Exposé: Akademische Grade der Autoren im Text nennen?

Fragen aus der laufenden Arbeit an der Dissertation.
Literatursuche, Motivationsprobleme, Lehrtätigkeit, Ärger mit dem Prof u.v.m.
Pizzolla

Exposé: Akademische Grade der Autoren im Text nennen?

Beitrag von Pizzolla »

Hallo zusammen,

vielleicht kann mir einer von euch weiterhelfen. Ich verfasse gerade ein Exposé zu einem juristischen Thema. Nun habe ich eine Frage bezüglich des anzugebenden Forschungsstandes. Ich habe unter diesem Punkt die bisher erschienene Literatur zusammengefasst. Wenn ich nun bspw. schreibe "Hier gibt es einen Ansatz von Meier, der sich in seinem Aufsatz mit exakt dieser Problematik beschäftigt".

Wenn nun der werte Herr Meier ein Prof. Dr. Meier ist, schreibe ich dann so wie im Beispiel getan, oder sollte hier der Titel miterwähnt werden? Mein Gefühl sagt mir, dass man es so macht, wie im Beispiel angegeben. Ich würde aber gerne mal eure Meinung dazu hören. :?:
Zuletzt geändert von Sebastian am 16.05.2011, 01:02, insgesamt 1-mal geändert.
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Angara

Re: Exposé: wie Autoren im Text korrekt bezeichnen?

Beitrag von Angara »

Ich habe noch nie in einer wissenschaftlichen Arbeit gesehen, daß jemand die Zitierten mit ihren akademischen Graden nennt. Wäre auch ziemlich überflüssig, vor fast jeden Zitierten ein Prof. Dr. oder wenigstens Dr. zu schreiben. In journalistischen Arbeiten macht man das oft, um das "Expertentum" des Professors herauszustellen, in der Wissenschaft wirkt das meines Erachtens völlig fehl am Platz.
Matea

Re: Exposé: wie Autoren im Text korrekt bezeichnen?

Beitrag von Matea »

hallo,

ich verwende immer den vornamen mit. es gibt zu viele meiers und müllers. außerdem ist es etwas freundlicher.

titel auf jeden fall weglassen.

lg, matea
Maxwell84

Re: Exposé: wie Autoren im Text korrekt bezeichnen?

Beitrag von Maxwell84 »

Ich würde den Nachnamen kursiv setzen und alles weitere (Aka. Grad, Vorname) unbedingt weglassen. Durch entsprechende Fußnoten, die zu einem (jursitischem) Expose dazugehören, wird jede Verwechslungsgefahr vermieden.
Wierus
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Re: Exposé: wie Autoren im Text korrekt bezeichnen?

Beitrag von Wierus »

Angara hat geschrieben:Ich habe noch nie in einer wissenschaftlichen Arbeit gesehen, daß jemand die Zitierten mit ihren akademischen Graden nennt.
Ja. Das ist nicht nur unüblich, das ist sogar äußerst verpönt. Und das gilt schon allein für die Nennung von Titeln auf Buchumschlägen. Im Text ist das sogar noch schlimmer.

Also wenn man jemanden als Wissenschaftler hervorheben will, dann vielleicht durch Nennung seines Fachgebietes oder dem Bereich in dem er sich äußert. Etwa: "Der aalener Wirtschaftswissenschaftler Martin Meier bemerkt hierzu..."
BertaFrieda

Re: Exposé: wie Autoren im Text korrekt bezeichnen?

Beitrag von BertaFrieda »

Hallo,

ich finde, die Nennung eines akademischen Grades im Text (oder gar auf Buchtiteln) ist ein ganz wesentliches Merkmal eines journalistischen oder eines populärwissenschaftlichen Texts. In einem Zeitungsartikel finde ich das ganz wunderbar; auf einem Buchtitel wirkt die Nennung für mich ziemlich unseriös und in einem wissenschaftlichen Text hat sie meiner Meinung nach nichts oder nur wenig zu suchen. Eine Ausnahme könnte eventuell sein, wenn beispielsweise in einem Text, den vorwiegend Erziehungswissenschaftler lesen und in dem vorwiegend Erziehungswissenschaftler zur Argumentation herangezogen werden, eine Aussage von einem Juristen untergebracht werden soll. Dann könnte ich mir die Nennung wenigstens des Fachgebiets (nicht aber des akademischen Grades) durchaus vorstellen.

Den Vornamen zu nennen, wenn die Person das erste Mal auftaucht, finde ich auch in einem wissenschaftlichen Text in Ordnung. Dann kann man auch schreiben: Lisa Müller unterstreicht..., sie hebt außerdem hervor, ... - und niemand ist verwundert und fragt sich, auf wen sich denn das weibliche Personalpronomen bezieht.

