FH-Professur - Erfahrungen, Bewerbungstipps und Austausch

Fragen und Antworten rund um die FH-Professur
Die Sonja
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Re: FH-Professur - Erfahrungen, Bewerbungstipps und Austausch

Beitrag von Die Sonja » 21.09.2018, 11:38

Darf ich mich mit einer neuen Frage dazwischendrängeln? :D

Hat jemand Erfahrungen mit Nebentätigkeiten von FH-Professoren? An der Uni kenne ich es, dass sich die Profs mit Gutachten, Vorträgen, Praktikerschulungen etc. gut etwas dazuverdienen können und die Unis dies in der Regel sogar fördern.
Wie ist das an einer FH? Sollte ich eine FH-Stelle bekommen können, dürfte ich dann zB weiterhin bezahlte Seminare anbieten, Industriegutachten erstellen etc.? Vielleicht mich sogar für einen Posten in einem Aufsichtsrat in Stellung bringen?

Alles Gute,
Sonja

Die Sonja
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Re: FH-Professur - Erfahrungen, Bewerbungstipps und Austausch

Beitrag von Die Sonja » 27.09.2018, 13:30

Das komplette Schweigen des Forums nehme ich mal als Zeichen, dass solche Nebenverdienstmöglichkeiten an einer FH nicht bestehen. :roll: Schade. Dann muss ich nochmal überlegen, ob das wirklich der richtige Karriereweg ist...
Sonja

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Re: FH-Professur - Erfahrungen, Bewerbungstipps und Austausch

Beitrag von Jack24 » 27.09.2018, 13:46

Nebentätigeiten von FH-Profs sind sehr weit verbreitet. In gewissen Grenzen ist das normal und niemand stört sich daran, im Gegenteil, kommen so doch Kontakte zur Praxis zustande. 5-10 Stunden pro Woche dürften kein Problem sein. Manche Leute übertreiben es allerdings, siehe DiMiDo-Profs. Vor Jahren erschien ein Buch mit einem FH-Prof als Koautor: "Professor Untat". Dort wurden auch Nebentätigkeiten thematisiert.
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Re: FH-Professur - Erfahrungen, Bewerbungstipps und Austausch

Beitrag von spirograph » 27.09.2018, 13:56

Hi,

Moment kurz, bevor Du dich vom Karrierweg der FH-Professur abwendest. Na, rein normal überlegt, ist das eine Anstellung. Teilweise musste ich meine Nebentätigkeiten bei einer wiss. MA-Stelle angeben, mit Zeitumfang und allen drum und dran. Eine andere Uni bei gleicher Anstellung hat es nicht interessiert. Da ist wohl jedes Bundesland anders. Du kriegst n Tätigkeitsprofil und machst das halt. Was Du daneben machst, weil Du das alles kannst wie Gutachten usw., heija das ist deine Sache, immer auch ein Aushandlungsprozess. Nicht alles, was man dann innerhalb der Professurzeit machen will, muss man ja am Anfang angeben, kann ja dann "so gewachsen sein". Klar kannst Du deine Bemühungen weiterhin anstrengen. Ist eben dein privates Ding. Verkauf das als förderlich für das, wassde als FH-Prof machst. So machen es doch alle. Glattziehen. Ich kenne einige wiss. MA in festen Anstellungen, die auf iwelchen Schulämterkolloquien da bezahlte Vortäge geben oder Weiterbildungen. Das muss höchsten beim Finanzamt gemeldet werden weg. Steuerklassen; ich habe für meine Nebentätigkeit (schnief* leider*) Steuerklasse 6, da bleiben dann von 200 Euro Verdienst noch ne Bockwurst für 1,5 Euro übrig. Auch bei Beamten: gibste eben an, dassde das nur für 5h machst, wieviel Zeit Du tatsächlich dafür aufwendest, ist deine Sache. Sitzt ja keiner dann mit Dir im Auto auf dem Weg zu iwelchen Vortägen und stoppt die Zeit.... "Nicht jeder muss zu jeder Zeit vollständig durch Dich informiert werden", wir können och vieles nich nachprüfen. Alles klaro. Seid nich sooo bockehrlich. Guckt Euch mal die windigen Lindwürmer aus der Politik an....

Aber gehe mal davon aus, dass Du das alles so weiterhalten kannst. Das wird nich soooo heiß gegessen.

Dir alles Gute!!!

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Re: FH-Professur - Erfahrungen, Bewerbungstipps und Austausch

Beitrag von BieneSumSum » 27.09.2018, 20:14

Hallo Zusammen!

