Wissenschaft und normales (Privat-)Leben?

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Re: Wissenschaft und normales (Privat-)Leben?

Beitrag von marowe » 16.05.2016, 13:04

Ich schreibe gerade fertig und arbeite noch nebenbei. Insgesamt habe ich während der Promotion schon ein Privatleben gehabt, besonders als noch die Finanzierung stimmte. Da musste ich nur meinen Forschungskram machen und das was man noch im Institut von mir verlangt wurde. Da ich die letzten zwei Jahren ab und zu für mein Institut gearbeitet habe, ab und zu einen Nebenjob hatte oder auch mal 2 Jobs gleichzeitig hatte, geht mein Privatleben mir langsam abhanden. Ich versuche einmal die Woche Freunde zu treffen und einmal die Woche zum Sport.

Manchmal träume ich von einem 9-5 Job, da die Belastung enorm ist und ich mir nicht vorstellen kann, dass es später besser wird. Meine Karriereambititonen halten sich in Grenzen und ich will später gerne einen Job haben, wo ich zumindestens mal am We nicht arbeiten muss.

Am wenigsten Verständnis für meine Situation zeigen meine Studentenfreunde und die, die einen 9-5Job haben. Letztere beschweren sich, wenn sie mal eine Stunde länger arbeiten müssen. :lol: Sie verstehen nicht, dass ich vielleicht erst drei Wochen später Zeit und Luft habe und nicht jetzt sofort. Die, die auch promovieren können meine Zeiteinteilung besser nachvollziehen. :D

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Re: Wissenschaft und normales (Privat-)Leben?

Beitrag von praktikum » 16.05.2016, 18:31

marowe hat geschrieben: Am wenigsten Verständnis für meine Situation zeigen meine Studentenfreunde und die, die einen 9-5Job haben. Letztere beschweren sich, wenn sie mal eine Stunde länger arbeiten müssen. :lol:
Du darfst aber nicht außer acht lassen, dass Du dank Mittagspause nicht pünktlich um 5 raus kommst. Dann kommen noch die Reisewege hin und zurück dazu. Falls man dann noch anfängt (unfreiwillig) Arbeit mit nach Hause zu nehmen ...

Man muss immer aufpassen, dass einem die Arbeit nicht zu sehr einnimmt. Gerade bei geistiger Leistung ist das schwierig, weil man schnell zwischendurch in der Freizeit grübelt.

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Re: Wissenschaft und normales (Privat-)Leben?

Beitrag von Doc-Wolfi » 17.05.2016, 18:30

Ja, aber eigentlich sollte man sich seiner Doktorarbeit in aller Ruhe widmen und saubere Arbeit machen und nicht von Abgabetermin zu Abgabetermin hetzen.
Das "Problem" bei der Doktorarbeit ist, dass man für sich selbst macht und sich damit weiterentwickelt. Das motiviert. Und auch das Ende des Arbeitsvertrags sitzt einem im Nacken. Ich beobachte mit Schrecken, dass man heutzutage als Doktorand oft nicht mehr für 3 Jahre, sondern nur für 2 Jahre finanziert wird. Wie soll man in 2 Jahren eine anständige Doktorarbeit schreiben? 1 Jahr für die Einarbeitung, 1 Jahr für produktive Arbeit und 1 Jahr fürs Schreiben. Das einzige, was man weglassen kann, ist das produktive Jahr in der Mitte!
Wolfi

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Re: Wissenschaft und normales (Privat-)Leben?

Beitrag von daherrdoggda » 18.05.2016, 04:50

Das haengt wohl komplett vom Chef ab. Manche lassen einem die Freiheit und damit auch die Verantwortung, andere versklaven einen und untersagen (ja, das gibts wirklich) Freizeitaktivitaeten.

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Re: Wissenschaft und normales (Privat-)Leben?

Beitrag von flip » 18.05.2016, 11:34

Doc-Wolfi hat geschrieben: Wie soll man in 2 Jahren eine anständige Doktorarbeit schreiben? 1 Jahr für die Einarbeitung, 1 Jahr für produktive Arbeit und 1 Jahr fürs Schreiben. Das einzige, was man weglassen kann, ist das produktive Jahr in der Mitte!
Jop. Ich habe ja alleine schon zwei Jahre gebraucht um zu sagen: "Jetzt schreiben wir mal einen Artikel den wir in einem guten Journal unterbringen können" Und das heißt nicht, dass du zu dem Zeitpunkt schon das Thema existiert hat. :wink:

Drei Jahre sind das äußerste Minimum und auch nur, wenn man die ganze Zeit mit der Forschung verbringen kann. Ansonsten kommt auch noch die Zeit zwischen Abgebe und Prüfung, in der man dann seine Arbeit verwaltet hinzu.

