FH-Professur - Erfahrungen, Bewerbungstipps und Austausch VI - ab 2023

Fragen und Antworten rund um die FH-Professur
Etymon
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Re: FH-Professur - Erfahrungen, Bewerbungstipps und Austausch VI - ab 2023

Beitrag von Etymon »

mashdoc hat geschrieben:
> [quote=johndoe post_id=256450 time=1696489823 user_id=8026]
> Ich sitze in der BK für eine Nachwuchsprofessur, habe aber bislang keine
> Informationen erhalten, dass das Verfahren anders läuft oder gewertet wird,
> wie bei einer w2 Professur. Ich gehe davon aus, dass es identisch abläuft.
>
> Wie die einzelnen BK-Mitglieder dann die Kriterien interpretieren, ist
> wieder eine andere Geschichte. Ich würde zb mehr wert legen auf
> wissenschaftliches Arbeiten statt auf anwendungsbezogenes Wissen, welches
> entsprechend der Stelle erst gesammelt werden muss.
>
> Zur Frage nach dem Wahlvortrag: Bezug zur Fakultät ist immer gut. Ansonsten
> würde ich es auch so werten, dass die Gestaltungsfreiheit bei dir liegt. Im
> Zweifel kannst du beim BKV nachfragen.
> [/quote]
>
> Da ich auch bei uns viele dieser Nachwuchs-Ausschreibungen sehe: ist das
> der neue Weg, den FHs einschlagen? Aus Kostengründen?

Ich glaube weniger sind die Kostengründe ausschlaggebend sondern der Bedarf, so scheint es mir.
johndoe
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Re: FH-Professur - Erfahrungen, Bewerbungstipps und Austausch VI - ab 2023

Beitrag von johndoe »

Sowohl als auch, denke ich.

Insb bewegen wir uns auf Zeiten zu, in denen es immer weniger Zustrom an Studenten geben wird. Wer weiß, ob man alle Nachwuchsprofs später wirklich auf Lebenszeit braucht.
Etymon
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Re: FH-Professur - Erfahrungen, Bewerbungstipps und Austausch VI - ab 2023

Beitrag von Etymon »

johndoe hat geschrieben: 05.10.2023, 20:37 Sowohl als auch, denke ich.

Insb bewegen wir uns auf Zeiten zu, in denen es immer weniger Zustrom an Studenten geben wird. Wer weiß, ob man alle Nachwuchsprofs später wirklich auf Lebenszeit braucht.
Die Nachwuchsprofessur ist in dem Fall als Tenure Track ausgeschrieben und soll nach Erwerb des Praxisanteils (oder der Promotion) nach frühstens 3 Jahren dann in eine reguläre W2-Professur mit Verbeamtung überführt werden (nach erfolgreicher Evaluation). Inwiefern würde sich dafür ein Kostenvorteil für die Hochschule ergeben? Außer natürlich, dass man evtl. den Kandidaten/ die Kandiatin "formen" kann und so evtl. Kosten "spart" durch eine höhere Passung usw. Muss ich mir Sorgen machen, dass die hypothetische Evaluation unfair verlaufen könnte?
johndoe
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Re: FH-Professur - Erfahrungen, Bewerbungstipps und Austausch VI - ab 2023

Beitrag von johndoe »

Tenure Track sollte save sein. Die Nachwuchsprofessuren, die ich so gesehen habe, waren aber ohne gesicherte Anschlussverwertung, so wie auch viele w1 Stellen an Unis.
mashdoc
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Re: FH-Professur - Erfahrungen, Bewerbungstipps und Austausch VI - ab 2023

Beitrag von mashdoc »

johndoe hat geschrieben: 06.10.2023, 15:33 Tenure Track sollte save sein. Die Nachwuchsprofessuren, die ich so gesehen habe, waren aber ohne gesicherte Anschlussverwertung, so wie auch viele w1 Stellen an Unis.
Ja, so lese ich diese Anzeigen bei uns auch.
Jucy23
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Re: FH-Professur - Erfahrungen, Bewerbungstipps und Austausch VI - ab 2023

Beitrag von Jucy23 »

Die ersten Nachwuchsprofessuren waren, so wie ich es beobachtet habe, eigentlich immer Stellen mit Anschlussperspektive, manchmal auch Notlösung, wenn eine Stelle mehrfach nicht besetzt werden konnte.

