Anrede mit dem Doktor: Auch von hierarchisch deutlich höher gestellten (und älteren)?

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Luke123
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Anrede mit dem Doktor: Auch von hierarchisch deutlich höher gestellten (und älteren)?

Beitrag von Luke123 » 27.07.2017, 08:05

Hallo zusammen,

meine Disputation liegt mittlerweile einige Wochen hinter mir. Da ich nun wieder in die Wirtschaft einsteige, stellt sich mir die Frage, inwiefern ihr euch auch aktiv mit dem Titel, insb. im "echten Gespräch", anreden lasst. Wird es ggf. (insbesondere von jungen Doktoren) erwartet, darauf in der eigenen Anrede zu verzichten?

Ich stelle es mir ein wenig merkwürdig vor, wenn man mit unter 30 beispielsweise von einem hochrangigen (und deutlich älteren) Manager mit Doktor angesprochen wird. Gleichzeitig möchte man (oder zumindest ich ;-) ) das ganze ja auch nicht allzu leichtfertig "in Vergessenheit" geraten lassen.

Wie geht ihr damit um?

Danke und viele Grüße!
Zuletzt geändert von Sebastian am 31.07.2017, 08:20, insgesamt 1-mal geändert.
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mm42
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Re: Auch von hierarchisch deutlich höher gestellten (und älteren) mit Doktor anreden lassen?

Beitrag von mm42 » 27.07.2017, 09:11

Luke123 hat geschrieben:Ich stelle es mir ein wenig merkwürdig vor, wenn man mit unter 30 beispielsweise von einem hochrangigen (und deutlich älteren) Manager mit Doktor angesprochen wird. Gleichzeitig möchte man (oder zumindest ich ;-) ) das ganze ja auch nicht allzu leichtfertig "in Vergessenheit" geraten lassen.
In der Firma, wo ich nach der Promotion angefangen habe, sind wir alle (bis ins höhere Management) "per Du", so dass ich darüber nicht nachdenken musste.

Ich habe den Dr-Titel aber -- wie fast alle promovierten Kollegen auch -- ins Firmen-interne Adressbuch eintragen lassen, so dass er an einigen Stellen auftaucht (z.B. automatisch erzeugten Dokumenten) und damit nicht "in Vergessenheit gerät".

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Re: Auch von hierarchisch deutlich höher gestellten (und älteren) mit Doktor anreden lassen?

Beitrag von ROADTIME » 27.07.2017, 18:17

Hallo,

Ich habe kürzlich irgendwo den schönen Satz gelesen: "Ich habe den Doktor nur gemacht, damit ich immer sagen kann 'Bitte lassen Sie den Doktor doch weg'". Ich mache,das jetzt auch so und es kommt gut an. Interessanterweise werde ich dann trotzdem oft anderen Kollegen vorgestellt mit "Das hier ist der Herr Dr. Roadtime!", auch wenn ich mich mit der vorstellenden Person geeinigt habe, daß sie mich nur mit Herr Roadtime anredet ... der akademische Grad färbt offenbar immer nich ein wenig auf die Umgebung ab :)


Viele Grüße

Roadtime

flip
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Re: Auch von hierarchisch deutlich höher gestellten (und älteren) mit Doktor anreden lassen?

Beitrag von flip » 28.07.2017, 02:19

Luke123 hat geschrieben:Hallo zusammen,

meine Disputation liegt mittlerweile einige Wochen hinter mir. Da ich nun wieder in die Wirtschaft einsteige, stellt sich mir die Frage, inwiefern ihr euch auch aktiv mit dem Titel, insb. im "echten Gespräch", anreden lasst. Wird es ggf. (insbesondere von jungen Doktoren) erwartet, darauf in der eigenen Anrede zu verzichten?
Was ist denn ein "echtes Gespräch"? Eines wo es darum geht, wer den längsten hat? :D Oder wo man hard facts mit dem Titel kaschieren will...?

Ich arbeite auch in einem jungen Team, wo der Dokor faktisch keine Rolle spielt. Ich glaube, wenn da einer mit seinen akademischen Weihen ankommt, dann ist das eher kontraproduktiv. Dafür ist ma zu nahe bei einander.

