Umgang mit Affären am Lehrstuhl

... und die Fragen, die sich davor und dabei ergeben.
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circles
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Umgang mit Affären am Lehrstuhl

Beitrag von circles »

Hi zusammen,
mein Doktorvater hat mit einer deutlich jüngeren Mitarbeiterin/Doktorandin eine außereheliche Affäre. Ich bin selbst kurz vor dem Fertigstellen meiner Diss und verlasse Uni/Wissenschaft nächstes. Dennoch beschäftigt mich das Thema, vllt gibt es hier Erfahrungswerte in der Gruppe zu meinen Fragen:

- ich habe (nicht nur deswegen) wenig Achtung mehr vor meinem DV und bin am Überlegen, bei einem anderen Professor informell nachzuhorchen, ob er sich eine Übernahme vorstellen könnte. Hat jemand Erfahrung mit Erstbetreuer wechseln? Der andere Prof steht kurz vor dem Renteneintritt.

- hat jemand Erfahrungswerte mit Affären am Arbeitsplatz, ab wann ist das rechtlich relevant? Es findet eine deutliche Bevorzugung gegenüber anderen Mitarbeiter:innen statt (Positionen, Einbindung in Netzwerke, Büroausstattung, Mitnahme auf Konferenzen) - wie lässt sich das thematisieren? Was passiert üblicherweise, wenn Doktorandin/Chef ein Verhältnis haben? Kann er weiterhin Erstbetreuer sein, oder muss sich da das Arrangement ändern? Ich finde dazu über Google nichts außer schlüpfrige Spiegelartikel zu Studentin-Prof-Affären.
Zuletzt geändert von circles am 18.11.2022, 09:08, insgesamt 3-mal geändert.
Cybarb
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Re: Umgang mit Affäre des Doktorvaters mit Mitarbeiterin

Beitrag von Cybarb »

Hallo,

none of your business.

Gruß
Cyb
flip
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Re: Umgang mit Affäre des Doktorvaters mit Mitarbeiterin

Beitrag von flip »

Warum genau willst du jetzt den Prof wechseln?
SSCI
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Re: Umgang mit Affäre des Doktorvaters mit Mitarbeiterin

Beitrag von SSCI »

Du bekommst ausreichend Betreuung, willst aber wechseln, um ihm zu schaden und fragst, ob er weiterhin Erstbetreuer sein kann. Was darf Satire?

Auf einer Skala zwischen 1 und 10, wieviel attraktiver als Du ist die Affäre Deines DV?

Als ernstgemeinte Empfehlung: Verwende Deine Lebensenergie sinnvoll.
circles
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Re: Umgang mit Affäre des Doktorvaters mit Mitarbeiterin

Beitrag von circles »

Ich meinte, ob er weiterhin Erstbetreuer von der Doktorandin sein kann, mit der er eine Affäre hat - es hätte mich aus Prinzip interessiert, wie an deutschen Unis mit sowas umgegangen wird, weil ich dazu online nichts finde. Die andere Bemerkung ignorier ich, bissl unnötig.
Aber der Konsens scheint zu sein, dass ich runterkommen und stoisch durchziehen soll, von daher lösche ich meinen Beitrag später. Mein Problem ist eben, dass ich den DV überhaupt nicht mehr achte (wie gesagt auch wegen anderen Äußerungen, die zb mit seinem Verständnis von Lehre und Forschung zu tun haben), aber da jammer ich vllt auf hohem Niveau.
johndoe
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Re: Umgang mit Affäre des Doktorvaters mit Mitarbeiterin

Beitrag von johndoe »

Hmm würdest du auch die Firma wechseln, wenn dein Chef was mit einer Kollegin anfängt? Oder Chefin mit Kollegen?

Also ich hab schon viel erlebt und ich finde, solange es nicht unmittelbar die Arbeit beeinflusst, soll doch jeder nach seiner/ihrer Fasson glücklich werden.
Florina
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Re: Umgang mit Affäre des Doktorvaters mit Mitarbeiterin

Beitrag von Florina »

Hi,

ich glaube, du vermischst mehrere Sachen.
Zum einen hast du die ethische, professionelle Komponente mit der (ernsten) Affäre - Das geht dich einfach nichts an. Klar, ist es unprofessionell, aber dich persönlich hat das nicht zu interessieren - schon gar nicht als Doktorandin. Ich würde dir raten, in dich zu gehen und zu überlegen, warum dich das so triggert.

