Schlußkorrektur in Word:
Typische Fehler beheben bzw. vermeiden

Wenn Sie mit Ihrer Doktorarbeit so weit sind, dass Sie sich mit dem Thema Korrekturlesen befassen - schon einmal herzlichen Glückwunsch!

Dennoch bewahrheitet sich auch nach inhaltlicher Fertigstellung des Manuskripts mitunter der alte Spruch »Das Ende trägt die Last«. Word™ hält kurz vor dem Ausdrucken einer Arbeit - wie Sie vielleicht noch aus Ihrer Hausarbeit oder Diplomarbeit wissen - noch so manche Überraschung für den Benutzer bereit. Hier finden Sie ein paar Anregungen zu typischen Problemen beim Layout und beim Umgang mit Feldern (Referenzen, Inhaltsverzeichnisse etc.).

In der Rubrik (Fast) fertig gubt es außerdem einen allgemeinen Artikel, in dem erläutert wird, wie man typische Tippfehler und Typographiefehler in einer Doktorarbeit oder sonstigen Arbeit leicht finden und beheben kann.

Zu allererst: Druckoptionen richtig einstellen

Das sollten Sie wissen: In Word™ macht es einen großen Unterschied, mit welchem Druckertreiber Sie drucken möchten. Falls Sie also »für den Hausgebrauch« ihren alten Tintenstrahler benutzen, und die Version für Ihren Doktorvater auf dem Laserdrucker oder im Copyshop zu Papier gebracht werden soll, dann erwartet Sie ein lästiges Thema: Die Seiten- und Zeilenumbrüche verändern sich, wenn Sie auf einen anderen Drucker (-treiber) umsteigen. Das können Sie nur vermeiden, wenn Sie den »Zieldrucker« (genauer gesagt: den exakten Treiber für jenen Drucker) schon vor der Schlußredaktion Ihrer Arbeit auf Ihrem Rechner installieren. Vor allem im Bereich von Fußnoten und Grafiken drohen ansonsten nervige Fallstricke!
Ein anderer Lösungsansatz ist es, zuhause eine PDF-Datei zu erzeugen und dann diese PDF-Datei auf dem »fremden« Drucker auszudrucken. Zu diesem Zweck muss man nicht unbedingt die teure Vollversion des Acrobat Writer haben, es dürften vielmehr auch die z. T. als Freeware erhältlichen PDF-Programme ausreichen (ggf. vorher mit dem Copyshop klären).
Allerdings betrachtet Word™ auch solche PDF-erzeugenden Programme als eigene Drucker. Vor Zeilenverschiebungen etc. sind Sie deshalb nur gefeit, wenn Sie vor der Schlußkorrektur das entsprechende Programm als Standarddrucker definieren. Konsequenterweise erfolgt dies unter XP über den Menüpunkt »Einstellungen« / »Drucker und Faxgeräte« im Windows-Startmenü.

Nutzen Sie die »Suchen und Ersetzen«-Funktion!

Mit Bearbeiten Suchen bzw. Ersetzen lassen sich - mit etwas logischem Denken - typische Tippfehler leicht auffinden und beheben. Dazu gehören z. B. zwei (oder gar mehr) Leerzeichen hintereinander oder - bei korrekter Benutzung der Formatvorlagen - auch zwei Absatzzeichen hintereinander.
Ganz groß wird die Suchfunktion aber erst, wenn man die erweiterten Einstellungen mitbenutzt.

So läßt sich nach Klick auf Erweitern, Sonstiges auch mit Platzhaltern oder nach Steuerzeichen suchen. Zum Beispiel ein Komma mit einem unmittelbar anschließenden beliebigen Buchstaben

Ich wünsche mir,dass…

Hier fehlt ein Leerzeichen zwischen »mir,« und »dass«).
Kritisch - aber nicht immer falsch - sind auch Punkte mit unmittelbar folgendem Buchstaben bzw. Zahl.

Die Worte »dei« (die), »dre« (der) etc. sind in deutschen Texten ebenfalls sehr fehlerverdächtig.

Weitere klassische Setzfehler sind alleinstehende Seiten- und Paragraphenzahlen am Zeilenende oder - wenn Sie Blocksatz verwenden - auseinandergezogene mehrteilige Abkürzungen wie »z. B.«, »i. d. R.«, »u. ä.« etc. Zur Beseitigung einfach »S.<einfaches Leerzeichen>« suchen und durch »S.<«geschützter Leerschritt>" ersetzen.

