Doktoranden-Kolloquium

Bennington
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Doktoranden-Kolloquium

Beitrag von Bennington » 28.04.2016, 02:08

Hallo zusammen,
ich überlege ob ich gleich von Beginn an ein Doktoranden-Kollquium aufsuchen sollte um mich dort über meine Doktorarbeit und mein Thema austauschen zu können. Mir hatte das ein Professor meines Faches so empfohlen. Allerdings stecke ich noch ganz am Anfang meiner Arbeit und habe nicht viel schriftlich ausgearbeitestes vorzuweisen (außer dem Expose). Ich bin daher nicht sicher, ob das sinnvoll wäre zu diesem Zeitpunkt schon sein Projekt vorzustellen, wenn man noch nicht wirklich drin ist. Daher frage ich mich bei jetzigem Stand, ob es besser wäre solch ein Besuch auf das kommende Wintersemester zu verschieben, wenn man vielleicht mehr Material vorliegt (vielleicht schon die ersten Kapitel der Diss) und eingearbeiteter ist. Mir stellt sich daher die Frage, ob ich mich noch mit so einem Besuch zurückhalten sollte und erst dann über meine Arbeit mich mündlich austausche, wenn ich sozusagen eine wirkliches schriftliches Fundament habe. Ich möchte mir gewisse Peinlichkeiten eher ersparen.

Hat hier jemand ähnliche Erfahrung mit solchen Fragen? Wann ist der richtige Zeitpunkt um in ein solches Kolloquium zu gehen?

Ich selbst bin da etwas verunsichert und frage mich ob ich vielleicht doch noch in diesem Sommersemester so ein Kolloquium aufsuchen sollte, weil es im Grunde das erste Semester meiner Promotion wäre. Es wäre aber glaube ich nicht zwingend das zu machen. Der bisherige schriftlicher Stand meiner Arbeit gibt mir da jedenfalls zu Bedenken, ob das wirklich sinnvoll wäre in diesem Fall.

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alibaba
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Re: Doktoranden-Kolloquium

Beitrag von alibaba » 28.04.2016, 08:24

Hallo Bennington,

zumindest bei uns ist es so, dass Kolloquien zu jedem Zeitpunkt der Promotion besucht werden können. Bei meinem 1. Thema (welches ich dann aus diversen Gründen verwerfen musste), habe ich zu einem ähnlichen Zeitpunkt das KO besucht (also Exposé fertig, sonst de facto nichts). Es war dennoch hilfreich und "Peinlichkeiten" kamen keine auf - man betont ja in so einem Fall, wo man gerade steht; offene Fragen, methodische Unklarheiten etc. stehen dann halt im Fokus des Vortrags - das Publikum reagiert zumind. bei uns bei solchen Vorträgen stets angemessen.

Mit meinem aktuellen Thema bin ich gerade wieder in einem KO. Ich habe das Gefühl, mir jetzt mehr "Handfestes" mitnehmen zu können, was nicht verwunderlich ist, denn jetzt habe ich ja auch thematisch einen tieferen Einblick und dadurch auch konkretere Fragen/Thesen an die Kollegen im KO.

Beide Varianten haben m.E.n. etwas für sich - bei dem ganz frühen KO-Besuch sucht man halt eher gemeinsam nach einem gangbaren Weg für die Arbeit, später sind meiner Erfahrung nach eher Inhalte und ggf. Sackgassen Thema. Wir müssen mind. 2 KO's besuchen, für mich persönlich sind "Anfang" und "gute Halbzeit" dafür passende Zeitpunkte (da kann man wenn notwendig noch ein 3. kurz vor Schluss außertürlich nachschieben...).

Kurz um: Jeder Zeitpunkt für ein KO ist richtig, wenn deine Erwartungen an selbiges angepasst sind. :stressed:

Wenn du dir ganz unsicher bist, frag doch andere Dissertanten bzw. Post-Docs, wie die das in deinem Institut/deiner Arbeitsgruppe gehandhabt habe (der Output der KO's hängt ja auch stark davon ab, wie die Gepflogenheiten bei dir und in deinem Fach sind).

