Verteidigung und zu wenig Zeit - was tun?

zish
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Verteidigung und zu wenig Zeit - was tun?

Beitrag von zish » 14.03.2016, 23:15

Liebes Forum,
als stiller Mitleser habe ich in meiner Promotionszeit sehr von euch profitiert. Jetzt zum Abschluss muss ich doch nochmal selbst um Rat fragen. Ich habe eingereicht und nun steht die Verteidigung an. Nachdem mehrere Monate gar nichts passiert ist (was mich nicht gestört hat, da mir der Abstand sehr gut getan hat), läuft nun alles an und das Datum wird so in etwa 2 Monaten sein. Mein Problem: Ich habe völlig überraschend zu Beginn des Jahres einen sehr guten Job in einer anderen Stadt bekommen und arbeite nun 40 Stunden in der Woche in einem anderen Bereich. Neben der Verteidigung habe ich noch einen weiteren wichtigen Vortrag in einem Monat - auch ein Relikt aus Diss-Zeiten... Ich fühle mich gerade völlig überfordert. Ich arbeite sehr viel und schaffe es einfach kaum, abends noch etwas zu machen. Ich versuche schon, mich zu zwingen - auch am Wochenende natürlich - , aber oft geht es einfach nicht mehr. Wenn ich mir ausrechne, wieviel Zeit ich jetzt noch an Vorbereitung habe, scheint mir das alles NIEMALS machbar. Ich brauche generell relativ viel Zeit, um (zumindest gefühlt) gut vorbereitet zu sein und jetzt muss irgendwie alles anders gehen. Eine Vorbereitung auf angrenzende Themen ist da schon ganz ausgeschlossen... Mich ergreift nur noch Panik, wenn ich daran denke... Was würdet ihr mir raten??
Vielen Dank schonmal!!

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Re: Verteidigung und zu wenig Zeit - was tun??

Beitrag von praktikum » 14.03.2016, 23:22

In welcher Form soll die Verteidigung stattfinden?

zish
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Re: Verteidigung und zu wenig Zeit - was tun??

Beitrag von zish » 15.03.2016, 07:52

Die Form ist in der Promotionsordnung nicht explizit vorgeschrieben. Erwünscht ist eine Disputation mit Vorstellung von 5-7 Thesen, von denen 2 auch auf angrenzende Bereiche ausgedehnt werden sollen und Themen vertiefen, die in der Arbeit nur angerissen wurden. Allerdings hat mein Betreuer auf Nachfrage nach dem Vortrags nur gemeint, es sei wichtig, auf evtl. Kritikpunkte der Gutachten einzugehen (die aber noch gar nicht da sind)...

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Re: Verteidigung und zu wenig Zeit - was tun??

Beitrag von flip » 15.03.2016, 12:04

Na, dann ist doch erst einmal alles im grünen Bereich. Warte doch einfach erst einmal die Gutachten ab.

Papierturm
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Re: Verteidigung und zu wenig Zeit - was tun??

Beitrag von Papierturm » 15.03.2016, 18:00

Ich war letztes Jahr in einer sehr ähnlichen Situation - Abgabe Herbst 2014, ab Januar neue Stelle in der Wirtschaft, toll aber sehr stressig, zusätzliche Weiterbildung am Wochenende, dann Anfang Juni die Ansage "in 2 Wochen ist Disputation, ihre Thesen bitte!"

Was ich dazu nur sagen kann, ist: Du, und zwar nur du, bist der Experte in deiner Diss! Das ist ein riesiger Vorteil. Ein paar Thesen / Inhalte zusammenbasteln, um bei der Disputation die Note zu halten, das geht sehr schnell. Denn niemand kennt das Dissprojekt und die Diss so gut wie du. Nur wenn es darum ginge die Note zu verbessern, dann wäre da ein etwas größerer Aufwand.

Ansonsten aber... wenn die Promotionszeit ein Kuchen ist, dann ist die Vorbereitungszeit für die Disputation die Glasur (nennt man das so?) oben drauf. Von daher würde ich es, wenn ich in deiner Situation wäre, wagen, tief durchzuatmen. Das wird.

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Re: Verteidigung und zu wenig Zeit - was tun??

Beitrag von Traudel » 15.03.2016, 18:30

Liebe(r) zish,

Du hast mein vollstes Verständnis. Ich wäre auch panisch, aber ebenso haben meine Vorschreiberlinge vollkommen recht: ruhig bleiben! Allerdings würde ich mit der Vorbereitung nicht warten, bis die Gutachten kommen! Habe bereits im Vorfeld 5 eigene Thesen und eine 3-4minütige zusammenfassende Vortragseinführung in petto. Sobald die Gutachten eintrudeln, kannst Du mit 2 Thesen auf die Gutachten eingehen - und natürlich Dir Argumente für die anschließende Aussprache zurechtlegen.
Kannst Du die Vorbereitungen der Dispu mit dem anderen "Diss-Relikt"-Vortrag verzahnen? Sprich: Kannst Du beide Vorträge sehr, sehr ähnlich aufziehen? Zwei Fliegen mit einer Klappe-Nummer eben.

