Zusammenstellung der Prüfungskomission

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MartinMeier
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Zusammenstellung der Prüfungskomission

Beitrag von MartinMeier »

Hallo*,

ich habe nach jahrelanger sorgfältiger Abstimmung mit meinem Betreuer und vorgesehenen weiteren Gutachtern meine Dissertation eingereicht, so das alles eigentlich gut durchlaufen sollte. Überraschenderweise hat die Promotionskomission nun ganz andere Gutachter bestimmt als die die ich vorgeschlagen hatte, und mit denen ich die Arbeit abgestimmt hatte. Diese neuen Gutachter werden die Arbeit wahrscheinlich ganz anders bewerten werden, als die Professoren, die bisher involviert waren.

Hat man irgendein Mitspracherecht/Rechte bei der Zusammenstellung der Prüfungskomission? Ich meine es ist doch arg befremdlich. Da stimmt man sich jahreland mit den Professoren der eigenen Arbeit ab, und dann sagt der Promoausschuss "wir bestimmen andere Gutachter". Meine Profesoren sind ebenfalls aus allen Wolken gefallen als sie dies hörten, dass man ihnen wohl an der eigenen Uni nicht über den Weg traut, und sie nun nicht die Gutachter der Arbeit sein werden.

Hat da jemand Erfahrung/ Ratschläge bei so einem Kontext?

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abcde
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Re: Zusammenstellung der Prüfungskomission

Beitrag von abcde »

Ich sehe da wenig Mõglichkeiten. Im Zweifelsfalle die Prüfungsordnung konsultieren, aber generell sehe ich da keine Chancen. Die Prüfungshoheit liegt beim Fachbereich bzw. der beauftragten Kommission, Alles andere wäre auch merkwürdig. Der Prüfling bestimmt die Gutachter nicht. Insbesondere hast Du keine Recht darauf, Dich "jahrelang" mit den Gutachtern abzustimmen. Warum dann überhaupt Gutachten? Warum nicht die Note gleich vom Doktoranden entscheiden lassen? Das deutsche Promotionsverfahren ist eh merwürdig, aber diese Idee es gäbe einen Anspruch auf bestimmte Prüfer und bestimmte Bewertungen ist besonders schräg. Im übrigen würde ich mir keine so grossen Sorgen machen, die anderen Gutachter werden nicht zu ganz anderen Ergebnissen kommen, wenn die Arbeit ok ist. Natürlich gibt es Unwägbarkeiten, es ist eben eine Prüfung.
daherrdoggda
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Re: Zusammenstellung der Prüfungskomission

Beitrag von daherrdoggda »

Muessen Erst- und Zweitbetreuer nicht grundsaetzlich Teil der Kommission sein?
Warum sollten andere Gutachter die Arbeit ganz anders bewerten (sofern sie aus dem gleichen Gebiet sind)?
MartinMeier
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Re: Zusammenstellung der Prüfungskomission

Beitrag von MartinMeier »

Um auf beide zu Anworten:

Naja, in jeder Fachdisziplin gibt es unterschiede und verschiedene Schulen, sodass auch an der selben Uni die Profs das gleiche Thema sehr unterschiedlich auslegen. Dazu kommen noch die Beharkungen der Professoren untereinander, so dass wer in der Prüfungskomission sitzt schon einen massiven Einfluss drauf haben kann, wie eine Arbeit bewertet wird. Und hier ist das so, dass sich ein Prof der jetzt überraschend als Gutachter benannt wurde sich mit meinem Betreuer so gar nicht versteht, und hat durchblicken lassen dass er meine Arbeit sehr negativ bewerten würde, weil er eben zu vielen Dingen eine ganz andere Sicht hat, als mein Prof und der zweite Prof mit dem wir uns abgestimmt hatten.

Und ja der Betreuer muss Erstgutachter dabei sein, in der für mich gültigen PromoOrdnung steht ebenso explizit vermerkt, dass der Promovent einen Gutachter selber wählen kann. Aber entweder haben wir da ein unterschiedliches Verständnis des Textes, oder der PromoAusschuss will sich einfach nicht an die eigene Ordnung halten, und da war mein Gedanke, wie man damit umgeht ohne direkt Anwälte einzuschalten, weil da zieht man sowieso den kürzeren..
daherrdoggda
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Re: Zusammenstellung der Prüfungskomission

Beitrag von daherrdoggda »

Scheint was nicht auf Daten basierendes zu sein, wenn man es so komplett unterschiedlich interpretieren kann :?
Denkerin
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Re: Zusammenstellung der Prüfungskomission

Beitrag von Denkerin »

daherrdoggda hat geschrieben: 26.05.2023, 20:55 Scheint was nicht auf Daten basierendes zu sein, wenn man es so komplett unterschiedlich interpretieren kann :?
Kann man so pauschal nicht sagen. In vielen Fällen kommt es doch eben auf die Interpretation und Argumentation an. Und da gibt es einfach oft einen Auslegungsspielraum. Ich kann den Stress des Themenstellers hier total verstehen.

Ich höre ehrlich gesagt das erste Mal davon, dass eine Kommission so abweichend von dem Vorgeschlagenen besetzt wird. Bei uns ist es üblich, dass man sich die Leute (mithilfe des Doktorvaters) selbst aussucht und bittet, in der Kommission zu sitzen. Alsdann schlägt man die auch vor (wenn sie einverstanden sind) und die Uni ist dankbar, dass sie das nicht selbst machen muss. Gibt es irgendeinen Grund, warum man dir (oder deinem Betreuer) da vielleicht einen Stein in den Weg legen will? Da scheint mir irgendwas komisches dahinter zu stehen.

Offiziell hat man (zumindest bei uns, das kann woanders ja auch anders sein) jedoch kein Mitspracherecht. Das läuft alles unter der Hand.
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