Von der Uni in die Privatwirtschaft / Gehaltsverhandlungen

FlimBeam
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Von der Uni in die Privatwirtschaft / Gehaltsverhandlungen

Beitrag von FlimBeam »

Liebe Forumsgemeinde,

meine derzeitige Situation ist in der Betreffszeile zusammengefasst. Ich bin gerade zu 65% als wiss. Mitarbeiter in einem DFG-Projekt beschäftigt, das in einigen Monaten ausläuft. Ich habe bereits jetzt angefangen mich nach möglichen Stellen umzusehen, damit ich nächstes Jahr nicht in die Arbeitslosigkeit gehen muss. Nachteilig für meine Jobaussichten in meinem Augen: ich promoviere nicht in einem technischem Feld, vorteilig für meine Jobaussichten in meinen Augen: mein Bereich ist interdisziplinär und ich bringe bestimmte technische und analytische Fertigkeiten mit, sodass ich bei einigen Positionen mit den Bewerbern aus technischen Fächern konkurrieren kann.

Ich bin allerdings hin und her gerissen, wie ich meine "Gehaltsvorstellungen" kommunizieren soll. Als Tipp liest man ja sehr oft, man soll sich am aktuellen Bruttojahresgehalt orientieren, aber das ist in meinem Fall wenig hilfreich, denn nehme ich die 65% zugrunde, dann wäre das für eine Vollzeitstelle viel zu wenig, schaue ich mir aber das entsprechende Bruttogehalt mit meiner Erfahrungsstufe für die 100% an, so bin ich mir sicher, dass ich diese Summe als Einsteiger in dem Bereich, in dem ich mich bewerben möchte niemals erhalten werde. Dazu kommt noch, der Umstand, dass ich als "Interdisziplinärer" tendenziell auch mit dem Label "Quereinsteiger" konfrontiert werde.

Ich bin gerade wirklich ratlos in diesem Punkt. Hat jemand mit diesem Thema bereits Erfahrungen gemacht und möchte diese mit mir teilen?

Danke und beste Grüße
Beam

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flip
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Re: Von der Uni in die Privatwirtschaft/Gehaltsverhandlungen

Beitrag von flip »

Du nimmst natürlich nicht Teilzeitgehälter als Vergleichsbasis. ;)
Auch wenn du gerne eine Antwort auf die Frage hättest, aber das kann man nicht so einfach beantwortet. Deine "Interdisziplinarität" bringt dir nichts, wenn du dadurch später nicht in irgend einer Form für den Arbeitsmarkt attraktiver wirst. Das gilt für alle Fachrichtungen. Also anders ausdrückt, was sind deine Fähigkeiten, die dich von anderen abheben UND sind sie durch die Diss abbildbar?

Wenn du einfach nur deinen "Dr" hervorhebst, dann kommst du in das Haifischbecken mit ganz vielen andern (promovierten) Bewerbern.
So kommen auch die Einstiegsgehälter zustande, die von 40-90+k oder noch mehr variieren. Eine einfache Regel gibt, außer der obigen gibt es dafür nicht.
caipirinha11085
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Re: Von der Uni in die Privatwirtschaft/Gehaltsverhandlungen

Beitrag von caipirinha11085 »

Was macht dich denn so sicher, dass du dein jetziges Gehalt bei 100% nicht erhalten wirst? Manchmal habe ich den Eindruck, dass man, wenn man immer nur Teilzeitstellen an der Uni hatte, etwas das Gefühl verliert für "normale" Gehälter.

