Bewerbung PhD

... und die Fragen, die sich davor und dabei ergeben.
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Luna
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Bewerbung PhD

Beitrag von Luna » 12.08.2018, 15:24

Hallo an alle Mitglieder :)

Ich bin neu hier und werde in ein paar Wochen meine Bewerbung für eine PhD-Stelle abschicken.
Es hat sich alles ziemlich spontan ergeben. Ich war nie wirklich abgeneigt irgendwann eine solche Stelle anzufangen, aber dachte ich muss nicht unbedingt ein PhD/ eine Promotion beginnen nur um ein Dr. vor dem Namen zu haben und würde nur eine Stelle beginnen, wenn ein Thema mich wirklich interessiert und ich mich dafür voll einsetzen möchte (ich hoffe ihr versteht wie ich das meine). Vor zwei Wochen aber habe ich so eine tolle und attraktive Stelle entdeckt, die in einem tollen Forschungsbereich liegt und eben mit einem PhD verbunden ist. Ich denke ich sollte es versuchen und bin total nervös und gespannt, falls es klappen sollte :)
Allerdings kenne ich mich beim Bewerbungsverfahren nicht gut aus. Ich muss meine Forschungsinteressen erläutern (200 Wörter). Bis jetzt habe ich nur den Bachelor und bin in der Endphase im Master. Ich habe an einem Kongress teilgenommen, habe darüber ein Artikel geschrieben und bin dort in einem Projekt involviert. Es hat ein bisschen was mit dem Thema der phD Stelle zu tun aber nicht zu 100%. Das würde ich erwähnen, aber ich wollte hier noch fragen, ob ihr ein paar Tipps hättet wie man so etwas formuliert ohne, dass es zu monoton oder zu langweilig klingt.... Formuliert man so etwas ein bisschen wie ein Forschungsprojekt? Allerdings ist das ja kein Projekt, da es nur um meine Interessen geht. Muss man schildern warum man sich interessiert? Wie es dazu kam oder wie sich das entwickelt hat? (Aber das interessiert doch keinen....) und nur aufzählen ist doch komisch.... :roll: :oops:

Es tut mir leid, dass das alles ziemlich wirr klingt, aber so sieht es gerade in meinem Kopf aus.... 1000 Fragen und ich weiß nicht wo ich anfangen soll...

Vielen Dank schon im Voraus für Tipps
Luna :)

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spirograph
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Re: Bewerbung PhD

Beitrag von spirograph » 14.08.2018, 13:48

Hi Luna,

200 Wörter, das ist je ne SMS. Forschungsinteressen = Forschungsschwerpunkte. Mit 200 Wörtern wird das schon eher ne Aufzählung. Ggf kannste thematische Dinger und methodische Schwerpunkte da mitreinbauen u verzahnen. Was weiß ich, "Biographieforschung", "qualitative Methoden wie Interviewerhebung und software-gestützte Inhaltsanalyse", das haste so den "Drei-Schritt" aus Thema, wie man das erhebt und eben auswertet. Is ne runde Sache und die wissen, dass da wer schreibt, der die typischen Abläufe kennt. Also: zu deinen Interessen mglst typische Methoden u ggf. Analysehilfe wie Software o.Ä. raussuchen. Sicher kann man das kurz "herleiten", warum man bspw auf Biographieforschung steht, ggf hat man in dem und dem Projekt gearbeitet, hat ne BA-Arbeit zu sowas verfasst oder fand das im Studium toll, hat da viele Seminare belegt. Ist sicher günstig von deinen Forschungsinteressen (2, 3 reichen da; ggf in unterschiedlicher Intensität), den typischen relatierten Methoden dazu und ner plausiblen Wendung (da und da habe ich das schon gemacht) auszugehen. Und dann sind 200 Wörter auch schon rum.

