Literaturverwaltungsprogramm für jur. Diss? (u. a.)

Fragen aus der laufenden Arbeit an der Dissertation.
Literatursuche, Motivationsprobleme, Lehrtätigkeit, Ärger mit dem Prof u.v.m.
Birke

Literaturverwaltungsprogramm für jur. Diss? (u. a.)

Beitrag von Birke »

Hallo zusammen,

das ist ja ein tolles Forum! Ich habe euch schon vor längerem gefunden, aber erst jetzt Anlass, mich hier zu melden, da ich nun selbst eine Doktorarbeit schreiben werde. Ich stehe noch ganz am Anfang, habe gerade eine Betreuungszusage bekommen und muss jetzt erst einmal mein Thema sinnvoll abstecken/eingrenzen. Ich werde in Jura promovieren.

Daneben beschäftigt mich aber auch die technische Seite des Projekts:

- ist ein Literaturverwaltungsprogramm sinnvoll? Was genau macht man damit? Erspart es wirklich Zeit und hilft bei der Quellenorganisation? Wie aufwändig ist es, sich da einzuarbeiten?

- wenn ja, welches Programm empfehlt ihr? Meine Uni bietet Lizenzen für Endnote Web und RefWorks, wenn ich das richtig verstanden habe. Ich arbeite momentan noch auf einem alten Mac (OS X.5), möchte aber in den nächsten Monaten auf einen neuen Computer umsteigen und würde dafür wahrscheinlich wieder Windows als Betriebssystem nehmen. Andererseits könnte es sein, dass ich den Mac gerade für Bibliotheksbesuche weiterverwende…

- Habt ihr die Arbeit mit Word geschrieben oder einem anderen Programm? Ich muss sagen, dass ich insgesamt nicht sooo viel Zeit für die Diss habe und mich davor scheue, mich etwa noch in LaTeX einzuarbeiten. :|

- Wie sichert ihr eure Arbeit? ich habe überlegt, mir einen Account bei einem Cloud-Anbieter extra für die Diss zuzulegen. Sinnvoll?

Vielen Dank und liebe Grüße!
Birke

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myfunnyvalentine

Re: (Welches) Lit-Verwaltungsprogramm für jur. Diss? (u. a.…

Beitrag von myfunnyvalentine »

Hallo Birke und willkommen im Forum!

Bin kein Jurist, aber trotzdem ein paar Einschätzungen:
Birke hat geschrieben: - ist ein Literaturverwaltungsprogramm sinnvoll? Was genau macht man damit? Erspart es wirklich Zeit und hilft bei der Quellenorganisation? Wie aufwändig ist es, sich da einzuarbeiten?
Ja, sehr sinnvoll! Es kommt antürlich sehr auf die eigene Arbeitsweise und -organisation an, aber für mich ist eine solche Software unverzichtbar! Die Einarbeitungszeit ist relativ gering, würde ich sagen. Aber das hängt vom Programm ab und nicht zuletzt von Deiner Computerkompetenz :)
Birke hat geschrieben:- wenn ja, welches Programm empfehlt ihr? Meine Uni bietet Lizenzen für Endnote Web und RefWorks, wenn ich das richtig verstanden habe. Ich arbeite momentan noch auf einem alten Mac (OS X.5), möchte aber in den nächsten Monaten auf einen neuen Computer umsteigen und würde dafür wahrscheinlich wieder Windows als Betriebssystem nehmen. Andererseits könnte es sein, dass ich den Mac gerade für Bibliotheksbesuche weiterverwende…
Wenn Du Lizenzen für beide Programme angeboten bekommst - dann teste doch einfach mal beide :)
Ein Blick wäre vielleicht auch das Firefox-Addon Zotero wert – es ist kostenlos und direkt in den Browser integriert.
Wenn jetzt schon klar ist, dass Du mit zwei Rechnern arbeiten wirst – und vielleicht sogar mit unterschiedlichem OS – dann solltest Du darauf achten, dass a) das Programm auf beiden System läuft und v.a. b) dass sich die Datenbank sehr gut synchronisieren lässt!
Birke hat geschrieben:- Habt ihr die Arbeit mit Word geschrieben oder einem anderen Programm?
MA mit LaTex, Diss jetzt mit Word 2008 (Mac). Word ist inzwischen ein sehr gutes und stabiles Programm.
Wenn man sich nur ein wenig einarbeitet, dann gibt es für mich kaum etwas daran auszusetzen und ich halte es im akademischen Kontext für unumgänglich. Ob ich das gut finde oder nicht ist eine andere Frage… ;)
Birke hat geschrieben:- Wie sichert ihr eure Arbeit? ich habe überlegt, mir einen Account bei einem Cloud-Anbieter extra für die Diss zuzulegen. Sinnvoll?
Dropbox :) Kostenlos, zuverlässig. Auch ältere Versionen einer Datei lassen sich in einem gewissen Zeitraum noch abrufen.
Wer Angst um seine sensiblen Daten hat, kann sie entweder verschlüsseln (TrueCript etwa).

