Anforderungen der Stipendiengeber

Finanzplanung, Stipendien incl. und Muster-Gutachten für eine Stipendienbewerbung, Krankenversicherung als Doktorand
(Abgeschlossene Diskussionen)
Gesperrt

0
Keine Stimmen
 
Insgesamt abgegebene Stimmen: 0

Silvia

Anforderungen der Stipendiengeber

Beitrag von Silvia »

Hallo,

heut morgen habe ich von der Naumann Stiftung eine Absage erhalten.
So etwas passiert.
Aber ich ärgere mich über folgendes:

Die besagte Stiftung verlangte den Nachweis einer Immatrikulation zur Promotion. In meinem Fall hatte das zur Folge, dass mit Erhalt des Zulassungsbescheides eine 3 jährige Frist für die Bearbeitungszeit läuft. Der Nutzen den eine Stiftung von solch einem Nachweis hat, steht meines Erachtens in keinem Verhältnis zu dem Aufwand den ein Promovierender dadurch hat. Zumal ich ein ganzes Packet an Unterlagen einreichen musste. Ich habe jetzt z.B. keine Einnahmen durch ein Stipendium. Das bedeutet, ich muss zur Finanzierung meines Lebensunterhaltes und der Fahrten ins Ausland weiterhin neben der Promotion arbeiten, während meine 3 jährige Frist läuft. Das sind leider keine guten Voraussetzungen.

Deshalb eine Frage an Euch:

Kann man sich da irgendwo beschweren? Ich habe erst mal einen ähnlichen Text an die Person geschickt, bei der ich die Rücksendung meiner Unterlagen beantragen muss.

Kennt noch jemand eine weitere Stiftung/ Graduiertenkolleg wo man sich mit einer psychologischen Doktorarbeit bewerben kann ?

Für gute Tipps danke ich schon mal im Voraus :D

Anzeige:

la_potranca

Beitrag von la_potranca »

Wenn bei euch die Regelung bezüglich Immatrikulation so ist wie geschildert, frage ich mich, wieso du das gemacht hast. Ich hätte der Stiftung halt freundlich erklärt, dass diese Regelung besteht (bei uns ist das z.B. nicht so - man kann sich drei Jahre immatrikulieren, aber "ewig" dran arbeiten), und fertig. Die meisten sind da recht kooperativ (ich habe mich z.B. auch ohne Endnote/Diplomzeugnis beworben, weil das zu dem Zeitpunkt nicht fertig war; in den Bewerbungsbedingungen steht, das geht absolut nicht, aber wenn man es erklären kann, steht sowas dem Bewerbungserfolg nicht im Weg). Auch wenn eine Stiftung Geldgeber ist, deine Planung sollte sie nicht beeinflussen können.

Im Nachhinein wirst du wohl diesbezüglich nichts mehr machen können, nehme ich an. Gibt es Ausnahmen für Lehrstuhlmitarbeiter? Das wäre ggf. eine Umgehung... oder du lässt dich für ein, zwei Semester beurlauben (und arbeitest natürlich weiter). Da dies im normalen Studium geht, sollte es auch für die Promotion möglich sein.

Die ganzen politischen Stiftungen hast du ja durch, oder? Ich selbst bin/war schon zu Studentenzeiten bei der KAS, und dort immer sehr zufrieden. Dann natürlich die kirchlichen, Stiftung der deutschen Wirtschaft, VW.

Generell sieht es grade recht gut aus, da den Stiftungen im vergangenen Jahr mehr Mittel zugeteilt wurden. Diese müssen jetzt ausgegeben werden, mehr begabte Studenten gibt es nicht - also werden mehr Graduierte gefördert.

Hast du eine Absage mit Feedback bekommen, oder nur ein "so nicht"? Falls letzteres, ruf unbedingt an und frage, was die Kritikpunkte waren; vielleicht hast du dir auch die Namen deiner Prüfer gemerkt. Meistens können die Leute detailliert sagen, woran es gescheitert ist, und du kannst das für deine nächste Bewerbung berücksichtigen. Wird auch gerne gesehen - ich weiß von zwei Stipendiaten, die aufgrund ihrer Rückfrage zur nochmaligen Bewerbung aufgefordert wurden udn dann im zweiten Anlauf genommen wurden.

Dafür viel Glück und Erfolg!
Silvia

Beitrag von Silvia »

Danke für die ausführliche Antwort - aber wieso machst Du mich so an, weil ich mich immatrikuliert habe? Das kann ich doch jetzt auch nicht mehr rückgängig machen.
Im übrigen habe ich selbstverständlich mehrere Stiftungen die diese Vorgabe haben angerufen und gefragt, ob es okay ist, wenn ich die Immatrikulation erst mal nicht einreiche. Nein, das ist nicht okay. Die Bewerbung wird in solchen Fällen wegen Unvollständigkeit der Unterlagen abgelehnt. Meine Beweggründe interessieren niemanden bei der hohen Anzahl von Bewerbern mit vollständigen Unterlagen.

Ich bin kein Lehrstuhlinhaber.

Nach Gründen für die Absage habe ich per Mail gefragt. Daraufhin bekam ich einen nichtssagenden, etwas entnervt wirkenden kurzen Text. Immerhin stand drinn, dass meine Bewerbung fachlich und menschlich als sehr positiv gewertet wurde. Wegen meines Engagements sei ich aber bei einer anderen Stiftung besser aufgehoben. Was das mit dem Engagement heissen soll verstehe wer will. Im übrigen stand auch noch drin, dass die jetzt wenig Geld haben.

Wenigstens habe ich mittlerweile 2 passende Stiftungen entdeckt. Neues Spiel - neues Glück :wink:
la_potranca

Beitrag von la_potranca »

Anmachen wollte ich dich nicht, entschuldige, falls ich etwas mißverständich formuliert haben sollte.
Vielleicht ist ja die Beurlaubung ein Weg; was sagt die Studentenkanzlei dazu? Allerdings musst du dann aufpassen, dass deine Versicherungen erhalten bleiben; ebenso kannst du die Kosten in dieser Zeit ggf. nicht absetzen (deine EK-Steuer oder als Werbungskosten beim Kindergeld, falls du dieses noch bekommst).

Fachlich und menschlich überzeugend - das ist doch schon ein guter Ausgangspunkt. Was das mit dem Engagement bedeutet, musst du selbst entschlüsseln - warum sich ein SPD-Mitglied bei KAS/HSS bewirbt, muss z.B. richtig gut begründet werden; ebenso fehlendes kirchliches Engagement, wenn du dihc bei einer kirchlichen Stiftung bewirbst. Oder meinen die, es sei zuwenig?
Silvia

Beitrag von Silvia »

Ja, eine Beurlaubung ist im Notfall vielleicht wirklich eine gute Option. Dazu werde ich mich mal erkundigen.
Was das Engagement betrifft, hab ich heut angerufen und erfahren, dass die Frau bis Montag im Urlaub ist. :x Zumindest bis dahin wird mir das auch ein Rätsel bleiben. Mangelndes Engagement meinen die nicht und ich müsste eigentlich in deren Weltbild passen. Na ja, Spekulation nützt nix - Montag weiss ich hoffentlich mehr.
LG - Silvia
Gesperrt