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Re: Wissenschaft und normales (Privat-)Leben?

Beitrag von Doc-Wolfi » 18.05.2016, 13:23

daherrdoggda hat geschrieben:Das haengt wohl komplett vom Chef ab. Manche lassen einem die Freiheit und damit auch die Verantwortung, andere versklaven einen und untersagen (ja, das gibts wirklich) Freizeitaktivitaeten.
Ja, das gibt es allerdings!! Allerdings würde ich inzwischen von solchen Chefs die Finger lassen, denn der wird einen niemals fördern, und wenn man in der Wissenschaft bleiben will, fragen die neuen Arbeitgeber in spe doch immer beim Ex-Chef nach, wie man so war.
Wolfi

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Re: Wissenschaft und normales (Privat-)Leben?

Beitrag von Doc-Wolfi » 18.05.2016, 13:26

flip hat geschrieben:
Doc-Wolfi hat geschrieben: Wie soll man in 2 Jahren eine anständige Doktorarbeit schreiben? 1 Jahr für die Einarbeitung, 1 Jahr für produktive Arbeit und 1 Jahr fürs Schreiben. Das einzige, was man weglassen kann, ist das produktive Jahr in der Mitte!
Jop. Ich habe ja alleine schon zwei Jahre gebraucht um zu sagen: "Jetzt schreiben wir mal einen Artikel den wir in einem guten Journal unterbringen können" Und das heißt nicht, dass du zu dem Zeitpunkt schon das Thema existiert hat. :wink:

Drei Jahre sind das äußerste Minimum und auch nur, wenn man die ganze Zeit mit der Forschung verbringen kann. Ansonsten kommt auch noch die Zeit zwischen Abgebe und Prüfung, in der man dann seine Arbeit verwaltet hinzu.
Eben! Wenn die Einarbeitung in 2 Wochen rum ist und die ersten Ergebnisse nach 3 Monaten vorliegen, war es auch kein Diss-Thema, sondern eher eine Bachelorarbeit von der Komplexität her.
Ich frage mich wirklich, was sich die Fördergeber dabei denken. Selbst wenn man die ersten zwei Jahre Vollzeit an seiner Diss arbeiten darf, arbeitet man im dritten Jahr im besten Fall in einem Drittmittelprojekt mit ganz anderem Thema, und das letzte Drittel der Diss zieht sich dann jahrelang hin, weil man tagsüber ja an etwas anderem arbeitet. :-/
Wolfi

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Re: Wissenschaft und normales (Privat-)Leben?

Beitrag von Green Goddess » 19.05.2016, 13:41

@WolfiMaroweFlip Ich bin mir sicher, dass ihr bei nochmaliger Lektüre eurer Beiträge seht, wie sie den Thread in eine Richtung drehen, die dem TE kaum dienlich ist.

@Timon Hätte ich ein Patentrezept, so würde ich dir nun einen Link auf (m)eine HP posten, leider wird es ein solches Rezept nicht geben. Die "Fähigkeit zur selbstständigen (wissenschaftlichen) Forschung", die der Doktorhut testieren soll, beinhaltet IMHO weit mehr als weitere Anhäufung von Wissen im entspr. Fachgebiet. Wissen ist wohl das Leichtgewicht unter den Skills, die während einer Promotion erworben/vertieft werden, ausserdem veraltet es in vielen Disziplinen derart schnell, dass es schneller wertlos wird als die Motten brauchen, den Hut kleinzukriegen. Schwererwiegend, vor allem für zukünftige Ausbeuter ...'tschuldigung "Sozialpartner"... ist wohl die Nachweisfunktion des Hutes, dass sein/-e Träger/in über längere Zeit unter Stress funktioniert, funktionieren dergestalt, dass nicht nur gesteckte Ziele erreicht werden, sondern o.a. TrägerIn nicht als Nebenerscheinung in der Klapse landet, dabei ein Zeitmanagement entwickelt, dass Einkäufe vor langen WE nicht unterschlägt, wobei letzteres heutzutage durchaus zu vernachlässigen ist dank Liefer-Apps&Co.

*edit Typos

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Re: Wissenschaft und normales (Privat-)Leben?

Beitrag von Doc-Wolfi » 20.05.2016, 18:53

Och, doch, ich finde schon, dass das noch zum Thema gehört. Wir diskutieren die Randbedingungen, die zu vorprogrammierter Überlast führen. :-)
Wolfi

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