Liebes Forum,
ich brauche eure Hilfe, da ich gerade sehr verzweifelt bin und nicht weiß, was ich machen soll. Ich promoviere seit 3 Jahren berufsbegleitend und stehe eigentlich 3-4 Monate vor Abgabe. Das Thema ist sehr aktuell und auch relativ begrenzt. Direkt zu Beginn meiner Promotion habe ich online gesehen, dass an einer anderen Uni dasselbe Promotionsthema läuft. Ich habe das direkt mit meinem Doktorvater besprochen und von ihm das Feedback erhalten, ich solle mir keine Sorgen machen, das wäre bei aktuellen Themen gar nicht selten und kein Problem. Sollte die andere Arbeit vor meiner veröffentlicht werden, muss ich eben darauf Bezug nehmen und mich darauf beziehen. Jetzt ist dieser Fall eingetreten, vor ein paar Wochen wurde die andere Doktorarbeit veröffentlicht.
Mein Doktorvater hat sich diese Arbeit angeschaut und ist dann zu dem Ergebnis gekommen, dass es für meine Doktorarbeit nun nicht mehr reicht und riet mir aufzuhören. Es würde am wissenschaftlichen Mehrwert fehlen, den man für eine Doktorarbeit braucht. Meine Doktorarbeit sei nun nicht mehr annahmefähig. Tatsächlich ist es so, dass die andere Arbeit sehr ähnlich zu meiner ist und auch zu denselben Ergebnissen kommt. Ich war bzw. bin am Boden zerstört, habe das Ganze aber nicht auf mir sitzen lassen, nochmal das Gespräch gesucht und darauf hingewiesen, dass ich die letzten 3 Jahre nicht einfach "wegwerfen" möchte. Ich habe außerdem den "Mehrwert" meiner Arbeit aufgezeigt, der meiner Meinung nach immer noch existiert. Daraufhin kam dann die Rückmeldung, dass ich meine Arbeit in einer bestimmten Art und Weise umstellen bzw. verändern könnte. Dies würde aber bestimmt nochmal 1-2 Jahre in Anspruch nehmen, wäre aber die einzige Möglichkeit, noch einen Mehrwert zu erlangen. Würde ich mich dafür entscheiden, könne er mir aber auch nicht garantieren, dass es am Ende reicht (so ungefähr der Wortlaut). Ich habe dann noch um ein Gespräch gebeten, das wurde leider ignoriert. Insgesamt fühle ich mich nicht (mehr) unterstützt. Es gab dann noch einige weitere Aussagen, die ich sehr unfair fand, hier aber nicht weiter vertiefen möchte.
Ich habe außerdem noch darum gebeten, ob man sich für mich informieren könnte, ob das neue abgewandelte Thema schon an einem anderen Lehrstuhl läuft, da ich, wenn ich mich entscheide weiterzumachen und es in 6 Monaten wieder eine neue Arbeit gibt, an demselben Punkt stehe. Dies wurde aber abgelehnt, da dies akademisch nicht vorgesehen sei.
Ich weiß wirklich nicht weiter, ich fühle mich von meinem Doktorvater aktuell nicht mehr unterstützt. Wenn ich weitermache, gibt es keine Garantie, dass es am Ende reicht, was die Entscheidung sehr schwer macht. Außerdem weiß ich nicht, ob ich noch die Zeit habe, das Thema umzustellen, da es gut sein kann, dass das abgewandelte Thema aufgrund der Aktualität schon irgendwo läuft. Ich habe mir auch überlegt, die einschlägigen Lehrstühle selbst anzuschreiben und nachzufragen, ob diese derzeit ein solchen Promotionsvorhaben begleiten.
Ich muss auch ehrlich sagen, dass mir langsam die Puste und Energie ausgeht, um weiterzumachen und nochmal in die Recherche zu gehen und meine Arbeit umzustellen...erst recht nicht mit diesem "Support".
Was würdet ihr machen? Wart ihr schon mal in einer ähnlichen Situation? Würdet ihr über einen Uniwechsel nachdenken? Ist sowas überhaupt möglich?
