Rückzug zum Erstellen der Rohfassung der Doktorarbeit

Jahresarchiv
Gesperrt
Anne123
Beiträge: 173
Registriert: 12.05.2010, 13:01
Status: irgendwo mittendrin
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0

Rückzug zum Erstellen der Rohfassung der Doktorarbeit

Beitrag von Anne123 » 08.11.2015, 10:17

Hallo zusammen,

da ich an meinem Wohnort sehr abgelenkt bin, würde ich gerne die erste Rohfassung der Diss weit abgeschieden schreiben. Ich hätte über Bekannte, die Gelegenheit, 3 Monate in Neuseeland zu verbringen.
Hat jemand von Euch so etwas schonmal ausprobiert? Ist es realistisch, in 3 Monaten eine Rohfassung zu schaffen?

Danke im Voraus!

Gruß

Anne 123
Zuletzt geändert von sv am 11.11.2015, 00:12, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Betreff für SuMa ergänzt
Bild

Anzeige:

DoneXY
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0

Re: Rückzug zum Erstellen der Rohfassung

Beitrag von DoneXY » 08.11.2015, 10:39

Da wir nicht wissen, welcher Umfang von Arbeit noch vor Dir liegt, welchen Charakter Deine Arbeit hat (emp.; theoret.), wieviel Vorarbeiten erfolgt bzw. noch notwendig sind, kann Deine geplante Robinsonade von uns kaum beurteilt werden,

Ganz allgemein habe ich den Verdacht: Eine innerhalb von 3 Monaten erstellte Rohfassung wird noch sehr viel Ausarbeitungen erfordern, für die Dir offenbar zu Hause das Arbeitsumfeld fehlt. Dein Problem ist also keineswegs gelöst, sondern im günstigsten Fall minimiert.

Daher scheint mir der Neuseeland-Plan eher dazu zu dienen, dass Du Dein eigentliches Problem (" Wohnort sehr abgelenkt") nicht löst.

PS

Es wird auch Menschen geben, die sich von Neuseeland ablenken lassen würden. Vollständig reizlos soll das Land ja nicht sein. Nur so vom Hörensagen.

Traudel
Beiträge: 214
Registriert: 01.02.2015, 10:52
Hat sich bedankt: 1 Mal
Danksagung erhalten: 4 Mal

Re: Rückzug zum Erstellen der Rohfassung

Beitrag von Traudel » 08.11.2015, 11:47

Joar, ich habe mehrere Jahre für meine Rohfassung gebraucht... :lol:

Anne, Du sprichst sicher von einer empirischen Arbeit, oder? Also das erste Niederschreiben von Vorarbeiten, Daten, Ergebnissen, oder?
Selbst das finde ich in 3 Monaten eher unrealistisch...
Ich habe eine gute Bekannte, die sich regelmäßig in eine Wohnung von Freunden in Süddeutschland einsperrt oder wahlweise "Schreiburlaub" auf (im Gegensatz zu Neuseeland vielleicht eher unspektakuläreren) Nordseeinseln einlegt, weil auch sie die Ablenkung im Alltag, ihrem Beruf und in ihrer Wohnung als zu groß empfindet.
Bin mir nicht ganz sicher, aber ich glaube, sie hat das Promotionsprojekt vor 12 Jahren aufgenommen und bislang nicht abgeschlossen...
Liebe Anne, versuch Neuseeland ruhig, aber viel wichtiger: Schaffe Dir hier zu Hause in Deutschland ein ablenkungsarmes und konzentrationsförderndes Umfeld, damit Du langfristig an der Diss arbeiten kannst! Es ist nämlich keineswegs so, dass die Rohfassung etwa mehr Ruhe und Konzentration erfordern würde als die Überarbeitung! Es wird vermutlich eher aus dem Gegenteil ein Schuh... (äh... ja, Redewendungen sind nicht so meine Stärke).
Wie wäre es, wenn Du Dir ein Büro anmieten würdest und zu ganz geregelten Arbeitszeiten diszipliniert hingingst und Dich dort dann einfach einsperrst?
Ich persönlich könnte den Gedanken auch nicht ertragen, drei Monate in Neuseeland gewesen und nicht herumgereist zu sein! Was ein Wahnsinn! (Sauerland geht dann ja wohl auch)

