Frustriert wegen Corona und Konferenzen

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Anira
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Frustriert wegen Corona und Konferenzen

Beitrag von Anira »

Hallo,
ich möchte mal meinen Frust wegen corona ablassen.
Ein wichtiger Punkt den ich in meiner Promotion abhaken wollte, war das Networking und das halten von Vorträgen. Wo macht man sowas als Doktorand am besten? Natürlich auf Tagungen. Eine Promotion ohne eine einzige Tagung ist in meinen Augen irgendwie keine richtige Promotion (maximal vielleicht eine reine titeldiss). In meinem ersten Jahr hatte ich noch zu wenig Ergebnisse um auf eine Tagung gehen zu können und kaum hatte ich die ersten kam corona. Super Timing!
Ich hatte mehrere Poster und Präsentationen vorbereitet, hatte mich erfolgreich um ein Stipendium für eine Tagung im Ausland bemüht, hatte mich so gefreut dahinzugehen und dann fielen sie natürlich alle aus.
Und inzwischen kommen auch schon wieder die ersten Absagen oder Verschiebungen zu einer reinen onlinekonferenz für nächstes Jahr.
Ich finde das super frustrierend und sehe es schon kommen, dass der erste richtige Vortrag über meine Promotion meine Verteidigung sein wird.
Das ist wirklich nicht das, was ich mir vorgestellt habe. Ich bin super schlecht im Vorträgen halten und jeder sagt immer, ich bräuchte nur Übung. Und jetzt darf ich nicht mal das. Eine onlinekonferenz ist irgendwie auch nicht das selbe. Networking geht da schonmal gar nicht gut.

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Wilaminah
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Re: Frustriert wegen Corona und Konferenzen

Beitrag von Wilaminah »

Ich verstehe deine Frustration.

Ich habe dieses Jahr ein paar online Konferenzen besucht und fand diese auch inspirierend. Das ist natuerlich mein persönlicher Geschmack, aber ich bin sonst auch ein Fan von in-person-Konferenzen. Das online-Pendant war jedoch meiner Meinung nach besser als erwartet.

Klar, auf Konferenzen gibt es dieses Moment von Zufallsbegegnungen, z.B. beim Kaffee, das grossartige Möglichkeiten fuers Networking bieten. Trau dich ruhig Forscher mit denen du in Kontakt treten möchtest direkt zu kontaktieren, z.B. nachdem du sie auf einer Konferenz gehört hast. Ich glaube das der Vortrag an sich nicht der wichtigste Teil des Networking ist, sondern dass du besser Forscher mit deinen guten Ideen direkt kontaktierst. :)
Wierus
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Re: Frustriert wegen Corona und Konferenzen

Beitrag von Wierus »

Ich würde an deiner Stelle lieber die Dissertation bestmöglich abschließen und auf Basis deiner erfolgreich verteidigten Ergebnisse auf Tagungen gehen und Vorträge halten. Mir ist im übrigen bis heute keine einzige Promotionsordnung bekannt, welche die Teilnahme an Konferenzen vorschreibt. Von daher kannst du ganz unbesorgt sein, wenn du am Ende "nur" mit einer Dissertation und deren Verteidigung abgeschlossen haben solltest: Ja, du hast auch in solch einem Fall vollumfänglich promoviert.
Falke
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Re: Frustriert wegen Corona und Konferenzen

Beitrag von Falke »

Anira hat geschrieben: 23.09.2020, 20:50 Eine Promotion ohne eine einzige Tagung ist in meinen Augen irgendwie keine richtige Promotion (maximal vielleicht eine reine titeldiss).
In deinen Augen schon, aber ich darf dir versichern, dass das nicht der Standard ist. Unter den Geisteswissenschaftlern etwa ist das nicht mal halb so verbreitet wie unter den Naturwissenschaftlern, und bei Tagungen gibt es auch "sone und solche" - 500 oder 15 Teilnehmer...
Für meinen Bereich z.B. gibts einfach keine passende Tagung, ich habe das gar nicht vorgesehen - jetzt ergibt sich vielleicht doch eine, aber wohl nach der Disputation. So what. Verstehen kann ich dich trotzdem, wenn du dir schon all die Mühe mit den Vorbereitungen gemacht hast!

Bei meinem Partner ist es umgekehrt - der sollte unbedingt zu einer kleinen Tagung erscheinen, die mit allen Mitteln durchgesetzt wurde. Hygienekonzept toll, vor Ort de facto aber nicht vorhanden gewesen. Mit chronischer Erkrankung eine ganz tolle Nummer, es ging zum Glück gut aus.
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