Gefördert werden die Stellen vom Land (zumindest in NRW), das macht sie sowohl für Hochschule als auch Praxis attraktiv. So geht die Entwicklung aktuell zumindest auf meiner Sicht in die Richtung, nicht mehr nur mit Blick auf nächste Stellenbesetzungen auszuschreiben, sondern über die Stellen WiMis, die die Promotion abgeschlossen haben, noch zu halten bzw. Kooperationspartnern aus der Praxis die Promotion ermöglichen. Zumindest erkläre ich mir so die Zunahme dieser Stellen.

Zur konkreten Frage nach der Evaluation:
Wie die genau gestaltet wird, ist eine sehr gute Frage für die Kommission. Da die Praxiserfahrung im Vordergrund stehen sollte, wäre es interessant, nach was da geschaut werden soll (Verknüpfung, Praxisprojekte vielleicht?). Sorgen, dass die Hochschule nach den drei Jahren sagt, wir brauchen die Stelle aufgrund sinkender Studierendenzahlen nicht mehr, würde ich mir nicht machen 8) Die ist ja so genehmigt, auf keinen Fall gibt man so was wieder her. Was vielleicht anstrengend ist: drei Jahre können die Fachkolleg*innen gucken, ob sie dich als Kollege/Kollegin wollen…
neuling2018
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Re: FH-Professur - Erfahrungen, Bewerbungstipps und Austausch VI - ab 2023

Beitrag von neuling2018 »

Kurze Frage in die Runde! Ich bin aktuell in zwei laufenden Verfahren sehr optimistisch auf Platz 1 zu landen. Bei einem war das Gespräch mit dem Präsidenten bereits, beim anderen noch nicht. Angenommen, es klappt tatsächlich und ist 2x Platz 1. Wie kann bzw sollte man das Maximum daraus rausholen? Ich meine, die Verhandlungsgrundlage sollte doch Möglichkeiten geben hier beide Positionen irgendwie gegeneinander zu spielen und höhere Forderungen zu setzen? Habt ihr vielleicht Erfahrungen?

Wie in einem anderen Post bereits geschrieben, war der Präsident im ersten Verfahren nicht bereit überhaupt etwas zu verhandeln. Wie sehr lassen sich eurer Meinung nach die Hochschulen hier "unter Druck" setzen mehr zu geben, um das Rennen zu gewinnen? In der freien Wirtschaft ist die Aussage "ich bin noch bei einem anderen Unternehmen im Gespräch" manchmal ein gutes Argument um mehr zu bekommen.

PS: Ich möchte es der Diskussion / Frage nicht vorwegnehmen, aber ich befürchte die teils doch antiquierte Sicht der Hochschulen a la "seien sie mal froh, dass wir sie überhaupt nehmen und W2 ist mehr als genug und Budget für Ihre Themen bekommen sie kein Sonderlocken, Lehrdeputatsreduktionen schon gar nicht" am Ende keinen Mehrwert bringt 2x Platz 1 zu haben.... Finde es nach wie vor erschreckend, wie fernab die Hochschulen hier vom "War for Talents" agieren (und auch agieren können)
johndoe
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Re: FH-Professur - Erfahrungen, Bewerbungstipps und Austausch VI - ab 2023

Beitrag von johndoe »

Im anderen Thread zum Thema Verhandlungen hat ein Mitforist doch ein klares Bild des Maximums gezeichnet.

