FH-Professur - Erfahrungen, Bewerbungstipps und Austausch III - ab 2020

Fragen und Antworten rund um die FH-Professur
Erich Gelsenfrid
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Re: FH-Professur - Erfahrungen, Bewerbungstipps und Austausch III - ab 2020

Beitrag von Erich Gelsenfrid »

Hey!

Ich hab einen Artikel mit super Bewerbungstipps gefunden: https://www.digital-minds.agency/bewerb ... en-aufbau/

Digital Minds hat allgemein tolle Artikel für Studenten und Berufsneulinge. Ich habe ein Praktikum im Marketingbereich bei denen absolviert und bin super zufrieden (Pflichtpraktikum für die Uni).

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Zeiteisen
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Re: FH-Professur - Erfahrungen, Bewerbungstipps und Austausch III - ab 2020

Beitrag von Zeiteisen »

Sind euch Fälle bekannt, bei denen jemand von einer FH zurück an eine Uni gewechselt ist? Was ist eure Erfahrung?

Ich bin zwischenzeitlich etwas weiter und habe sowohl mit dem HLB als auch Hochschulverband gesprochen und eine W2 an der FH ist zumindest finanziell im Vergleich zu einer W2 Professur an der Universität etwas enttäuschend. Der Verhandlungsspielraum ist gering, nicht nur bei den Zulagen sondern auch bei der Ausstattung (Zweier-Büro, kaum laufende Mittel, etc)

Es stehen also schwierige Entscheidungen an. An und für sich war mir nicht ganz klar, welche Möglichkeiten man an einer Uni im Vergleich zur FH hat.
echolot
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Re: FH-Professur - Erfahrungen, Bewerbungstipps und Austausch III - ab 2020

Beitrag von echolot »

Ja, es gibt diese Fälle, dass ein FH-Prof auf eine Uni-Professur berufen wurde. Das ist vermutlich aber eher die Ausnahme, als die Regel. Detail dazu hier: viewtopic.php?f=54&t=7403&p=232773#p232773

Nach mehreren Jahren an der FH kann ich eigentlich nur sagen, dass mich die Uni inzwischen gar nicht mehr reizt. Welchen Vorteil versprichst du dir davon? Du nennst, die Ausstattung, die aber zum Teil auch bei Uni-Stellen nicht unbedingt rosig ist (1 MA und 1/4 Sekretärin...). Deine eigene Besoldung ist auch nicht zwingend besser, da es inzwischen auch sehr viele W2-Stellen an Unis gibt. W3 sind oft eher die großen etablierten (und heiß umkämpften) Lehrstühle. Ich selbst habe von Anfang an ein Einzelbüro gehabt, aber du hast recht, dass es oft auch für die "Frischlinge" erstmal Zweierbüros gibt.

Einen anderen wichtigen Unterschied zwischen FH und Uni sollte man nicht unterschätzen: An der Uni hat jeder einzelne die Verpflichtung zu forschen, an der FH hat es nur die Hochschule bzw. Fakultät insgesamt. D.h., wenn man dort erfolgreich forscht und Drittmittel einwirbt, kann man sich seine Ressourcenlage deutlich verbessern und steigt auch in der Wahrnehmung. Wenn man mal eine Weile keine Forschung macht, passiert eigentlich auch nichts, dann konzentriert man sich eben wieder stärker auf Lehre und Selbstverwaltung. An der Uni sieht das meines Wissens nach anders aus.

Auch die vermeintlich geringere Lehrlast mit 9 statt 18 SWS sollte man genauer anschauen: Wie viele Studenten, wie viele Module sind es insgesamt, wie oft ändert sich das? Da kann man auch an einer FH nach einigen Jahren einigermaßen effizient arbeiten und schafft sich Freiräume für Forschung, wenn man das will (oder für Nebentätigkeiten, wenn es mehr ums Geld geht).

Also mein Fazit: Ich würde mich eigentlich nur noch an einer Uni bewerben, wenn die Widmung inhaltlich sehr gut passt und es sofort (also ohne Tenure Track mit Befristung) eine W3-Stelle ist und die Location gut passt. Dort werde ich aber dann vermutlich gegen die ganzen Hardcore-Forscher mit reiner Uni-Karriere keine große Chance haben :)
Zeiteisen
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Re: FH-Professur - Erfahrungen, Bewerbungstipps und Austausch III - ab 2020

Beitrag von Zeiteisen »

Danke echolot für deine Meinung.

