Disputation - (K)Eine große Sache?

Einreichung, Korrektur, Rigorosum, Disputation, Drucken, Titelführung, Steuern
außerdem auch alles was nach Abschluss der Diss kommt.
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tintenfisch

Disputation - (K)Eine große Sache?

Beitrag von tintenfisch »

Ich habe am Freitag meine Disputation, die bei uns die Form hat, dass man drei Thesen aufstellt (zwei zum Promotionsfach, davon eine über die Diss, plus eine dritte zu einem Nebenfach der eigenen Wahl), dazu Kurzreferat hält und dann in ein wissenschaftliches Gespräch eintritt.
Meine Vorträge habe ich soweit fertig, dummerweise bin ich mit dem zur Dissertation, also eigentlich dem wichtigsten, so gar nicht zufrieden. Ich habe 20 Minuten Zeit für den Vortrag, und mir kommt alles übermäßig vereinfacht vor, als ob ich rede und rede und doch die Hälfte fehlt, außerdem käue ich die ganze Zeit nur wieder, was ich geschrieben habe. Es kommt mir vor, als würde ich im Vortrag nur eine Inhaltsangabe meiner Diss liefern, aber die kennen sie ja schon, und eine Inhaltsangabe erscheint mir nicht wirklich wissenschaftlich. Eigentlich sollte die Disputation doch schwerer sein als eine Magisterprüfung, oder?
Mein Doktorvater sagt, in der Magisterprüfung würde viel mehr verlangt und dass es gar nicht um das Abrufen von Wissen geht, sondern darum, dass man wissenschaftlich diskutieren und ein Thema von allen Seiten beleuchten kann. Dass man auf die Fragen eigentlich keine Antworten geben, sondern mehr oder weniger Kurzreferate halten muss.
Lange Rede, kurzer Sinn, ich fühle mich schlecht vorbereitet, aber nachdem heute schon Dienstag ist, weiß ich nicht, ob ich das noch ändern kann.
Wie habt ihr euch auf die Disputation vorbereitet, wie ist die abgelaufen?
Was passiert, wenn man im Nebenfach, das man im worst case jahrelang nicht gebraucht hat, nichts weiß?
Die Links von der Hauptseite hab ich mir schon angeschaut.
Danke im Voraus für eure Antworten!

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nK

Beitrag von nK »

Also ich habe da zwar keine eigenen Erfahrungen, aber es gibt kaum eine größere Herausforderung, als die eigene Diss, ein riesen-Projekt, an dem man lange gearbeitet hat, in 10 Minuten darstellen zu müssen. Deshalb denk nicht nach dem Motto (Was soll ich denen da neues erzählen - die kennen die Inhalte doch schon)! Ich vermute, Deine "Prüfer" werden erfreut sein, wenn Du genau das schaffst. Konzentriere Dich dabei am besten wirklich auf die wesentlich neuen Thesen, die Du bringst und verliere nicht zuviel Zeit mit der Wiedergabe von Gelesenem (denn das kennen die im Zweifel noch besser als Deine Ausführungen).

Auf jeden Fall ganz viel Erfolg! 8) 8) 8)
ferdinand

Beitrag von ferdinand »

Hallo Tintenfisch,

aaalso - ich hatte meine Disputation letzte Woche und ich würde nicht sagen, dass sie schwerer war als die Magisterprüfung, zumindest habe ich mich wesentlich weniger darauf vorbereitet/vorbereiten können.
Ich habe 20 Minuten Zeit für den Vortrag, und mir kommt alles übermäßig vereinfacht vor, als ob ich rede und rede und doch die Hälfte fehlt, außerdem käue ich die ganze Zeit nur wieder, was ich geschrieben habe. Es kommt mir vor, als würde ich im Vortrag nur eine Inhaltsangabe meiner Diss liefern, aber die kennen sie ja schon, und eine Inhaltsangabe erscheint mir nicht wirklich wissenschaftlich.
Das ging mir ganz genauso - aber, wie nk schon schreibt: Die Herausforderung ist in erster Linie wirklich, alles so kurz und knapp zusammenzufassen - dass dabei wichtige Details auf der Strecke bleiben, weil es zeitlich einfach nicht geht, und man das Gefühl hat, es sei alles total oberflächlich, das fand ich bei meinem Vortrag auch. Aber in der kurzen Zeit kannst du nun mal nicht alle Teilergebnisse darstellen. Und das wissen die auch. Es geht doch mehr darum, dass du die wesentlichen Punkte einleuchtend darstellen kannst.
Mein Doktorvater sagt, in der Magisterprüfung würde viel mehr verlangt und dass es gar nicht um das Abrufen von Wissen geht, sondern darum, dass man wissenschaftlich diskutieren und ein Thema von allen Seiten beleuchten kann. Dass man auf die Fragen eigentlich keine Antworten geben, sondern mehr oder weniger Kurzreferate halten muss.
Das trifft es mE ziemlich genau. bei mir wurden eigentlich so gut wie nur übergreifende Fragen gestellt, also bezgl. der Einordnung des Themas, versch. Ansätze etc. kaum Detailfragen, denn das weiß ich sowieso besser als die - die wollen eigentlich sehen, dass man sein Thema und die Ergebnisse selbst offensiv vertreten kann. Bei mir war es letztendlich weniger Prüfungssituation als bei der Magisterprüfung, eben doch mehr ein Gespräch.

