Gutachten zur Promotionsfähigkeit eines FH-Absolventen

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Mit diesem - hier leicht verfremdeten und anonymisiert wiedergegebenen - Gutachten war die Kandidatin erfolgreich bei der Aufnahme eines Promotionsstudiums.

Bitte lesen Sie auch den kritischen Hinweis zu diesem Muster weiter unten auf der Seite!
##.##.2001
Gutachten zur Promotionsfähigkeit von Frau [A. B.]
Frau [Vorname Name] hat im Studiengang [spezielle Bezeichnung des Studienganges] an der Fachhochschule [Ort] studiert; damals unter ihrem Mädchennamen [Vorname Mädchenname]. Frau [Name] ist mir aus Vorlesungen und Seminaren zur [spezielles Fach] bekannt. Ihre Diplomarbeit mit dem Titel [Titel] wurde von mir betreut und mit der Note 1,… bewertet. Frau [Name] hat ihr Studium [des Faches] im Jahre … mit der Gesamtnote gut abgeschlossen.
Im Rahmen der Betreuung einer Diplomarbeit entwickelt sich ein relativ enges Arbeitsverhältnis zwischen den Studierenden und den Lehrenden. In diesem Zusammenhang kann ich sagen, dass mir Frau [Name] gut bekannt ich und ich ihre entsprechende Qualifikation, so denke ich, gut bewerten kann. Auch nach Abschluss ihres Studiums hatte ich sporadischen Kontakt mit Frau [Name], ihr Berufsweg und ihre Entwicklung nach Abschluss des akademischen Studiums sind mir bekannt.
Das Fachhochschulstudium soll, nach dem Fachhochschulgesetz für das Bundesland …, auf einer wissenschaftlichen Basis anwendungsbezogenes Wissen vermitteln. Dementsprechend unterscheidet sich der didaktische und zum Teil auch der inhaltliche Vermittlungsansatz von der universitären Bildung. Im Bereich [des allgemeinen Studienfaches] mag dieser Aspekt keine so große Rolle spielen, [das Studienfach] ist in allen Bildungseinrichtungen des tertiären Sektors eine in hohem Maße anwendungsbezogene Studienrichtung.
Für den Studiengang [spezielle Ausprägung des Studienfaches] an der Fachhochschule AB kann ich in Anspruch nehmen, dass im Rahmen dieses Studiums die aktive Vermittlung und das disziplinierte Arbeiten im Vordergrund stehen, d.h. Seminare, Praktika und Projekte bilden den Kern der Wissensvermittlung. Dies ist uns u.a. auch deshalb möglich, weil wir bei einer jährlichen Bewerberzahl von ca. 1.000 Bewerberinnen und Bewerbern für 40 Studienplätze hervorragende Studierende selektieren.
Unsere Studierenden kommen über diverse Bildungsabschlüsse zu uns, so wie es bei Fachhochschulen üblich ist. Auch hier zeichnet sich Frau [Name] aus, sie hat nach Erlangen der allgemeinen Hochschulreife vor ihrem Studium eine Berufsausbildung als [passender Lehrberuf] absolviert und mit der Note 1,2 abgeschlossen. Meine Erfahrung in unserem Studiengang ist, dass gerade die Ausbildung im [passenden Lehrberuf] eine starke branchenspezifische Prägung vermittelt, vor allem aber einen Einfluss auf die Motivationsstruktur der Studierenden hat. Studierende mit diesem Hintergrund sind hoch belastbar und über die Kenntnis der Arbeitswelt in der Lage die studienspezifischen Anforderungen in Vergleichsprozessen einzuordnen.
Frau [Name] ist mir zum ersten Mal in einem Proseminar aufgefallen. Sie hat dort nicht nur eine sehr gute Arbeit in Verbindung mit einer hervorragenden Präsentation abgeliefert, sie war auch für die soziale Struktur der Gruppe wichtig und wertvoll. Nach dieser Erfahrung hat sich der Kontakt intensiviert und ich muss betonen, dass ihre Studienleistungen und ihr Engagement bei den von mir geleiteten Veranstaltungen immer herausragend waren. Frau [Name] war auch in der Lage Anregungen die über die üblichen Studienzusammenhänge hinausgehen aufzunehmen und zu verarbeiten. Ich erinnere mich sehr gerne an Diskussionen über spezielle Literaturformen mit ihr. Diese Art des Kontaktes hat sich selbstverständlich im Rahmen der Betreuung der Diplomarbeit intensiviert.
Die Diplomarbeit hat Frau [Name] über ein zum damaligen Zeitpunkt hochaktuelles Thema geschrieben. Die Problematik des Themas lag dabei auf zwei Ebenen: Das Thema [Oberbegriff des Themas] in seiner theoretischen Ausformung des [Spezialbegriff des Themas] und in seiner praktischen Umsetzung über die Zertifizierung nach [einem näher bestimmten Modus], wie es in Deutschland im Anwendungsbereich üblich war und ist, war in der Literatur sehr auf die Produktion konkreter Waren bezogen, der [von der Arbeit behandelte Bereich] wurde vernachlässigt. Auf der zweiten Ebene hat Frau [Name] ihr theoretisches Thema empirisch mit Lösungen für eine konkrete Unternehmung verbunden. Ich habe in der Zwischenzeit selbst über das Thema gearbeitet und publiziert, auch in einer nachträglichen Beurteilung hat sich Frau [Name] in ihrer Diplomarbeit die von mir vorgenommene Bewertung redlich verdient.
Ihr nachfolgender Berufsweg zeigt die Weiterentwicklung der in der Diplomarbeit verfolgten Themengebiet, die erfolgreiche Umsetzung der gelernten und internalisierten Fähigkeitsprofile sowie eine beständige fachübergreifende Weiterentwicklung, durch verschiedene Tätigkeitsfelder bedingt. Diese konsequente Orientierung in Verbindung mit hoher sozialer und kommunikativer Kompetenz zeichnen die Person von Frau [Name] aus. Damit lässt sich die Gesamtbeurteilung für den hier in Frage stehenden Komplex eines möglichen Dissertationsvorhaben von Frau [Name] aus meinem Kenntnisstand auf zwei Gebiete zusammenfassen:
1. Die im Laufe ihres akademischen Studiums an der Fachhochschule [Ort] gezeigten Leistungen waren überdurchschnittlich; hier bitte ich das oben angedeutete Umfeld zu bedenken. Zudem bin ich davon überzeugt, dass die in Noten ausgedrückte Gesamtleistung von Frau [Name] bei einer größeren Studienfreiheit, die traditionell bei einem Fachhochschulstudium etwas eingeengt ist, eher in Richtung der Diplomarbeitsnote tendiert hätte.
2. Ihre intellektuellen Fähigkeiten, ihre Motivationsstruktur, ihre Kompetenzstruktur und ihre Arbeitsorientierung sind einem entsprechenden Vorhaben durchaus angemessen. Unter Berücksichtigung meiner persönlichen Bekanntschaft mit Frau [Name], unter Berücksichtigung meiner Einschätzung ihrer fachlichen Fähigkeiten und unter Berücksichtigung meiner Kenntnisse der Anforderungen an eine Dissertation halte ich Frau [Name] ohne Einschränkung für ein solches Vorhaben für geeignet. Ich empfehle Frau [Name] die Möglichkeit der Erstellung einer Promotion zu geben ohne jede Einschränkung.
Prof. Dr. [Vorname Name]

