Verteidigung neben der Vollzeitarbeit

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Verteidigung neben der Vollzeitarbeit

Beitrag von fast_fertig » 09.11.2016, 22:09

Hallo ihr Lieben,

so bei mir ist es nun soweit: Ich habe abgeben und fange jetzt ein neue Stelle an. Zwar habe ich noch gehofft, die Verteidigung vor dem neuen Job zu haben, aber das Leben ist ja bekanntlich kein Wunschkonzert. :lol:
Nun frage ich mich, wie ich mich später am Besten für die Verteidung vorbereiten soll. Ich werde mir zwar für den Tag der Verteidigung und der langen Anreise den Vortag frei nehmen können, mehr aber auch nicht.

Hat denn jemand schon Erfahrungen? Wann habt ihr denn angefangen alles vorzubereiten?

Bin für Erfahrungsberichte oder/und Tipps offen :)
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gelenkpfanne
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Re: Verteidigung und vollzeit arbeit

Beitrag von gelenkpfanne » 11.11.2016, 07:32

Guten Morgen!
Ich arbeite ebenfalls in Vollzeit und wurde extern promoviert.
Der Verteidigungsvortrag war bei mir nicht so kompliziert vorzubereiten, da ich auf (m)eine Präsentation eines älteren Kongressbeitrages zurückgreifen konnte. Ich musste das also nur aktualisieren, habe meine Betreuerin die Präsentation vorher abnicken lassen und dann 3-4mal Kollegen und Familie mit einem Vortrag genervt. Willst Du es entspannt haben, würde ich die Präsentation eher zu früh als zu spät fertigstellen. Bei mir war´s ca. einen Monat vorher.
Anstrengender war eher die Vorbereitung meines zusätzlich notwendigen Rigorosums, in dem ich offiziell das Wissen des komplette Fachbereiches und eines Nebenfachs nachweisen sollte. Glücklicherweise grenzten die Prüfer die Themen ein, so dass das zu Lernende überschaubar wurde. Trotzdem ist man schon eine Weile aus Prüfungen raus und sollte nicht unterschätzen, dass man nach einem Arbeitstag und einem zu betreuendem Kind auch am Wochenende eigentlich so gar keine Lust auf Theorie hat. So find ich hier ca. zwei bis drei Monate vorher an und lernte tatsächlich sehr stückchenweise. Das, was man zu Unizeiten an einem Tag schafft, schafft man mit Arbeit und Kind vielleicht in einer Woche. Sowas würde ich einplanen.
Und ich fuhr eine Woche vor dem Geschehen ein paar Tag weg. Alle fragten sich, wie ich so kurz vorher Urlaub machen konnte, aber mir half´s bei Abstand und (etwas) Ruhe finden. An Deiner Stelle würde ich dem Ganzen mehr als einen Tag frei widmen, denn es ist ja der Abschluss einer großen Mühe.
Viel Erfolg!

sozdoc2016
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Re: Verteidigung und vollzeit arbeit

Beitrag von sozdoc2016 » 11.11.2016, 12:13

Hallo fast_fertig

Bei mir war es eher unfreiwillig auch so, dass ich Vollzeit gearbeitet habe, Pendeln musste und die Verteidigung dann blöderweise noch Mitten in einen Peak gefallen ist.
Ich habe insgesamt ca. 10 Wochen lang jeweils am Wochenende für mehrere Stunden und unter der Woche abends den Vortrag vorbereitet. Bei uns kam noch ein Thesenpapier dazu, das habe ich zuerst in Angriff genommen. Zusätzlich wollte ich in der Präsentation mit einer neuen Form der Darstellung meiner empirischen Ergebnisse punkten, was mich nochmals gut eine Woche gekostet hat.
Mir hat es geholfen, möglichst früh die Struktur des Vortrags festzulegen (z.B. an einem WE mal intensiv, damit Du den Überblick behältst) und dann nach und nach aufzufüllen (das geht gut in kleineren Zeitfenstern). Plane auf jeden Fall genügend Zeit dafür ein, die Inhalte so zu kürzen, dass sie ausgewogen sind. Das war für mich der schwierigste Part. Ich war auch ca. einen Monat vorher fertig und habe ab dann viel den Vortrag geübt (und noch kleiner Anpassungen gemacht).
Ansonsten schliesse ich mich gelenkpfanne an, was man in der Uni an einem Tag schafft, dauert nun eine Woche - und wenn man abends dann ein "müdes Hirn" hat können Konzentration und Motivation schon leiden. Mein Tipp: Plane grössere konzeptionelle Tasks für das Wochenende und kleinere für die Abende (z.B. PPP formatieren, Bilder oder Tabellen anpassen etc.).