Vielleicht haben aber die Juristen hier noch spezifischere Infos :)

Grüße

MFV
Zwonk
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Re: (Welches) Lit-Verwaltungsprogramm für jur. Diss? (u. a.…

Beitrag von Zwonk »

@Birke: Bei einer Dissertation halte ich es für blanken Masochismus, kein Literaturverwaltungsprogramm zu verwenden. Da Du Dich aber offenbar auf Word festgelegt hast kann ich Dir da, mangels Erfahrung, nichts weiter zu sagen.

@myfunnyvalentine: Klar, Word ist stabil, aber das ist ja wohl nur das Allermindeste, was man von einem Programm erwarten muß. Mir fallen noch genug Kritikpunkte ein, aber das ist hier OT...
12. Dec 2016;01. Feb 2017;f;zum neuen Job!
myfunnyvalentine

Re: (Welches) Lit-Verwaltungsprogramm für jur. Diss? (u. a.…

Beitrag von myfunnyvalentine »

@Zwonk: Es ist m.E. wichtig, auf die Stabilität hinzuweisen, weil nach wie vor das nicht haltbares Vorurteil kursiert, Word sei nicht stabil. Natürlich gibt es Kritikpunkte – aber die gibt es bei jeder anderenLösung auch. Und wenn Du diese für schwerwiegend halten solltest – dann benenne sie doch. Wäre nämlich durchaus nicht OT :)
Gerne aber auch per PN! Ich bleibe dabei: Im akademischen Kontext halte ich Word für unumgänglich (Zumindest außerhalb der Naturwissenschaften.) Es ist inzwischen ein sehr gutes Programm, das sehr viel kann – wenn man es bedienen kann.
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Re: (Welches) Lit-Verwaltungsprogramm für jur. Diss? (u. a.…

Beitrag von Zwonk »

@myfunnyvalentine: Mein Problem mit Word ist, daß ich das ganze User-Interface für verkorkst halte. Word geht davon aus, daß der Benutzer regelmäßig zwischen Tastatur und Maus wechselt und verhindert damit den produktiven Schreibfluß. Das mag gut für Anfänger sein (auch wenn ich selbst das bezweifle) aber für Experten ist es hinderlich. Wenn ich mit Emacs schreibe, dann ist erstens das Programm dahingehend optimiert, daß der Nutzer niemals die Finger von der Tastatur nehmen muß und zweitens habe ich mit Emacs Lisp nicht nur eine aufgesetzte Makrosprache, sondern kann gleich auf der Ebene der vorimplementierten Funktionen zur Laufzeit neue hinzufügen. In Abhängigkeit davon, was ich häufig brauche, gehen dann im Laufe der Zeit faktisch alle Arbeitsschritte ins motorische Gedächtnis über, ohne daß ich Zeit damit verschwende, den rechten Arm zwischen Maus und Tastatur hin- und herzubewegen.