Grundsätzlich würde ich mich zunächst informieren, was Berufseinsteiger bei dem angestrebten Unternehmen in der jeweiligen Position erhalten. Das scheint mir sinnvoller, als WissMit-Gehälter aus dem öffentlichen Dienst mit Gehältern aus der Privatwirtschaft zu vergleichen. Sei außerdem darauf vorbereitet, dass die Frage im Bewerbungsgespräch aufkommt, wie du auf dein Wunschgehalt kommst (ich habs dann mit der Wahrheit gehalten und auf die entsprechenden Quellen online verwiesen).

mE gehst du die Frage, inwiefern deine Diss in der Privatwirtschaft hilft, falsch an: Statt zu versuchen, die Frage generisch zu beantworten ("technisch", "interdisziplinär") würde ich mich lieber mit der konkreten Position und deinen konkreten Fähigkeiten für die Position (auch durch deine Diss) auseinandersetzen. Da wird dir dann sicherlich etwas einfallen, es gibt ja sicher vernünftige Gründe, warum du dich um bestimmte Positionen bewirbst.

Btw, ich war als Berufseinsteiger nie in einem "Haifischbecken" mit ganz vielen anderen promovierten Bewerbern. Sicherlich ist das abhängig vom Fach, aber promovierte Bewerber fallen ja auch nicht von Bäumen.
flip
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Re: Von der Uni in die Privatwirtschaft/Gehaltsverhandlungen

Beitrag von flip »

caipirinha11085 hat geschrieben: 30.10.2018, 13:14 Btw, ich war als Berufseinsteiger nie in einem "Haifischbecken" mit ganz vielen anderen promovierten Bewerbern. Sicherlich ist das abhängig vom Fach, aber promovierte Bewerber fallen ja auch nicht von Bäumen.
Na, das ist abhängig von der Stelle, nicht vom Fach. Die Diversität an Uni-Fächern gibt es doch später nicht mehr. Vor allem nicht in dern Geisteswissenschaften. Und, mit Verlaub, aber woher willst du wissen, wie viele promovierte Mitwettbewerber es gegeben hat? Du glaubst gar nicht, wer sich bspw. alles bei uns auch nur auf die simpelsten Entwicklersteller bewirbt. Da wo man eigentlich einen Informatik-Bachelor einstellen möchte, kommen auf einmal reihenweise promovierte Physiker. Die werden natürlich gar nicht erst eingeladen, weil ich es selber als Promovierter nicht verantworten kann, dem netten Herrn (oder der netten Dame) dann ein Gehalt anzubieten, was der Stelle eigentlich gerecht werden soll und nicht der akademischen Qualifikation.
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Re: Von der Uni in die Privatwirtschaft/Gehaltsverhandlungen

Beitrag von caipirinha11085 »

flip hat geschrieben: 30.10.2018, 15:08
caipirinha11085 hat geschrieben: 30.10.2018, 13:14 Btw, ich war als Berufseinsteiger nie in einem "Haifischbecken" mit ganz vielen anderen promovierten Bewerbern. Sicherlich ist das abhängig vom Fach, aber promovierte Bewerber fallen ja auch nicht von Bäumen.
Na, das ist abhängig von der Stelle, nicht vom Fach. Die Diversität an Uni-Fächern gibt es doch später nicht mehr. [...] Da wo man eigentlich einen Informatik-Bachelor einstellen möchte, kommen auf einmal reihenweise promovierte Physiker. [....]
Stelle und Fachrichtung korrespondieren mindestens dort, wo es staatliche Zulassungsbeschränkungen für bestimmte Stellen gibt, etwa für Rechtsanwälte. Ist mE aber nichts als Haarspalterei, da die Aussage schlicht ist, dass sich TE nach Möglichkeit für Stellen bewerben sollte, für die er oder sie qualifiziert ist. Wenn ihr eine Stelle für einen promovierten Informatiker ausschreibt, wie viele hochqualifizierte, perfekt auf die Stelle passende promovierte Informatiker bewerben sich? Da müsste in dem angeblichen Haifischbecken doch schlagartig mehr Platz sein.
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Re: Von der Uni in die Privatwirtschaft/Gehaltsverhandlungen

Beitrag von Nomen Nescio »

Der Tipp, das letzte Jahresbrutto als Ausgangspunkt zu nehmen, ist in deinem Fall für die Tonne. Dieser Tipp bezieht sich primär auf Wechsler zwischen gleichanfordrigen Stellen, im Extremfall also der Autoverkäufer, der von VW-Vertragshändler X zu VW-Vertragshändler Y wechselt. Der Lagerist, der sich auf dem 2. Bildungsweg bis zum Abschluss eines Logistikstudium gekämpft hat, wird nicht sein ursprüngliches Gehalt als Basis nehmen wollen und auch nicht seinen Gabelstaplerschein herausstellen.

