Aufgaben am ersten Tag als WiMa

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Mamegoma
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Aufgaben am ersten Tag als WiMa

Beitrag von Mamegoma » 24.04.2016, 02:51

Hallo Leute -

ich fange nächsten Monat als WiMa (Doktorandenstelle Geisteswissenschaften 50%) an der Uni an und frage mich so langsam, was eigentlich überhaupt meine Aufgaben sind. Klar- auf dieser Qualifikationsstelle promoviere ich - aber arbeite ich dafür auch während der Arbeitszeit?
Was erwartet mein Chef und zukünftiger DV von mir am ersten Arbeitstag?
Die Frage klingt wahrscheinlich merkwürdig, aber ich habe irgendwie noch so gar keine Vorstellung, was mich nun erwartet.
(Zur Erklärung: Ich habe neben meinem Brot-Job ein Fernstudium durchgezogen und hatte daher eigentlich nur in Prüfungen Kontakt mit wissenschaftlichen Mitarbeitern...)
Es ist jetzt auch nicht so, dass ich nicht weiß, was wissenschaftliches Arbeiten heißt... Ich habe schon veröffentlicht und bei Konferenzen war ich auch schon früher.
Aber ich frage mich halt, ob man jetzt nun den ganzen Tag an seinem Diss-Projekt forscht, recherchiert und dazu publiziert oder ob das nun (weiterhin) mein Freizeit-Vergnügen ist und ich eigentlich nur andere Dinge erledigen muss. (Lehre ist auch dabei, aber das sind dieses Semester nur zwei Blockseminare - das ist auch geklärt!)
Und ehrlich gesagt: Mir ist diese Frage doch sehr unangenehm und daher traue ich mich auch nicht diese Frage jemandem vor Ort zu stellen, denn die meisten sind ja wahrscheinlich alle Uni-Gewächse und dementsprechend über SHK und WHK Stellen in dieser Uni-Sphäre beheimatet. - Aber für mich ist das wirklich eine vollkommen andere Welt - auf die ich mich auch freue!
Ich wäre für ein paar Erfahrungsberichte sehr dankbar.
LG Mamegoma :blume:

Twinkies
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Re: Aufgaben am ersten Tag als WiMa

Beitrag von Twinkies » 24.04.2016, 05:49

Hallo,

äh, also ehrlich gesagt, bezweifel ich, dass dir hier irgendwer sagen kann, was deine Aufgaben sind, wenn du es nicht mal selbst weißt. Was hat dein zukünftiger Chef/DV denn beim Vorstellungsgespräch gesagt? Was steht in deinem Arbeitsvertrag? Wie viele SWS Lehre musst du machen? Was ist im Arbeitsvertrag bzgl. der wissenschaftlichen Weiterqualifikation (also Arbeit an der Diss) geregelt? Etc. Dass du deinen Chef nicht fragen willst, weil es dir unangenehm ist, finde ich total seltsam - dazu ist der Chef doch da, dass er dir sagt, was deine Aufgaben sind? Das ist auch wirklich von Institut zu Institut und DV/DM zu DV/DM unterschiedlich. Manche nutzen einen total aus mit der Übertragung aller möglichen Aufgaben, andere sind sehr darauf bedacht, dass den Promovierenden genug Zeit für die Diss bleibt. Da ist das volle Spektrum vertreten, und niemand hier kennt deinen DV und könnte sich daher dahingehend äußern.

Ich würde mir an deiner Stelle im Vorfeld keine Sorgen darüber machen. An deinem ersten Arbeitstag wirst du sicher die Gelegenheit haben, mit deinem Chef zu besprechen, was er von dir erwartet. Auf jeden Fall sollte bei einer Promotionsstelle die Arbeit an der Diss in die Arbeitszeit fallen - alles andere wäre gar nicht zulässig auf einer Qualifikationsstelle. Wie aber genau die Stundenverteilung aussieht, ist die andere Sache, und dass du bei einer 50%-Stelle wohl auch mehr als 20 Stunden/Woche arbeiten wirst, zumal auch einiges an Zeit für die Lehre draufgeht, ist ziemlich wahrscheinlich. Gutheißen kann und sollte man das nicht, es ist aber leider ziemlich weit verbreitet an der Uni.