Vorsicht bei »Alle ersetzen«

Vorsicht ist aber geboten bei der erweiterten Funktion »Alle ersetzen«!
Gerade in den letzten Zügen einer Arbeit übersieht man leicht, dass manche vermeintlich verbotenen Buchstabenkombinationen im Einzelfall doch ihre Berechtigung haben. »Agnus dei« ist o. k. (kein falschgeschriebenes »die«), ebenso wie »dre« als Wortbestandteil in »Andre« kein Tippfehler für »der« ist. Und bei der Formulierung »siehe Kapitel 1.1.2.« ist es richtig, dass unmittelbar auf den Punkt eine Ziffer folgt. Besonders gefährlich wird es, wenn Sie römische Zahlen ersetzen wollen (Kommt bei Juristen vor, mehr dazu).Diese Probleme werden keine, wenn Sie jede Änderung einzeln kontrollieren.

Für beide Funktionen gibt es kurze Tastenkombinationen (Shortcuts):
Suchen = Strg + F (Eselsbrücke: Finden!)
Ersetzen = Strg + H

Geschützter Leerschritt schützt vor seltsamen Zeilenumbrüchen

Ein sog. geschützter Leerschritt (Strg + Umschalt+ Leertaste), den man schon beim Tippen eingibt, bewahrt vor einem alleinstehenden »Art.«, »S.« und vor allem »§§« am Zeilenende. Aus

Veelken, S. 110

kann so niemals

Veelken, S.
110

werden.

Gleiches gilt gem. § 133 BGB für den Fall des §
823 BGB.

An einem geschützten Leerschritt wird der Text - anders als bei normalen Leerzeichen - auch am Zeilenende nicht umgebrochen. Im Blocksatz werden geschützte Leerschritte nicht gedehnt (So bleibt das Beispiel »z.   B.  « aus). Siehe auch »Suchen und Ersetzen«.

Ein geschützter Gedankenstrich (Strg+Shift+Minuszeichen) verhindert, dass ein Wort, eine Zahl oder ein Ausdruck getrennt wird, wenn es sich am Ende einer Zeile befindet. So läßt sich z. B. verhindern, dass die Angabe »90-60-90« getrennt wird. Stattdessen wird dann das gesamte Element an den Anfang der nächsten Zeile verschoben.

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Fußnoten

Fußnoten bleiben (nur) bei einzeiligem Abstand der Haupttextblöcke scheinbar automatisch auf der richtigen Seite. Wenn Sie andere Abstände verwenden, kann es Ihnen passieren, dass der Fußnotentext nicht auf derselben Seite erscheint, wie die darauf verweisende Fußnotennummer im Text. Diese Schwäche ist ein Programmfehler bei Word™. Zu den Lösungsvorschlägen für dieses Problem.

Typographische Feinheiten

Es hat schon seinen Grund, warum professionell gesetzte Bücher immer noch etwas besser aussehen als selbst gedruckte. Einer davon ist die Beherrschung der Regeln der Typographie. Das ist zum einen die optisch angenehme Verteilung des Textes über die Seite, über die sich Freaks seitenlang auslassen können. Ich gebe zu: Am Ende sieht es besser aus.

Ein zweites Thema ist die korrekte Benutzung bestimmter typographischer Zeichen, wie z. B. der Anführungszeichen

Was mögen Sie, die "harten (und falschen) Zollzeichen",
die »schönen Guillemets in deutscher Benutzung«
oder lieber in der «französischen»

Auch die Auslassungszeichen - z. B. bei gekürzten wörtlichen Zitaten bestehen bei korrektem Satz nicht aus drei primitiven Punkten, sondern aus dem entsprechenden Sonderzeichen

… ist also langweilig,
… ist angesagt.

Einige Links zum Thema unter Formatierung

Korrekturleser suchen

Wenn Sie mit Ihrer Arbeit bis zu diesem Punkt gekommen sind, sind Sie sicherlich betriebsblind, was Rechtschreib- oder Zeichensetzungsfehler in Ihrem Text angeht. Sie werden es nicht einmal bemerken, wenn ganze Absätze ohne Bezug in ihrer Arbeit stehen. Wenn man seine Arbeit Satz für Satz rückwärts liest, stößt man vielleicht selbst noch auf den einen oder anderen Schreibfehler - Probleme der »Benutzerführung« im Text kann man aber praktisch nicht selbst bemerken.

Daher empfiehlt es sich, spätestens zur Schlußredaktion einen halbwegs sprachsicheren Korrekturleser hinzuzuziehen. Auf der Basis »Liest Du meine, les' ich deine« funktioniert das im Freundes- oder Kollegenkreis üblicherweise gut. So weiß ich - als Jurist - z. B. nun einiges über betriebswirtschaftliche Fragen der Bilanzierung ;-)

Wem das zu aufwendig ist, der mag sich an einen der zahlreichen sog. Lektoren oder Korrekturleser wenden, die auch im Internet ihre Dienste anbieten.

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Urheberrechtlich geschützt! · doktorandenforum.de ·  25.08.2017

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