Ich bin über jede Rückmeldung dankbar und freue mich über den Austausch <3
Große Verzweiflung - Weitermachen ohne Unterstützung?
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Re: Große Verzweiflung - Weitermachen ohne Unterstützung?
Hallo Zifrana,
das ist in der Tat eine herber Rückschlag.
Grundsätzlich besteht ja immer die Gefahr, dass jemand anderes sehr ähnliche Ergebnisse produziert.
Mir ging es sehr ähnlich. Eine Kommilitonin von mir promovierte bei unserem Industriepartner. Ich sollte die Grundlagenforschung abdecken, sie die anwendungsnahe Forschung. Und zwar zum selben (experimentellen) Thema. Sie war nach drei Jahren fertig und hatte eine sehr gute, umfassende Dissertation verfasst. Mir gingen nicht nur die Ideen aus, sondern meine Ergebnisse waren quasi obsolet.
Rückwirkend war das ein ziemlicher Abstimmungsfehler, aber damals fehlte mir noch die Weitsicht um das Thema besser zu managen. Und ich dümpelte dann noch zwei Jahre vor mich hin.
Mein Chef bot mir schließlich an, das Thema zu wechseln, als erkannte, dass ich keinerlei Fortschritte mehr machte. Das habe ich auch angenommen,
Im Gegensatz zu dir, war er mir aber weiter sehr wohlgesonnen und unterstütze mich.
Folgende Fragen kommen mir auf, wenn ich deine Worte lese:
1) Wie ist dein Verhältnis zu deinem Doktorvater? Es scheint mir, als wäre eure Beziehung nicht sonderlich eng.
2) Warum hast du überhaupt mit der Promotion begonnen und ist es dir wirklich noch wichtig, sie abzuschließen? (abgesehen davon, dass du schon drei Jahre investiert hast).
3) Was würde passieren, wenn du tatsächlich abbrichst? Wäre das denn eine Katastrophe oder vielleicht am Ende ein Segen?
Eine Promotion dauert in Deutschland durchschnittlich 5,1 Jahre! Von daher bist du ja noch 'in der Zeit'. Aber nur, wenn die Weichen jetzt richtig gestellt werden.
Als ich den Schalter umlegte dauerte es bei mir nur 18 Monate bis zur Fertigstellung der Diss, obwohl ich quasi von Null anfangen musste. Es geht also. Aber es passiert nicht von allein.
Beste Grüße,
Kim
das ist in der Tat eine herber Rückschlag.
Grundsätzlich besteht ja immer die Gefahr, dass jemand anderes sehr ähnliche Ergebnisse produziert.
Mir ging es sehr ähnlich. Eine Kommilitonin von mir promovierte bei unserem Industriepartner. Ich sollte die Grundlagenforschung abdecken, sie die anwendungsnahe Forschung. Und zwar zum selben (experimentellen) Thema. Sie war nach drei Jahren fertig und hatte eine sehr gute, umfassende Dissertation verfasst. Mir gingen nicht nur die Ideen aus, sondern meine Ergebnisse waren quasi obsolet.
Rückwirkend war das ein ziemlicher Abstimmungsfehler, aber damals fehlte mir noch die Weitsicht um das Thema besser zu managen. Und ich dümpelte dann noch zwei Jahre vor mich hin.
Mein Chef bot mir schließlich an, das Thema zu wechseln, als erkannte, dass ich keinerlei Fortschritte mehr machte. Das habe ich auch angenommen,
Im Gegensatz zu dir, war er mir aber weiter sehr wohlgesonnen und unterstütze mich.
Folgende Fragen kommen mir auf, wenn ich deine Worte lese:
1) Wie ist dein Verhältnis zu deinem Doktorvater? Es scheint mir, als wäre eure Beziehung nicht sonderlich eng.
2) Warum hast du überhaupt mit der Promotion begonnen und ist es dir wirklich noch wichtig, sie abzuschließen? (abgesehen davon, dass du schon drei Jahre investiert hast).