Meine Vorbereitung bestand v.a. darin (neben Vortrag und Thesen formulieren), dass ich mir einzelne Aspekte meiner Diss noch mal durchgelesen habe, mir ein wenig Literatur (aber wirklich nur 1, 2 wesentliche Bücher) zu weiteren Aspekten besorgt habe, von denen ich meinte, dass sie dran kommen (können), diese gelesen habe und dann habe ich mich intensiv mit der Kritik in den Gutachten auseinandergesetzt - v.a. mit der des Zweitgutachtens, obwohl da dann überhaupt nichts kam.

Ich denke, du machst das schon ganz richtig und bist bestimmt nicht schlecht vorbereitet.

Viel Glück und Erfolg - das wird schon!
ferdinand
tintenfisch

Beitrag von tintenfisch »

Vielen Dank für eure Antworten! Das beruhigt mich schon ein bisschen. :)
tintenfisch

Beitrag von tintenfisch »

So, geschafft! :D
Während die Fragen meines Betreuers zwar nicht ohne Anspruch, aber durchaus auch nicht unberechenbar waren, spielte mein Zweitkorrektor ein wenig den Advocatus Diaboli und hat ebenso eifrig wie auch vergeblich versucht, mich zu allzu plakativen Aussagen zu verleiten... als er mit einer Frage dann plötzlich ins tiefste Fachgrundwissen vorgedrungen ist, hat er mich dann doch noch drangekriegt, aber man kann (und muss) ja auch nicht alles wissen, und es hat sich für mich als praktisch erwiesen, gleich einzuräumen, dass ich davon keine Ahnung mehr habe, als minutenlang herumzueiern.
Das gefürchtete Zweitfach, in dem ich seit drei Jahren nichts mehr gemacht hatte, verlief völlig unproblematisch ("Erzählen Sie mir halt irgendwas!"), wenn mich auch mein dritter Prüfer dezent darauf hinwies, dass er inzwischen ein neues Buch geschrieben hat und ich mich auch mal auf den neuesten Stand hätte bringen können :wink:
Fazit meines Tages:
Grad Celsius: 30
Verschwitzte Prüfer: 3
Verschwitzte Prüflinge: 1
Planlose Antworten: 2
Planvolle Antworten: deutlich mehr
Geleerte Sektgläser: könnte peinlich für mich werden
Druckgenehmigungen: 1
Gitta

Beitrag von Gitta »

und heute? Aspirin: mindestens eine Schachtel ...
herzliche Glückwünsche von mir: ganz viele !
Gitta
Safira2006

Beitrag von Safira2006 »

Auch von mir

Herzlichen Glückwunsch!

Bei den Disputationen, in denen ich anwesend war, verliefen auch sehr entspannt. Lediglich Prüflinge, bei denen es noch um die Note ging, die Gutachten also abwichen, ging es ein wenig angespannter zu. Aber bis jetzt waren die Pürfer immer sehr freundlich, im Zweifel eher zurückhaltend, denn niemand kennt sich so gut im Thema aus, wie der Doktorand. Die allgemeinen Fragen waren wirklich "allgemein", dh. nicht speziell sondern Grundwissen.
Von daher nichts, vor dem man soooo aufgeregt sein muss. Es ist doch auch ein festlicher Akt - niemand will etwas Böses - alle warten auf den Sekt...
ferdinand

Beitrag von ferdinand »

Auch ich gratuliere ganz herzlich!
Jetzt bist du sicher sehr erleichtert, was?
Mir sagen zur Zeit alle möglichen Leute, ich sähe so entspannt aus wie lange nicht mehr! :D (Disputation am 14. Mai).

Also, genieß deinen Erfolg - es ist geschafft! :D
thori

Beitrag von thori »

Herzlichen Glückwunsch!
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