Also, freu dich ruhig auf deine Stelle und warte ab, was du an deinem ersten Arbeitstag in Erfahrung bringst! :blume:

Papierturm
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Re: Aufgaben am ersten Tag als WiMa

Beitrag von Papierturm » 24.04.2016, 10:51

Erste Arbeitstage sind immer spannend. Meist völlig zu unrecht spannend. Im Vorfeld. Meiner Erfahrung nach.

Bei allen Stellen, die ich bisher hatte (sowohl Nebentätigkeiten, die WiMa-Stelle, in der freien Wirtschaft) lief der erste Tag so ab:
- Institution kennenlernen, insbesondere Örtlichkeit und "Meet & Greet".
- Arbeitsplatz/Büro einrichten.
- Besprechen, was die kommenden Tage ansteht.

Das war es.

Bei meiner WiMa-Stelle war es auch so. Da kam noch hinzu, dass ich bei einem gerade startenden Studiengang als "Aufbauhelfer" hinzu kam, und da wirklich die Hütte brannte, da Lehrmaterialien binnen weniger Wochen fertig sein mussten - und dennoch war der erste Tag entspannt.

Daher kann ich mich Twinkies nur anschließen - freu dich auf die Stelle und den ersten Arbeitstag!

flip
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Re: Aufgaben am ersten Tag als WiMa

Beitrag von flip » 24.04.2016, 13:43

Mamegoma hat geschrieben: Und ehrlich gesagt: Mir ist diese Frage doch sehr unangenehm und daher traue ich mich auch nicht diese Frage jemandem vor Ort zu stellen, denn die meisten sind ja wahrscheinlich alle Uni-Gewächse und dementsprechend über SHK und WHK Stellen in dieser Uni-Sphäre beheimatet. - Aber für mich ist das wirklich eine vollkommen andere Welt - auf die ich mich auch freue!
Ich wäre für ein paar Erfahrungsberichte sehr dankbar.
Erfahrungsberichte helfen dir nicht. Die Arbeit ist an jeder Uni, in jedem Studiengang, in Jedem Institut oder jeder Arbeitsgruppe anders.
Also einfach abwarten.
Ein Möglichkeit wäre aber gewesen, bei deinem damaligen Vorstellungsgespräch mit deinem Betreuer darüber zu sprechen... Oder um was ging da damals?!

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Re: Aufgaben am ersten Tag als WiMa

Beitrag von caipirinha11085 » 24.04.2016, 19:45

Ach Leute, er/sie sagt doch nicht, dass es unangenehm ist nach den Arbeitsaufgaben zu fragen, sondern dass es unangenehm ist im Vorfeld nach dem Ablauf des ersten Arbeitstags zu fragen. So unnormal ist das wirklich nicht. :roll:

Ich muss den anderen aber recht geben, dass es wirklich von Lehrstuhl zu Lehrstuhl unterschiedlich ist. Bei mir war es zB so, dass ich ankam, mein Chef hat mich kurz begrüßt, die Sekretärin drückte mir den Schlüssel für mein Büro in die Hand und sagte mir, ich solle mich doch mal "einrichten" und danach solle ich nochmal zum Chef. Das "Einrichten" dauerte dann ganze 3 Minuten :D ich saß dann etwas verschüchtert rum, hab pro forma noch ein paar Sachen hin und her geräumt und hab mich dann zu meinem Chef getraut. Das Gespräch dauerte auch nicht wirklich lange und danach saß ich wieder rum. :D Ich hab mir dann ein Herz gefasst und an allen Türen des Instituts geklopft und mich vorgestellt und wurde dann auch prompt auf ein Käffchen eingeladen und über die Mittagessensgepflogenheiten aufgeklärt. Meine tatsächliche Arbeit kam aber erst am nächsten Tag...

Bei Freunden von mir hat sich deren Chef noch viel mehr eingebunden, hat die neuen Mitarbeiter vorgestellt, ist mit zum Mittagessen, usw. Ist halt überall anders.