Was meine private Arbeitsumgebung betrifft hat Word noch den gravierenden Nachteil, nicht auf Linux/*BSD zu laufen und wenn man das in irgendeinem Emulator hinkriegen sollte (ich habe es nie versucht), dann nicht innerhalb von screen/tmux, was für mich wichtig ist. Auch kenne ich in Word nichts, was ähnlich leistungsfähig und flexibel ist wie org-mode.

Zuletzt lehne ich grundsätzlich das Konzept von WYSIWYG ab. Wenn ich an Inhalten arbeite, will ich nicht mit der Frage belästigt werden, wie das mal aussieht, das lenkt nur überflüssigerweise ab.

Wenn Du sagst, außerhalb der Naturwissenschaften wäre Word Pflicht - mag sein, aber ich bin auch kein Naturwissenschaftler und immer gut ohne Word zurechtgekommen. Und außerdem spräche das sowieso nicht für Word, sondern höchstens gegen die meisten Geisteswissenschaftler, die zu faul sind, sich mit ihrem Arbeitsgerät auseinanderzusetzen. Ein wenig programmieren sollte heutzutage eh jeder können und da scheint mir für Leute, die mit Texten arbeiten, aus praktischen Gründen Emacs Lisp keine schlechte Wahl zu sein.

PS. Ich wollte übrigens niemanden persönlich angreifen, ich halte nur grundsätzlich Argumente wie "das benutzt man aber oft" für ungültig, wenn es um die Eignung einer Software für einen bestimmten Zweck geht.
Nomad

Re: (Welches) Lit-Verwaltungsprogramm für jur. Diss? (u. a.…

Beitrag von Nomad »

[quote="Zwonk"]@myfunnyvalentine: Mein Problem mit Word ist, daß ich das ganze User-Interface für verkorkst halte. (...) Wenn ich mit Emacs schreibe, dann ist erstens das Programm dahingehend optimiert, daß der Nutzer niemals die Finger von der Tastatur nehmen muß und zweitens habe ich mit Emacs Lisp nicht nur eine aufgesetzte Makrosprache, sondern kann gleich auf der Ebene der vorimplementierten Funktionen zur Laufzeit neue hinzufügen.

Was meine private Arbeitsumgebung betrifft hat Word noch den gravierenden Nachteil, nicht auf Linux/*BSD zu laufen und wenn man das in irgendeinem Emulator hinkriegen sollte (ich habe es nie versucht), dann nicht innerhalb von screen/tmux, was für mich wichtig ist. Auch kenne ich in Word nichts, was ähnlich leistungsfähig und flexibel ist wie org-mode.

Zuletzt lehne ich grundsätzlich das Konzept von WYSIWYG ab. (...).[/quote]

@Zwonk: Nichts für ungut, aber als nicht völliger Computer-Laie (kompetenter Windows+WORD-User) verstehe bereits in Deinem Post die Hälfte der Begriffe nicht: User-Interface, Emacs Lisp, Makrosprache, Emulator, screen/tmux, org-mode :lol: WYSIWYG habe ich erst kürzlich aufgrund häufigem Foren-Sprachgebrauch lernen dürfen. Hoffe ich bin damit hier nicht der einzige!?!? Habe ich mich/meine PC-Kompetenz damit nun völlig blamiert(Geisteswissenschaftler)??? Dann kann ich ja gleich mit der Diss aufhören... HILFE!! :shock:
Zwonk
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Re: (Welches) Lit-Verwaltungsprogramm für jur. Diss? (u. a.…

Beitrag von Zwonk »

@Nomad: So war es nicht gemeint. Mein Hauptpunkt ist folgender: Ich glaube, daß viele Geisteswissenschaftler viel Zeit verschwenden, weil sie nur über wenig Computerkenntnisse verfügen und deswegen zu wenig automatisieren. Ich glaube, man arbeitet dann am besten am Text, wenn man sich mental rein auf den Inhalt konzentriert und nicht gezwungen ist, sich ständig visuell den Zustand des Dokumentes vor Augen zu halten. Ich versuche deswegen alles, was nicht der reine Inhalt des Textes ist, ins motorische Gedächtnis auszulagern - also alles was mit der Arbeit am konkreten Dokument zu tun hat. Und dabei unterstützt mich Emacs mehr als Word.
12. Dec 2016;01. Feb 2017;f;zum neuen Job!
Birke

Re: (Welches) Lit-Verwaltungsprogramm für jur. Diss? (u. a.…

Beitrag von Birke »

Einen schönen Sonntag allerseits und vielen Dank für eure Beiträge.