Viel Erfolg!

fast_fertig
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Re: Verteidigung und vollzeit arbeit

Beitrag von fast_fertig » 11.11.2016, 19:18

Danke für die Antworten! Ich merke ja auch, dass es neben einem Vollzeitjob total schwierig ist, danach noch was für die Diss zu machen. Aber mit Kind stelle ich mir das noch anstrengender vor :shock: Hut ab!

Meint ihr denn z.B. ein Monat wäre zu wenig? Dachte irgendwie ich verdopple die normale Vorbereitungszeit von 2 Wochen auf 4.

EInen Teil des Vortrags habe ich im Prinzip schon durch vorherige Präsentationen. Was ich mich z.B. frage ist, ob ich die englischsprachigen Textbausteine noch einmal übersetzen sollte ins deutsche, da der Vortrag auf deutsch sein wird?

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Re: Verteidigung neben der Vollzeitarbeit

Beitrag von gelenkpfanne » 14.11.2016, 07:52

Was ist denn der Rahmen Deiner Verteidigung? Bei mir war´s maximal 30min Vortrag + maximal 30min Fragen. Das ist sehr wenig Zeit und je weniger Du reinpackst, umso besser kommt´s an. Ich konnte vorher wählen, ob die Verteidigung in deutscher oder englischer Sprache gehalten werden soll. Jeder Professor wird mit englischen Textbausteinen zurecht kommen, aber schöner und stringenter ist´s m.E., wenn alles schön schick zusammenpasst. Außerdem darf man schon sehen, dass man sich Mühe gegeben hat.

Wenn Du die Präsentation schon teilweise zusammen hast, dann läuft´s doch gut. Ich würde mich ebenso wie sozdoc2016 vorher gliedern und dann stückchenweise vervollständigen. Formatieren geht auch bei Müdigkeit. :wink:

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Re: Verteidigung neben der Vollzeitarbeit

Beitrag von annikameyer » 15.11.2016, 09:23

Von 2 auf 4 Wochen ist ja schon recht optimistisch.

Wenn man rechnet, dass ca. 8,5h im Job verbracht werden + An und Abfahrt + lebensnotwendige Angelegenheiten, dann bleiben dir bei 8h Schlaf ca. 4h am Tag übrig. Man geht von 66% Konzentrationsleistung aus, heißt, dass du 1/3 von den 4h unproduktiv bist.

Rechne doch mal auf, was du brauchst, um dich gut vorzubereiten, dann noch einen Puffer von 20% dazu und das verteilt auf 3h pro Tag. Dan bekommst Du ungefähr eine Ahung, wie lange du dich vorbereiten musst.

Aber eher würde ich Richtung Vorgesetzten gehen und das erklären und bitten, für diese Zeit auf eine halbe Stelle zu reduzieren bzw. ein Zeitkonto anzulegen und es später abzuarbeiten. Ein guter Vorgesetzter wird erkennen, dass du dir die Zet nehmen musst, weil mit den Gedanken bei der Diss und mentaler Übermüdung du eh weniger wert bist, als eine 50%-Kraft. :D

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Re: Verteidigung neben der Vollzeitarbeit

Beitrag von Papierturm » 15.11.2016, 12:09

Hm. Die große Frage da ist ja eher, ob es in der Disputation ein Summa sein muss, oder ob man sich auch mit einem Magna zufrieden gibt. Magna sollte idealerweise echt kein Problem sein - da hat man nämlich einen großen Vorteil, nämlich, man referiert über die eigene Arbeit und ist darin Experte!

Ich hatte dazu vor einiger Zeit mal was geschrieben, was auch meine Situation betraf ->
Papierturm hat geschrieben:Ich war letztes Jahr in einer sehr ähnlichen Situation - Abgabe Herbst 2014, ab Januar neue Stelle in der Wirtschaft, toll aber sehr stressig, zusätzliche Weiterbildung am Wochenende, dann Anfang Juni die Ansage "in 2 Wochen ist Disputation, ihre Thesen bitte!"

Was ich dazu nur sagen kann, ist: Du, und zwar nur du, bist der Experte in deiner Diss! Das ist ein riesiger Vorteil. Ein paar Thesen / Inhalte zusammenbasteln, um bei der Disputation die Note zu halten, das geht sehr schnell. Denn niemand kennt das Dissprojekt und die Diss so gut wie du. Nur wenn es darum ginge die Note zu verbessern, dann wäre da ein etwas größerer Aufwand.

Ansonsten aber... wenn die Promotionszeit ein Kuchen ist, dann ist die Vorbereitungszeit für die Disputation die Glasur (nennt man das so?) oben drauf. Von daher würde ich es, wenn ich in deiner Situation wäre, wagen, tief durchzuatmen. Das wird.
In dem Sinne erstmal Glückwunsch zur Abgabe und toi, toi, toi bezüglich der Disputation!

Grüße,
Papierturm

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