Gehalt an privaten FH

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archimede007
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Gehalt an privaten FH

Beitrag von archimede007 »

Hallo zusammen,

gelesen habe ich, dass der Spielraum fuer die Gehaltsverhandlung an privaten FH groesser als an staatlichen FH ist.

Hat jmd damit Erfahrung? wieviel Prozent des bisherigen Industrie(basis)gehalts ist an einer priv. FH (z.B. im Ingenieur/Informatikbereich) moeglich? gehen wir von 100K € /Jahr Industriebasisgehalt aus.

Es gilt ja die W2-Orientierung. Als Angestellte an einer priv. FH bekommt man netto rein rechnerisch (Abzuege) deutlich weniger als verbeamtete Profs an staatl. FH. Laesst sich mehr als W2 (ca. 6K x 12 = 72 K €/ Jahr) an einer priv. FH raushandeln?

Wie sehen eure Erfahrungen aus?

Viele Grüße
Archimede
SSCI
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Re: Gehalt an privaten FH

Beitrag von SSCI »

zwischen 5 und 6k pro Monat brutto sind denkbar. Eher 5 als 6.
archimede007
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Re: Gehalt an privaten FH

Beitrag von archimede007 »

Danke fuer deine Rueckmeldung.
Wie laesst sich das niedrige Gehalt erklaeren?
flip
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Re: Gehalt an privaten FH

Beitrag von flip »

archimede007 hat geschrieben:
24.11.2020, 10:12
Danke fuer deine Rueckmeldung.
Wie laesst sich das niedrige Gehalt erklaeren?
Na, private FHs sind Unternehmen und müssen Gewinne erwirtschaften. Sie bekommen zwar staatliche Unterstützung aber das reicht nicht um mit einer normalen FH ebenbürtig zu sein. Sie können daher auch nicht kostenintensive Studiengänge anbieten (alles mit Laboren) und beschränken sich daher auf alles, was mit "Business", "Intelligence" oder gar "Informatik" zu tun hat. Denn da kann man man die Zahlungswilligen abgreifen, die auch mal einen Bachelor haben wollen.
Der Selling Point sind natürlich nicht die Professoren, sondern die Studiengänge selber. Also viele Anglizismen, Trendbeschleuniger, Buzzwords, etc. und schon kommen die Studies... - also diejenigen, die sich in der Hoffnung auf die große Karriere davon blenden lassen. In den privaten Mastern dann in der Regel aus dem Ausland, um man der Marke "Made in Germany" zu profitieren. Der Kostenfaktor #1 ist bei einer privaten FH natürlich... die Immobilie. Weil sie muss dort sein, wo alle hinwollen -> teuer. Danach kommen dann schon bald die Professorengehälter. Und da ist die einzige Frage: "Kann die FH mit dir werben oder nicht". Wenn du ein schnöder Angestellter warst, der brav im Konzern Dienst nach Vorschrift gemacht hat und nebenbei Lehrveranstaltungen gegeben hat, dann kannst du den Kids viel über das reale Konzernleben erzählen, mehr aber auch nicht. Wenn du ein Unternehmen gegründet hast oder die Entwicklungsabteilung geleitet hat, immer vorne dabei warst und Kooperationen mit Hochschulen angeleiert hast, dann sieht die Sache natürlich anders aus.

Also, auch wenn das ein wenig überspitzt formuliert ist, aber je mehr du der FH bringst - also Studenten - desto besser das Gehalt. Es geht um nichts anderes, da harter Wettbewerb. Außen vorgelassen sind die private FHs, die einen Namen haben, wo alle hinwollen. Aber ich vermute, um die geht es jetzt eher weniger.
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