Wie wichtig ist die Note der Promotionsprüfung?

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Wie wichtig ist die Note der Promotionsprüfung?

Beitrag von pamparampa » 08.09.2014, 20:58

Ich habe gerade eine Menge Stress. Meine Dissertation wird begutachtet. Ich kenne den Zweitgutachter kaum, habe aber gehört er ist sehr streng (bitte nicht fragen, warum ich mich an ihm gewandt habe...).

Ich frage mich wie wichtig das Prädikat eigentlich ist. Ich suche einen Job outside academia. Außerdem: ist es möglich nicht zu bestehen, wenn meine Arbeit kein Plagiat ist und Mühe habe ich mir auch gegeben (d.h. ich habe selbst analysiert, nicht nur beschrieben was andere vor mir gemacht haben)? Wie häufig passiert das?
Zuletzt geändert von Sebastian am 09.09.2014, 20:41, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Betreff hoffentlich zutreffend geklärt.

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Re: Wie wichtig ist das Prädikat?

Beitrag von Zwonk » 08.09.2014, 21:09

Ich frage mich wie wichtig das Prädikat eigentlich ist.
In der Grammatik? Ungemein wichtig - erst mit dem Prädikat zusammen ergibt das Subjekt einen vollständigen Satz. Nein, ernsthaft: Von was für einem Prädikat sprichst Du? Meinst Du die Note? Die ist außerhalb der Uni wohl eher unwichtig.
Außerdem: ist es möglich nicht zu bestehen, wenn meine Arbeit kein Plagiat ist und Mühe habe ich mir auch gegeben (d.h. ich habe selbst analysiert, nicht nur beschrieben was andere vor mir gemacht haben)? Wie häufig passiert das?
Möglich ist das theoretisch schon. Du kannst ja ganz ohne Plagiat und mit viel Fleiß und Mühe 300 Seiten dummes Zeug zusammenschreiben. Wahrscheinlich ist es aber nicht. Meiner Erfahrung nach sind die Durchfallquoten bei Dissertationen sehr gering. Es findet ja schon eine gewisse Vorauswahl statt. Die hoffnungslosen Fälle finden meist gar keinen Betreuer. Es dürfte extrem selten vorkommen, daß dem Betreuer erst bei der Anfertigung des Gutachtens auffällt, daß er jemanden ganz Unfähigen betreut hat.

Eine gewisse Gefahr besteht, wenn der Betreuer irgendwelche persönlichen Gründe sieht, Dich durchfallen zu lassen. Da kannst Du über die Forensuche ein paar Dramen finden. Aber ich denke, Du hättest das wohl erwähnt, wenn Du befürchten würdest, daß der Betreuer Dich persönlich hast.

Zusammengenommen: Ich sehe jetzt nichts, was befürchten läßt, daß Du ein "non rite"-Kandidat bist.

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Re: Wie wichtig ist das Prädikat?

Beitrag von pamparampa » 08.09.2014, 21:26

Klar, ich meine die Note.

Mein DV hat keine persönlichen Gründe, mich durchfallen zu lassen, und er wird das nicht tun. Aber den Zweitgutachter kenne ich, wie gesagt, nicht und ich habe gehört, er ist sehr kritisch. In Sozialwissenschaften gibt es viel Raum für subjektive Bewertung... Für den einen wurde die Hauptthese in der Arbeit bewiesen, für den anderen nur angesprochen, usw.

Schreibt man später die Note/ das Prädikat im Lebenslauf? Selbst wenn man "rite" bekommt?

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Re: Wie wichtig ist das Prädikat?

Beitrag von Zwonk » 08.09.2014, 21:51

Es besteht ja noch die Frage, inwieweit der Zweitgutachter überhaupt ambitioniert ist, jetzt eine weit vom Erstgutachter abweichende Meinung zu formulieren. In vielen Fällen orientiert sich der Zweitgutachter am Erstgutachter. Und wenn nicht: Viele Promotionsordnungen sehen sogar ein weiteres Gutachten vor, wenn die Urteile der beiden Gutachter zu weit auseinander gehen. Wenn der Erstgutachter Dir ein summa gibt und der Zweitgutachter ein rite, dann stimmt da was nicht, auch nicht in den Sozialwissenschaften. Ich würde diesbezüglich mal in meiner Promotionsordnung nachschauen.

Was den Lebenslauf betrifft: Es gibt, glaube ich, kein Gesetz, das regelt, was Du wie in den Lebenslauf schreibst. Ich sehe kein Problem darin einfach zu schreiben "XX/XXXX-YY/YYYY: Promotionsstudium an der Universität soundso. Promotion zum Dr. rer. soc." und sonst weiter nichts.

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Re: Wie wichtig ist das Prädikat?

Beitrag von pamparampa » 08.09.2014, 22:15

Zwonk hat geschrieben:Es besteht ja noch die Frage, inwieweit der Zweitgutachter überhaupt ambitioniert ist, jetzt eine weit vom Erstgutachter abweichende Meinung zu formulieren. In vielen Fällen orientiert sich der Zweitgutachter am Erstgutachter.
So habe ich mir das vorgestellt. Aber jetzt habe ich mit meinem DV gesprochen und er scheint keine Ahnung zu haben, ob der Zweitgutachter schon angefangen hat zu schreiben, ob er die Bewertung schon geschrieben hat, usw. Ich schließe daraus, dass sie sich über meine Arbeit nicht ausgetauscht haben.