Viel Erfolg und achte auf Dich,

Traudel :blume:

gesmad
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0

Re: Rückzug zum Erstellen der Rohfassung

Beitrag von gesmad » 08.11.2015, 18:05

Ich kann meinen Vorrednern nur Recht geben, wenngleich ich dieses Gefühl - einen "ruhigen Ort" zu suchen - noch absolut nachvollziehen kann. Ich habe mir diesen "ruhigen Ort" geschaffen, in dem ich zunächst mein Büro aufgeräumt habe (ok, war auch prima, um mich vor dem Schreiben zu drücken) und anschließend das Internetkabel zum PC gekappt habe. Dann noch das Handy an meine Frau und schon war mein Büro auf einmal mächtig ablenkungsarm! Alternativ empfehle ich – hab es nur vom Sagen gehört – ein Kloster aufzusuchen. Die vermieten in der Regel für kleines Geld Zimmer. Durch die dicken Klostermauern kommt meist auch kein Handysignal ...

Anne123
Beiträge: 173
Registriert: 12.05.2010, 13:01
Status: irgendwo mittendrin
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0

Re: Rückzug zum Erstellen der Rohfassung

Beitrag von Anne123 » 09.11.2015, 18:30

Ich danke Euch für Eure Anmerkungen und Ideen. Insbesondere die Kloster-Idee klingt sehr ansprechend.:-)
Ich habe viele Jahre in Neuseeland gelebt. Daher hätte ich nicht das Gefühl, etwas zu verpassen. Es geht eher darum, dass ich dort nicht spontan in die Stadt gehen kann, unbedingt die Fenster putzen oder meine Fotos sortieren müsste. Daher die Idee. Es hätte genauso gut Spanien oder Frankreich sein können.
Ich habe bei anderen Schreibprojekten die Erfahrung gemacht, dass es nur mit sehr viel Druck und Rückzug geht. Da mein Doktorvater mir keinen Druck macht, muss ich mir selbst etwas einfallen lassen à la "4 Monate weg von zu Hause und jeden Tag 6 Stunden an der Diss arbeiten". Hier in D. geht das einfach nicht.
Bild

DoneXY
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0

Re: Rückzug zum Erstellen der Rohfassung

Beitrag von DoneXY » 09.11.2015, 18:39

Anne123 hat geschrieben:Hier in D. geht das einfach nicht.
Dann wird ein dreimonatiger NZ-Aufenthalt das eigentliche Problem nicht lösen können. Da Du vermutlich nicht jeden Arbeitsschritt ins Ausland verlagern kannst, wirst Du lernen müssen, Dir in D. eine für Dich passende Arbeitsatmosphäre zu schaffen.

Sebastian
Admin
Beiträge: 1902
Registriert: 30.08.2006, 12:41
Status: Schon länger fertig
Wohnort: Düsseldorf
Hat sich bedankt: 23 Mal
Danksagung erhalten: 29 Mal
Kontaktdaten:

Re: Rückzug zum Erstellen der Rohfassung

Beitrag von Sebastian » 09.11.2015, 20:21

Ich habe zu verschiedenen Phasen meiner Arbeit auch mit auswärtigen Rückzugsorten gearbeitet (Nordseeinsel bzw. fremde Großstadt in der Wohnung berufstätiger Freunde), allerdings immer nur für max. ein, zwei Wochen.
Das war als solches ganz o.k., aber man darf sich davon nicht erhoffen, damit zugleich die eigenen Prokrastationstendenzen unverarbeitet abtöten zu können: Die brechen trotzdem wieder durch. :lol:
Das bewußte Kappen der Internetleitung und Abschalten des Smartphones würde ich dagegen als vielversprechender ansehen, ebenso alle anderen Arbeitstechniken und -ideen, die hier im Forum gegen das Aufschieben/Ablenken... gepriesen werden.
Viel Erfolg!

Sebastian

Gesperrt
  • Vergleichbare Themen
    Antworten
    Zugriffe
    Letzter Beitrag