"Interdisziplinär" bedeutet für das Unternehmen nur dann einen Mehrwert, wenn die ausgeschriebene Position im weitesten Sinne im Schittstellenbereich angesiedelt ist. Ansonsten kommt die Interdisziplin eines Teams durch die Auswahl der Spezialisten und eine gute Kommunikationskultur zustande.

Ob sich analytische Fähigkeiten zwischen GeiWis und MINTlern vergleichen lassen, sei dahingestellt, ohne irgendeine Wertung zu beabsichtigen.
Trollschutzerklärung: Ich halte mich aus threads mit erhöhtem Trollpotential heraus. Im Fehlerfall möge der Troll bitte "NEIN, ich bin nicht einverstanden." drücken.
FlimBeam
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Re: Von der Uni in die Privatwirtschaft/Gehaltsverhandlungen

Beitrag von FlimBeam »

Danke für Eure Rückmeldungen!

Zunächst einige Punkte zur Präzisierung meiner Situation:
flip hat geschrieben: 30.10.2018, 12:32 Du nimmst natürlich nicht Teilzeitgehälter als Vergleichsbasis. ;)
Davon sollte man tatsächlich ausgehen, aber ich habe bereits Erfahrungen gemacht, dass Arbeitgeber das eben anders "interpretieren" und gerne das Detail mit der Teilzeitbeschäftigung übersehen und einfach die Frage stellen "Wie viel verdienen Sie denn so als Doktorand." Einige möchten selbst über den Aspekt "sozialversicherungspflichtige Beschäftigung" wegsehen und dich als "Studenten" abstempeln...
Nomen Nescio hat geschrieben: 30.10.2018, 16:11 Der Tipp, das letzte Jahresbrutto als Ausgangspunkt zu nehmen, ist in deinem Fall für die Tonne. Dieser Tipp bezieht sich primär auf Wechsler zwischen gleichanfordrigen Stellen, im Extremfall also der Autoverkäufer, der von VW-Vertragshändler X zu VW-Vertragshändler Y wechselt. Der Lagerist, der sich auf dem 2. Bildungsweg bis zum Abschluss eines Logistikstudium gekämpft hat, wird nicht sein ursprüngliches Gehalt als Basis nehmen wollen und auch nicht seinen Gabelstaplerschein herausstellen.
Das ist mir ebenfalls durchaus klar, allerdings gehe ich hier tatsächlich von der Perspektive des "durchschnittlichen" Arbeitgebers aus und meiner persönlichen Ausgangslage und diese ist leider nicht so offensichtlich wie im Falle eines Lageristen, der nun ein Logistikstudium abgeschlossen hat...
flip hat geschrieben: 30.10.2018, 12:32 Deine "Interdisziplinarität" bringt dir nichts, wenn du dadurch später nicht in irgend einer Form für den Arbeitsmarkt attraktiver wirst.
Nomen Nescio hat geschrieben: 30.10.2018, 16:11 "Interdisziplinär" bedeutet für das Unternehmen nur dann einen Mehrwert, wenn die ausgeschriebene Position im weitesten Sinne im Schittstellenbereich angesiedelt ist.
Ich habe nur auf meine "Interdisziplinarität" hingewiesen, weil ich eben erst dadurch in der Lage bin, mich auf bestimmte technische Stellen zu bewerben und wollte nur darauf aufmerksam machen, dass ich eben keine Geisteswissenschaft im klassischen Sinne studiert habe. Ich wollte damit nicht suggerieren, dass ich ein einzigartiges Einhorn bin und ich allein deswegen sofort von den Unternehmen eingestellt werden müsste... Übrigens habe ich in meinem ersten Post keine Anführungszeichen um den Begriff interdisziplinär benutzt. Warum ihr das macht, müsstet ihr mir erklären... Aber zumindest sagt mir das, dass ich einen großen Bogen um diese Sache machen und einfach ein Rebranding durchführen sollte a la Exceltabellen + Regressionsanalyse = Data Science...
Nomen Nescio hat geschrieben: 30.10.2018, 16:11 Ob sich analytische Fähigkeiten zwischen GeiWis und MINTlern vergleichen lassen, sei dahingestellt, ohne irgendeine Wertung zu beabsichtigen.
Gut, dass du denn Hinweis am Ende noch eingefügt hast, sonst könnte man den Satz ohne die analytischen Fähigkeiten eines MINTlers tatsächlich missverstehen...
flip hat geschrieben: 30.10.2018, 12:32 Wenn du einfach nur deinen "Dr" hervorhebst, dann kommst du in das Haifischbecken mit ganz vielen andern (promovierten) Bewerbern.
So kommen auch die Einstiegsgehälter zustande, die von 40-90+k oder noch mehr variieren.
Dass ich meinen Doktor vorheben möchte, habe ich an keiner Stelle in meinem Post erwähnt und es geht mir auch nicht um unrealistische Bruttojahresbeiträge um die 90 Tausend als Berufseinsteiger. Meine derzeitige Gehaltsvorstellung pendelt um +/- 6 Tausend Jahresbrutto, was aber immer noch eine für mich bedeutende Spanne darstellt...

