Neues Plagiat: Stoibers Tochter

Das Unterforum zur Diskussion um die aus fremden Textpassagen zusammengesetzten Dissertationen Prominenter.

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jsolawis

Neues Plagiat: Stoibers Tochter

Beitrag von jsolawis »

Plagiatsvorwurf gegen Stoiber-Tochter

http://www.spiegel.de/unispiegel/studiu ... 88,00.html
http://de.vroniplag.wikia.com/wiki/VroniPlag_Wiki


Edit Sebastian 31.03. 19:30 h: Das Thema war ursprünglich in einem anderen Thread bereits gestartet - aufgrund der großen Resonanz hier habe ich den älteren Thread geschlossen, es geht also (nur) hier weiter...

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Angara

Re: Neues Plagiat: Stoibers Tochter

Beitrag von Angara »

Die Juristen an bayrischen Unis sollten einen neuen Passus in die Promotionsordnung einfügen. Der Promovend muß dann eine eidesstattliche Erklärung abgeben, ob er oder ein enger Verwandter CSU-Mitglied ist. In dem Fall wird ein externer (das heißt nichtbayrischer) Plagiatssucher standardmäßig hinzugezogen.
Eva
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Re: Neues Plagiat: Stoibers Tochter

Beitrag von Eva »

@Angara: Nur dass Konstanz keine bayerische Uni ist... Das Problem betrifft sicher nicht nur Bayern und die CSU, auch wenn zwei Fälle kurz hintereinander natürlich auffällig sind. Ich deute das als Symptom eines Filzes, der sich dann ausbreitet, wenn eine Partei über Jahrzehnte allein an der Regierung ist, da verschieben sich offenbar manche Maßstäbe. Möcht nicht wissen, was in 58 Jahren CDU in Baden-Württemberg so alles gelaufen ist...
claudine

Re: Neues Plagiat: Stoibers Tochter

Beitrag von claudine »

hat wohl weniger was mit CSU als mit der juristerei zu tun .... welcher jurist promoviert denn aus forscherdrang? fuer die meisten ist der doktortitel doch nur fuers tuerschild und das bankkonto. das man in einem solchen fall einfach nur schnell und ohne arbeit an den titel kommen halte ich (leider) fuer normal.
man sollte general alle nicht-empirischen doktorarbeiten, die auch nur irgendwie digital greiflich sind, durch plagiatssoftware jagen.
algol
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Re: Neues Plagiat: Stoibers Tochter

Beitrag von algol »

Also so pauschale Vorurteile finde jetzt schade. :wink:
Dafür kenne ich genügend "empirische" Doktorarbeiten, deren "Empirie" und "Theorie" recht fragwürdig sind.
roberto

Re: Neues Plagiat: Stoibers Tochter

Beitrag von roberto »

claudine hat geschrieben:... welcher jurist promoviert denn aus forscherdrang?
Ganz viele, die einfach Freude am wissenschaftlichen Arbeiten haben - und die durchaus auch ein paar Jahre ihres Lebens dafür investieren!
claudine hat geschrieben:man sollte general alle nicht-empirischen doktorarbeiten, die auch nur irgendwie digital greiflich sind, durch plagiatssoftware jagen.
Da könnte ich jetzt genauso unfair pauschalierend antworten: Stimmt, weil empirische Doktorarbeiten oft so billig sind, dass ein Plagiieren den Aufwand nicht lohnt!