3) Was würde passieren, wenn du tatsächlich abbrichst? Wäre das denn eine Katastrophe oder vielleicht am Ende ein Segen?
Eine Promotion dauert in Deutschland durchschnittlich 5,1 Jahre! Von daher bist du ja noch 'in der Zeit'. Aber nur, wenn die Weichen jetzt richtig gestellt werden.
Als ich den Schalter umlegte dauerte es bei mir nur 18 Monate bis zur Fertigstellung der Diss, obwohl ich quasi von Null anfangen musste. Es geht also. Aber es passiert nicht von allein.
Beste Grüße,
Kim
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GeorgHerbert
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Re: Große Verzweiflung - Weitermachen ohne Unterstützung?
Hallo Zifrana,
oh je, das klingt nach einer wirklich bescheidenen Situation!
Ich habe etwas Ähnliches in einer sehr viel milderen Variante zu Beginn meiner Promotion erlebt: Habe an einem Thema geforscht und dann ist die Diss erschienen, die ich in etwa schreiben wollte. Zum Glück war ich da erst ein halbes Jahr lang mit dem Thema beschäftigt. Ich hätte es noch weiterverfolgen können, denn natürlich war die andere Diss nicht 1:1 das, was ich machen wollte. Aber alleine der Gedanke, meine Promotion um eine andere Doktorarbeit herumzuschreiben, war mir zuwider. Ich habe mich dann für ein völlig abseitiges, hyperexotisches Thema entschieden, an dem ich bis zuletzt völlig entspannt arbeiten konnte.
Dass ähnliche Doktorarbeiten parallel entstehen können, weil es keine zentrale Erfassung laufender Promotionsvorhaben gibt, ist ja immer ein Problem. Ich habe daraus resultierende Probleme auch mehrfach in meinem Umfeld erlebt, teilweise auch mit Umstellungen ganzer Arbeiten in einer späten Forschungsphase. Dabei gab es aber immer Unterstützung der Doktoreltern.
Sehr merkwürdig finde ich es hingegen, wenn wie bei dir so ein Problem ganz konkret schon zu Beginn der Arbeit bekannt ist und dann ignoriert wird. Das war natürlich sehr kurzsichtig von deinem Prof, bzw. vermittelt den Eindruck, dass er von Anfang an kein großes Interesse an deiner Arbeit hatte. Hattest du denn all die Jahre keine Bauchschmerzen damit? Aber gut, das Kind ist in den Brunnen gefallen.
Ich glaube, man kann dir hier schlecht Rat geben, weil die Schwere der Situation auch sehr vom Fach und der Fragestellung abhängt. Es ist sicher ein Unterschied, ob man themengleich in einem geistes- oder naturwissenschaftlichen Fach promoviert. Du bräuchtest auf jeden Fall mal eine weitere Meinung zu der Situation von einer Fachperson, die deine Arbeit kennt. Hast du einen Zweitbetreuer? Und wenn nicht, wäre das nicht die Gelegenheit, nach einer Person Ausschau zu halten, die dir eine Einschätzung geben und dich auch als Zweitbetreuer weiter begleiten kann? Nicht selten können Zweitbetreuer ja faktisch die Hauptbetreuung übernehmen.
Die Möglichkeit, jetzt nochmal die Arbeit zu modulieren, ist eigentlich der gängige Umgang mit einer solchen Situation, einen Mehraufwand von 1-2 Jahren muss man dann eben in Kauf nehmen. Aber die Aussage deines Betreuers, dass er auch dann nicht "garantieren" könne, dass es reicht, klingt natürlich nicht gut. Bei einer Promotion gibt's nie eine Garantie, aber ein Betreuer sollte doch gemeinsam mit seinem Doktoranden einen guten Weg finden, der Sicherheit und Vertrauen stiftet! Wenn der Betreuer so desinteressiert ist, klingt das eher nach nem faulen Kompromiss. Da sollte man sich nicht drauf einlassen, bevor man nicht wenigstens eine weitere, engagiertere Betreuungsperson gefunden hat.