LG, alibaba

Bennington
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Re: Doktoranden-Kolloquium

Beitrag von Bennington » 28.04.2016, 15:41

Hallo alibaba,
ich danke dir zunächst für deinen Beitrag und deine offene Meinung dazu. Mir persönlich leuchtet , dass ein wenn man gerade zu anfang in so ein Kolloquium geht, um über Methoden und andere Dinge der Arbeit zu sprechen. Ich habe halt nur Bedenken, da ich kaum "Handfestes" außer dem Expose bisher habe, und die Frage der Sinnhaftigkeit solch eines Besuches sich eben mir stellte. Aber du betonst ja , dass man sowas eben machen kann und nicht muss. Mein Professor hat es mir jedenfalls generell so empfohlen. Nur frage ich mich auch offen gesagt, ob das heißt dass ich von nun an jedes Semester in so ein Kolloquium gehen sollte, um dann über den jeweiligen Stand meiner Arbeit zu sprechen oder ob ich das nur zu anfang, dann in der Mitte (Halbzeit) und dann zum Schluss machen sollte (also etwa dreimal summa summarum). Je mehr man sich darüber mündlich austauscht, deste mehr Verbessungstipps kann man bekommen, zu Dingen die man vielleicht übersehen hat in seiner Arbeit. Das ist natürlich der Vorteil des Ganzen. Bei dem jetzigen Stand, müsste ich mich dann aber auch demnächst entscheiden, da das Sommersemester vor kurzem angefangen hat und ich nicht weiß, ob man zu einem späteren Zeitpunkt da noch einsteigen kann. Für mich stellt sich da einfach die Frage des Zeitpunktes. Für eine Verschiebung solch eines Besuches auf das kommende Wintersemester würde zumindest sprechen, dass ich dann noch besser drin bin in der Arbeit und mehr schriftliches Material hätte und mich daher besser vorbereiteter fühlen würde. Aber ich muss es halt selbst abwägen in meinem Fall. Falls ich mich doch für einen frühen KO-Besuch entscheide, müsste ich mich aber demnächst mich entscheiden. Ich wäre dann eben unter Zugzwang etwas.

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Re: Doktoranden-Kolloquium

Beitrag von Traudel » 28.04.2016, 17:48

Hallo Bennington,

Du kannst doch auch ins Kolloquium gehen, ohne selbst vorzutragen. Als Gast und Peer. Dann bist Du bestens gewappnet fürs WiSe, wenn Du nämlich tatsächlich die Chance unbedingt wahrnehmen solltest, den Stand Deiner Arbeit bzw. konkrete Fragen zur Diskussion zu stellen. In diesem SoSe kannst Du aber bereits erheblich vom Erfahrungs- und Meinungsaustausch als (stiller) Kolloquiumsteilnehmer profitieren - mach es! Außerdem festigt Du dann den Kontakt mit Kolleg/innen und dem DV.

Viel Erfolg :blume:
Traudel

Bennington
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Re: Doktoranden-Kolloquium

Beitrag von Bennington » 28.04.2016, 19:50

Hallo Traudel,
ich danke dir zunächst für deinen Ratschlag. Ich kann natürlich wie du meintest auch in ein Kolloquium gehen, ohne in diesem Semester selbst vorzutragen. In meinem Fall wäre es aber so, dass ich dann in ein Kolloquium gehen würde, wo der Professor aber nicht mein DV wäre. Denn mein DV bietet so gesehen kein richtiges Forschungskolloquium an in diesem Semester, obwohl er Hochschullehrer ist. Daher müsste ich dann in Kolloquium gehen , wo der Professor, der das betreut, eben nicht mein DV ist (in diesem Semester). Dennoch kann man trotzdem wie du schon sagtest dann Erfahrung dort machen. So gesehen wäre dann erst im WiSe dann das "richtigere" Kolloquium dran , wo ich dann selbst vortragen könnte.