Alles Gute!

spiro
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Re: Bewerbung PhD

Beitrag von Luna » 14.08.2018, 14:02

Hallo Spiro,

Super vielen Dank. Ich glaube ich verstehe ein bisschen mehr worum es geht und wie ich den Text/bzw. die Aufzählung aufbauen kann.
Ich werde mich heute einfach ransetzen und aufhören mir tausend Fragen zu stellen :)
Danke,
Luna

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Re: Bewerbung PhD

Beitrag von Grounded » 14.08.2018, 17:51

Hallo Luna,

es geht explizit um deine Forschungsinteresse, und das heißt: es geht darum darzustellen, wie du zu deinem Thema gekommen bist, warum du dich dafür interessierst. Welche persönlichen Erfahrungen verbindest du mit dem Thema? Inwiefern ist dein Verhältnis zum Thema eine Ressource? Oder kann es dich im Forschungsprozess behindern? Auf dieser Grundlage kann ein Text enstehen, in dem du dein eigenes Interesse an einem Thema formulierst. Mit der Klärung und Eingrenzung des anfänglichen Interesses hast du eine Grundlage für den weiteren Forschungsprozess geschaffen, z. B. für die Formulierung von Forschungsfragen.
Bloß eine Aufzählung zu schreiben - damit würdest du der an dich gestellten Anforderung nicht gerecht. Da du dich auf 200 Wörter begrenzen musst, musst du dein Interesse pointiert darstellen und kurz begründen, warum du wie vorgehen willst. Man will sehen, ob du einen komplexen Sachverhalt in wenigen Worten darstellen kannst.

Viele Grüße
Grounded

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Re: Bewerbung PhD

Beitrag von Nomen Nescio » 14.08.2018, 19:05

spirograph hat geschrieben:
14.08.2018, 13:48
200 Wörter, das ist je ne SMS.
Mitneffen bzw. -nichten! Die verfügbare Länge einer SMS bemisst sich nicht in Wörtern, sondern in Zeichen, 160 IIRC. Es eght sogar soweit, dass du weniger Zeichen zur Verfügung hast, wenn du im Header die Kodierung als "16bit" angibst; dann sind es weniger als die Hälfte der ursprünglichen Zahl.
spirograph hat geschrieben:
14.08.2018, 13:48
Forschungsinteressen = Forschungsschwerpunkte.
Das mag gelten, sobald jemand W3 erreicht hat, aber insbesondere für Promovend*innen in spe gilt Forschungsinteressen != Forschungsschwerpunkte.
spirograph hat geschrieben:
14.08.2018, 13:48
Mit 200 Wörtern wird das schon eher ne Aufzählung. Ggf kannste thematische Dinger und methodische Schwerpunkte da mitreinbauen u verzahnen. Was weiß ich, "Biographieforschung", "qualitative Methoden wie Interviewerhebung und software-gestützte Inhaltsanalyse", das haste so den "Drei-Schritt" aus Thema, wie man das erhebt und eben auswertet. Is ne runde Sache und die wissen, dass da wer schreibt, der die typischen Abläufe kennt. Also: zu deinen Interessen mglst typische Methoden u ggf. Analysehilfe wie Software o.Ä. raussuchen.
Das scheint mir gefährlich zu sein. Wohlgemerkt bin ich den klasssischen Weg gegangen, HiWi, Master am selben LS, dann Diss bei genau dem Prof, der für die M.Sc. Betreuung geradegestanden ist, ohne je solche "elevator pitch sessions" zu Papier bringen zu müssen. Natürlich kann man die Kommission/DV/DM mit all dem langweilen, was sie schon in zig, wenn nicht Hunderten von Bewerbungen gelesen haben, aber wo soll denn dann das Alleinstellungsmerkmal liegen? Ich setze mich mal in den Sessel meines DV und lese mich virtuell durch den Stapel an Bewerbungen. "OH, Bewerbung 37 sieht ja mal richtig toll aus! Da hat es jemand geschafft, ein ranking der 50 top Artikel des Fachgebiets zu finden, ein Balkendiagramm aus den buzz words in den jeweiligen abstracts erzeugen lassen und das mit den Top 10 Nennungen aus den abstracts meiner letzten 20 Papers kombiniert. Und Doppel-WOOOW, er/sie hat sogar seit den psychodelischen Jugenderfahrungen mit bewusstseinserweiternden Substanzen genau passend Forschungsinteressen. hmmm, dann listet er/sie den üblichen Methodenmist auf. :( Das könnte ich innerhalb von 2 Wochen jedem Primaten beibringen. Eigentlich suche ich ja jemanden, der/die nicht genau das gleiche macht wie Generationen vor ihm/ihr, und nun glaubt, bahnbrechend Neues zu entdecken. Also auf den Haufen für Absagen." OK, bin wieder runter vom Chefsessel. ;) Aber sorry, spätestens bei der Verschwendung von wertvollen Wörtern an Auflistung von Analysesoftware war bei mir Schluß.

