Eigentümer der Forschungsdaten und schriftlichen Arbeit?

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Eigentümer der Forschungsdaten und schriftlichen Arbeit?

Beitrag von MoonKid » 31.01.2014, 15:09

Die Betreuuerin für meine Bachelor-Arbeit hat mir heute irgendwie vor den Kopf gestossen. Aus diplomatischen Gründen und Mangels Informationen habe ich derzeit aber noch kein Gespräch dazu gesucht.

Kurz: Ich erhebe per Fragebogen Daten über Angestellte einer Klinik. Ich selbst bin nicht Angestellter der Klinik. Die Klinik ist aber "irgendwie" mit meinem Studiengang verbunden - medizinische Fakultät halt.

Sie behauptet die gesammelten Daten seien Eigentum der Klinik.

Da keine schriftliche Regelung dazu existiert halte ich das für völligen Unsinn.
Juristisch gesehen halte ich es auch für fragwürdig. Urheber der Daten sind immer noch die Probanden selbst, auch wenn sie wegen Anonymisierung nicht mehr identifiziert werden können.
Wissenschaftlich gesehen ist es auch gefährlich. Wer soll denn die Arbeit überprüfen, wenn die Daten unter Verschluss sind?

Und was ist mit dem Schriftstück selbst? Wem gehört das? Verda..... nochmal dit is meins! Und ich bestimme als Urheber daher auch das Lizenzmodel. Und ich werde (schon aus politischen Gründen) auch meine BA-Arbeit unter eine CC-Lizenz stellen.

Welche Erfahrungen habt ihr da so gemacht? Was ist gängige Praxis? Was ist eure Meinung dazu?

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Sebastian
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Re: Eigentümer der Forschungsdaten und schriftlichen Arbeit?

Beitrag von Sebastian » 02.02.2014, 08:45

Ein heikles Thema, zumal wenn - wie so oft - erst einmal gemacht und später diskutiert wird. Viele Forschungsbereiche gehen deshalb (inzwischen?) dazu über, im Vorfeld sehr genau zu bestimmen, wer für wen welche Daten erhebt und wem nachher die Rechte an der Datensammlung zustehen.
Die Befragten würde ich für die Daten in ihrer Gesamtheit nicht als Urheber betrachten, weil sondern wenn dann denjenigen, der die Sammlung (Probandenkreis, Fragebogengestaltung) konzipiert und durchgeführt hat.

Wer das dann bei Dir ist, würde es davon abhängig sehen, wie - in welcher Eigenschaft - Du in die Klinik hereingegangen bist und die Daten bekommen hast. Was ist den Befragten ausgehändigt und/oder zugesichert worden?

Um es plastisch zu machen:
Hätte ich - als völlig Fremder - auch einfach dort hereingehen und genau so die Daten erheben und bekommen können? Oder gab es einen "Türöffner", in dessen Auftrag entweder Du dort hereingekommen oder die Angestellten Dir Auskunft geben mussten?

Ich kann mir sowohl Modelle vorstellen, in denen Studierende "im Auftrag der ... Universität / Fakultät" Befragungen durchgeführt haben als auch solche, in denen die Uni/Fakultät ihrerseits wieder Auftragnehmerin, z. B. der Klinik war und die Daten dann tatsächlich dem Auftraggeber gehörten.

Insgesamt: Ruhe bewahren und erst einmal die Lage sondieren!
Sebastian

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