Da ist sicherlich was Wahres dran. Eine W3 an der Uni strebe ich gar nicht so sehr an. Es geht mir eher um eine W2 an der Uni die im Vergleich zur FH doch mehr Möglichkeiten zu bieten scheint. Ich habe von mehreren Seiten gehört, dass Berufungszulagen zwischen 8-11 % des Grundgehalts an der Uni keine Seltenheit darstellen. An der FH dagegen gibt es häufig nur eine Pauschale von 200-300 Euro. Da es sich hier um monatliche Gehälter handelt ist das natürlich auf das Jahr gesehen eine Menge Holz. Das finde ich entsprechend schade. Sicherlich kann man vom FH Gehalt sehr gut leben, aber mit 2-3 Kindern in einer Metropole wie München oder Hamburg sieht das schon etwas anders aus. Da wäre es sicherlich für den Hauskauf von Vorteil, wenn man nochmals 300-500€ mehr im Monat verdienen könnte. Soviel eben zur Gesamtsituation.

Inhaltlich wird sich eine Forschungsprofessur nicht so sehr von einer Uni Professur unterscheiden. Zumal hier auch im Zuge von Reformen einiges erwartet wird. 3-5 Mitarbeiter und entsprechende Projekte einzuwerfen sind sicherlich sehr hohe Zielkriterien, die man selbst an einer Uni nicht so leicht erfüllen kann. Und davon hängt ja ab, ob man sich nach 5 Jahren weiterhin Forschungsprofessor schimpfen darf oder nicht... da ist also auch Druck auf den Kessel. Im besten Fall kann es aber auch von Vorteil für eine spätere Uni Professur sein.

Und klar, ich würde mich auch nicht mehr auf eine Tenure Track Professur bewerben wo man diesen ganzen Stress wieder hat und wieder in Unsicherheit paar Jahre schwebt.
mantor
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Re: FH-Professur - Erfahrungen, Bewerbungstipps und Austausch III - ab 2020

Beitrag von mantor »

Zeiteisen hat geschrieben: 29.12.2020, 12:57 Danke echolot für deine Meinung.

Da ist sicherlich was Wahres dran. Eine W3 an der Uni strebe ich gar nicht so sehr an. Es geht mir eher um eine W2 an der Uni die im Vergleich zur FH doch mehr Möglichkeiten zu bieten scheint. Ich habe von mehreren Seiten gehört, dass Berufungszulagen zwischen 8-11 % des Grundgehalts an der Uni keine Seltenheit darstellen. An der FH dagegen gibt es häufig nur eine Pauschale von 200-300 Euro. Da es sich hier um monatliche Gehälter handelt ist das natürlich auf das Jahr gesehen eine Menge Holz. Das finde ich entsprechend schade. Sicherlich kann man vom FH Gehalt sehr gut leben, aber mit 2-3 Kindern in einer Metropole wie München oder Hamburg sieht das schon etwas anders aus. Da wäre es sicherlich für den Hauskauf von Vorteil, wenn man nochmals 300-500€ mehr im Monat verdienen könnte. Soviel eben zur Gesamtsituation.
Die Infos zu den Berufungszulagen müsste man allerdings im Einzelfall prüfen. Wenn es der erste Ruf auf eine W2 oder auch eine W3 ist, gibt es üblicherweise nur wenig Verhandlungsspielraum, auch wenn die entsprechenden Verbände einem im Beratungsgespräch oft damit kommen. Zulagen von zehn Prozent kenne ich eigentlich nur aus Berufungsverhandlungen, bei denen man jemanden von einer anderen Uni abwirbt, einen auswärtigen Ruf abwehren möchte oder aber wenn der Bewerber schon ein Projekt und damit verbunden Geld mitbringt. Ausnahmen mag es geben ...
Zeiteisen
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Re: FH-Professur - Erfahrungen, Bewerbungstipps und Austausch III - ab 2020

Beitrag von Zeiteisen »

mantor hat geschrieben: 29.12.2020, 19:43
Zeiteisen hat geschrieben: 29.12.2020, 12:57 Danke echolot für deine Meinung.

