Falsche Nutzung von ChatGPT
Verfasst: 23.02.2026, 23:20
Hallo,
ich promoviere an einer deutschen Uni in den Gesellschaftswissenschaften. Ich befinde mich aktuell in den letzten Überarbeitungsschritten vor der Abgabe.
Ich habe in den letzten 2 Monaten sehr viel sprachliche Überarbeitungen an meinen Kapiteln mit ChatGPT vorgenommen. Dabei habe ich übersehen, die Einstellung zu deaktivieren, dass meine Daten nicht als Traningsdaten verwendet werden.
Ja, das war schlicht gesagt "dumm". Ich habe dadurch meine jahrelange Forschung und meine wissenschaftliche Integrität gefährdet. Ich war in einer Art "Arbeitsgedankentunnel" und habe meine Hilfsmittel nicht reflektiert. Das soll mein Handeln nicht entschuldigen, nur erklären, warum ich jetzt erst auf die kritischen Gedanken gekommen bin.
Meine Uni ist noch dabei, klare Vorgaben zum Thema KI-Nutzung zu erarbeiten. Aktuell gibt es nur Verweise auf die Richtlinien der DFG, die sprachliche Überarbeitungen durch KI nicht Kennzeichnungspflichtig machen, solange der wissenschaftliche Inhalt nicht gefährdet ist (https://wissenschaftliche-integritaet.d ... r-modelle/) Der Zusammenhang zwischen sprachlicher Gestalt und wissenschaftlichem Inhalt ist in den Gesellschaftswissenschaften natürlich enger, als in den Naturwissenschaften.
Gerne darf ich für mein unreflektiertes und "dummes" Verhalten entsprechende Kommentare bekommen. Ich würde mich aber auch freuen, wenn ich Input zu den folgenden drei Fragefeldern erhalte:
1. Ich habe meinen ChatGPT Account sowie alle Daten heute zur Löschung beantragt. Ich hoffe, dass so zumindest ein Teil der Daten aus den letzten vier Wochen, in denen ich intensiv überarbeitet habe, nicht in die Trainingsmodelle kommt. Ich habe vor allem Überarbeitungen an zwei Kapiteln vorgenommen, ein zwei weiteren nur in ganz wenigen Passagen und an einem nicht. Ich habe nur Fließtext zur Überarbeitung eingegeben, alle Fußnoten und Datenmaterialien habe ich extern gehalten und natürlich vorrätig.
Ich schriebe zu einem Expertenthema, zu dem nur ein kleiner Kreis forscht.
In etwa 2 Monaten möchte ich abgeben, danach kommt die Disputation und die anschließende Veröffentlichung kann maximal zwei Jahre später sein. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass bis dahin eine Veröffentlichung kommt, die meine Gedanken/Argumente aus dem KI-Traningsmodell nutzt? Vielleicht ist das eine etwas technische Frage, aber es beschäftigt mehr sehr.
2. Meine Kollegin riet mir, dass ich meine sprachlichen Überarbeitungen mit KI nicht kennzeichnen soll. Da es aktuell keine klaren Vorgaben, sondern nur in die Zukunft gerichtete Leitideen gibt, ist KI-Nutzung nicht per se Tabu aber es gibt auch keine Vorgaben, wie Kennzeichnung und Dokumentation auszusehen hat. Wenn ich meine Nutzung angebe, ist es sehr gut möglich, dass unsere (sehr genaue) Promotionsgeschäftsstelle eine längere Prüfung ansetzt und alles um Monate verzögert (ich bin bald auf einer neuen Stelle) oder eine Dokumentationsform verlangt, die ich nicht vorrätig habe und im Nachhinhein auch nicht mehr erstellen kann. Ich habe eine Tabelle nach diesen Empfehlungen: https://www.ulb.tu-darmstadt.de/forsche ... dex.de.jsp (ohne Seitenangaben aber mit Kapitelauflistung).
Selbstverständlich werde ich mein genaues Vorgehen mit meinem Betreuenden abstimmen.
