Veröffentlichung mit Problemen

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Lucy
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Re: Veröffentlichung mit Problemen

Beitrag von Lucy » 01.04.2015, 09:57

Richtig: Tectum, Logos, Shaker u.ä. wären tatsächlich viel günstiger, nämlich zwischen 900 und 2800 Euro, je nach Ausstattung und Extras. Das kommt aber nicht in Frage, weil der Veröffentlichung in den Augen der Fachwelt (angeblich) der Makel anhaftet: Die hat es sonst nirgendwo geschafft. Schließlich kann ich ja nicht ins Vorwort schreiben, die Arbeit hätte auch in der renommierten Institutsreihe erscheinen können, wenn die Verfasserin bereit gewesen wäre, sich deren Konditionen unterzuordnen. Lol.
Wenn der Online Veröffentlichung ein ähnlicher "Makel" anhaftet, könnte ich damit besser leben, weil es erstens gar nichts kostet und ich zweitens die Option habe, noch ein Buch nach meinen Vorstellungen draus zu machen (vielleicht books on demand...).

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Traudel
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Re: Veröffentlichung mit Problemen

Beitrag von Traudel » 01.04.2015, 11:25

Ja, Lucys Kostenvoranschläge lassen Erinnerungsglocken in mir klingeln. Ich habe mir diesen Wunsch dann erfüllt (wie gesagt, ich habe mich so unter Druck gesetzt, dass ich mit allen anderen Veröffentlichungsvarianten unzufrieden gewesen wäre - auch wenn das objektiv gesehen totaler Quatsch ist). Da der Satz zweimal gemacht wurde, stieg der Betrag fast in die Höhe von Lucys Wunschverlag.
Ich habe mich dann damit beruhigt, dass ich 1. den Druckkostenzuschuss (Höchstförderbetrag :D sehr nice!) erhalten habe, 2. noch die VG Wort-Tantiemen abziehen kann und 3. ordentlich Werbungskosten in der Steuererklärung absetze. Zudem erhalte ich 50% des erwirtschafteten Gewinns, was nicht unbedingt überall Usus ist. Wenn man dann alles zusammenzählt, ist das für mich letztlich doch nicht teuer gewesen.
ABER ich finde, dass es eh nicht so sehr um das Geld gehen muss/darf/sollte. Vielmehr möchte ich Dir, Lucy, raten, Dich ganz, ganz ehrlich zu fragen, ob Dir die Verlagspublikation dieser Stress wert ist! Überarbeitung, Zeit, Nerven, Unsicherheiten... Abhängigkeit von anderen...
Dann aber noch 2 Fragen:
1. Echt? Die Altersgrenzen gelten nicht nur für Promotionsstipendien, sondern auch für Druckkostenzuschüsse? Ist mir neu. Ich war jedenfalls schon älter als 28 :D
2. Das Imprimatur benötigst Du natürlich sowieso, auch für eine Serverpublikation. Gelten aber dabei auch die beschriebenen neuen Auflagen für Format, Zitierung, Bibliographie Deiner Fakultät? Wenn ja, dann ist die Servervariante nun doch nicht so eine Stress-Erleichterung.

Also wie gesagt, wenn ich jetzt erneut vor der Wahl stünde, wüsste ich auch nicht, was ich täte. Möchte Eva und Koenigsportal recht geben, dass diese elitäre Ablehnung gegenüber Serverpublikationen endlich mal passé sein sollte und in der heutigen Zeit nicht angemessen ist. Ich selbst bin bei weitem nicht stolz darauf, dass diese "zweite Klasse"-Ansicht in meinem (recht konservativen geisteswiss.) Fach fortbesteht und auch mich beeinflusst hat.
Revolution, Freunde!
LG

Lucy
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Re: Veröffentlichung mit Problemen

Beitrag von Lucy » 01.04.2015, 12:14

Die Altersgrenze besteht bei Gerda Henkel und Fazit. Alles andere ist dezidiert ausschließlich Exzellenzförderung. Oder habe ich etwas übersehen? Vorschläge willkommen!
Das Imprimatur hat natürlich nichts mit den Auflagen des Verlags bzw. der Reihe zu tun. Hoffe ich zumindest (alles andere wäre der Gipfel der Unfairness). Es ist eine reine Zeitfrage...

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Re: Veröffentlichung mit Problemen

Beitrag von Koenigsportal » 01.04.2015, 13:45

Traudel hat geschrieben: 2. Das Imprimatur benötigst Du natürlich sowieso, auch für eine Serverpublikation.
An meiner Uni ist es so, dass auf dem Server nur die Arbeit in der vorgelegten Form hochgeladen werden darf. Änderungen sind allenfalls ganz geringfügig und keineswegs inhaltlich erlaubt (bspw. Rechtschreibung).
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Matilda
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Re: Veröffentlichung mit Problemen

Beitrag von Matilda » 01.04.2015, 14:36

Hallo Lucy,

Also ich habe meinen Druckkostenzuschuss bei der Gerda Henkel beantragt und habe nichts von einer Altersbegrenzung gelesen. Ich glaube, die bezieht sich auf Stipendien, ich kenne auch niemanden, der mit seiner Promotion fertig und unter 28 ist. Aber soweit ich das in Erinnerung habe, gibt die Henkel Stiftung nur Zuschüsse an ihre eigenen Stipendiaten?

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Re: Veröffentlichung mit Problemen

Beitrag von Lyra » 01.04.2015, 17:13

Bei der Gerda-Henkel-Stiftung bekommen gegenwärtig nur eigene Stipendiaten Druckkostenzuschüsse; bei der Fazit-Stiftung gilt die Altersgrenze von 28 Jahren nur für die Promotionsstipendien, nicht aber die Druckkostenzuschüsse.

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Re: Veröffentlichung mit Problemen

Beitrag von Traudel » 01.04.2015, 17:28

Oh, danke Koenigsportal, das wusste ich nicht. Ich dachte, auch für Serverpublikationen sei das Imprimatur erforderlich.
LG von der belehrten Traudel :D

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Re: Veröffentlichung mit Problemen

Beitrag von Traudel » 01.04.2015, 17:30

Ach so, und ich möchte Lyra zustimmen: Fazit-Stiftung hat keine Altersgrenze für Druckkostenzuschüsse. Lucy, kannst Du eine finanzielle Notlage nachweisen?

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Re: Veröffentlichung mit Problemen

Beitrag von histosowi » 01.04.2015, 18:14

Traudel hat geschrieben:Oh, danke Koenigsportal, das wusste ich nicht. Ich dachte, auch für Serverpublikationen sei das Imprimatur erforderlich.
LG von der belehrten Traudel :D
:?: Die Imprimatur ist IMMER erforderlich, egal, ob es sich um eine Publikation in einem Verlag oder auf dem Uniserver handelt. Es handelt sich ja schließlich um die offizielle Genehmigung, die Dissertationsschrift zu veröffentlichen, das Veröffentlichungsmedium spielt dabei keine Rolle
:!:

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Re: Veröffentlichung mit Problemen

Beitrag von Koenigsportal » 01.04.2015, 18:46

Dann ist es bei uns wohl so, dass man die Druckfreigabe für die vorgelegte Version bekommen müsste, sonst wäre eine Online-Publikation nicht machbar. Jedenfalls klingen die Ausagen der zuständigen Bibliothek unabdingbar.
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