Meine Kommentare mögen gerade anders wirken, aber ich bin wirklich für Eure Rückmeldungen dankbar... In einer kritischen Auseinandersetzung entstehen die besten Ideen...
caipirinha11085 hat geschrieben: 30.10.2018, 13:14 Was macht dich denn so sicher, dass du dein jetziges Gehalt bei 100% nicht erhalten wirst? Manchmal habe ich den Eindruck, dass man, wenn man immer nur Teilzeitstellen an der Uni hatte, etwas das Gefühl verliert für "normale" Gehälter.
Das Gefühl habe ich gerade tatsächlich zum eigenen Bedauern nicht. Es kann sein, dass ich mich da irre, aber ich denke, dass eine 100% Post-Doc-Stelle in meinem Fall tatsächlich besser bezahlt wäre... Ich möchte aber unbedingt nach der Doktorarbeit aus dem wiss. Betrieb raus.
caipirinha11085 hat geschrieben: 30.10.2018, 13:14 mE gehst du die Frage, inwiefern deine Diss in der Privatwirtschaft hilft, falsch an: Statt zu versuchen, die Frage generisch zu beantworten ("technisch", "interdisziplinär") würde ich mich lieber mit der konkreten Position und deinen konkreten Fähigkeiten für die Position (auch durch deine Diss) auseinandersetzen. Da wird dir dann sicherlich etwas einfallen, es gibt ja sicher vernünftige Gründe, warum du dich um bestimmte Positionen bewirbst.
Danke für diesen Hinweis. Hat meine derzeitige Perspektive tatsächlich etwas zurecht gerückt...

Falls sonst noch jemand seine persönlichen Erfahrungen vom Übergang aus der Uniwelt in die Privatwirtschaft teilen möchte, gern auch etwas ausführlicher, wäre mir sehr damit geholfen.

