Wechsel des Dissertationsbetreuers

Fragen aus der laufenden Arbeit an der Dissertation.
Literatursuche, Motivationsprobleme, Lehrtätigkeit, Ärger mit dem Prof u.v.m.

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Silvia

Wechsel des Dissertationsbetreuers

Beitragvon Silvia » 30.10.2007, 11:21

Hallo,

mich interessiert, wie und in welchem Ausmaß sich Euer/Eure Dissertationsbetreuer/in um Euch (Eure Arbeit) kümmert. Wie viel/wenig Engagement haltet Ihr für normal?

Mein Dissertationsbetreuer ist so zurückhaltend, dass ich über einen Wechsel nachdenke. Über die Formalitäten habe ich mich noch nicht informiert.
Gibt es irgendwelche Punkte im zwischenmenschlichen, formalen oder arbeitsorganisatorischen Bereich, die aus Eurer Sicht gegen einen Wechsel sprechen?

Beste Grüsse
Silvia

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Eva
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Beitragvon Eva » 30.10.2007, 15:01

Hallo Silvia,

lies mal meinen Beitrag "Ausmaß an Betreuung durch Doktorvater?", der die Sache allerdings von einer weniger frustrierten Seite angeht. Bei mir war/ist es eher so, dass ich eigentlich eh lieber alleine vor mich hinwerkle und soweit auch von meinem Prof. in Ruhe gelassen werde. Mir war nur nicht klar, wieweit ich ihn dann doch mal in die Pflicht nehmen kann (konkret, jetzt wo es auf das Ende zugeht: Liest er vorab einen Teil oder die ganze Arbeit?). Ich habe ihn letztlich einfach gefragt, was aus seiner Sicht akzeptabel ist und er meinte sinngemäß, das würde er mir überlassen. Einige Doktoranden würden gern einzelne Kapitel vorher zum Lesen abgeben, andere die ganze Arbeit. Er sei für alles offen... :D

Nun muss man dazu sagen, dass mein DV sehr nett ist und ich ihn das einfach mal fragen konnte. Sofern euer Verhältnis nicht menschlich völlig zerrüttet ist, würde ich dir empfehlen, auch mal mit deinem Prof. abzugleichen, was ihr beide unter Betreuung versteht.
Kannst du denn sagen, was dir fehlt, was du dir wünschst? So ist es sehr schwer zu beurteilen, ob deine Vorstellungen realistisch sind oder er tatsächlich ein mieser Betreuer ist...
Wie weit bist du denn schon mit der Arbeit, wieviel Zeit, Geld etc. wurde investiert? Das hat in meinen Augen einen erheblichen Einfluss auf die Entscheidung Wechseln oder Durchziehen.

Generell, finde ich, ist es auch eine Frage der persönlichen Arbeitsweise, welches Ausmaß an Betreuung man sich wünscht. Die einen haben lieber Zwischentermine und wollen immer wieder eine Rückmeldung, die anderen arbeiten lieber unabhängig. Was dem einen zu wenig Betreuung, ist dem anderen vielleicht fast schon zu viel.

Ich finde aber wichtig, dass der Prof. für Rückfragen jederzeit erreichbar ist und einem nicht das Gefühl gibt, lästig zu sein. Ich musste z.B. noch nie länger als ein paar Tage auf eine Rückmeldung warten, wenn ich dem DV gemailt habe (ich promoviere extern).

Viel Erfolg!

Silvia

Beitragvon Silvia » 30.10.2007, 17:14

Hi Eva,

danke für's antworten.
Na ja, im Grunde bin ich wie Du und für einen Betreuer im Allgemeinen auch sehr pflegeleicht. Ich brauche nichts weiter als ab und zu eine Unterschrift und habe ihn jetzt einmal über eine inhaltliche Änderung informiert.

Bezüglich dieser Änderung will ich lediglich wissen, ob mein Vorgehen für ihn akzeptabel ist. Leider antwortet er seit Wochen nicht auf diese Mail.
Ich bat einmal darum, dass er mich für ein Stipendium vorschlägt. Das wollte er nicht tun. Ich weiss nicht warum, weil er nur mit Ausreden kam. Er hat kein Colloquium und mein Gutachten habe ich selbst geschrieben. Für die Unterschrift musste ich ihm eine Weile hinterherrennen.

Vielleicht ist es eine gute Lösung meine Unzufriedenheit mit der Betreuung anzusprechen. Andererseits denke ich, dass es nicht schlimmer kommen kann und ein Wechsel nur Vorteile bringt. Im Moment bin ich da sehr ambivalent.

