Datenschutzbeauftragter - D&O Versicherung?

Irgendwann ist jeder fertig. Und dann darf er sich hier austoben :-)
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Milton
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Datenschutzbeauftragter - D&O Versicherung?

Beitrag von Milton » 15.08.2015, 00:40

OK, ich bin zwar noch nicht ganz fertig, aber hier passt der Beitrag wohl am besten rein.

Ich werde bald zum Datenschutzbeauftragten an meiner Universität ernannt werden und ich erhalte dafür sogar eine kleine Bezahlung. Immerhin :dr)

Jetzt haben mir allerdings ein paar Freunde, die in der freien Wirtschaft arbeite dazu geraten, mich mal im Bereich D&O Versicherungen umzusehen, weil einen die oben genannten Position unter Umständen persönlich angreifbar machen kann.

In Google gefunden habe ich zum Beispiel das hier: http://www.exali.de/manager-beauftragte ... 161004.php


Muss jetzt allerdings mal zugeben, dass ich 0 Ahnung von dem Thema hatte und bis vor 1 Tag nicht einmal wusste, dass es sowas wie eine D&O Versicherung überhaupt gibt.

Mag mich jemand von euch erleuchten? Muss ich sowas wirklich abschließen? Ist die Uni dafür verantwortlich? Oder ist so eine Versicherung sogar grundsätzlich unnötig?

Danke schon mal, falls jemand was weiß.
Zuletzt geändert von Milton am 01.09.2015, 09:13, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Datenschutzbeauftragter - D&O Versicherung?

Beitrag von TomTom » 15.08.2015, 10:41

Hallo Milton,

hier ein paar Gedanken dazu:

1. ich kenne eine D&O-Versicherung nur aus der Industrie bzw. im Finanzwesen.
2. Üblicherweise sind damit - wie es der Name schon impliziert - Führungskräfte, Firmeninhaber etc. versichert.
3. Die Haftung erstreckt sich darauf, dass wenn z.B. der Geschäftsführer einer Firma - simpel ausgedrückt - einen Auftrag aufgrund eigenen Verschuldens "vergeigt" oder/und der Firma daraus finanzieller Schaden entsteht, der Geschäftsführer nicht persönlich haften muss, sondern die D&O-Versicherung einspringt
4. Als Datenschutzbeauftragter (und damit Angestellter) bist Du üblicherweise aus solchen Haftungsgeschichten raus
5. Als Datenschutzbeauftragter bist Du (normalerweise) DIREKT Deinem Dienstherrn (=üblicherweise Geschäftsleiter) unterstellt, hast also normalerweise eine Stabs-Funktion
6. Eine D&O-Versicherung kostet richtig Geld. Wenn eine Firma mit nicht allzu "gefährlichen" Tätigkeiten beschäftigt ist, ist eine solche Versicherung üblicherweise entbehrlich. Um beispielsweise 500.000 Euro Schaden abzusichern, kostet das locker mal 3.000 - 5.000 Jahresprämie.

Da ich ziemlich oft "normalerweise" und "üblicherweise" benutzt habe, möchte ich damit ausdrücken, dass ich nur Erfahrung diesbezüglich bei Finanzinstituten gemacht habe. Für eine Uni kann ich nicht sprechen.

Ich würde mir nicht allzuviele Gedanken darüber machen. Als Angestellter kann Dir niemand einen Strick drehen.....und schon gar nicht Dich persönlich haftbar machen.

Gruß
TomTom

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Re: Datenschutzbeauftragter - D&O Versicherung?

Beitrag von itsme » 15.08.2015, 11:47

TomTom hat geschrieben:Als Angestellter kann Dir niemand einen Strick drehen.....und schon gar nicht Dich persönlich haftbar machen.
Da bin ich mir nicht ganz sicher: So wie ich das verstanden habe, haftet der AN bei grober Fahrlässigkeit (https://de.wikipedia.org/wiki/Arbeitnehmerhaftung). Jetzt ist die Frage, wieweit das bei einem Datenschutzbeauftragten relevant ist (kurze Zwischenfrage @Milton: Du hast nicht vor, besoffen USB-Sticks mit sensiblen Daten zur öffentlichen Sicherheit im Park liegen zu lassen? :D ). Eine D&O-Versicherung ist aber wahrscheinlich trotzdem unnötig (die bräuchte eher eine Uni, die so eine Konstellation zulässt), aber ein Gespräch mit dem Vorgesetzten oder Vorgänger im Hinblick auf die Frage persönliche Haftung könnte sinnvoll sein.

Sebastian
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Re: Datenschutzbeauftragter - D&O Versicherung?

Beitrag von Sebastian » 15.08.2015, 16:36

Als Datenschutzbeauftragter der Uni bist Du (hoffentlich) dort angestellt, also Arbeitnehmer der Universität. Für die Fehler, für die Dich Dein Arbeitgeber haftbar machen kann, gibt es für kleines Geld Berufshaftpflichtversicherungen.
Die D&O-Versicherungen sind Versicherungen, mit denen ein Privatunternehmen etwaige "Dummheiten" seiner Chefs versichert - das ist ein ganz anderes Thema und wegen der Bandbreite, für die "Chefs" u.U. entscheidungszuständig sind, auch ziemlich teuer.
Berufshaftpflicht im öffentlichen Dienst hingegen ist deutlich günstiger - hab ich persönlich daher schon lange.
Als Arbeitnehmer haftet man allerdings ohnehin nur für Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit - wenn Du also absichtlich Fehler machst (was ich nicht annehmen würde) oder solche Dummheiten begehst, dass man sich vor die Stirn schlägt ob soviel Leichtsinns. Darum kann man die Sinnhaftigkeit einer Berufshaftpflicht auch noch anzweifeln - und sich statt dessen eher überlegen, auf eine Rechtsschutzversicherung zu achten, die auch Arbeitsrechtsschutz beinhaltet.

Gruß
Sebastian

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