@TE Versuch die 200 Wort Begrenzung als "elevator pitch" Experiment anzugehen: Du hast 90 sec Zeit, jemandem deine geplante Diss zu erklären. Wenn dieser Mikrovortrag steht, kürze ihn auf 1/2 bis 1/3 runter und schickt das weg. ;) Verliere dich nicht in Details oder geschichtlichen Hintergründen! Wenn WLAN-Kabel dein Thema sind, haben weder Marconi noch Bell Platz in den 200 Worten. :lol:
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Re: Bewerbung PhD

Beitrag von spirograph » 14.08.2018, 19:44

Digga, bleib im Schlüpper. Bei dir kriegt man ja Angst. :lol: Seit wann werdn an Unis Leute genommen, die Alleinstellungsmerkmale habn. Hier laufn nur Klone rum mit Lederabnähern an´n Ellenbogen. Konform af.
Wie groß ist das Wort Claudels: „La vie, c’est une grande aventure vers la lumiere“ (Das Leben ist ein großes Abenteuer zum Lichte hin)

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Re: Bewerbung PhD

Beitrag von Grounded » 14.08.2018, 19:48

Noch ein kurzer Nachtrag zu meinem posting:
Nomen Nescio hat geschrieben: Das scheint mir gefährlich zu sein. Wohlgemerkt bin ich den klasssischen Weg gegangen, HiWi, Master am selben LS, dann Diss bei genau dem Prof, der für die M.Sc. Betreuung geradegestanden ist, ohne je solche "elevator pitch sessions" zu Papier bringen zu müssen.
Es ist sicherlich ein Unterschied, in welcher Disziplin man promoviert bzw. ob naturwissenschaftlich oder geistes-/sozialwissenschaftlich. Für den sozialwissenschaftlichen Bereich kann ich sagen: Das Forschungsinteresse ist lediglich ein Teil des "elevator pitch", also der Kurzdarstellung des Promotionsvorhabens.
Nomen Nescio hat geschrieben: Das könnte ich innerhalb von 2 Wochen jedem Primaten beibringen.
Der Mann auf dem Chefessel muss ein begnadeteter Pädagoge sein :D

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Re: Bewerbung PhD

Beitrag von Nomen Nescio » 14.08.2018, 20:35

spirograph hat geschrieben:
14.08.2018, 19:44
Digga, bleib im Schlüpper. Bei dir kriegt man ja Angst. :lol: Seit wann werdn an Unis Leute genommen, die Alleinstellungsmerkmale habn. Hier laufn nur Klone rum mit Lederabnähern an´n Ellenbogen. Konform af.
Ach, Schatzi, dass du alpräumst, will ich doch bestimmt nicht. *Kurz nochmal den 1. Satz lesen* Nee, wirklich nicht! Würde dir ein eigener Uni-bashing-tread nicht gut zu Gesicht stehen, statt in (fast) jedem thread über dein ach so verkorkstes Institut herziehen zu müssen? ;) Klar kennt jede(r) Anekdoten von Fehlberufenen :lol: , aber lass uns die Unibewohner doch nicht durch die Bank als diejenigen definieren, die keinen Job in der Wirtschaft bekommen konnten. Selbst in extrem nachgefragten Bereichen der Informatik führt schlechter als 2 nur selten ein Weg zur Diss. Und die Schwelle, in Extremfrustphasen einfach hinzuschmeissen ist denkbar gering angesichts der Alternative, ab dem nächsten 1. 50-80% mehr als regelmäßigen Kontoeingang lesen zu können. Trotzdem brechen (innerhalb meines Sichtbereichs) nur wenige ab, vielleicht, weil Freiheit auch Spass macht? ;) Das mag für deinen Bereich utopisch klingen, aber Lehrstühle, die sich im wesentlichen über Drittmittel finanzieren (können) und DFG nur als nettes Zubrot sehen (müssen/dürfen), neigen leicht dazu, sich nicht mit followern vollzupfropfen.
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Re: Bewerbung PhD