Natürlich ist das alles sehr intransparent, aber selbst der hlb macht hier keinen großen Mut. Es gibt einfach nicht die großen Stellschrauben zum verhandeln. Bei uns zb bekommt jeder einen Zuschlag von Betrag x nach wenigen Jahren - das kann man vll sofort verlangen, oder einen etwas höheren Betrag... Aber das ist alles sehr überschaubar. Wenn es ums Geld geht, dann besser Stress an der FH minimieren und freiberuflich Projekte akquirieren.

Aber letztlich hast du ja ne super Position, also was hast du zu verlieren, wenn du einfach mal alles forderst, was dir wichtig ist?
kmc
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Re: FH-Professur - Erfahrungen, Bewerbungstipps und Austausch VI - ab 2023

Beitrag von kmc »

neuling2018 hat geschrieben: 20.10.2023, 20:37 Finde es nach wie vor erschreckend, wie fernab die Hochschulen hier vom "War for Talents" agieren (und auch agieren können)
Teils ist es "müssen", nicht "können". Die haben einfach rechtlich und vor allem budgetär sehr begrenzten Spielraum.

Aber natürlich muss man auch feststellen, dass etliche dieser Leute seit vielen Jahren in einer eher abgeschotteten Werkstätte unterwegs sind und keine Ahnung von der Welt draußen haben (wollen). Ich hatte teilweise Diskussionen im Berufungsverfahren, über die ich nur den Kopf schütteln kann. So wurde mir (mit knapp 20 Jahren Berufserfahrung) ernsthaft vorgeworfen, dass ich mehr als zwei, drei Jobs in dieser Zeit hatte. Der Professor und schon in Würden angegraute Dekan, der mir das vorhielt, war einer von der leider häufigen Sorte "nach 3 Jahren halbwegs privatwirtschaftlicher Berufserfahrung sofort wieder an die sichere Hochschule".

Zu deiner Frage: ich war vor Kurzem in derselben Situation und habe keinen Spielraum gesehen, das zu nutzen. Vielleicht wäre ein besonders taktisch gewiefter und hartgesottener Verhandler in der Lage gewesen, ein bisschen mehr rauszuholen, ich hatte aber keine Lust dazu. Eine der HS hat von vornherein ein etwas besseres Angebot gemacht und schien mir sozial sehr viel angenehmer.
echolot
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Re: FH-Professur - Erfahrungen, Bewerbungstipps und Austausch VI - ab 2023

Beitrag von echolot »

neuling2018 hat geschrieben: 20.10.2023, 20:37 Angenommen, es klappt tatsächlich und ist 2x Platz 1. Wie kann bzw sollte man das Maximum daraus rausholen? Ich meine, die Verhandlungsgrundlage sollte doch Möglichkeiten geben hier beide Positionen irgendwie gegeneinander zu spielen und höhere Forderungen zu setzen? Habt ihr vielleicht Erfahrungen?
Herzlichen Glückwunsch zu den offensichtlich erfolgreichen Berufungsverfahren. Die Situation ist in der Tat sehr luxuriös! :)

Meine zwei Cent in aller Kürze: Es gibt bei "Verhandlungen" an FHs in der Regel kaum etwas zu holen. Wenn ich in so einer komfortablen Situation wäre, wie du, würde ich ganz ehrlich das Angebot nehmen, wo das Gesamtpaket besser ist. Da es sich finanziell wohl kaum unterscheiden wird, wären die Frage nach inhaltlichen Schwerpunkten, angenehmen Kollegium, Arbeitsweg / Pendeldauer, interessanter Standort / Stadt entscheidende Kriterien. Das können sich die meisten nicht aussuchen, wenn sie einen Ruf erhalten (beim ersten Ruf schon gar nicht). Und ein gutes (Arbeits-)umfeld an der einen HS gegen 200 Euro im Monat mehr an der andere HS zu tauschen ist vermutlich ein schlechter Deal. Viel Erfolg!
Zuletzt geändert von echolot am 29.10.2023, 18:15, insgesamt 1-mal geändert.
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