3. Gibt es weitere relevante Punkte, die aus meinem falschen Umgang mit KI resultieren? Irgendetwas, das ich noch nicht auf dem Schirm habe? Ich danke sehr für alle Punkte, die ich übersehen habe könnte.
ich promoviere an einer deutschen Uni in den Gesellschaftswissenschaften. Ich befinde mich aktuell in den letzten Überarbeitungsschritten vor der Abgabe.
Ich habe in den letzten 2 Monaten sehr viel sprachliche Überarbeitungen an meinen Kapiteln mit ChatGPT vorgenommen. Dabei habe ich übersehen, die Einstellung zu deaktivieren, dass meine Daten nicht als Traningsdaten verwendet werden.
Ja, das war schlicht gesagt "dumm". Ich habe dadurch meine jahrelange Forschung und meine wissenschaftliche Integrität gefährdet. Ich war in einer Art "Arbeitsgedankentunnel" und habe meine Hilfsmittel nicht reflektiert. Das soll mein Handeln nicht entschuldigen, nur erklären, warum ich jetzt erst auf die kritischen Gedanken gekommen bin.
Meine Uni ist noch dabei, klare Vorgaben zum Thema KI-Nutzung zu erarbeiten. Aktuell gibt es nur Verweise auf die Richtlinien der DFG, die sprachliche Überarbeitungen durch KI nicht Kennzeichnungspflichtig machen, solange der wissenschaftliche Inhalt nicht gefährdet ist (https://wissenschaftliche-integritaet.d ... r-modelle/) Der Zusammenhang zwischen sprachlicher Gestalt und wissenschaftlichem Inhalt ist in den Gesellschaftswissenschaften natürlich enger, als in den Naturwissenschaften.
Gerne darf ich für mein unreflektiertes und "dummes" Verhalten entsprechende Kommentare bekommen. Ich würde mich aber auch freuen, wenn ich Input zu den folgenden drei Fragefeldern erhalte:
1. Ich habe meinen ChatGPT Account sowie alle Daten heute zur Löschung beantragt. Ich hoffe, dass so zumindest ein Teil der Daten aus den letzten vier Wochen, in denen ich intensiv überarbeitet habe, nicht in die Trainingsmodelle kommt. Ich habe vor allem Überarbeitungen an zwei Kapiteln vorgenommen, ein zwei weiteren nur in ganz wenigen Passagen und an einem nicht. Ich habe nur Fließtext zur Überarbeitung eingegeben, alle Fußnoten und Datenmaterialien habe ich extern gehalten und natürlich vorrätig.
Ich schriebe zu einem Expertenthema, zu dem nur ein kleiner Kreis forscht.
In etwa 2 Monaten möchte ich abgeben, danach kommt die Disputation und die anschließende Veröffentlichung kann maximal zwei Jahre später sein. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass bis dahin eine Veröffentlichung kommt, die meine Gedanken/Argumente aus dem KI-Traningsmodell nutzt? Vielleicht ist das eine etwas technische Frage, aber es beschäftigt mehr sehr.
2. Meine Kollegin riet mir, dass ich meine sprachlichen Überarbeitungen mit KI nicht kennzeichnen soll. Da es aktuell keine klaren Vorgaben, sondern nur in die Zukunft gerichtete Leitideen gibt, ist KI-Nutzung nicht per se Tabu aber es gibt auch keine Vorgaben, wie Kennzeichnung und Dokumentation auszusehen hat. Wenn ich meine Nutzung angebe, ist es sehr gut möglich, dass unsere (sehr genaue) Promotionsgeschäftsstelle eine längere Prüfung ansetzt und alles um Monate verzögert (ich bin bald auf einer neuen Stelle) oder eine Dokumentationsform verlangt, die ich nicht vorrätig habe und im Nachhinhein auch nicht mehr erstellen kann. Ich habe eine Tabelle nach diesen Empfehlungen: https://www.ulb.tu-darmstadt.de/forsche ... dex.de.jsp (ohne Seitenangaben aber mit Kapitelauflistung).
Selbstverständlich werde ich mein genaues Vorgehen mit meinem Betreuenden abstimmen.
3. Gibt es weitere relevante Punkte, die aus meinem falschen Umgang mit KI resultieren? Irgendetwas, das ich noch nicht auf dem Schirm habe? Ich danke sehr für alle Punkte, die ich übersehen habe könnte.