Beitrag von Nomen Nescio » 14.08.2018, 20:42

Grounded hat geschrieben:
14.08.2018, 19:48
Noch ein kurzer Nachtrag zu meinem posting:
Nomen Nescio hat geschrieben: Das scheint mir gefährlich zu sein. Wohlgemerkt bin ich den klasssischen Weg gegangen, HiWi, Master am selben LS, dann Diss bei genau dem Prof, der für die M.Sc. Betreuung geradegestanden ist, ohne je solche "elevator pitch sessions" zu Papier bringen zu müssen.
Es ist sicherlich ein Unterschied, in welcher Disziplin man promoviert bzw. ob naturwissenschaftlich oder geistes-/sozialwissenschaftlich. Für den sozialwissenschaftlichen Bereich kann ich sagen: Das Forschungsinteresse ist lediglich ein Teil des "elevator pitch", also der Kurzdarstellung des Promotionsvorhabens.
Deshalb mein Einschub, der als eine Art Disclaimer gemeint war.
Grounded hat geschrieben:
14.08.2018, 19:48
Nomen Nescio hat geschrieben: Das könnte ich innerhalb von 2 Wochen jedem Primaten beibringen.
Der Mann auf dem Chefessel muss ein begnadeteter Pädagoge sein :D
Bitte unterschätze nicht die Lernfähigkeit von Primaten im Vergleich zu Absolventen von Hochschulzugangsberechtigungsverfahren in Bundesländern, deren über viele Legislaturperioden gelebtes Credo war, mindestens 105% jeden Jahrgangs zum Abitur zu führen.
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Re: Bewerbung PhD

Beitrag von Luna » 15.08.2018, 10:17

Grounded hat geschrieben:
14.08.2018, 17:51
es geht explizit um deine Forschungsinteresse, und das heißt: es geht darum darzustellen, wie du zu deinem Thema gekommen bist, warum du dich dafür interessierst. Welche persönlichen Erfahrungen verbindest du mit dem Thema? Inwiefern ist dein Verhältnis zum Thema eine Ressource? Oder kann es dich im Forschungsprozess behindern? Auf dieser Grundlage kann ein Text enstehen, in dem du dein eigenes Interesse an einem Thema formulierst. Mit der Klärung und Eingrenzung des anfänglichen Interesses hast du eine Grundlage für den weiteren Forschungsprozess geschaffen, z. B. für die Formulierung von Forschungsfragen.
So ungefähr hatte ich es auch vor, nur dass ich einige Erfahrungen, die ich schon sammeln konnte hier mit einbetten werde. Ich bewerbe mich ja für ein bestehendes Projekt bzw. ist das Thema hierdurch bereits eingegrenzt/gegeben. Ich werde daran anknüpfen und versuchen mit 200 Wörtern etwas kohärentes zu schreiben. Meine Befürchtung war nur, dass durch die Herleitung meiner Interessen für das Thema die Gefahr besteht, dass sich einiges im Motivatonsschreiben doppelt. Aber wahrscheinlich muss man eben gerade beim Forschungsinteresse kurz und präsize begründen und darstellen können warum das Interesse besteht und kurz herleiten was die Bearbeitung des Themas bedeutet (persönlich, gesellschaftlich und was auch immer sonst). Zumindest wäre das jetzt meine Sichtweise :)

Danke an alle :wink:

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