Viel, viel Erfolg und starke Nerven,
Deine Traudel

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Re: Verteidigung und zu wenig Zeit - was tun??

Beitrag von Sebastian » 15.03.2016, 22:23

zish hat geschrieben:Ich habe völlig überraschend zu Beginn des Jahres einen sehr guten Job in einer anderen Stadt bekommen und arbeite nun 40 Stunden in der Woche in einem anderen Bereich
Hast Du den neuen Job mit Bezug auf die bald fertig werdende Diss bekommen? Das wäre doch evtl. ein Ansatz, in der aktuellen Sondersituation ausnahmsweise doch nach Urlaub, früherem Feierabend o.ä. für die Vorbereitung zu fragen.
Auf jeden Fall: Es ist bald geschafft! Und in der Verteidigung will dir niemand mehr Böses.

Viel Erfolg!

Sebastian

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Re: Verteidigung und zu wenig Zeit - was tun??

Beitrag von Peterklose123 » 16.03.2016, 12:26

Hallo,

nur meine Einschätzung hierzu: du hast vermutlich jahrelang an der Diss gearbeitet und offenbar wirst du sie auch bestehen. Möchtest du wirklich das Risiko eingehen, dass jetzt am Schluss bei der Disputation noch etwas passiert?

Ich würde dir empfehlen, mit deinem Arbeitgeber zu sprechen, ob du nicht bis zur disputation ein bisschen kürzer treten kannst und vielleicht diesen anderen Vortrag jemand anders übernimmt. Klar, die Stelle ist neu, du möchtest dort wahrscheinlich auch einen guten Eindruck machen, aber dass die Verteidung der Doktorarbeit ein wichtiger Termin ist, sollte der Arbeitgeber m.E. verstehen.

Das nur meine Empfehlung... Viel Erfolg!

zish
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Re: Verteidigung und zu wenig Zeit - was tun??

Beitrag von zish » 16.03.2016, 20:23

Vielen Dank für Eure Antworten!! Zunächst hilft es schon mal zu lesen, das andere Ähnliches erlebt haben und auch gut durchgekommen sind.

Der Vortrag behandelt einen Ausschnitt aus der Diss, ist also zwar grundsätzlich eine gute Wiederholung, aber konkret werde ich ihn wohl nicht verwenden können. Absagen würde ich ihn sehr ungern, da es ein prestigereicher Kontext ist, wo allein der Name der Institution im Lebenslauf gut aussieht.

Im Job habe ich inzwischen die bevorstehende Verteidigung angekündigt und es kam auf jeden Fall eine verständnisvolle Reaktion. Urlaub oder früherer Feierabend wird jedoch nur sehr begrenzt gehen – einfach, weil das aktuelle Projekt sehr viel Arbeit verlangt und ich gebraucht werde. Aber immerhin sieht es schonmal gut aus, was die alltäglichen Arbeitszeiten angeht – ich gehe eigentlich immer pünktlich und mache keine Überstunden.

Ich habe mir das früher immer so vorgestellt, dass ich am Ende ganz in Ruhe und mit viel Zeit die Verteidigung vorbereite, alle Eventualitäten berücksichtigend. Dass es jetzt anders läuft, löst einfach eine riesige Unsicherheit aus. Noch dazu bin ich nicht der selbstbewussteste Mensch und brauche eigentlich das Gefühl der guten Vorbereitung. Wenigstens habe ich jetzt schon das Gefühl, dass ich mich in effektivem und zielorientiertem Arbeiten verbessere – einfach, weil die Zeit fehlt, um sich in Details zu verlieren...

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Re: Verteidigung und zu wenig Zeit - was tun??

Beitrag von Sebastian » 16.03.2016, 21:36

zish hat geschrieben:Ich habe mir das früher immer so vorgestellt, dass ich am Ende ganz in Ruhe und mit viel Zeit die Verteidigung vorbereite, alle Eventualitäten berücksichtigend. Dass es jetzt anders läuft, löst einfach eine riesige Unsicherheit aus.
Daran kann ich mich für meine Person auch noch sehr, sehr, sehr lebhaft erinnern, obwohl es nun schon bald 17 Jahre her ist. Mein Vater sagte damals:
"Kommen wir über'n Hund, kommen wir über'n Schwanz!"
Stimmt!

Viel Erfolg
Sebastian

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