Arbeitsauslastung bei 65% Promotionsstelle/ForscherKolleg

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Alexlein
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Arbeitsauslastung bei 65% Promotionsstelle/ForscherKolleg

Beitrag von Alexlein » 21.04.2016, 08:39

Hallo, ihr Lieben

Ich habe demnächst die Möglichkeit eine Promotionsstelle einer Kolleg-Forschergruppe,
also vom DFG gefördert mit 65% anzunehmen (Kunstgeschichte).
Für mich wäre wichtig zu wissen, ob die Arbeitsbelastung bei so einer Stelle, zum einen wenn
sie 65% angeben, zum anderen da es eine Stelle ist, die nicht direkt an den Lehrstuhl gebunden,
also nicht direkt mit Doktorvater/-mutter, genauso hoch ist wie das, was ich sonst von den
traditionellen Promotionsstellen so lese (40-60 Stunden Woche).
In der Ausschreibung steht nur, dass man halt an den Aktivitäten des ForscherKollegs mitarbeitet
und halt publizieren muss unterwegs (ist ja natürlich), aber nichts zum Beispiel von Lehre.
Betreut wird man von mehreren Mitgliedern des Kollegs und generell soll es da strukturierter zugehen,
als bei "normalen" Dissertationsvorhaben.

Für mich ist diese Frage deswegen so wichtig, weil ich nämlich zwei Hunde habe (lange Geschichte,
hat was mit Krankheit und Schwerbehinderung zu tun) und wenn die Arbeitstage länger als 8 Stunden sind,
dann ist es unmöglich für mich. Muss man jedes Wort seiner Diss denn im Büro schreiben? Ist Arbeit von
daheim auch möglich?
Für diese Promotionsstelle müsste ich sehr viele Umstände auf mich nehmen (sehr weit wegziehen,
schon in wenigen Wochen anfangen - die haben die Frist so kurz ausgesetzt) und jetzt wäge ich alles
Mögliche ab, nicht zuletzt weil ich vielleicht auch eine gut bezahlte Stelle als Studiengangskoordinatorin
an einer Uni in der Nähe bekommen könnte...

Aber es geht erstmal vorrangig darum: Wie viel Arbeit ist bei 65% und so einer Forschergruppe vorgesehen?

Vielen Dank für eure Antworten!

flip
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Re: Arbeitsauslastung bei 65% Promotionsstelle/ForscherKolleg

Beitrag von flip » 21.04.2016, 13:41

So etwas kann man nicht pauschalisieren.
Sofern du aber vom DFG gefördert wirst, darfst du eh keine Lehre machen.
Inweit du in die Korrektur von Seminar- oder Abschlussarbeiten involviert sein wirst, ist eine andere Sache.

gelenkpfanne
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Re: Arbeitsauslastung bei 65% Promotionsstelle/ForscherKolleg

Beitrag von gelenkpfanne » 22.04.2016, 09:09

Daumenregel:
Halbe Stelle an der Uni = halber Tag = 12h.
Ganze Stelle an der Uni = ganzer Tag = 24h.
:wink:

Ich kenne die Bedingung für eine 50%-Stelle, die ich mal begleitete: 9 -17h. Wenn der Professor nachts durch das Institut geisterte, regte er sich immer auf, dass hier keiner da ist.

Ich würde vorher ganz genau nachfragen, gern auch bei den Kollegen.
Was machst Du eigentlich mit den Hunden, wenn Du zu einer Konferenz fährst?

Alexlein
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Re: Arbeitsauslastung bei 65% Promotionsstelle/ForscherKolleg

Beitrag von Alexlein » 22.04.2016, 09:44

Danke, für eure Antworten.
Ja, sowas hatte ich schon "befürchtet".
Für Konferenzen müsste ich einen Hundesitter finden.
Ich versuche gerade die Machbarkeit des ganzen Unterfangens abzuschätzen,
aber meine Hunde würde ich deswegen nicht abgeben (bevor das einer fragt).

Ja, ich werde wohl mal die dortigen Wiss. Mitarbeiter kontaktieren und fragen.