Einen Gruß
BertaFrieda
Amalia

Re: Exposé: wie Autoren im Text korrekt bezeichnen?

Beitrag von Amalia »

BertaFrieda hat geschrieben: Den Vornamen zu nennen, wenn die Person das erste Mal auftaucht, finde ich auch in einem wissenschaftlichen Text in Ordnung. Dann kann man auch schreiben: Lisa Müller unterstreicht..., sie hebt außerdem hervor, ... - und niemand ist verwundert und fragt sich, auf wen sich denn das weibliche Personalpronomen bezieht.
Ich finde die Gepflogenheit Wissenschaftlerinnen mit Vor- und Zunamen zu nennen, die männlichen Kollegen dagegen nur mit ihrem Nachnamen total daneben. Entweder immer mit Vornamen oder nie.
Wir leben mittlerweile im 21. Jahrhundert und ich empfinde es als ein Armutszeugnis in Sachen Emanzipation, wenn man sich über weibliche Personalpronomen wundert. Wissenschaftler sind nicht automatisch männlich, Frauen können das auch. Und wer bei einem „Sie analysiert“ irritiert ist, sollte sich ob seiner stereotypen Vorstellungswelt schämen.
BertaFrieda

Re: Exposé: wie Autoren im Text korrekt bezeichnen?

Beitrag von BertaFrieda »

Hallo Amalia,
Amalia hat geschrieben: Ich finde die Gepflogenheit Wissenschaftlerinnen mit Vor- und Zunamen zu nennen, die männlichen Kollegen dagegen nur mit ihrem Nachnamen total daneben. Entweder immer mit Vornamen oder nie.
Ich möchte nur darauf hinweisen, dass ich nicht gemeint habe, dass man nur die Frauen mit dem Vornamen einführen soll. Aus eben dem gleichen Grund nenne ich üblicherweise überhaupt keine Vornamen. Aber: Ich bin auch schon darauf angesprochen worden, dass das "sie" irritiert. Um das zu vermeiden, kann man alle Vornamen nennen.

BertaFrieda.
bbb

Re: Exposé: wie Autoren im Text korrekt bezeichnen?

Beitrag von bbb »

Den Hinweis mit den Vornamen finde ich interessant.
Bei meinen Quellen wäre es für mich allerdings häufig schwierig bis unmöglich, dies umzusetzen, da ich bei vielen Autoren zum Beispiel aus Asien oft nicht einmal sicher bin, was nun eigentlich der Vorname ist (geschweige denn, welchen Geschlechts der/die AutorIn ist).

Glücklicherweise sind solche Artikel in der Regel nicht nur von einem/r AutorIn geschrieben, so dass der Plural dieses "Geschlechterproblem" erübrigt.
Amalia

Re: Exposé: wie Autoren im Text korrekt bezeichnen?

Beitrag von Amalia »

@ BertaFrida: Sehr schön! Dann sind wir ja schon zwei, die die Emanzipation auch in der Wissenschaft ernst nehmen. Findet sich noch ein Mann?

Neulich musste ich übrigens in einem Programmheft einen Text über Schumann und Clara lesen. Haben Männer keine Vornamen und Frauen keine Nachnamen? Wahrscheinlich duzt man Frauen auch, während Männer gesiezt werden.

Ich habe in meiner Diss bisher bei der ersten Nennung den vollen Namen genannt und anschließend im bunten Wechsel mal nur den Nachnamen, mal den vollen Namen. Allerdings frage ich mich gerade, ob es nicht auch ganz hübsch wäre grundsätzlich nur den Nachnamen zu nennen. Um die beschriebenen Irritationen hervorzurufen. (Da meine Prüfer aber - wie es so schön heißt - gendersensitiv sind, bleibt der erhoffte Effekt wohl aus.)

zurück zur Ausgangsfrage:
Wer Titel nennt, bringt sich schnell in Schwierigkeiten. Je nach Fach und Thema ist es nicht ungewöhnlich den Forschungsstand der letzten 10 Jahre zu referieren. Wie bezeichnet man dann einen Lehrstuhlinhaber, über dessen Diss man etwas schreibt?
Nicht uninteressant (und auch nicht unüblich) ist es dagegen bei der Auseinandersetzung mit konkreten Werken zu erwähnen, das es sich um eine Qualifikationsarbeit handelt.
Zuletzt geändert von Amalia am 15.05.2011, 22:17, insgesamt 1-mal geändert.
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