Achtung!

Zu dem vorstehenden Mustervorschlag habe ich inzwischen eine Übersetzung einzelner Passagen aus möglichem Zeugnisdeutsch in Klartext erhalten. Ich gehe davon aus, dass diese Deutung nicht beabsichtigt war, möchte aber dennoch darauf hinweisen, um Mißverständnisse zu vermeiden:

[Dieses Gutachten] sagt ja, etwas verklausuliert, nichts anderes aus als »Sie hat sich ihr Studium mit Sex erkauft und wird auch für die Promotion mit jedem ins Bett gehen«
(»ein relativ enges Arbeitsverhältnis zwischen den Studierenden und den Lehrenden«, »Auch nach Abschluss ihres Studiums hatte ich sporadischen Kontakt mit Frau [Name]«, »in einem Proseminar [...] für die soziale Struktur der Gruppe wichtig und wertvoll«, »Nach dieser Erfahrung hat sich der Kontakt intensiviert«, »Anregungen die über die üblichen Studienzusammenhänge hinausgehen aufzunehmen und zu verarbeiten«, »Ich erinnere mich sehr gerne an Diskussionen über spezielle Literaturformen mit ihr.«, »Diese Art des Kontaktes hat sich selbstverständlich im Rahmen der Betreuung der Diplomarbeit intensiviert.«"

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Urheberrechtlich geschützt! · doktorandenforum.de ·  zuletzt geändert 06.08.2016

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