Während deiner 50 % arbeitest du normalerweise auch die vollen 20 Std/Woche (außer es steht anders im Arbeitsvertrag drin, manche haben wohl so eine Klausel, dass sie x% der Arbeitszeit für ihre eigene Qualifikation verwenden dürfen), die anderen 50 % promovierst du. Es ist üblich, dass man sein Büro auch für die Diss nutzen darf, und dass die Zeiten zwischen Diss und Lehrstuhltäigkeit verschwimmen - d.h. du wirst mal den ganzen Tag oder gar die ganze Woche nur Lehrstuhlarbeit machen und dann wieder gibts Phasen, wo du weniger arbeitest als deine 20 Std/Woche und mehr an der Diss machst. Aber das ist ganz ehrlich überall anders. An meinem jetzigen Lehrstuhl wird zB deutlich mehr gearbeitet als an meinem alten Lehrstuhl. :stressed: Dafür werden wir auch viel stärker gefördert.. an manchen Lehrstühlen haben Leute fast nichts für ihren Chef zu tun, an anderen arbeiten sie zu viel (da muss man im Zweifel irgendwann selbst einen Riegel vorschieben).
Wie es tatsächlich aussieht mit der Verwendung von Lehrstuhlressourcen für die Diss (zB Diss im Büro schreiben, Hiwis zum Literaturholen in die Bib schicken, Ausleihen von Büchern über das Konto vom Chef, usw...) wird dir dein Chef oder deine Kollegen früher oder später schon sagen. Ansonsten ist der erste Arbeitstag ein perfekter Moment um zu fragen.

Viel Spaß an deinem ersten Tag. :)

itsme
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Re: Aufgaben am ersten Tag als WiMa

Beitrag von itsme » 25.04.2016, 09:38

:mrgreen: An meinem ersten Arbeitstag habe ich erstmal anderthalb Stunden auf die Kollegin warten müssen, mit der ich mir das Büro teilen sollte, weil ich keinen Schlüssel hatte. Gut, dass ich meinen Laptop mitgenommen hatte - denn einen PC hatte ich auch nicht. Mein damaliger Chef zeigte unbestimmt auf Drucker ("rechts den Gang runter") und Kopierer ("links den Gang runter") und verschwand dann mit der Aufforderung ein Seminar zu konzipieren ("so, zwölf, dreizehn Lehrveranstaltungseinheiten") für vier Wochen in den Urlaub.
Mamegoma hat geschrieben: Und ehrlich gesagt: Mir ist diese Frage doch sehr unangenehm und daher traue ich mich auch nicht diese Frage jemandem vor Ort zu stellen, denn die meisten sind ja wahrscheinlich alle Uni-Gewächse und dementsprechend über SHK und WHK Stellen in dieser Uni-Sphäre beheimatet. - Aber für mich ist das wirklich eine vollkommen andere Welt - auf die ich mich auch freue!
´

Ach, so ist das oft gar nicht, weil die SHK-Tätigkeiten von den WiMi-Tätigkeiten doch sehr abweichen können. Und Post-Docs kommen oft auch von außen. Zu den konkreten Tätigkeiten am ersten Tag kann dir vermutlich niemand etwas sagen, da das von Abteilung zu Lehrstuhl zu Uni sehr unterschiedlich sein kann. Aber ich traue mich zu sagen, dass eine solche Frage nicht unangenehm auffällt, vor allem nicht, wenn du den Hintergrund (Fernstudium) kurz erläuterst. Es gibt eine witzige organisationspsychologische Studie, in der gezeigt wurde, dass nicht die Kollegen, die zum Einstand etwas anbieten, als sympathisch eingeschätzt werden - sondern ganz im Gegenteil diejenigen, die als Erstes um einen Gefallen bitten. Und wenn die Nervosität zu groß wird: Vielleicht kannst du am Vortag ungefähr zur Mittagszeit vorbeischauen, denn falls es Routinen (z.B. es treffen sich alle, die in die Mensa wollen, zu einem bestimmten Zeitpunkt) gibt, ist es schon mal einfacher, wenn du dabei bist, bevor du am nächsten Tag die offizielle Vorstellungsrunde machst, die oft ein bisschen stressig ist (viele Namen, viele Funktionen - die Hälfte hat man nach drei Sekunden schon wieder vergessen). Ansonsten wird das ein erster Arbeitstag wie anderswo auch: Leute kennenlernen, Büromaterial besorgen etc.