Das möchte ich aber noch sagen, dass es (nach meiner Erfahrung) durchaus ein wenig blauäugig ist, einen Prof zu bitten, dass er sich informiert, welche Lehrstühle ein Thema bearbeiten. Ich kenne keinen Prof, der das machen würde, die haben anderes zu tun und die Forschungslandschaft ist eben groß und unübersichtlich. Das ist in der Tat das Problem des Doktoranden. Ein Betreuer sollte aber in Krisen nach Lösungen suchen und seinen Doktoranden nicht einfach mitteilen, dass es dann halt nicht klappt.
Lange Rede, kurzer Sinn: M. E. brauchst du eine andere, qualifizierte Meinung zu deinem Vorhaben und solltest dich spätestens jetzt um eine weitere Betreuungsperson bemühen.
Ich wünsche dir alles Gute und dass sich der Knoten irgendwie löst!
oh je, das klingt nach einer wirklich bescheidenen Situation!
Ich habe etwas Ähnliches in einer sehr viel milderen Variante zu Beginn meiner Promotion erlebt: Habe an einem Thema geforscht und dann ist die Diss erschienen, die ich in etwa schreiben wollte. Zum Glück war ich da erst ein halbes Jahr lang mit dem Thema beschäftigt. Ich hätte es noch weiterverfolgen können, denn natürlich war die andere Diss nicht 1:1 das, was ich machen wollte. Aber alleine der Gedanke, meine Promotion um eine andere Doktorarbeit herumzuschreiben, war mir zuwider. Ich habe mich dann für ein völlig abseitiges, hyperexotisches Thema entschieden, an dem ich bis zuletzt völlig entspannt arbeiten konnte.
Dass ähnliche Doktorarbeiten parallel entstehen können, weil es keine zentrale Erfassung laufender Promotionsvorhaben gibt, ist ja immer ein Problem. Ich habe daraus resultierende Probleme auch mehrfach in meinem Umfeld erlebt, teilweise auch mit Umstellungen ganzer Arbeiten in einer späten Forschungsphase. Dabei gab es aber immer Unterstützung der Doktoreltern.
Sehr merkwürdig finde ich es hingegen, wenn wie bei dir so ein Problem ganz konkret schon zu Beginn der Arbeit bekannt ist und dann ignoriert wird. Das war natürlich sehr kurzsichtig von deinem Prof, bzw. vermittelt den Eindruck, dass er von Anfang an kein großes Interesse an deiner Arbeit hatte. Hattest du denn all die Jahre keine Bauchschmerzen damit? Aber gut, das Kind ist in den Brunnen gefallen.
Ich glaube, man kann dir hier schlecht Rat geben, weil die Schwere der Situation auch sehr vom Fach und der Fragestellung abhängt. Es ist sicher ein Unterschied, ob man themengleich in einem geistes- oder naturwissenschaftlichen Fach promoviert. Du bräuchtest auf jeden Fall mal eine weitere Meinung zu der Situation von einer Fachperson, die deine Arbeit kennt. Hast du einen Zweitbetreuer? Und wenn nicht, wäre das nicht die Gelegenheit, nach einer Person Ausschau zu halten, die dir eine Einschätzung geben und dich auch als Zweitbetreuer weiter begleiten kann? Nicht selten können Zweitbetreuer ja faktisch die Hauptbetreuung übernehmen.
Die Möglichkeit, jetzt nochmal die Arbeit zu modulieren, ist eigentlich der gängige Umgang mit einer solchen Situation, einen Mehraufwand von 1-2 Jahren muss man dann eben in Kauf nehmen. Aber die Aussage deines Betreuers, dass er auch dann nicht "garantieren" könne, dass es reicht, klingt natürlich nicht gut. Bei einer Promotion gibt's nie eine Garantie, aber ein Betreuer sollte doch gemeinsam mit seinem Doktoranden einen guten Weg finden, der Sicherheit und Vertrauen stiftet! Wenn der Betreuer so desinteressiert ist, klingt das eher nach nem faulen Kompromiss. Da sollte man sich nicht drauf einlassen, bevor man nicht wenigstens eine weitere, engagiertere Betreuungsperson gefunden hat.
