Richtiger Umgang mit mangelhaftem Exzerpt?

Fragen aus der laufenden Arbeit an der Dissertation.
Literatursuche, Motivationsprobleme, Lehrtätigkeit, Ärger mit dem Prof u.v.m.
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Rosa

Richtiger Umgang mit mangelhaftem Exzerpt?

Beitrag von Rosa »

Ich habe bei meinen Archivbesuchen viel im Rechner direkt aus den Quellen exzerpiert, und dies eigentlich nach einem brauchbaren und zitierfähigen System. Bei einem mir damals marginal erscheinenden Thema habe ich jedoch nur allgemeine Informationen überblicksartig rausgezogen, ohne die Quellenbezeichnung sinnvoll zu benennen, ich Idiot. Das rächt sich namlich gerade, denn ich habe nun interessante Informationen, die ich zwar einer Aktensignatur zuordnen kann, aber keinem Schriftstück darin. Ich müsste noch mal ins Archiv, um das genau nachzuarbeiten, sonst kann ich die Informationen in meinem Manuskript im Grunde nicht verwenden. :KT: Je nach dem, wie sich das weiter entwickelt, werde ich entscheiden, ob ich nacharbeite vor Ort oder den Aspekt weglasse.

Oder gibt es eine Konvention, wie man mit solchem Giftmüll trotzdem in der Arbeit umgehen kann? Etwa wie bei Zeitungsausrissen ohne Datum, die man mal in die Hand gedrückt bekam von wohlmeinenden Eltern, wo man dann im Notfall "(Ausriss)" dahinter schreibt?

Danke schon im voraus für alle Hinweise!

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Dr. Natalie Struve

Re: Richtiger Umgang mit mangelhaftem Exzerpt?

Beitrag von Dr. Natalie Struve »

Rosa hat geschrieben:IBei einem mir damals marginal erscheinenden Thema habe ich jedoch nur allgemeine Informationen überblicksartig rausgezogen, ohne die Quellenbezeichnung sinnvoll zu benennen, ich Idiot. Das rächt sich namlich gerade [...] Oder gibt es eine Konvention, wie man mit solchem Giftmüll trotzdem in der Arbeit umgehen kann? Etwa wie bei Zeitungsausrissen ohne Datum, die man mal in die Hand gedrückt bekam von wohlmeinenden Eltern, wo man dann im Notfall "(Ausriss)" dahinter schreibt?
Nein, gibt es nicht. Entweder Du willst Dich darauf berufen, dann mußt Du in den sauren Apfel beißen und nochmal im Archiv recherchieren; oder Du verzichtest darauf. Sieh's als Lehrgeld an. Und weise überall und stets alle Kollegen darauf hin, solche Fehler tunlichst zu vermeiden, auch wenn's erstmal nervig erscheint... Es gibt einen Grund, warum ich allen Leuten immer erzähle, sie sollen noch bei dem kleinsten, vermeintlich unbedeutenden Quatsch die Quelle zitierfähig vermerken, wenn sie ihn denn für bemerkenswert halten. Und bei den auf meiner Website zusammengestellten Zitierhinweisen habe ich vermerkt: "Da hilft nur kontrollieren, d. h. nochmal im Original nachschauen [...]. Das kostet Zeit und Nerven, wenn Sie die eigentlich nicht mehr im Übermaß haben. Also besser von vornherein unglaublich penibel zitieren!" (http://[Undurchsichtiger Link]/wissenschaftlich-zitieren)
miss_spok

Re: Richtiger Umgang mit mangelhaftem Exzerpt?

Beitrag von miss_spok »

Mir ist mal was ähnliches passiert... Bei mir ergab sich das Problem aber durch einen Festplattenschaden, wodurch nötige Infos zur Quelle verloren gingen (kann man gleich den zweiten wichtigen Tipp draus ableiten: Immer und von allem Backups, nicht nur vom Hauptdokument, auch von Randnotizen z.B.).
Ich hab es ganz unkonventionell gelöst: Ein Bekannter hatte die selbe Quelle kopiert (ähnliche Themen) und der hat die nötigen Angaben für mich rausgesucht.
Vielleicht geht es bei dir ja auch so, falls nicht zufällig jemand exakt die Quelle hat, dass du beim Archiv anrufst oder eine E-Mail schreibst und untertänigst darum bittest, dass das ein Angestellter für dich macht, indem du auf den wahnsinnigen Zeitdruck und die zwingende Notwendigkeit des Gebrauchs genau dieser Quelle hinweist. Für jemanden vor Ort wäre es ja im Prinzip nur ein winziger Aufwand.
edit: Seh grad, dass die Frage schon etwas älter ist. Ich hoffe, es hilft trotzdem noch.
Rosa

Re: Richtiger Umgang mit mangelhaftem Exzerpt?

Beitrag von Rosa »

Danke, tatsächlich war ich in der Zwischenzeit "vor Ort" und habe mich (unter anderem ) noch mal genauer durch dieselbe Akte gearbeitet... wobei das sehr nervig war, da ich beim Lesen immer drauf achten musste, unter vielen ähnlichen Schriftstücken die richtige zu finden, aus denen meine Mitschriften stammten, um das Dokument exakt angeben zu können.
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