Mamegoma
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Re: Aufgaben am ersten Tag als WiMa

Beitrag von Mamegoma » 25.04.2016, 11:33

Dankeschön für die netten Worte!
Falls das jetzt so geklungen hat, als ob ich mich dann am Montag vor Ort nicht traue, Fragen zu stellen - so ist das natürlich nicht... Mir ging es wirklich darum, ob ich eigentlich überhaupt während der Arbeitszeit an meiner Disse arbeiten darf. Oder ob ich schräg angeguckt werde, wenn ich - solange nichts ansteht - an meinem Schreibtisch versacke... Ich komme halt aus der Verwaltung und habe die letzten Jahre immer peinlichst genau zwischen meiner "privaten" wissenschaftlichen Arbeit und meinem Job trennen müssen. Da wird man schon echt paranoid...
Aber das mit dem fehlenden PC kenn ich gut... 4 Wochen musste ich bei meiner letzten Stelle - wohlgemerkt Verwaltung - ohne Rechner auskommen... (Privatrechner ging nicht, weil man mit dem nicht an den städtischen Server ran kam ;-) das hieß dann in den Abendstunden den PC der Sekretärin nutzen :-p
Aber zurück zu meinem ersten Tag nächste Woche... D.h. ich darf durchaus mit einer Wagenladung Literatur anrollen?
Ein schlechtes Gewissen habe ich nur, weil ich eben z.B. nicht mal eben eine Woche vorher schon vorbeischauen kann, da ich noch Vollzeit bis Ende des Monats in einer anderen Stadt arbeite... Da geht das eben nicht... (Nur weil der Chef auch schon diesbezüglich nachgefragt hat.)
Aber trotz der Ungewissheit freu ich mich riesig auf meine neue Stelle :mrgreen:

Doc-Wolfi
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Re: Aufgaben am ersten Tag als WiMa

Beitrag von Doc-Wolfi » 27.04.2016, 12:39

Hallo,
wenn Du Vollzeit in der Verwaltung arbeitest, bleibt nach Feierabend immer noch Zeit, um am Institut vorbei zu sehen. Die Arbeitszeiten dort liegen normalerweise zwei Stunden später und sind auch länger als 6,75 Stunden pro Tag. :-)
Wolfi

Mamegoma
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Re: Aufgaben am ersten Tag als WiMa

Beitrag von Mamegoma » 27.04.2016, 20:48

Lieber Doc-Wolfi -
schön, dass Du so eine romantische Vorstellung der Arbeitswelt hast... Es gibt auch in Verwaltungen Menschen, die nicht um 16.00 den Stift fallen lassen. Ab einer gewissen Besoldungsgruppe und Verantwortung ist nämlich nix mehr mit frühen Feierabenden. Mit einer Leitungsposition kannst Du froh sein, wenn Du vor 20.00h Dienstschluss hast... Und dann nicht noch eine Ausschusssitzung ansteht... Also um 20.00 erreiche ich in der Fakultät, wo ich anfangen werde, niemanden mehr!

caipirinha11085
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Re: Aufgaben am ersten Tag als WiMa

Beitrag von caipirinha11085 » 27.04.2016, 21:19

Wenn du ein eigenes Büro hast, darfst du bestimmt mit einer Wagenladung voll Literatur anrollen, aber wenn du Angst hast, dass das am ersten Tag komisch kommen könnte, dann nimm halt erstmal nur die halbe Wagenladung mit und am zweiten Tag die zweite Hälfte. :D

Du wirst sehen, dass es - je nach Lehrstuhl - sehr üblich ist, dass man auch private Dinge in seinem Büro hat, private Literatur sowieso. ;)

An meinem Lehrstuhl erreicht man Leute bis 18 Uhr und dann ist jeden Abend um 20 Uhr noch mal jemand kurz da. Außer freitags. Freitags ist manchmal auch einfach keiner da. /:dr)

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