Da ist sicherlich was Wahres dran. Eine W3 an der Uni strebe ich gar nicht so sehr an. Es geht mir eher um eine W2 an der Uni die im Vergleich zur FH doch mehr Möglichkeiten zu bieten scheint. Ich habe von mehreren Seiten gehört, dass Berufungszulagen zwischen 8-11 % des Grundgehalts an der Uni keine Seltenheit darstellen. An der FH dagegen gibt es häufig nur eine Pauschale von 200-300 Euro. Da es sich hier um monatliche Gehälter handelt ist das natürlich auf das Jahr gesehen eine Menge Holz. Das finde ich entsprechend schade. Sicherlich kann man vom FH Gehalt sehr gut leben, aber mit 2-3 Kindern in einer Metropole wie München oder Hamburg sieht das schon etwas anders aus. Da wäre es sicherlich für den Hauskauf von Vorteil, wenn man nochmals 300-500€ mehr im Monat verdienen könnte. Soviel eben zur Gesamtsituation.
Die Infos zu den Berufungszulagen müsste man allerdings im Einzelfall prüfen. Wenn es der erste Ruf auf eine W2 oder auch eine W3 ist, gibt es üblicherweise nur wenig Verhandlungsspielraum, auch wenn die entsprechenden Verbände einem im Beratungsgespräch oft damit kommen. Zulagen von zehn Prozent kenne ich eigentlich nur aus Berufungsverhandlungen, bei denen man jemanden von einer anderen Uni abwirbt, einen auswärtigen Ruf abwehren möchte oder aber wenn der Bewerber schon ein Projekt und damit verbunden Geld mitbringt. Ausnahmen mag es geben ...
Da ist bestimmt was dran. Klar rufen die Verbände immer bisschen mehr auf. Was mir aber aufgefallen ist, dass das durchschnittliche W2 Gehalt schon deutlich höher liegt als das eigentliche Grundgehalt. Hierüber führt der Hochschulverband ja auch Statistiken.
Grounded
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Re: FH-Professur - Erfahrungen, Bewerbungstipps und Austausch III - ab 2020

Beitrag von Grounded »

Zeiteisen hat geschrieben: 01.01.2021, 13:06 Da ist bestimmt was dran. Klar rufen die Verbände immer bisschen mehr auf. Was mir aber aufgefallen ist, dass das durchschnittliche W2 Gehalt schon deutlich höher liegt als das eigentliche Grundgehalt. Hierüber führt der Hochschulverband ja auch Statistiken.
Das wird wohl u. a. an den Leistungszulagen (Bspw. für Drittmittelprojekte) liegen.
Zeiteisen
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Re: FH-Professur - Erfahrungen, Bewerbungstipps und Austausch III - ab 2020

Beitrag von Zeiteisen »

Grounded hat geschrieben: 01.01.2021, 14:58
Zeiteisen hat geschrieben: 01.01.2021, 13:06 Da ist bestimmt was dran. Klar rufen die Verbände immer bisschen mehr auf. Was mir aber aufgefallen ist, dass das durchschnittliche W2 Gehalt schon deutlich höher liegt als das eigentliche Grundgehalt. Hierüber führt der Hochschulverband ja auch Statistiken.
Das wird wohl u. a. an den Leistungszulagen (Bspw. für Drittmittelprojekte) liegen.
Wahrscheinlich ja. Aber auch hier scheint es an der Uni der Fall zu sein, dass es mehr honoriert wird. Gerade bei den Forschungsprofessuren an den FHs sollte sich das einwerben von Drittmitteln doch auch mehr lohnen.
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Re: FH-Professur - Erfahrungen, Bewerbungstipps und Austausch III - ab 2020

Beitrag von kruemelix »

als bisher stiller Mitleser, bei dem es langsam konkreter wird, habe ich eine recht spezielle Frage an die FH-Professoren die sich vielleicht hier och aufhalten: Wie sah es mit der Anrechnung ruhegehaltsfähiger Vordienstzeiten bzw. Ausbildungszeiten bei euch aus? Wieviele Jahre wurden angerechnet und gab es Spielraum bei der Berufungsverhandlung?

Insbesondere in BW blicke ich da nicht ganz durch. Auf der einen Seite habe ich auf der Seite des HLB (https://www.hlb.de/ziel-professur/infob ... versorgung) den Passus zur "Trennung der Alterssicherungssysteme" gefunden, welcher meinem Verständnis nach etwaige Anrechnungnen privatwirtschaftlicher Tätigkeiten nichtig macht. Auf der anderen Seite habe ich folgendes Dokument gefunden (https://www.kvbw.de/pb/site/KVBW-2017-p ... 7_2018.pdf), gemäß dem meinem Verständnis nach die folgenden Dinge anrechenbar wären
- Zeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter im öD (bis max. 5 jahre)
- Studium bis 855 Tage
Sehe ich das richtig?
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