Das möchte ich aber noch sagen, dass es (nach meiner Erfahrung) durchaus ein wenig blauäugig ist, einen Prof zu bitten, dass er sich informiert, welche Lehrstühle ein Thema bearbeiten. Ich kenne keinen Prof, der das machen würde, die haben anderes zu tun und die Forschungslandschaft ist eben groß und unübersichtlich. Das ist in der Tat das Problem des Doktoranden. Ein Betreuer sollte aber in Krisen nach Lösungen suchen und seinen Doktoranden nicht einfach mitteilen, dass es dann halt nicht klappt.
Lange Rede, kurzer Sinn: M. E. brauchst du eine andere, qualifizierte Meinung zu deinem Vorhaben und solltest dich spätestens jetzt um eine weitere Betreuungsperson bemühen.
Ich wünsche dir alles Gute und dass sich der Knoten irgendwie löst!
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Wierus
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- Status: Dr. phil.
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- Danksagung erhalten: 89 Mal
Re: Große Verzweiflung - Weitermachen ohne Unterstützung?
Hallo,
eine heikle Situation. Ich würde das an deiner Stelle offensiv angehen: Informiere dich über die Konkurrenzarbeit, schließe dich ggf. mit deren Autor zusammen und erfrage seine Ergebnisse. Oder lies zumindest seine Arbeit genau (vielleicht sogar in der öffentlichen Auslage einige Wochen vor seiner Disputation). Denn genau hier kannst und solltest du einhaken - was kannst du besser machen, welche Lücken und offene Fragen hat die Konkurrenzdissertation, welche Methode/Theorie könntest du alternativ anwenden? Betrachte die Situation als akademische Herausforderung und kommuniziere das genau so deinem DV. Vermeide dabei, wie ein Bittsteller zu wirken, dem es nur um 'verlorene Zeit' geht, denn das scheint -- gemäß deiner Schilderung oben -- völlig an deinem DV abzuprallen.
Ich weiß, du bist gerade in einer extrem schwierigen Lage. Aber sehr viele Promovierende erleben die gesamte Promotionsphase als eine einzige Extremsituation -- und das fünf, sechs, sieben Jahre lang. So gesehen kannst du jetzt noch die Reißleine ziehen: Die positiven Erfahrungen aus dem Promotionsprozess ins Arbeitsleben mitnehmen und das Promotionsvorhaben (einstweilen) aufgeben, oder aber noch einmal Jahre intensiver Arbeit hineinstecken.
Egal wie du dich enstcheidest, ich drücke dir die Daumen,
VG
Wierus
eine heikle Situation. Ich würde das an deiner Stelle offensiv angehen: Informiere dich über die Konkurrenzarbeit, schließe dich ggf. mit deren Autor zusammen und erfrage seine Ergebnisse. Oder lies zumindest seine Arbeit genau (vielleicht sogar in der öffentlichen Auslage einige Wochen vor seiner Disputation). Denn genau hier kannst und solltest du einhaken - was kannst du besser machen, welche Lücken und offene Fragen hat die Konkurrenzdissertation, welche Methode/Theorie könntest du alternativ anwenden? Betrachte die Situation als akademische Herausforderung und kommuniziere das genau so deinem DV. Vermeide dabei, wie ein Bittsteller zu wirken, dem es nur um 'verlorene Zeit' geht, denn das scheint -- gemäß deiner Schilderung oben -- völlig an deinem DV abzuprallen.
Ich weiß, du bist gerade in einer extrem schwierigen Lage. Aber sehr viele Promovierende erleben die gesamte Promotionsphase als eine einzige Extremsituation -- und das fünf, sechs, sieben Jahre lang. So gesehen kannst du jetzt noch die Reißleine ziehen: Die positiven Erfahrungen aus dem Promotionsprozess ins Arbeitsleben mitnehmen und das Promotionsvorhaben (einstweilen) aufgeben, oder aber noch einmal Jahre intensiver Arbeit hineinstecken.
Egal wie du dich enstcheidest, ich drücke dir die Daumen,
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