Doktorvater/mutter finden

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DonTom

Doktorvater/mutter finden

Beitrag von DonTom »

Folgendes Problem:
Ich möchte eine externe Promotion machen, an einer deutschen Uni im Bereich Psychologie. Habe ein deutsches Diplom der Uni Leipzig von 2001. Ich lebe in Peru und will ein weitgehend qualitatives Thema in Peru bearbeiten, aber in Deutschland/Österreich oder Schweiz promovieren oder wenn es nicht anders geht in einem EU-Land.
Ich habe schon viele emails an diverse psychologische Professoren geschrieben, viele finden das Thema interessant, aber wollen die Arbeit nicht betreuen, da sie sich nicht gut mit dem Thema auskennen. Ärztliche Professoren hatte ich einige angeschrieben, die es gern betreuen würden, aber angeblich nicht dürfen, weil ich Psychologe bin. Ich habe jetzt einen psychiatrischen Zweitbetreuer von der medizinischen Hochschule Hannover gefunden, der sich gut engagiert mit meinem Thema, aber er ist eben Arzt und kann die Erstbetreuung nicht übernehmen.
Langsam weiß ich nicht weiter. Ich habe schon angefangen, den Literaturteil zu schreiben und auch schon eine kleine statistische Vorstudie gemacht. Ah, das Thema: Subjektive Heilungstheorien von Schamanentouristen in Peru.
Irgendwelche Ideen?

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BlueBerry
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Re: Doktorvater/mutter finden

Beitrag von BlueBerry »

Hallo DonTom,

ich habe gerade auch eine schwierige Suche als externe hinter mir und fühle mit dir. Wie sieht es denn in Peru aus, warum schließt du eine Promotion vor Ort aus? Ich finde es klingt schon einmal super, dass du immerhin einen Zweitbetreuer gefunden hast! Nach meiner Erfahrung läuft sehr viel über Kontakte. Deshalb wäre meine Idee, den Zweitbetreuer zu fragen, ob er nicht irgendwo irgendwen kennt der einen Prof kennt oder so... Ansonsten wäre meine Frage, ob du in Deutschland vll mal auf eine Konferenz gehen könntest, dich irgendwo persönlich vorstellen kannst, oder sonst noch irgendwelche Anknüpfungspunkte hast?

Bei deinem Titel muss ich außerdem ehrlich gesagt viel mehr an ethnologische Forschung denken als an etwas medizinisches. Vielleicht hättest du in einem anderen Fachbereich mit deiner Suche auch mehr Erfolg?

Zuletzt bin ich irgendwie noch ganz persönlich daran interessiert, wohin es bei dir in der Zukunft mit dem Thema gehen soll :) machst du das aus reinem Interesse oder willst du das auch beruflich nutzen?

LG und viel Erfolg noch!
Doc-Wolfi

Re: Doktorvater/mutter finden

Beitrag von Doc-Wolfi »

Hi, das Thema klingt cool. Leider fällt mir spontan auch kein passender Prof ein.
Viele Grüße, Wolfi
DonTom

Re: Doktorvater/mutter finden

Beitrag von DonTom »

Danke für die Antworten. Die Idee mit der Ethnologie ist gut. Da werde ich mal suchen.
Wie ist das denn mit einer fachfremden Promotion?

Ethnologen haben ja ein etwas zwiespältiges Verhältnis zu Psychologen, die angeblich immer alles verallgemeinern wollen und den regionalen Kontext ihrer Wahrheiten mißachten...

In Dresden gibt es eine Sucht-Professur bei den Psychologen, aber die ist wohl leider gerade unbesetzt. Würde ja thematisch mit etwas Phantasie zur psychedelischen Schamanentherapie mit Ayahuasca (DMT) passen.

Hat jemand Informationen zum Doktor der theoretischen Medizin Dr. rer. medic? Es gibt nämlich angeblich die neue Möglichkeit für Nichtmediziner an einer medizinischen Fakultät zu promovieren. Mich wundert nämlich, dass die von mir kontaktierten Psychiatrie-Professoren immer mit dem Argument ablehnten, dass es rein organisatorisch an ihrer Fakultät nicht ginge für Nichtmediziner.
itsme

Re: Doktorvater/mutter finden

Beitrag von itsme »

DonTom hat geschrieben: Hat jemand Informationen zum Doktor der theoretischen Medizin Dr. rer. medic? Es gibt nämlich angeblich die neue Möglichkeit für Nichtmediziner an einer medizinischen Fakultät zu promovieren. Mich wundert nämlich, dass die von mir kontaktierten Psychiatrie-Professoren immer mit dem Argument ablehnten, dass es rein organisatorisch an ihrer Fakultät nicht ginge für Nichtmediziner.
Das könnte daran liegen, dass nicht jede Uni mit medizinischer Fakultät diesen Grad anbietet.

Im Wesentlichen funktioniert es so: Irgendwann denkt sich ein Professor oder eine Gruppe von Professoren, dass die von ihnen betreuten Arbeiten in den vorhandenen Promotionsausschüssen nicht gut einzusortieren sind. Beim "Dr. rer. medic." war das der Fall, weil die medizinischen Fakultäten ein Qualifikationsangebot für die Nicht-Mediziner unter ihren wissenschaftlichen Mitarbeitern brauchten. Da die Ansprüche in den klassischen "Dr. med."-Ausschüssen eher niedriger sind, gab es Probleme, wenn die Arbeiten aus den medizinischen Fakultäten dann stattdessen beim "Dr. rer. nat." eingereicht wurden. Die jeweiligen Professoren müssen dann ein längeres und aufwändiges Verfahren anstoßen, um einen neuen Promotionsausschuss einzusetzen, der den neuen Grad vergeben darf.

Du könntest also gezielt nach Unis mit "Dr. rer. medic."-Ausschüssen Ausschau halten und die Mediziner dort kontaktieren. Alternativ wären vielleicht auch der "Dr. Public Health" oder der klassische "Dr. phil." etwas für dein Thema, wenn du einen Gesundheitswissenschaftler oder Soziologen von deiner Arbeit überzeugen kannst. Du musst nicht zwingend in dem Fach promoviert werden, das du auch studiert hast (s. Sahra Wagenknecht: studierte Philosophin, promovierte Volkswirtin), sondern es geht darum, einen Betreuer zu finden, der die Arbeit annimmt und einem geeigneten Promotionsausschuss vorlegt. Allerdings hilft es dann, sich methodisch und inhaltlich nicht zu stark festzulegen: In der Regel fordert der Betreuer ein, dass du dich bei der Erstellung der Arbeit am "state of the art" in seiner Disziplin orientierst.
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