Vor etwa zwei Monaten habe ich mich auf eine FH-Professur im BWL Bereich beworben und auch direkt nach ein paar Tagen (!!) eine Eingangsbestätigung mit üblichem Inhalt erhalten (man meldet sich unaufgefordert bei mir etc.). Heute habe ich zufällig gesehen, dass exakt dieselbe Stelle nochmal ausgeschrieben wurde. Bis auf das besagte Eingangsschreiben habe ich seitdem aber nichts weiter von der FH gehört.

Was heißt das konkret für mich? Bin ich raus aus dem Schneider? Gab es zu wenig geeignete Bewerber und man muss deshalb nochmal neue Bewerbungen "sammeln"? Rein formell betrachtet erfülle ich alle Voraussetzungen, bis auf den Doktortitel. Dieser ist allerdings in Arbeit und voraussichtlich im Dezember fertig.

Das ist meine allererste Bewerbung auf eine FH-Professur, habe daher noch keine persönlichen Erfahrungen damit und würde mich freuen, wenn jemand von ähnlichen Erfahrungen berichten könnte.

Den Ansprechpartner bei der Hochschule erreiche ich leider nicht, um persönlich nach dem aktuellen Stand des Verfahrens zu fragen.

BieneSumSum

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Re: FH-Professur - Erfahrungen, Bewerbungstipps und Austausch

Beitrag von Jack24 » 27.09.2018, 21:27

BieneSumSum hat geschrieben:
27.09.2018, 20:14
Hallo Zusammen!

Vor etwa zwei Monaten habe ich mich auf eine FH-Professur im BWL Bereich beworben und auch direkt nach ein paar Tagen (!!) eine Eingangsbestätigung mit üblichem Inhalt erhalten (man meldet sich unaufgefordert bei mir etc.). Heute habe ich zufällig gesehen, dass exakt dieselbe Stelle nochmal ausgeschrieben wurde. Bis auf das besagte Eingangsschreiben habe ich seitdem aber nichts weiter von der FH gehört.

Was heißt das konkret für mich? Bin ich raus aus dem Schneider? Gab es zu wenig geeignete Bewerber und man muss deshalb nochmal neue Bewerbungen "sammeln"? Rein formell betrachtet erfülle ich alle Voraussetzungen, bis auf den Doktortitel. Dieser ist allerdings in Arbeit und voraussichtlich im Dezember fertig.

Das ist meine allererste Bewerbung auf eine FH-Professur, habe daher noch keine persönlichen Erfahrungen damit und würde mich freuen, wenn jemand von ähnlichen Erfahrungen berichten könnte.

Den Ansprechpartner bei der Hochschule erreiche ich leider nicht, um persönlich nach dem aktuellen Stand des Verfahrens zu fragen.

BieneSumSum
Ich fürchte, der fehlende Dr. ist ein Ausschlusskriterium. Das andere wesentliche Ausschlusskriterium an der FH sind die einschlägigen außerhochschulischen Berufserfahrungen. Weiter gibt es dann noch Erfahrungen in der Lehre, die man gerne sehen möchte. Es kommt häufig vor, dass an FHs Professuren mehrmals ausgeschrieben werden müssen, weil sich zu wenige geeignete Bewerber beteiligt haben. Normalerweise würde ich erwarten, dass die bisherigen Bewerber darüber informiert werden. Hier kann man ruhig nachfragen beim Kommissionsvorsitzenden.

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Re: FH-Professur - Erfahrungen, Bewerbungstipps und Austausch

Beitrag von BieneSumSum » 28.09.2018, 10:30

Ich habe heute in Erfahrung bringen können, dass die Stelle mangels Bewerber neu ausgeschrieben wurde.
Man hat auf Basis der Anzahl der wenigen Bewerbungen entschieden, noch mal neu auszuschreiben, ohne dass die vorhandenen Bewerbungen inhaltlich überhaupt gesichtet wurden.

Zwar klagen die Fachhochschulen bereits seit Jahren über einen Bewerbermangel, aber das es so schlimm ist, hätte ich nicht gedacht.

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Re: FH-Professur - Erfahrungen, Bewerbungstipps und Austausch

