Sekundärzitat / verschachteltes Zitat: Wie verwenden?

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Sekundärzitat / verschachteltes Zitat: Wie verwenden?

Beitrag von muederjoe » 20.02.2015, 20:14

Originaltitel: Frage zum korrekten Zitieren

Ich habe gerade eine Stunde damit verbracht mit Google eine Antwort zu finden, und auch Umberto Eco hat mich nicht klüger gemacht. Ich hoffe hier bekomme ich Klarheit!

Es geht um folgendes. Kann ich den Inhalt eines längeren Absatzes sinngemäß zitieren wenn sich in diesem Absatz bereits mehrere kurze sinngemäße Zitate befinden? Gilt das als mehrfaches Sekundärzitat? Oder ist das einfach nicht erlaubt?

Freue mich über jede Antwort, da ich bisher nichts konkretes zu diesem Thema finden konnte!
Zuletzt geändert von Sebastian am 20.02.2015, 22:43, insgesamt 2-mal geändert.
Grund: Betreff für die Suchmaschine umgestellt.

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Lucy
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Re: Frage zum korrekten Zitieren

Beitrag von Lucy » 20.02.2015, 20:52

Kannst du es nicht so machen:
Müller (Müller 2015) stellt den Sachverhalt, die Beiträge von Meier (Meier 2015) und Schulz (Schulz 2015) zusammenfassend, folgendermaßen dar: bla bla bla...

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Re: Frage zum korrekten Zitieren

Beitrag von Sebastian » 20.02.2015, 22:42

Um es mit Lucy's Beispielen zu sagen:
Müller ist dann offenbar nicht die Primärquelle für den Gedanken/Sachverhalt, sondern Meier oder Schulz oder evtl. die von diesen in ihren Texten angegebenen Personen. Wenn Du ohnehin nur sinngemäß zitieren willst, dann ist Müller nicht die optimale Quelle, denn er ist sekundär oder tertiär.
Wie es dann weitergeht, hängt evtl. auch vom Fach ab...
Juristen's finden es z. B. gut, wenn sich mal mehrere im Ergebnis einig sind und führen trotzdem alle an, Primärquelle (oder bestreputierte Quelle) vorn und dann evtl. "m.w.N."
Gruß
Sebastian

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Re: Sekundärzitat / verschachteltes Zitat: Wie verwenden?

Beitrag von Traudel » 21.02.2015, 09:45

Zitierst Du mit Fußnoten oder nach dem Harvardsystem? Ich bin ja ein konservativer Verfechter der Fußnotenzitierung, da man in den Fußnoten viele fleißige und richtigstellende Infos verwurschteln kann, ohne den Lesefluss zu stören. Wie z.B. dass dieses und jenes zuerst bei X zu lesen war, aufgegriffen und modifiziert wurde von Y und schließlich in der vorliegenden Arbeit in der Wiedergabe durch Z (Seiten) referiert wird, da hier ein zusammenfassender Überblick vor dem Hintergrund des jüngeren Diskussionsstandes geboten ist... bla bla bla.
Solltest Du mit Harvardsystem zitieren, schließe ich mich gern Lucys Vorschlag an. Allerdings bin ich kein Freund von Quellenangaben ohne Seitenzahlen. Abgesehen davon, wenn man sich als Verfasser tatsächlich auf einen ganzen Beitrag eines Autors bezieht (z.B. einen kürzeren Artikel oder eine einschlägige, vorab vorgestellte Studie), finde ich diese vor allem in sozialwiss. und päd. Gefilden gängige Zitierpraxis furchtbar. Als Leser habe ich dabei kaum eine Chance, paraphrasierte Passagen aufzufinden. M.E. verstößt dies gegen die Grundregeln von Transparenz und Nachvollziehbarkeit. Amen. :D
Aber vor kurzem hatten wir ja einen eigenen Thread zum Thema.

Viel Erfolg!

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