FH-Professur - Erfahrungen, Bewerbungstipps und Austausch VII - ab 2024

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Etymon
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FH-Professur - Erfahrungen, Bewerbungstipps und Austausch VII - ab 2024

Beitrag von Etymon »

Dieser Thread wurde abgeteilt aus dem Thread des Vorjahres "FH-Professur - Erfahrungen, Bewerbungstipps und Austausch VI - ab 2023"
donkeydoeshisphd hat geschrieben: 13.12.2023, 09:53 Schließe mich Crunchy an - auf keinen Fall etwas bekanntgeben! Es kann in letzter Minute immer was schiefgehen, das man nicht vorab ausschließen kann (Konkurrenzklage mit Formfehler im Verfahren, das Ministerium hängt sich an was auf, in ein paar Bundesländern darf auch die HS-Leitung die Reihenfolge der Personen auf den Listenplätzen ändern etc. etc. etc.). Manchmal dauerts auch einfach ewig, weil das Ministerium überlastet ist.
schließt das die Beratung an der HLB mit ein? Dort wird einem eigentlich nur Beratung ermöglicht nach Ruferteilung oder Mitteilung, dass man Listenplatz 1 ist. Kann ich also dort mitteilen, dass ich aus inoffiziellen Quellen etwas weiß?

An der Hochschule, wo ich mich beworben habe, wird man aber erst zum Gespräch mit Hochschulleitung eingeladen und dann erfolgt der Ruf. Auf das Gespräch würde ich mich gerne etwas vorbereiten bzw. vor allem den Übergang zwischen aktueller und neuer Hochschule optimal gestalten.
Zuletzt geändert von Sebastian am 14.01.2024, 10:43, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Thread abgeteilt und kursiven redaktionellen Text ergänzt.
donkeydoeshisphd
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Re: FH-Professur - Erfahrungen, Bewerbungstipps und Austausch VI - ab 2023

Beitrag von donkeydoeshisphd »

Etymon hat geschrieben: 09.01.2024, 20:57
donkeydoeshisphd hat geschrieben: 13.12.2023, 09:53 Schließe mich Crunchy an - auf keinen Fall etwas bekanntgeben! Es kann in letzter Minute immer was schiefgehen, das man nicht vorab ausschließen kann (Konkurrenzklage mit Formfehler im Verfahren, das Ministerium hängt sich an was auf, in ein paar Bundesländern darf auch die HS-Leitung die Reihenfolge der Personen auf den Listenplätzen ändern etc. etc. etc.). Manchmal dauerts auch einfach ewig, weil das Ministerium überlastet ist.
schließt das die Beratung an der HLB mit ein? Dort wird einem eigentlich nur Beratung ermöglicht nach Ruferteilung oder Mitteilung, dass man Listenplatz 1 ist. Kann ich also dort mitteilen, dass ich aus inoffiziellen Quellen etwas weiß?

An der Hochschule, wo ich mich beworben habe, wird man aber erst zum Gespräch mit Hochschulleitung eingeladen und dann erfolgt der Ruf. Auf das Gespräch würde ich mich gerne etwas vorbereiten bzw. vor allem den Übergang zwischen aktueller und neuer Hochschule optimal gestalten.
Der HLB ist natürlich verschwiegen, dort kannst du jederzeit anfragen. Aber ggü dem AG würde ich schweigen wie ein Grab. Bzgl. Auflösungsvertrag: Den wirst du bekommen, der AG will doch niemanden bezahlen, der nicht mehr dort sein will. Davon abgesehen: In dem Moment, in dem du einen Ruf annimmst, bist du auch nicht mehr auf gute Arbeitszeugnisse angewiesen. Der AG hat wirklich keinerlei Interesse, dass du dann noch länger da bist.

Ich habe nach dem Ruf das Gespräch mit meinem Vorgesetzten in der freien Wirtschaft gesucht, einen Plan für eine sinnvolle Übergabe vorgestellt und meine Unterstützung bei der Suche nach einem Nachfolger angeboten. Auflösungsvertrag ging ohne Probleme.