Ich finde die WYSIWYG-Oberfläche schon teilweise ganz praktisch. Allein schon sowas wie ein Inhaltsverzeichnis, das ich mir seitlich einblende und anhand dessen ich dann Textteile gezielt anspringen kann. Oder dass – wenn ich die Formatierung immer gleich mit-erledige* – ich mich anhand der optischen Signale im Text besser orientieren kann. Da ich viel in Foren schreibe, bin ich an BBCode gewöhnt, finde das aber ehrlich gesagt nicht besonders praktisch (außer um Fehler im Code zu finden…) und nutze bei meinem Stammforum auch mal gerne den WYSIWYG-Editor. ;)

*) wobei ich da noch überlege… wahrscheinlich schreibe ich doch erstmal nur mit einer schlichten Formatvorlage (sobald ich kapiert habe, wie die meiner Word-Version erstellt werden…) und lasse den ganzen Kram wie Überschriften-Formatierung etc. bis zum Schluss weg… Da wird man ja wahnsinnig, wenn man dann ne Gliederungsebene verschieben muss.

Was den Wechsel zwischen Maus und Tastatur angeht, das stört mich nicht sooo sehr. Ich weiß ja, dass es für vieles auch Tastenkombis gibt, und für Funktionien; die ich häufiger nutze, merke ich mir die auch, aber bei allem anderen bin ich zu faul. ;)

"gegen die meisten Geisteswissenschaftler, die zu faul sind, sich mit ihrem Arbeitsgerät auseinanderzusetzen."

Na ja, ich bin schon bereit, mich mit meinem Arbeitsgerät auseinanderzusetzen. Allerdings ist der Sinn eines Arbeitsgeräts ja, mir die Arbeit zu erleichtern. Der Einarbeitungsaufwand muss also deutlich unter der Zeitersparnis liegen. ;)

Könnt ihr mir noch ein bisschen was zu den Literaturverwaltungsprogrammen schreiben – wie verwendet ihr die? Meine Freundinnen haben ihre Arbeiten ohne geschrieben, können mir also nicht weiterhelfen.
Bisher mache ich es so, dass ich die Textpassagen, auf die ich in den Fußnoten verweise, in einer separaten Datei gespeichert habe (also quasi statt eines Ordners mit Papierkopien), einfach um sie noch zur Verfügung zu habe, auch wenn das Internet weg oder das Buch zugeklappt sind. In meinem Text setze ich überall, wo ich etwas belegen muss, eine Fußnote und füge dort entweder sofort oder später den Beleg ein. Bei meinen aktuellen Arbeiten, die alle nur ein paar Arbeitstage oder 2-3 Wochen dauern, füge ich gleich die korrekte Fußnote ein. Bei meiner Seminararbeit hatte ich damals für jedes Werk extra eine ganz, ganz kurze Bezeichnung (=wenig Tipparbeit), die ich dann am Schluss noch per Suchen und Ersetzen durch eine etwas längere ersetzt habe. Das Literaturverzeichnis habe ich als schlichte Tabelle parallel zur Arbeit gepflegt.

Welche Vorteile bringt mir denn ein Verwaltungsprogramm demgegenüber? So richtig verstanden habe ich es immer noch nicht…
Birke

Re: (Welches) Lit-Verwaltungsprogramm für jur. Diss? (u. a.…

Beitrag von Birke »

Ach, noch eine Ergänzung:

Ich überlege, mir eine Diktiersoftware zu kaufen (Dragon Speech, weil das auch bei meinem jetzigen und bei potentiellen zukünftigen AGs verwendet wird, da muss ich nicht das Rad neu erfinden). Ich finde die Kombi aus diktieren + Text gleich sehen nämlich sehr angenehm, verwende das z.B auch bei meinem Handy, und obwohl dessen Umwandlungssoftware alles andere als perfekt ist, empfinde ich es als Erleichterung und Zeitersparnis.