LG


Bennington

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Re: Doktoranden-Kolloquium

Beitrag von Doc-Wolfi » 29.04.2016, 11:28

Also, ich würde mal sagen, dass man den Empfehlungen des Doktorvaters immer so weit wie möglich folgen sollte. Wenn Du nicht ins Kolloquium gehst, obwohl er Dir dazu geraten hat, kann er das als Renitenz interpretieren. Meine Vorgesetzten waren bei solchen Dingen sehr autoritär und auch das, was wie ein freundlicher Vorschlag klang, war natürlich als Befehl gemeint und musste befolgt werden.
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Re: Doktoranden-Kolloquium

Beitrag von flip » 29.04.2016, 14:43

Bennington hat geschrieben:Hallo Traudel,
ich danke dir zunächst für deinen Ratschlag. Ich kann natürlich wie du meintest auch in ein Kolloquium gehen, ohne in diesem Semester selbst vorzutragen. In meinem Fall wäre es aber so, dass ich dann in ein Kolloquium gehen würde, wo der Professor aber nicht mein DV wäre. Denn mein DV bietet so gesehen kein richtiges Forschungskolloquium an in diesem Semester, obwohl er Hochschullehrer ist. Daher müsste ich dann in Kolloquium gehen , wo der Professor, der das betreut, eben nicht mein DV ist (in diesem Semester). Dennoch kann man trotzdem wie du schon sagtest dann Erfahrung dort machen. So gesehen wäre dann erst im WiSe dann das "richtigere" Kolloquium dran , wo ich dann selbst vortragen könnte.
Bennington
Also, wo ist jetzt das Problem?

Bennington
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Re: Doktoranden-Kolloquium

Beitrag von Bennington » 29.04.2016, 16:54

Doc-Wolfi hat geschrieben:Also, ich würde mal sagen, dass man den Empfehlungen des Doktorvaters immer so weit wie möglich folgen sollte. Wenn Du nicht ins Kolloquium gehst, obwohl er Dir dazu geraten hat, kann er das als Renitenz interpretieren. Meine Vorgesetzten waren bei solchen Dingen sehr autoritär und auch das, was wie ein freundlicher Vorschlag klang, war natürlich als Befehl gemeint und musste befolgt werden.
Wolfi

Naja das Problem aus meiner Sicht ist einfach , ob es erstens Sinn macht in ein Doktoranden-Kolloqiuum zu gehen, wenn man noch nicht viel schriftliches Material hat und zweitens ob man in solch ein Kolloquium gehen sollte , was nicht vom Betreuer , sprich dem DV geleitet wird (da dieser kein solches Kolloquium anbietet in dem Semester), sondern von jemand anders. In meinem Fall habe ich Gott sei Dank keine Vorgesetzten den ich irgendetwas befolgen muss, sondern kann das frei entscheiden.

Momentan tendiere ich schlicht gesagt dazu trotzdem ab nächste Woche in so ein Kolloquium zu gehen, auch wenn ich selbst noch nicht vermutlich vortragen werde. Ich sehe es jetzt so, dass ich trotzdem schon einige Erfahrungen dann machen kann.

Bennington
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Re: Doktoranden-Kolloquium

Beitrag von Bennington » 29.04.2016, 16:59

flip hat geschrieben:
Bennington hat geschrieben:
Also, wo ist jetzt das Problem?

Nun ich hatte mich kurz gesagt gefragt anfangs ob es sinnvoll ist in ein Doktoranden-Kolloquium zu gehen, wo der Leiter desselben nicht mein DV ist (da dieser kein Forschungskolloquium anbietet in diesem Semester). Vielleicht wäre es idealer ,wenn es so wäre, ich bin jetzt aber der Meinung, dass ich auch in ein Kolloquium gehen sollte oder kann, was nicht von meinem DV geleitet wird. Mir ist halt der mündliche Austausch über meine Arbeit wichtig. Schön wäre es, wenn man sowas in dem Kolloquium des DV machen könnte, es ist aber sowie ich es jetzt sehe eben nicht zwingend. Es geht eben auch anders.

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Re: Doktoranden-Kolloquium

Beitrag von Mathematikus » 29.04.2016, 17:00

Selbstverständlich macht es Sinn! Du hörst die Präsentationen von anderen und kannst auch in jedem Stadium deinen Entwicklungsfortschritt präsentieren. In dem Kolloquium, das ich ab und zu besuche, stellen auch immer neue Doktorandinnen und Doktoranden ihre Arbeiten vor und wenn sie erst am Anfang stehen bitten sie die anderen um Feedback, Hilfestellungen, Ideen, neue Inputs. Ich finde das vollkommen legitim. Jede und jeder stand mal am Anfang und kann auch diesen Entwicklungsschritt gut nachvollziehen.
Mir haben sowohl das Zuhören als auch das Präsentieren enorm geholfen!

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