliert sind und ansonsten keiner sozialversicherungspflichtigen Tätigkeit nachgehen, sollten besonders auf eine ordnungsgemäße Krankenversicherung achten! Hier drohen Probleme in der Krankenversicherung der Studenten.
Mehr dazu…

Viel Erfolg!

Noch Fragen?

Eigene Fragen können Sie am besten im Forum stellen…

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Urheberrechtlich geschützt! · doktorandenforum.de ·  27.10.2017

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