Hat hier jemand Erfahrung damit? oder zumindest eine Meinung? ;-) Falls sogar jemand Erfahrung mit dem speziellen Programm hat: lohnt sich die Legal-Version?
Zwonk
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Re: (Welches) Lit-Verwaltungsprogramm für jur. Diss? (u. a.…

Beitrag von Zwonk »

@Birke: Zu den Tastenkombis: Erstmal gibts für viele Dinge in Word keine Tastenkombis und die, die es gibt, sind meistens schlecht, weil die oft nicht darauf hin optimiert sind, daß die Normalposition der Finger die mittlere Buchstabenreihe ist. Und Du wärst erstaunt, wieviel Zeit die Leute z.B. damit verschwenden, daß sie, wenn sie sich vertippt haben, solange Backspace drücken, bis sie an die falsche Stelle im Wort kommen und von dort weiterschreiben. Falsches Vorgehen - wer richtig tippt, der schreibt ein Wort schneller neu, als daß er mit Backspace zur fraglichen Position zurückgeht und mittendrin ansetzt. Schon allein deshalb, weil Backspace auf vielen Tastaturen ungünstig liegt und gerade bei kleineren Händen die korrekte Fingerposition verschiebt. Klar, man kann es bestimmt auch unter Windows irgendwie remappen, aber ich z.B. verwende es gar nicht und lösche bei einem Tippfehler mit C-q lieber das letzte Wort, als es zu korrigieren. Und so gibt es dutzende von Kleinigkeiten, die einzeln nicht viel ausmachen, in der Summe aber das Tippen mit Word extrem verlangsamen.

Was die Literaturverwaltung betrifft: In meinem Fach wird meistens so zitiert: Bei der ersten Zitation wird eine vollständige Quellenangabe geliefert, ab der zweiten nur noch eine Kurzzitation und, wenn direkt dahinter, auf derselben Seite, wieder das entsprechende Buch zitiert wird, dann wird das nur noch als "Ebd." angeführt. Die Literaturverwaltung kümmert sich automatisch drum. Die setzt bei der ersten Zitation die Langform, dann die Kurzform und, je nach Fall, die Ebd.-Form ein. Das ist insofern nützlich, als daß ich zu jedem Zeitpunkt nach Belieben überall meine Bücher zitieren kann, ohne mir Gedanken drüber zu machen, ob das die erste Zitation des Buches ist. Ich kann ganze Abschnitte vertauschen und für dutzende von Büchern prüft die Literaturverwaltung, ob nun ein Zitat das Erstzitat ist. Ich kann beliebig im Text herumschreiben und wenn eine Fußnote auf die nächste Seite rutscht, prüft die Literaturverwaltung automatisch, ob jetzt noch ein "Ebd." gerechtfertigt ist, oder ob jetzt wieder die Kurzform in der Fußnote stehen muß. Wenn ich der Literaturverwaltung einmal die entsprechenden Formatierungsregeln gegeben habe, brauche ich die bis zur Abgabe nie wieder manuell bearbeiten.

Und, was noch wichtiger ist: Wenn auf einmal mein Verlag darauf besteht, ein anderes Fußnotenformat zu nehmen, dann muß ich nicht per Hand hunderte oder sogar 1000 Fußnoten und das Literaturverzeichnis umschreiben, sondern ich ändere eine einzige Zeile und der ganze Fußnotenapparat wird automatisch auf die neuen formalen Anforderungen umgestellt. Man soll den Rechner immer machen lassen, was er besser kann als der Mensch. Und die Reihenfolge von Verweisen zu prüfen, gehört auf jeden Fall dazu.
12. Dec 2016;01. Feb 2017;f;zum neuen Job!
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