Gegenbeispiel:
Ich habe einen Kollegen, bei dem das Ministerium im letzten Moment festgestellt hat, dass er noch mehr Praxis benötigt. Dadurch hat sich sein Arbeitsbeginn um ein halbes Jahr verschoben. In der Situation wollte ich nicht sein, wenn mein AG denkt, ich säße auf gepackten Koffern. Und dann kann es ja auch sein, dass jemand Klage einreicht und die erstmal geprüft wird, was auch mal ein Jahr gehen kann.
Etymon
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Re: FH-Professur - Erfahrungen, Bewerbungstipps und Austausch VI - ab 2023

Beitrag von Etymon »

donkeydoeshisphd hat geschrieben: 12.01.2024, 08:43
Etymon hat geschrieben: 09.01.2024, 20:57
donkeydoeshisphd hat geschrieben: 13.12.2023, 09:53 Schließe mich Crunchy an - auf keinen Fall etwas bekanntgeben! Es kann in letzter Minute immer was schiefgehen, das man nicht vorab ausschließen kann (Konkurrenzklage mit Formfehler im Verfahren, das Ministerium hängt sich an was auf, in ein paar Bundesländern darf auch die HS-Leitung die Reihenfolge der Personen auf den Listenplätzen ändern etc. etc. etc.). Manchmal dauerts auch einfach ewig, weil das Ministerium überlastet ist.
schließt das die Beratung an der HLB mit ein? Dort wird einem eigentlich nur Beratung ermöglicht nach Ruferteilung oder Mitteilung, dass man Listenplatz 1 ist. Kann ich also dort mitteilen, dass ich aus inoffiziellen Quellen etwas weiß?

An der Hochschule, wo ich mich beworben habe, wird man aber erst zum Gespräch mit Hochschulleitung eingeladen und dann erfolgt der Ruf. Auf das Gespräch würde ich mich gerne etwas vorbereiten bzw. vor allem den Übergang zwischen aktueller und neuer Hochschule optimal gestalten.
Der HLB ist natürlich verschwiegen, dort kannst du jederzeit anfragen. Aber ggü dem AG würde ich schweigen wie ein Grab. Bzgl. Auflösungsvertrag: Den wirst du bekommen, der AG will doch niemanden bezahlen, der nicht mehr dort sein will. Davon abgesehen: In dem Moment, in dem du einen Ruf annimmst, bist du auch nicht mehr auf gute Arbeitszeugnisse angewiesen. Der AG hat wirklich keinerlei Interesse, dass du dann noch länger da bist.

Ich habe nach dem Ruf das Gespräch mit meinem Vorgesetzten in der freien Wirtschaft gesucht, einen Plan für eine sinnvolle Übergabe vorgestellt und meine Unterstützung bei der Suche nach einem Nachfolger angeboten. Auflösungsvertrag ging ohne Probleme.

Gegenbeispiel:
Ich habe einen Kollegen, bei dem das Ministerium im letzten Moment festgestellt hat, dass er noch mehr Praxis benötigt. Dadurch hat sich sein Arbeitsbeginn um ein halbes Jahr verschoben. In der Situation wollte ich nicht sein, wenn mein AG denkt, ich säße auf gepackten Koffern. Und dann kann es ja auch sein, dass jemand Klage einreicht und die erstmal geprüft wird, was auch mal ein Jahr gehen kann.
Alles klar, vielen Dank! Der Unterschied ist jedoch, dass mein jetziger AG eine Professur an einer Universität ist und ich dort weiterhin (forschende) Kontakte pflegen möchte. Der AG andererseits will natürlich, dass die Lehre gewährleistet ist und nicht während des Semesters vertreten werden muss (schlimmstenfalls durchs bereits gut belastete Kollegium)
johndoe
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Re: FH-Professur - Erfahrungen, Bewerbungstipps und Austausch VI - ab 2023

Beitrag von johndoe »

Etymon hat geschrieben: 12.01.2024, 09:24 Der Unterschied ist jedoch, dass mein jetziger AG eine Professur an einer Universität ist
Ich glaube, dass dies in der Tat einen Unterschied ausmacht. Denn wer den Uni Weg einschlägt, insb nach der Promotion, der macht kein Geheimnis daraus, wo es ihm hintreibt.
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Re: FH-Professur - Erfahrungen, Bewerbungstipps und Austausch VII - ab 2024

Beitrag von teilchenphysik196 »

Was meint Ihr, kann man sich auch mit Mitte 50 auf eine FH Professur bewerben? Fachbuchveröffentlichungen, wissenschaftliche Artikel und Lehrerfahrung sind vorhanden. Mein Profil würde sehr gut auf die gesuchte Stelle passen.
abcde
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Re: FH-Professur - Erfahrungen, Bewerbungstipps und Austausch VII - ab 2024

