Wissenschaftliche Mitarbeitern Hochschuldidaktik + Promotion?

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Sofier

Wissenschaftliche Mitarbeitern Hochschuldidaktik + Promotion?

Beitrag von Sofier »

Hallo zusammen,
ich bin zufällig hier gelandet und dachte - da mir in diesem Bereich Ansprechpartner fehlen - versuche ich mal mein Glück, Erfahrungsberichte und ggf. Tipps zu bekommen. Es geht um Folgendes: Ich habe eine Stelle als wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Hochschuldidaktik angeboten bekommen (75% TV-L 13). Die Thematik erscheint mir spannend, ich habe mich im Zuge meiner Vorbereitung auf das Gespräch und einen angeschlossenen Kurzvortrag gerne damit beschäftigt. Die Bereitschaft zu einer Promotion wurde abgefragt und auch in der Stellenbeschreibung vorausgesetzt.

Zu mir: Ich bin 29, habe einen Bachelor in Erziehungs- und Wirtschaftswissenschaften und einen Master in EZW (Erwachsenenbildung). Ich arbeite derzeit bei einem Bildungsträger, der Job war nicht meine erste Wahl, aber der erste nach der Universität. Gerne würde ich projektbezogen Arbeiten (Stiftungen, Personalentwicklung...). In meiner Recherche bin ich über die Stelle an der Uni "gestolpert", Konzeption und Durchführung von Projekten im Bereich der Hochschuldidaktik klang für mich spannend und tut es auch noch. Eine Promotion aber bereitet mir gerade etwas Bauchschmerzen. Ich habe immer gerne wissenschaftlich gearbeitet und hab gute Ergebnisse erzielt, mitgeschwungen ist jedoch immer die Tatsache, keinen "Feierabend" zu haben - der Gedanke, immer etwas zu tun zu haben. Mit der Promotion wäre das wohl ähnlich. Zudem habe ich nach wie vor noch nicht viel Praxiserfahrung und müsste mich mit der Stelle für die nächsten 4 Jahre festlegen. Im Unternehmen hätte ich womöglich eher die Gelegenheit nochmal nach rechts und links zu schauen? Ich bin mir sicher, dass die Projekttätigkeit mir Spaß machen würde, nur ob dies im Kosmos der Universität und evtl. Promotion sein muss..

Ich mache mir viele Gedanken, da in meinem Umfeld die meisten Menschen der Meinung sind, die Uni sei mein Bereich und wissenschaftliches Arbeiten liege mir sehr. Abgesehen davon, dass ich mich ungern so lange festlegen möchte, weiß ich nicht, inwiefern die 75 %-Stelle nicht eher eine 100-Stelle ist (so wird es zumeist beschrieben ) und da frage ich mich, ob ich da reinpasse, wenn ich mich nicht gerade als Idealistin beschreiben kann, deren Lebensziel eine Promotion ist.

Momentan habe ich nicht das Gefühl, in irgendeiner Weise gefordert zu sein oder in einem Job mit Reputation zu arbeiten - dies sind auch Faktoren, die mich dazu bewegen können, die Stelle anzunehmen. Das sollte natürlich nicht ausschließlich der Fall sein. Ich denke nur zudem, dass mir die Arbeit Spaß machen könnte, ich vielleicht viele interessante Kontakte knüpfen und demnach voreilig eine gute Chance "sausen" lassen könnte.

Vielleicht ward ihr ja schon mal in einer ähnlichen Situation oder könnt mir von euren Erfahrungen berichten (falls jemand die Muße hat, den Text bis zum Ende zu lesen ;) ).

Vielen Dank schon mal & schöne Feiertage!

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Chandler
Beiträge: 6
Registriert: 21.05.2014, 13:01

Re: Wissenschaftliche Mitarbeitern Hochschuldidaktik + Promotion?

Beitrag von Chandler »

Hallo Sofier,

mit 29 bist du ja in einem normalen Promotionsalter. An meiner Promotionszeit hat mich auch weniger das wissenschaftliche Arbeiten gereizt als die Durchführung von Lehrveranstaltungen und das Zusammenarbeiten mit den verschiedensten Menschen. Eine 75%-Prozent-Stelle für ganze 4 Jahre ist ziemlich gut und findet man immer seltener. Selbstverständlich ist die Arbeitsbelastung bei 100%, wobei du natürlich ohne Probleme einen freien Tag in der Woche durchsetzen kannst. Aber diese "Nie-Feierabend-Haben" ist das übliche Problem bei solch flexiblen und eigenverantwortlichen Arbeiten.
Nach meiner Erfahrung gewöhnt man sich daran relativ schnell und schafft es dann auch problemlos mal abzuschalten.

Die Entscheidung kann dir natürlich niemand abnehmen, aber du solltest auch immer wissen, dass man sich immer wieder umentscheiden kann. Keine Entscheidung ist für ewig und wenn dein jetziger Job sowie nicht für immer angedacht ist, dann spricht ja auch nichts dagegen, die Uniarbeit für dich auszutesten.

Viele Grüße
Gesperrt
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