Beitrag von mantor » 28.09.2018, 13:06

spirograph hat geschrieben:
27.09.2018, 13:56
Hi,

Moment kurz, bevor Du dich vom Karrierweg der FH-Professur abwendest. Na, rein normal überlegt, ist das eine Anstellung. Teilweise musste ich meine Nebentätigkeiten bei einer wiss. MA-Stelle angeben, mit Zeitumfang und allen drum und dran. Eine andere Uni bei gleicher Anstellung hat es nicht interessiert. Da ist wohl jedes Bundesland anders. Du kriegst n Tätigkeitsprofil und machst das halt. Was Du daneben machst, weil Du das alles kannst wie Gutachten usw., heija das ist deine Sache, immer auch ein Aushandlungsprozess. Nicht alles, was man dann innerhalb der Professurzeit machen will, muss man ja am Anfang angeben, kann ja dann "so gewachsen sein". Klar kannst Du deine Bemühungen weiterhin anstrengen. Ist eben dein privates Ding. Verkauf das als förderlich für das, wassde als FH-Prof machst. So machen es doch alle. Glattziehen. Ich kenne einige wiss. MA in festen Anstellungen, die auf iwelchen Schulämterkolloquien da bezahlte Vortäge geben oder Weiterbildungen. Das muss höchsten beim Finanzamt gemeldet werden weg. Steuerklassen; ich habe für meine Nebentätigkeit (schnief* leider*) Steuerklasse 6, da bleiben dann von 200 Euro Verdienst noch ne Bockwurst für 1,5 Euro übrig. Auch bei Beamten: gibste eben an, dassde das nur für 5h machst, wieviel Zeit Du tatsächlich dafür aufwendest, ist deine Sache. Sitzt ja keiner dann mit Dir im Auto auf dem Weg zu iwelchen Vortägen und stoppt die Zeit.... "Nicht jeder muss zu jeder Zeit vollständig durch Dich informiert werden", wir können och vieles nich nachprüfen. Alles klaro. Seid nich sooo bockehrlich. Guckt Euch mal die windigen Lindwürmer aus der Politik an....

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spiro
Als verbeamteter Hochschullehrer musst Du Deine Nebentätigkeiten (Stundenanzahl und Bezahlung) angeben. Punkt. Das ist ja auch sinnvoll, schließlich wirst Du für Deine Arbeit als Hochschullehrer bezahlt. Wenn Du dann dreißig Stunden pro Woche für andere Tätigkeiten aufbringst, kann man schon die Frage stellen, wann Du eigentlich Deine Lehrer vorbereitest, Deine Studis betreust, Dich in die akademische Selbstverwaltung einbringst, etc.

Der Verweis darauf, dass andere Schindluder betreiben, berechtigt Dich m.E. nicht dazu, das selbst auch zu tun. Im Gegenteil. Gerade das sollte einen doch dazu anhalten, die Sachen korrekt anzugehen.

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Re: FH-Professur - Erfahrungen, Bewerbungstipps und Austausch

Beitrag von mm42 » 28.09.2018, 13:12

Die Sonja hat geschrieben:
21.09.2018, 11:38
Hat jemand Erfahrungen mit Nebentätigkeiten von FH-Professoren?
Im Rahmen eines Berufungsgesprächs auf eine FH-Prof-Stelle (die ich allerdings dann doch nicht angenommen habe) hat man mir gesagt, dass ich für die Vorlesungszeit einen festen "freien Tag" pro Woche definieren kann (an dem ich also nicht für Lehrveranstaltungen eingeplant werde), z.B. um Nebentätigkeiten nachzugehen. Man hat mich auch darauf hingewiesen, dass wenn die Nebentätigkeit(en) im öffentlichen Dienst sind und die Vergütung(en) plus das normale Prof-Gehalt eine bestimmte Grenze überschreitet, der Staat den über die Grenze hinausgehenden Betrag einbehält (ist wahrscheinlich abhängig vom Bundesland).

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Re: FH-Professur - Erfahrungen, Bewerbungstipps und Austausch

Beitrag von spirograph » 28.09.2018, 13:34

mantor hat geschrieben:
28.09.2018, 13:06
Als verbeamteter Hochschullehrer musst Du Deine Nebentätigkeiten (Stundenanzahl und Bezahlung) angeben. Punkt. Das ist ja auch sinnvoll, schließlich wirst Du für Deine Arbeit als Hochschullehrer bezahlt. Wenn Du dann dreißig Stunden pro Woche für andere Tätigkeiten aufbringst, kann man schon die Frage stellen, wann Du eigentlich Deine Lehrer vorbereitest, Deine Studis betreust, Dich in die akademische Selbstverwaltung einbringst, etc.

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Jaja, man kann ja "was" angeben. Es wird jeden Tag vielmals was "angegeben" an vielen Stellen.Früher hat mer n Kaiser, der hat och viel anjejeben. Wer kann da schon beim Angeben in die Zukunft gucken, was man noch so machen kann, nach der Unterschrift untern Arbeitsvertrag. Auch bei meiner Steuererklärung gebe ich viel an. Manche haben es so drauf, dass Sie 70 Stunden inner Woche arwwweiten können. Da kann man auch 30 h mal was nebenbei machen. 40 Stunden macht man noch für andere. Wird ja auch alles (!) versteuert. Also benefit für den Staat. Aber so a bissl nebenbei für sich...ah, das wird scho drin seins dürfen, ge. Kein Schindluder. Jeder Handwerker macht, da, wo ich herkomme, "was extra", "unter dor Hand", warum, weilses können - und das geht anner Steuer vorbei! Jeder weiß es, keiner hat was gesehen. :-) Nich so streng.
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