Ja, die Promotionsordnung kenne ich schon auswendig ;) 2 Noten Unterschied zwischen Gutachtern -> Ein Drittgutachter wird bestellt.

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Re: Wie wichtig ist das Prädikat?

Beitrag von SonicTheHedgehog » 09.09.2014, 09:28

Für mich hört es sich so an, als wärst du ganz einfach ein bisschen nervös/aufgeregt wegen der Gutachten, was bei dem Aufwand, den du ja sicher in die Arbeit gesteckt hast, wenig überrascht. Hast du denn beim Gespräch mit deinem Betreuer von ihm schon ein erstes Feedback bekommen bzw. haben dir vielleicht andere schon gesagt, was sie von deiner Arbeit halten?

Übrigens sind auch vermeintlich strenge Gutachter meines Wissens (das ich in diesem Fall primär aus Gesprächen und aus dem Internet habe) selten so drauf, dass sie in Dissertationsgutachten unbedingt besonders oft 'rite' vergeben müssen. Denen ist auch klar, dass sich da jemand jahrelang sehr angestrengt hat, eine möglichst gute Arbeit zusammenzuschustern. Mein Rat wäre also, dich erstmal nicht so verrückt zu machen und - sollte es gar nicht mehr gehen - bei deinem Betreuer für eine erste Einschätzung nachzuhaken. Achja, eins noch: dass sie dir sagen, dass sie sich nicht austauschen, heißt nicht, dass es auch so ist :D

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Re: Wie wichtig ist das Prädikat?

Beitrag von Anne123 » 09.09.2014, 14:55

Bist Du zufällig Jurist? Falls ja, ist das Prädikatsexamen ja tatsächlich die Eintrittskarte der letzten Kategorie. Daher könnte ich Deine Aufregung verstehen (und sonst natürlich auch).
Viel Glück!
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Re: Wie wichtig ist das Prädikat?

Beitrag von Sebastian » 09.09.2014, 20:40

Anne123 hat geschrieben:Bist Du zufällig Jurist? Falls ja, ist das Prädikatsexamen ja tatsächlich die Eintrittskarte der letzten Kategorie.
Von einem Prädikatsexamen im 1. und 2. Staatsexamen hängt in Jura tatsächlich viel ab. Aber nicht von der Note der juristischen Promotion - da weiß jeder, dass diese Bewertung nur wenig objektivierbar ist.

Ruhig bleiben, wird schon passen!

Sebastian

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Re: Wie wichtig ist das Prädikat?

Beitrag von Maxi » 10.09.2014, 13:48

Sebastian hat geschrieben:
Anne123 hat geschrieben:Bist Du zufällig Jurist? Falls ja, ist das Prädikatsexamen ja tatsächlich die Eintrittskarte der letzten Kategorie.
Von einem Prädikatsexamen im 1. und 2. Staatsexamen hängt in Jura tatsächlich viel ab. Aber nicht von der Note der juristischen Promotion - da weiß jeder, dass diese Bewertung nur wenig objektivierbar ist.

Ruhig bleiben, wird schon passen!

Sebastian
Da kann ich Sebastian nur zustimmen: Es ist toll fürs eigene Selbstwertgefühl, wenn man eine Promotion mit m.c.l. oder s.c.l. abgeschlossen hat. Aber für die Berufspraxis kommt es letztlich einfach nur auf den Titel an. Man wird teilweise doch wesentlich ernster genommen mit einem Doktortitel (besonders, wenn man noch jung ist).
Bei (Um-)Bewerbungen mag zwar durchaus auf das Dissthema, die Note und in welchem Verlag die Arbeit publiziert wurde, geschaut werden und der Titel ist auch durchaus karriereförderlich. Aber am wichtigsten dürfte es sein, überhaupt durchgehalten und die Promotion abgeschlossen zu haben. Daher: In jedem Fall zu Ende bringen - und besser nicht ganz perfekt abgeschlossen, als abgebrochen. (Viele meiner Bekannten haben berufs-/familienbedingt abgebrochen und bereuen das sehr...)

Allen, die noch schreiben, ganz viel Motivation und Erfolg!!! :blume:
LG, Maxi

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Re: Wie wichtig ist das Prädikat?

Beitrag von pamparampa » 10.09.2014, 22:58

Maxi hat geschrieben: Es ist toll fürs eigene Selbstwertgefühl, wenn man eine Promotion mit m.c.l. oder s.c.l. abgeschlossen hat. Aber für die Berufspraxis kommt es letztlich einfach nur auf den Titel an. Man wird teilweise doch wesentlich ernster genommen mit einem Doktortitel (besonders, wenn man noch jung ist).
Bei uns bekommt niemand ein summa: Das wusste ich schon als ich damals angefangen habe zu promovieren, von "älteren Kindern".

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