Beitrag von abcde »

Kann man natürlich. Die Verbeamtung dürfte halt ausgeschlossen sein (Altersgrenzen schwanken zwar nach Bundesland, aber, wenn man die Zeit bis zur Berufung berücksichtigt, dürfte Mitte 50 zu alt sein).
mm42
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Re: FH-Professur - Erfahrungen, Bewerbungstipps und Austausch VII - ab 2024

Beitrag von mm42 »

teilchenphysik196 hat geschrieben: 22.01.2024, 12:40 Was meint Ihr, kann man sich auch mit Mitte 50 auf eine FH Professur bewerben?
An der Nachbarfakultät der Hochschule, an der ich arbeite, fängt bald jemand als Prof an, der auch schon etwas über die 50 sein müsste.
xiotres
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Re: FH-Professur - Erfahrungen, Bewerbungstipps und Austausch VII - ab 2024

Beitrag von xiotres »

In meinem Fach suchen wir auch gerade 1-2 Kolleg*innen (innerhalb der nächsten Jahre), und sind froh über Leute, die nicht nur qualifiziert, sondern auch motiviert sind, eine solche Stelle zu übernehmen.
Das "richtige" Alter ist da für uns als zukünftige Kolleg*innen die geringste Sorge. :roll: Dass man ab 50 nicht mehr verbeamtet wird, daran können wir allerdings nichts drehen. :stressed:

Es spricht also absolut nichts dagegen, sich zu bewerben, es ist sogar durchaus aussichtsreich.
"Denken ist schwerer, als man denkt." (duplo)
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Re: FH-Professur - Erfahrungen, Bewerbungstipps und Austausch VII - ab 2024

Beitrag von teilchenphysik196 »

Danke für Eure Ermutigung :wink: Verbeamtung ist mir nicht wichtig.
neuling2018
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Re: FH-Professur - Erfahrungen, Bewerbungstipps und Austausch VII - ab 2024

Beitrag von neuling2018 »

Auf Forschung und Lehre wurde das neue "Barometer für die Wissenschaft - Ergebnisse der Wissenschaftsbefragung 2023" geteilt. Also irgendwie werde ich nicht schlau aus den Zahlen bzw. den Aussagen...

Mir geht es um die Arbeitszeit. Sicherlich ist mal Prof freier in der Zeiteinteilung und was die Inhalte sind. Aber für mich ist neben der Freiheit auch die Motivation eine Professur in "normalen" Arbeitsstunden durchzuführen und nicht dauerhaft übermäßig viel zu arbeiten. Laut der Umfrage des Barometer, ist die Durchschnittsarbeitszeit an der HAW bei 50h (!!) Stunden. Bei dauerhaften 50h wäre ich ehrlich gesagt dem Burnout sehr nahe... und ich kann mir das auch nicht als wirklich zufriedenstellend vorstellen - außer man setzt seinen kompletten Lebensinhalt darauf Professor zu sein.

Jetzt das spannende: Bei der Work-Life Balance sind die Profs (insb. die männlichen) mit Kindern aber dennoch weit aus zufriedener als alle anderen Konstellationen? (weibliche Profs mit/ohne Kinder, männliche Profs ohne Kinder). Die weiblichen Profs sind mit/ohne Kinder ähnlich zufrieden, insgesamt unzufriedener als der Durchschnitt. Wie ist das jetzt zu interpretieren? Ich hätte vermutet, dass die männlichen Profs mit Kindern zufriedener sind, weil sie mehr Zeit mit den Kindern verbringen können. Bei 50h / Woche Arbeitspensum + ggf. Anfahrtsweg sehe ich da aber nicht wirklich viel Zeit!?

Kurzum: Für mich irgendwie unschlüssig. Scheint so, dass die 50h / Woche Durchschnitt sehr großzügig bemessen sind. Wenn da das abendliche vor dem TV auf der Couch rumlungern und ansehen einer Reportage dazuzählt bin ich dabei. Ansonsten finde ich persönlich 50h nicht gerade erstrebenswert, egal, wie frei man ist. Bin ich naiv oder ist es unrealistisch eine Professur mit 30-40h / Woche gebacken zu bekommen?!
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