Als nächstes gibt es die "Ungerechtigkeit" der Unterstützung verschiedener Mitarbeiter:innen. Durch das Gendern gehe ich davon aus, dass es sich nicht nur um Frauen handelt. Aus dem Grund könnte hier auch eine "Bevorzugung" infolge ähnlicher Themen, positiver Zusammenarbeit, ähnlicher Herangehensweise vorliegen. All das hat dich persönlich aber auch nicht zu interessieren. Es ist natürlich nobel von dir, ihnen beizustehen; ABER: Deine Kolleg:innen sind erwachsen und sollten lernen, für sich selbst einzustehen. Du könntest ihnen raten, das Gespräch mit dem Junior-Prof zu suchen und ihr eigenes Interesse an diesen Veranstaltungen deutlich zu machen. Kommunikation ist hier der Schlüssel.

Zum letzten: Warum willst du der Person, die dich gefördert und unterstützt hat, schaden? Welchen Sinn ergibt es, das Boot, mit dem du so weit gekommen bist, zu durchlöchern? Intrigen im Büro gehen meist nicht gut aus - und selbst wenn, wirst du immer die Person sein, die darin verwickelt war. Das vergisst keiner und man wird dir mit Misstrauen begegnen.

Mein Rat: Nutze deine Kraft lieber für deine Diss und die Jobsuche oder für deine Freizeitgestaltung. Gewinne etwas Abstand zu diesem Bürogetuschel und besinnne dich auf deine eigenen persönlichen Ziele.
Man muß daran glauben, für eine bestimmte Sache begabt zu sein, und diese Sache muß man erreichen, koste es, was es wolle. - Marie Curie
circles
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Re: Umgang mit Affäre des Doktorvaters mit Mitarbeiterin

Beitrag von circles »

Danke, das war tatsächlich eine hilfreiche Antwort, am Ende wirft es selbst ein unprofessionelles Licht auf mich, da so "überzureagieren". Ich halt mich ab jetzt mehr raus und geb meinen Kolleginnen (tatsächlich nur Frauen) den Rat, die Ungleichbehandlung selbst und stärker zu thematisieren. Mich beschäftigt es glaube ich sehr, weil ich schon länger als die Diss mit dem Prof zusammenarbeite und er seit dem Master mein Mentor war, deswegen fällt da mehr als "nur" ein Chef als Respektsperson weg.

Ich würde den Beitrag gerne löschen, da ich meine Antwort erhalten habe, es geht aber wohl nur mit Hilfe der Moderatoren.
Eva
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Re: Umgang mit Affären am Lehrstuhl

Beitrag von Eva »

Ich würde den Beitrag gerne löschen, da ich meine Antwort erhalten habe, es geht aber wohl nur mit Hilfe der Moderatoren.
Die Idee eines Forums ist nicht, dass dem Einzelnen mit seiner Frage geholfen wird und dann kann die Diskussion in den Papierkorb.

Schön, wenn sich das Thema für dich jetzt erledigt hat, aber es ist doch nicht auszuschließen, dass andere in Zukunft die gleiche oder eine ähnliche Fragestellung haben werden und die hier gelaufene Diskussion ihnen dann direkt und ohne selbst einen Beitrag schreiben zu müssen weiterhilft.
Dichterin

Re: Umgang mit Affären am Lehrstuhl

Beitrag von Dichterin »

Also ich wollte hier auch noch mal meinen Senf dazugeben, v.a. weil mich die Antworten der Anderen ärgern.
Ich verstehe absolut, dass dich das beschäftigt. Ich verstehe aber eher nicht, warum das Thema in den Reaktionen so derart relativiert wird und du sogar doof angemacht wirst.

Ich finde auch nicht, dass du Dinge vermischst -- der Einzige der hier etwas vermischt ist dein werter Doktorvater, nämlich sein Privatleben und seine Arbeit. Und wenn er seine Affäre dann auch noch bevorzugt behandelt, zieht er alle anderen auch noch mit rein, weil diese dann den Unterschied zu spüren bekommen, wie er Leute behandelt mit denen er schläft, und wie er den Rest behandelt. Du hast nichts falsch gemacht, und leidest unter einer belastenden Konstellation, die dir andere eingebrockt haben.

Ich finde das alles eine richtige Ungerechtigkeit und finde, du regst dich zu Recht auf! Was du jetzt machen kannst: Nichts. Leider. Dein Doktorvater sitzt am längeren Hebel, und -- wie es die Tatsache zeigt, dass er nicht mal den Anstand hat bei fortgeführter Affäre zumindest die Betreuungs-/Arbeitssituation zu ändern -- er ist charakterlich wohl auch nicht sehr weit entwickelt oder scheint keine größeren moralischen Standards zu haben! (Und hier schimpfe ich NICHT gegen Altersunterschied, Affären an sich etc. sondern einzig und allein gegen eine Affäre in einem derartigen Abhängigkeitsverhältnis.)
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