LG

itsme
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Re: Arbeitsauslastung bei 65% Promotionsstelle/ForscherKolleg

Beitrag von itsme » 22.04.2016, 18:11

Alexlein hat geschrieben: Ich versuche gerade die Machbarkeit des ganzen Unterfangens abzuschätzen,
aber meine Hunde würde ich deswegen nicht abgeben (bevor das einer fragt).
Warum sollte das einer fragen oder vorschlagen? Es sind deine Hunde und ich persönlich finde, dass man gerade während der Promotion diese Unterstützung bitter nötig hat. Wenn du aus dem Kolloquium kommst und deine Arbeit verrissen wurde, dann hilft nichts so gut, einen wieder zu erden wie ein Lebewesen, das frenetisch mit dem Popo wackelt, weil man "Gassi?" vorschlägt. Und der Vorteil: Die Arbeitszeiten sind meistens flexibel und man kann oft von zu Hause aus arbeiten - lässt sich also prima mit Hunden vereinbaren. Für die tageweise Betreuung, wenn du auf Konferenzen fährst gibt es viele Möglichkeiten, vor allem weil du dann ja die Zeit hast, das in Ruhe anzugehen und dir jemanden zu suchen, dem du vertraust. Mein Tipp: Aushang am schwarzen Brett der Uni - da sieht es dann vielleicht ein tierlieber Student, der ein guter Dogsitter wäre.

Amalia
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Re: Arbeitsauslastung bei 65% Promotionsstelle/ForscherKolleg

Beitrag von Amalia » 22.04.2016, 19:19

Man sollte hier zwei Dinge unterscheiden: die Arbeitsbelastung und die Anwesenheits(pflicht). Die Arbeitsbelastung wird deutlich über 65% liegen. Sehr unterschiedlich wird das mit der Anwesenheit gehandhabt. Es gibt Institute bei denen der Chef zwei Mal am Tag einen Kontrollgang durch alle Büros macht und es gibt solche, bei denen fast nie irgendjemand da ist und alle zu Hause oder sonst wo arbeiten und man sich nur zum Kolloquium oder einem sonstigen Jour fix trifft.

Bei uns wären die Hunde kein Problem. Wir sind zwar fast alle die meisten Tage irgendwann mal im Büro, aber jeder hat da so seinen eigenen Rhythmus. Die mit Kindern fangen meist früh an und müssen pünktlich weg. Eine ist Frühschwimmerin und kommt immer erst um 10.30 mit nassen Haaren an. Einer hat einen Hund (sic!) und muss (wenn die Frau nicht da ist) mittags Gassi gehen oder bringt das Tier teilweise sogar mit ins Büro. Es gibt eine Nachteule, von der man nie weiß wann sie kommt, die aber regelmäßig in den späten Abendstunden im Büro sein soll.
Es gibt da sehr unterschiedliche Arbeitskulturen. Nachfragen ist eine gute Idee. Pass aber auf, dass man versteht, dass es Dir um die Anwesenheit geht, nicht darum, dass Du nicht so viel arbeiten kannst (willst).

Alexlein
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Re: Arbeitsauslastung bei 65% Promotionsstelle/ForscherKolleg

Beitrag von Alexlein » 23.04.2016, 21:21

Danke, Amalia.
Das klingt schon ganz anders.
Nicht, dass ich das plane, aber kann man auch gekündigt werden?
Und: Finden auswärtige Konferenzen häufig statt?
Ich habe wirklich niemanden in meinem direkten Umfeld, den ich fragen könnte.

LG

Twinkies
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Re: Arbeitsauslastung bei 65% Promotionsstelle/ForscherKolleg

Beitrag von Twinkies » 23.04.2016, 23:30

Ja, wenn das eine Stelle im öffentlichen Dienst ist (ich gehe davon aus, es handelt sich um eine TV-L 13 Stelle bei dir?), dann kann dir in der Regel 6 Wochen zum Quartalsende gekündigt werden bzw. du kannst kündigen.

Auswärtige Konferenzen finden immer wieder statt, wie häufig sie in der Kunstgeschichte sind, weiß ich nicht - aber die Frage ist vielmehr, wie häufig sollst/musst/kannst du auf solche Konferenzen gehen. Du musst sicherlich nicht auf jede Konferenz gehen. Konferenzen sind dazu da, deine eigenen wiss. Ergebnisse vor Fachpublikum zu präsentieren, dich mit Kolleg_innen auszutauschen, und natürlich zum Networken. Je nachdem, wie wichtig dir diese Aspekte sind bzw. ob du eine wissenschaftliche Laufbahn anstrebst, entscheidest du das. Um dir ein Bild zu machen, kannst du ja mal auf den Homepages deiner Betreuer_innen und anderen beteiligter Wissenschaftler_innen/Promovierenden am Kolleg gucken, wo die überall Vorträge gehalten haben, und wie oft, und was so die wichtigen Konferenzen in deinem Fachbereich sind.

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