Beam
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Re: Von der Uni in die Privatwirtschaft/Gehaltsverhandlungen

Beitrag von Sebastian »

FlimBeam hat geschrieben: 30.10.2018, 17:40
flip hat geschrieben: 30.10.2018, 12:32 Du nimmst natürlich nicht Teilzeitgehälter als Vergleichsbasis. ;)
Davon sollte man tatsächlich ausgehen, aber ich habe bereits Erfahrungen gemacht, dass Arbeitgeber das eben anders "interpretieren" und gerne das Detail mit der Teilzeitbeschäftigung übersehen und einfach die Frage stellen "Wie viel verdienen Sie denn so als Doktorand." Einige möchten selbst über den Aspekt "sozialversicherungspflichtige Beschäftigung" wegsehen und dich als "Studenten" abstempeln...
Die Referenzfrage bezieht sich - wenn eine Vollzeitstelle ausgeschrieben ist - auch auf TVöD-Vollzeit, davon darfst Du ungefragt ausgehen, ohne es auch nur anzusprechen. D. h. die Antwort auf diese Frage ist mindestens das Doktoranden-Vollzeitgehalt. Falls jemand nachfragen sollte: Du arbeitest eben aktuell auch nur in Teilzeit!
FlimBeam hat geschrieben: 30.10.2018, 17:40 Meine derzeitige Gehaltsvorstellung pendelt um +/- 6 Tausend Jahresbrutto, was aber immer noch eine für mich bedeutende Spanne darstellt...
Das würde ich noch ziemlich locker für den Betrag halten, um den man sich im nötigsten Notfall noch herunterhandeln lassen könnte. Sprich: Im Zweifel draufschlagen. Mit +/- 6.000 im Jahr liegst Du jedenfalls nicht so fernab von der Realität, dass man Dich wegen Ahnungslosigkeit ablehnen würde. Im öffentlichen Dienst und vermutlich in vielen Tarifverträgen dürfte das der Betrag sein, um den die Gehälter innerhalb der Stufen (also ohne Verantwortungszuwachs) schwanken. Sprich: Er ist dem Entscheidungsträger im Personalgespräch gleichgültig und interessiert allerhöchstens später die Personaliensachbearbeitung.
Auf der anderen Seite beweist eine deutlich zu niedrige Forderung entweder Ahnungslosigkeit oder mangelnde Geeignetheit - sei es wegen fehlender Verhandlungsfähigkeiten oder weil den Gegenüber der Verdacht beschleicht, dass Du bei Deinen fachlichen Kompetenzen übertrieben hast, wenn Du so wenig Geld dafür haben willst.

Sebastian
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Re: Von der Uni in die Privatwirtschaft / Gehaltsverhandlungen

Beitrag von caipirinha11085 »

Ich kann dir schon meine persönliche Erfahrungen mitteilen, aber mir scheint das nur begrenzt vergleichbar. Du kannst mir natürlich trotzdem gern eine PN schreiben mit Fragen.
Ich würde sagen, das Wichtigste bei der Gehaltsverhandlung ist wirklich Information darüber, was denn ein realistisches Gehalt für diese Position mit deiner Qualifikation wäre. Diese Info holt man sich als Berufseinsteiger online oder bei Bekannten. Manchmal geben große Unternehmen auch die Tarifstufen an, auf der sie einstellen, das kann als Anhaltspunkt dienen.
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Re: Von der Uni in die Privatwirtschaft/Gehaltsverhandlungen

Beitrag von Nomen Nescio »

