Arbeitszeugnis

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Vollkornpizza
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Arbeitszeugnis

Beitrag von Vollkornpizza » 25.03.2020, 13:28

Hallo zusammen,

ich habe auch eine Arbeitszeugnisfrage: Ich arbeite nicht in Deutschland in einer Organisation, wo die Kultur eher amerikanisch gepraegt ist. Alle reden sich mit Vornamen an und es gilt grundsaetzlich, dass Dr. Titel immer weggelassen werden. Ich habe jetzt meinen Chef (US-Amerikaner) um ein Zwischenzeugnis gebeten, dass ich dafuer verwenden moechte, um mich auf dem deutschen Arbeitsmarkt zu bewerben. Er hat das so aufgesetzt dass es mit Dr. Vorname Vollkornpizza ist bei uns seit ... beschaeftigt beginnt und danach geht es kosequent weiter nur mit Vornamen.

Ich habe ihm jetzt schon gesagt, dass ich nicht denke, dass ein Arbeitszeugnis in dem ich nur mit Vornamen angeredet werde, bei einem deutschen Arbeitgeber als serioes eingestuft wird. Mein Chef ist wohlwollend und bereit das zu aendern. Jetzt bin ich aber unsicher, ob ich es in Ms. Vollkornpizza oder Dr. Vollkornpizza aendern lassen soll. Die Formulierung kommt in so einem Arbeistzeugnis ja sehr haeufig vor und ich finde es fast unangenehm, wenn da 10 mal mein Titel erwahnt wird. Ist es eine Option, bei der Einleitung Dr. Vornamen Vollkornpizza zu schreiben und dann mit Ms. Vollkonpizza weiterzumachen? Oder dann lieber konsistent und von vorneherein den Dr. Titel weglassen? Wie gesagt, ich moechte es primaer fuer den deutschen Arbeitsmarkt nutzen, aber es koennte natuerich sein, dass das Zeugnis in der Zukunft auch bei jemandem in meiner aktuellen Branche landet, wo alle wissen, dass Titel nicht benuztzt werden und dann wuerde es schon sehr komisch aussehen, wenn in da kosequent der Dr. Titel erwaehnt wird.

Was meint ihr?
Danke im Voraus!
VP

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Re: Arbeitszeugnis

Beitrag von Nomen Nescio » 25.03.2020, 14:32

@Vollkorn Ich fände es im Gegenteil recht merkwürdig, wenn in einem "amerikanischen" Zeugnis nicht mit Vornamen hantiert würde. Das könnte bei einem Personaler, der mit internationalen Gepflogenheiten vertraut ist, den Verdacht erwecken, dass Ms./Dr. Vollkorn sich nicht ins Unternehmen eingepasst hatte. Ich bin seit gut 1 Jahr formal bei der Deutschlandtochter eines US Mutterkonzerns tätig, und werde im Zwischenzeugnis nach dem Beginn mit "Dr. Nomen Nescio" im folgenden als "Nomen" erwähnt. Wichtiger sind die Kleinigkeiten, der "Geheimcode", wie z.B. die Reihenfolge sowie die Verstärkungen bzw Abschwächungen. "Stets vorbildliches Verhalten (Perfekt!) gegenüber Kunden, Vorgesetzten und Kollegen (richtige Prio!) ..." gegen "Im Großen und Ganzen korrektes Verhalten (ja, geht noch schlechter) gegenüber Kollegen, Vorgesetzten und Kunden (an der Stelle geht es in der Tat nicht schlechter) ..." ;) Das Ganze natürlich auf Firmenpapier und vom Chef unterschrieben. ;)
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Re: Arbeitszeugnis

Beitrag von Zwonk » 25.03.2020, 14:51

Ich bin mir nicht sicher, ob das überhaupt so wichtig ist. In meinem Job sichte ich selbst viele Bewerbungen und gebe offen zu, Arbeitszeugnisse nie zu lesen. Meine Vermutung ist eher, dass denen von Bewerberseite ein viel größeres Ausmaß an Bedeutung zugemessen wird, als von Arbeitgeberseite. Aber vielleicht bin ich da auch nur unkonventionell :?

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Re: Arbeitszeugnis

Beitrag von Nomen Nescio » 25.03.2020, 16:13

... oder du hast die Brille in der Bahn vergessen. ;)
Dazu muss man nat. berücksichtigen, dass du derzeit froh sein musst, wenn sich jemand meldet, der oder die weiss, welche Seite der Tastatur auf der Tischplatte liegt und welche nach oben zeigt. Ändert sich diese Situation, wirst auch du nachdenken, was der letzte Chef im Zeugnis des Bewerbers mit dem Satz "Ede Panzerknacker hat 17 Tage die Kaffeekasse verwaltet." sagen wollte.
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Re: Arbeitszeugnis

Beitrag von Vollkornpizza » 25.03.2020, 17:18

Danke @NN und Zwonk fuer eure Einschaetzung, das hilft mir sehr. Das mit den deutschen Geheimcodes ist natuerlich so eine Sache, wenn das Zeugnis ohnehin auf Englisch ist, aber ich versuche, darauf zu achten, dass wenn solche Formulierungen benuzt werden, sie der naechstmoeglichen Entsprechung im Deutschen nahekommen.

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Re: Arbeitszeugnis

Beitrag von Dell » 25.03.2020, 21:51

Ich habe auch Zeugnisse in diesem "Nur Vorname" und nicht an deutsche Zeugnissprache angepassten Stil.
Heutzutage kein Problem, da man mittlerweile selbst in den Personalabteilung mit internationalen Unterschieden vertraut ist.
Es wäre wohl problematischer, wenn man den Chef zum "eindeutschen" überredet, weil es einfach nicht mehr authentisch ist.
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