Beste Grüsse
Silvia

Eva
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Beitragvon Eva » 30.10.2007, 19:27

Zugegeben, da wäre ich auch unzufrieden.
Ich habe mich ganz zu Beginn um zwei Stipendien beworben, für die mir mein DV jeweils ein Gutachten geschrieben hat, und mehr als eine Woche musste ich noch nie auf eine Rückmeldung warten. Gerade wenn man sonst pflegeleicht ist, kann man schon erwarten, dass wenigstens die paar Mal, wenn man was braucht, eine Betreuung stattfindet.
Hoffentlich hast du dann wenigstens mit dem nächsten Betreuer mehr Glück!
Eva

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Silvia

Beitragvon Silvia » 31.10.2007, 10:32

Ja, ich bin diesbezüglich ganz zuversichtlich. Jetzt wo die Bewerbungsphase abgeschlossen ist, bin ich ja auch noch pflegeleichter als vorher. :D
Dir wünsch ich auch gutes Vorankommen.
Silvia

Gitta

Beitragvon Gitta » 31.10.2007, 17:45

Ihr Lieben,

so langsam merke ich, wie gut ich es mit meinem DV und meiner DM habe. Eure Gespräche darüber haben mir viel Klarheit über mich selbst verschafft -und jetzt fange ich an, meine Situation richtig gut zu finden. Nach 5 Jahren :). Prof. und Profin. lassen mich in Ruhe. Wenn ich eine e-mail oder einen Brief schreibe, dann habe ich noch nie länger als zwei Tage auf eine Antwort gewartet. Kleine Päckchen mit getippten Abschnitten erhalte ich gründlich durchgelesen und korrigiert nach kurzer Zeit zurück - und falls sie absehen können, daß es etwas länger dauert, dann kriege ich dazu eine Nachricht. Einmal, als ich mich fast ein Jahr nicht gemeldet hatte, fragte mein DV schriftlich nach, in meine große Schaffenskrise hinein, da hätte ich fast aufgegeben. Mit seiner Hilfe habe ich mich wieder berappelt. Merkwürdig, noch vor einigen Monaten habe ich mich ständig beklagt über die mangelnde Anleitung und mangelnde Einbindung und mangelnde Kenntnis der doctores über mein Thema ... lang war die Liste.
Das Forum ist schon gut :lol: :

Gitta

Silvia

Beitragvon Silvia » 01.11.2007, 22:57

@ Gitta -> das freut mich sehr für Dich. Du promovierst nicht zufällig in Psychologie?
Wenn ja, wer sind Deine Doktoreltern? 8) Bei dem Geschwärme kriegt man ja richtig Lust, ein Stück vom Kuchen abzubeissen :D

Gitta

Beitragvon Gitta » 02.11.2007, 07:00

Guten Morgen, Silvia,

sag' mal, wie kommst Du auf Psychologie? Warum grad Psychologie? :shock: :lol:
Nö, mittelalterliche Geschichte, Kirchengeschichte.

:) Gitta

Silvia

Beitragvon Silvia » 03.11.2007, 22:08

Guten Abend Gitta,

ich fragte nur, weil ich mich auch bei Deinem Prof. vorgestellt hätte, wenn er Psychologe wäre.
Dann bekäme ich nämlich endlich auch mal eine gute Betreuung. :lol:
Keine Sorge, war nur ein Scherz. :P

LG Silvia

Milla

Beitragvon Milla » 17.11.2007, 19:33

Hallo miteinander,

nur ein Stück Erfahrung von mir - Zeitgeschichte - mein DV ist menschlich sehr in Ordnung, keine Frage, aber er liest nix.

Ok, ich finde Austausch zu meinem Thema andernorts, will mich über mangelnde inhaltloch Betreuung gar nicht beschweren.

Mein Zweitbetreuer lehnt seit 2 Jahren jedwede Lektüre irgendwelcher Sachen von mir ab, ist zwar auf Nachfrage vor 6 Monaten noch bereit, ein Gutachten zur Endfassung zu schreiben, aber bitte nicht vorher stören... Jetzt bin ich schwer am Überlegen, ob ich mir nicht besser einen anderen Zweitgutachter suche - einer, der vom Fach ist (dieser ist auch noch von einer anderen Institution und aus einer anderen Disziplin) und etwas wohlwollender, da ich so ja gar nicht weiß, ob ich seinen Ton treffe oder es einfach nur ne schlechte Note am Ende geben wird.

:roll:


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