Marijke hat geschrieben: 22.04.2026, 17:55
Hallo, da es bei mir auch langsam konkreter wird, sind ein paar neue Fragen aufgetaucht. Entschuldigt bitte, falls es die Infos schon irgendwo gibt. Ich hab sie noch nicht gefunden.
Home-Office/Anwesenheitszeiten während Semester und in den Semesterferien:
Im Gespräch mit der BK wurde mir berichtet, dass die VL an drei Tagen stattfinden würden, ich aber einen 4. Tag im Büro anwesend sein müsste. Das hat mich doch etwas überrascht. Ich bin irgendwie davon ausgegangen, dass ich nur zu den Vorlesungen und anderen Veranstaltungen vor Ort sein müssten und dazu drei Tage im Normalfall ausreichen. Was sind eure Erfahrungen dazu? Gibt es bei euch auch solche Regeln? Oder gibt es solche Regeln, aber es wird in der Praxis anders gelebt?
Wie sieht es mit der Anwesenheit vor Ort in den Semesterferien aus?
Mir geht es als Elternteil vor allem um die Vereinbarkeit Familie/Beruf, das ist mit 40% Home-Office natürlich einfacher als mit 20%, schon weil man sich die Fahrtzeit spart. Insb. sehe ich auch nicht die Notwendigkeit, alleine in einem Büro zu sitzen, wenn es keine Veranstaltungen gibt.
Auch noch eine andere Frage, wie unterscheidet ihr zwischen verschiedenen Hochschulen oder Fakultäten? Was sind wichtige Indikatoren für euch und worauf achtet ihr, um euch für eine Hochschule zu unterscheiden, wenn es mehrere Alternativen gibt? Wie erkenne ich, dass eine Hochschule auch ein guter Arbeitsort herrscht? Wie erkenne ich, dass das Arbeitsklima gut ist?
Das ist doch sehr schwer einzuschätzen, wenn man erst in einem Bewerbungsverfahren von einer Hochschule war.
Danke euch schonmal
Hallo, ich weiß nicht, ob das noch aktuell ist. Da ich zumindest von zwei Hochschulen "intern" berichten kann und mir bei den Verhandlungen auch 4 Tage Präsenz nahegelegt wurden, kann ich nur dazu Folgendes sagen:
1. Präsenz: Hier wird versucht, Druck aufzubauen, allerdings kontrolliert das in der Praxis niemand. Und eine rechtliche Handhabung ist auch nahezu unmöglich, wenn jemand zumindest seine Lehre ableistet. Natürlich kann keine Fakultät davon leben, wenn alle nur zur Lehre erscheinen, und in der Regel gibt es in gut organisierten Fakultäten einen lehrfreien Nachmittag in der Woche, wo alle wichtigen Gremiensitzungen stattfinden (Studien-, Prüfungskommission, Fakultätsrat etc.). Und in der vorlesungsfreien Zeit wird Präsenz ohnehin nicht kontrolliert, da meistens die Kollegen selbst im Home-Office, Urlaub, auf Konferenzen oder sonstwo sind. Wenn man allerdings Anfragen (insbesondere von Studierenden) unbeantwortet lässt, kann das sicherlich Unmut im Kollegium verursachen.
2. Vereinbarkeit von Familie/Beruf: Viele Hochschulen haben ja so ein schönes Zertifikat (z.B.
https://www.berufundfamilie.de/auditier ... /audit-fgh). Aber Zertifikate sind am Ende auch nur Papier, das geduldig ist. Aus eigener Teilzeiterfahrung kann ich sagen, dass, wenn man das frühzeitig ankündigt (möglichst im Semester vorher), es eigentlich kein Problem ist, auch wenn Teilzeit bei Professoren noch ungewöhnlich zu sein scheint.

Wenn man auch im Bekanntenkreis Leute hat, die gerne mal einen Lehrauftrag übernehmen und die Kontaktdaten dem Studiendekan rüberschiebt, erleichtert man das Verfahren dem Studiendekan erheblich, die nicht gesicherte Lehre zu verteilen.
3. Arbeitsklima: Jede Hochschule, eigentlich jede Fakultät, ist eigentlich eine Überraschungstüte. Ohne interne Einblicke hat man keine Chance, sich vorher ein realistisches Bild zu machen. Zumal selten die ganze Fakultät in der BK sitzt, sondern nur ein kleiner Teil davon, und das sind meistens auch die Engagierten. Ein realistisches Bild gibt es erst nach 1-2 Semestern. Aber das Gute ist auch: IM Gegensatz zum Unternehmen kannst Du (nahezu) Dein Arbeitsumfeld frei gestalten. Du entscheidest, mit wem aus dem Kollegium Du zusammenarbeiten möchtest und wo Du es lieber bleiben lässt.