FlimBeam hat geschrieben: 30.10.2018, 17:40 Das ist mir ebenfalls durchaus klar, allerdings gehe ich hier tatsächlich von der Perspektive des "durchschnittlichen" Arbeitgebers aus und meiner persönlichen Ausgangslage und diese ist leider nicht so offensichtlich wie im Falle eines Lageristen, der nun ein Logistikstudium abgeschlossen hat...
Deine Eingangsfrage dreht sich um Gehaltsvorstellungen, folglich bist du an der Stelle in einem Vorstellungsgespräch. Nun tätest du dir keinen Gefallen, wenn du von einem "durchschnittlichen" AG ausgehst. Es gibt an der Stelle keinen Durchschnitt, sondern nur das eine, jetzige Gegenüber!
FlimBeam hat geschrieben: 30.10.2018, 17:40 Übrigens habe ich in meinem ersten Post keine Anführungszeichen um den Begriff interdisziplinär benutzt. Warum ihr das macht, müsstet ihr mir erklären...
Ich habe ein Zitat kenntlich gemacht, nicht mehr und nicht weniger. Dass ich dies erklären müsste, ist deine Sicht. Ob ich diese, deine Sicht teile, ist einzig mir überlassen. ;)
FlimBeam hat geschrieben: 30.10.2018, 17:40 Aber zumindest sagt mir das, dass ich einen großen Bogen um diese Sache machen und einfach ein Rebranding durchführen sollte a la Exceltabellen + Regressionsanalyse = Data Science...
Ich weiss deine Selbstironie zu schätzen und bedanke mich für die Bestätigung der "MINTler-Vorurteile". ;) Denn, mal ehrlich, wenn wir über data science reden, reden wir nicht mehr über Excel, ausser zur gefälligen Darstellung von managementgerecht aufbereiteten bunten Bildchen. ;)
FlimBeam hat geschrieben: 30.10.2018, 17:40
Nomen Nescio hat geschrieben: 30.10.2018, 16:11 Ob sich analytische Fähigkeiten zwischen GeiWis und MINTlern vergleichen lassen, sei dahingestellt, ohne irgendeine Wertung zu beabsichtigen.
Gut, dass du denn Hinweis am Ende noch eingefügt hast, sonst könnte man den Satz ohne die analytischen Fähigkeiten eines MINTlers tatsächlich missverstehen...
Nomen Nescio hat geschrieben: Ob sich analytische Fähigkeiten zwischen GeiWis und MINTlern vergleichen lassen, sei dahingestellt.
Was wäre an dem Satz misszuverstehen, vorsätzliches Nichtverstehen ausgeschlossen? Ich sage lediglich, dass beide Bereiche unterschiedlich sind, sodass es (aus meiner Sicht) keine geeignete Metrik gibt, auf deren Basis ein sinnvoller Vergleich möglich ist. Wenn es, wie z.B. wie bei komplexen Zahlen, keine "grösser"-Relation gibt, sagt das auch, dass es keine Möglichkeit gibt, ein "besser als" zwischen positiven und negativen Elementen zu etablieren. Wer die Unlogik im letzten Satzteil erkannt hat, darf sich für gelungene Transferleistung aus dem 1. in den 2. Teil auf die Schulter kopfen, einerlei, ob GeiWi oder MINTler. ;)
FlimBeam hat geschrieben: 30.10.2018, 17:40 Dass ich meinen Doktor vorheben möchte, habe ich an keiner Stelle in meinem Post erwähnt und es geht mir auch nicht um unrealistische Bruttojahresbeiträge um die 90 Tausend als Berufseinsteiger.
Die 90 ist recht weit oben, aber ich kenne mind. 3 Bereiche, in denen sie entweder
a) eine erreichbare Zahl ist, evtl. nicht nominal, aber mit Einrechnung von Boni und geldwerten Goodies wie z.B. der 40k€ Dienstwagen inkl. Privatnutzung, etc, oder
b) die untere Grenze (dafür aber mit "Tesla" als Dienstwagen) ;) , oder
c) zumindest keine Grössenordnung, bei der dein Gegenüber in Schnappatmung fällt. ;)
FlimBeam hat geschrieben: 30.10.2018, 17:40 Meine derzeitige Gehaltsvorstellung pendelt um +/- 6 Tausend Jahresbrutto, was aber immer noch eine für mich bedeutende Spanne darstellt...
Versteife dich nicht auf die nackte Zahl des Jahresgehalts, es geht um das Gesamtpaket!
FlimBeam hat geschrieben: 30.10.2018, 17:40 In einer kritischen Auseinandersetzung entstehen die besten Ideen...
... und die schlechtesten, das nennt sich dann Kompromiss, bei dem beide Seiten glauben, einen guten Deal gemacht zu haben. :lol:
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