Ich hasse solche Vorurteile! Klar, promovieren ist z.B. in Medizin und auch in Jura sicher schneller möglich als etwa in Geisteswissenschaften. Aber man kann doch nicht so verallgemeinern! Es gibt halt eine Menge juristischer Dissertationen und damit auch eine große absolute Zahl an Plagiaten. Außerdem sind reine Textarbeiten generell einer Plagiatsüberprüfung besser zugänglich als Arbeiten mit vielen Formeln und Statistiken.
claudine

Re: Neues Plagiat: Stoibers Tochter

Beitrag von claudine »

roberto hat geschrieben:
claudine hat geschrieben:... welcher jurist promoviert denn aus forscherdrang?
Ganz viele, die einfach Freude am wissenschaftlichen Arbeiten haben - und die durchaus auch ein paar Jahre ihres Lebens dafür investieren!
naja, die statistik sagt was anderes .... ohne promotion hat man als richter wenig chancen, in die top firmen kommt man auch nicht ohne ... geld, geld und nochmals geld. darum gehts.
und ja, ich kenne auch jura "doktoranden", nur hat deren doktorandentum wenig mit echtem doktorandentum gemeinsam. da wird gemauschelt was das zeug haelt, die drei hanseln, die in jura promovieren weil sie das thema/die forschung an sich moegen kann ich an einer hand abzaehlen.
Eva
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Re: Neues Plagiat: Stoibers Tochter

Beitrag von Eva »

@claudine: Ich sehe noch keinen Widerspruch zwischen dem Anfertigen einer Doktorarbeit aus Interesse und Spaß am wissenschaftlichen Arbeiten und dem anschließenden Einschlagen eines nicht-universitären Berufswegs (der womöglich sogar gut bezahlt ist :wink: ).

In der aktuellen Diskussion wird ja oft der Vorschlag geäußert, es sollten nur noch die promovieren dürfen, die nachher eine wissenschaftliche Karriere einschlagen wollen. Davon halte ich überhaupt nichts, weil das mal wieder voraussetzt, dass jeder einen genauen Lebensplan hat und schon mit 15 weiß, wo er mit 50 stehen will. Ich habe meine Diss primär als Selbstzweck (Interesse und Freude) angefangen und im Lauf der Zeit die beruflichen Möglichkeiten ausgelotet, die ich damit habe. Inzwischen weiß ich, dass ich das Roulettespiel um eine mögliche Professur am Ende eines langen Weges nicht mitspielen möchte, am Anfang der Diss hätte ich das für mich aber nicht 100% ausschließen können. Für mich klingt die Forderung nach Abschaffen der externen Promotionen und Reduzieren der Doktorandenzahlen auch so, als seien per se alle nicht uni-intern entstandenen oder von Menschen, die nicht dauerhaft in der Wissenschaft bleiben wollen, angefertigten Dissertationen wissenschaftlich nichts wert. Was zählt (zählen sollte) ist doch in erster Linie der inhaltliche Beitrag zur jeweiligen Forschungsdiskussion, nicht die Motivation, aus der heraus die Arbeit entstanden ist!
Frodo

Re: Neues Plagiat: Stoibers Tochter

Beitrag von Frodo »

@Claudine: Ich habe bestimmt auch meine Klischees und Vorurteile gegenüber Jura-Dissertationen, die habe ich allerdings ebenso gegenüber vielen Dissertationen anderer Fachrichtungen. Vorurteile eben, aber wohlwissend, dass ich davon nicht wirklich eine Ahnung habe. Deshalb würde ich mir auch nie zumuten, über deren Qualität zu urteilen. Dass jemand die Dissertation auch unter finanziellem Aspekt sieht, ist doch auch legitim, oder anders ausgedrückt, auch du gehst später, wenn nicht hauptsächlich, dann gewiss bis zu einem Grade, des Geldes wegen arbeiten.

@Eva. "nur noch die promovieren dürfen, die nachher eine wissenschaftliche Karriere einschlagen wollen." Ich höre (lese) wohl nicht richtig, wer behauptet den so was? :lol: Wäre meiner Meinung nach ein gewichtiger Verlust für die Forschung! Und deiner Skepsis kann ich mich in diesem Sinne nur anschliessen.

Grüsse,
Frodo
Eva
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Re: Neues Plagiat: Stoibers Tochter

Beitrag von Eva »

@Frodo: viewtopic.php?f=1&t=2824&hilit=m%C3%BCnch&start=10 (Prof. Münch, Uni Bamberg, im Interview mit der SZ)
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