Es ist allerdings nachollziehbar, warum ein älterer Kollege, der zurecht seine Daseinsberechtigung in seiner jetzigen Posotion sieht, einem zig Jahre jüngeren Kollegen eine gewisse akademische Achtung entgeggen bringen soll. Vor allem, wenn diese nichts mit dem Job zu tun hat.
Ansehen wirst du dir also erst mit der Zeit erarbeiten. Das heißt, wenn die Anrede anfangs falsch ist, dann einfach abwarten. Mit der Zeit ergibt es sich. Wenn nicht, ist es ein erstes indiz, dass du etwas falsch machst.

Es könnte aber auch sein, dass du jemandem wie mich gegenüber hast, der aus Prinzip den Doktor weder verwendet, noch ausspricht. :lol:

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Re: Auch von hierarchisch deutlich höher gestellten (und älteren) mit Doktor anreden lassen?

Beitrag von praktikum » 28.07.2017, 23:51

@TE:
Da kannst nicht einfordern, dass Dich jemand mit "Dr." ansprichst. Es ist ein akademischer Grad und kein Titel. Das hat Helmut Kohl aber ebenfalls nicht gewusst. :)

Normalerweise spricht man sich nicht mit Dr. an, falls die Personen im gleichen (oder verwandten) Fachgebiet promoviert haben.

Paulchen
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Re: Auch von hierarchisch deutlich höher gestellten (und älteren) mit Doktor anreden lassen?

Beitrag von Paulchen » 29.07.2017, 08:55

Die einzigen, die mich jemals mit diesem akademischen Grad (ein Titel ist es nämlich nicht) angesprochen haben, waren meine Großeltern. Ansonsten habe ich längst vergessen, dass ich die zwei Buchstaben vor dem Namen habe. Während meiner Post-Doc-Zeit war das eh egal und bei uns in der Firma wird sich geduzt, egal ob promoviert oder nicht. Spielt sowas wie "Herr Professor" oder "Herr Doktor" nicht nur in der Medizin oder schlechten ARD-Serien eine Rolle?

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Re: Auch von hierarchisch deutlich höher gestellten (und älteren) mit Doktor anreden lassen?

Beitrag von Wierus » 29.07.2017, 11:36

Kommt man sich da nicht ein bisschen albern vor, jemanden ständig mit "Herr Dokter" anzureden? Außerhalb der Universitäten (und Arztpraxen) ist das doch eher nur in "gehobenen" Kreisen angebracht, z.B. Unternehmensführung, höchste Verwaltungsebene, auswertiger Dienst.

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Re: Auch von hierarchisch deutlich höher gestellten (und älteren) mit Doktor anreden lassen?

Beitrag von Green Goddess » 29.07.2017, 12:02

Lass mal die Unis weg! Ich glaube, bezogen auf die Dichteverteilung des Grades in diesem Biotop, wird er eben dort am seltensten ausgesprochen.
Aber du hast mit dem 1. Satz vollkommen Recht. Wer z.B. mich mit "Hr. Doktor" anspricht, hat guten Grund, sich beschränkt vorzukommen. :lol:
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Re: Anrede mit dem Doktor: Auch von hierarchisch deutlich höher gestellten (und älteren)?

Beitrag von kal-el » 30.12.2018, 16:22

....schon bisschen älterer Fred....
aber das mit dem "Dr." und der "Hierarchie" sind doch zwei verschiedene Dinge, oder?
Das eine ist die Anrede, wenn man das weg lässt, was zum Namen gehört, ist das irgendwie, als lässt man "Herr" oder "Frau" weg,
oder wenn man bei einem Herrn "Mayer-Müller" nur den "Müller" nennt.
Wenn man es mit Absicht weg lässt, obwohl man weiß, der andere hat den, erhöht man den Titel doch auch erst recht...
Das andere ist eine Firmenhierarchie. Warum sollt also ein Chef den Dr. weglassen oder der Dr. umgekehrt auf den Dr. verzichten?
Deswegen ist der eine immer noch kein Chef und der andere immer noch kein Dr..

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