Fehlertoleranz bei Fußnoten bzw. Zitaten?

0
Keine Stimmen
 
Insgesamt abgegebene Stimmen: 0

Pascal1
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0

Fehlertoleranz bei Fußnoten bzw. Zitaten?

Beitrag von Pascal1 » 12.04.2016, 09:39

Hallo liebe Leidensgenossen :), vielleicht habt ihr Erfahrungen auf diesem Gebiet:

ich habe nun etwa ein Drittel meiner Dissertation (Jura, Rechtsgeschichte) fertig und habe mir die Mühe gemacht, einen Großteil meiner bisher angelegten Fußnoten penibel nachzuprüfen. Dabei habe ich festgestellt, dass etwa2 Prozent aller Zitierungen nicht ganz in Ordnung sind :fire: , betroffen sind wörtliche wie auch indirekte Zitate:

Hin und wieder fehlt ein Artikel oder Bindewort in wörtlichen Zitaten, mal 'ne unkorrekte Seitenangabe in der Fußnote und, leider, auch mal kleinere inhaltliche Fehler bei indirekten Zitaten - auch wenn diese nicht den Kern meines Themas berühren. Ich fürchte nun, dass der Rest meiner Arbeit am Ende genauso aussieht und die gleiche Fehlerquote aufweisen wird.

Was meint ihr, kommt man mit kleinen marginären Fehlern (wie oben geschildert) noch durch, kann man's riskieren, sowas vorzulegen? Wie haltet ihrs mit der Perfektion? - Die Alternative wäre, am Schluss die geschätzten 2000 Fußnoten nochmals alle durchzuprüfen :stressed: , eine Herkulesaufgabe!

Danke schon für eure Meinungen und Tipps dazu!

Anzeige:

gelenkpfanne
Beiträge: 23
Registriert: 30.03.2016, 12:10
Status: abgeschlossen
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0

Re: Fehlertoleranz bei Fußnoten bzw. Zitaten?

Beitrag von gelenkpfanne » 12.04.2016, 10:27

Hallo Pascal,

da gibt´s m.E. keine festgelegte Grenze. Fehler werden in jeder Dissertation zu finden sein. Wie penibel Juristen im Speziellen sind, weiß ich allerdings nicht.

Ich denke, da Du nach einem Drittel schon die Perfektionismus-Maschine angeworfen hast, wirst Du nach drei Dritteln das sowieso nicht anders machen. Zudem wirst Du jetzt für korrektes Zitieren sensibilisiert sein. Wahrscheinlich wirst Du diesbzgl. nun weniger Fehler machen. Und sei doch schon einmal froh, dass ein Drittel absolut korrekt ist. :wink:

Ich persönlich würde möglichst korrekt arbeiten und wenn ich meinen Betreuer und seine Werke zitiere, dann würde ich mir allergrößte Mühe geben. 8)

praktikum
Beiträge: 333
Registriert: 13.02.2016, 05:35
Status: abgeschlossen
Hat sich bedankt: 1 Mal
Danksagung erhalten: 3 Mal

Re: Fehlertoleranz bei Fußnoten bzw. Zitaten?

Beitrag von praktikum » 12.04.2016, 15:04

Mir ist in dem Zusammenhang nicht ganz klar, wieso hier von Perfektion gesprochen wird? Es ist nicht zuviel verlangt auf die Seitenzahl eines Buches zu blicken und diese innerhalb von ein paar Sekunden korrekt in die Arbeit zu schreiben. :(
Du solltest Dir eher überlegen, wie es zu den Fehlern kam. Das kann beispielsweise am Arbeiten unter starker Müdigkeit liegen. Aber auch Zeitdruck und Motivation spielen eine Rolle.

Unabhängig davon solltest Du am Ende alle Zitate noch einmal durcharbeiten. Wenn Du vorher gut weitergearbeitet hast, geht das viel schneller, als Du jetzt vielleicht denkst. Es wird nur dann zur Herkulesaufgabe, falls wirklich noch viele Fehler dabei sein. In dem Falle ist es aber umso mehr notwendig.

flip
Beiträge: 1091
Registriert: 02.11.2012, 02:50
Hat sich bedankt: 2 Mal
Danksagung erhalten: 28 Mal

Re: Fehlertoleranz bei Fußnoten bzw. Zitaten?

Beitrag von flip » 12.04.2016, 15:58

Womit zitierst du denn überhaupt? Jurbib?

Pascal1
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0

Re: Fehlertoleranz bei Fußnoten bzw. Zitaten?

Beitrag von Pascal1 » 13.04.2016, 08:22

Die einzige Software, die ich verwende, ist Word - außer natürlich der Internetrecherche. Fußnoten und Literaturliste koordiniere ich händisch. Da ich eine Gesamtlänge von "nur" 200 Seiten anvisiere, müsste das so gehen.

Natürlich versucht jeder, "so genau wie möglich" zu arbeiten, keinem wird aber absolute Perfektion gelingen; meiner Arbeitsweise scheint die 2-prozentige Fehlermarge auf den Leib geschneidert zu sein, jedenfalls wenn ich in einem vernünftigen Zeit-Leistungs-Verhältnis fertig werden möchte. Ja, leider ist da auch mal ne falsche Seitenangabe oder eine inhaltlich nicht korrekte Wiedergabe einer Quelle dabei. Es gibt bestimmt Erfahrungswerte, in welchem Rahmen kleine Fehler bei einer Doktorarbeit noch geduldet werden: Ich will nur durchkommen und habs nicht auf "summa cum" abgesehen. Wie gesagt, eine genaue Endkorrektur aller Fußnoten (evtl. noch nebenberuflich) ist ein kaum machbarer Aufwand, das ist mit jetzt klar geworden!

Vielleicht hat jemand von Euch mit einer ähnlichen kleinen "Unschärfe" wie ich gearbeitet und damit trotzdem gute Erfahrung gemacht. Kann niemand Entwarnung geben??

Agnes_von_Prag
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0

Re: Fehlertoleranz bei Fußnoten bzw. Zitaten?

Beitrag von Agnes_von_Prag » 13.04.2016, 08:38

Hallo Pascal!
Sag mal, wie lange hast du gebraucht so viele Fußnoten zu überprüfen? Ich bin in einer ähnlichen Lage und mir steht diese Überprüfung noch bevor, deshalb wäre es gut zu wissen, welche Misere mich erwartet.
Ich bin noch voll im Schreibprozess, aber ich kann nur sagen, dass mir beim Lesen anderer Dissertationen und Artikel immer wieder Fehler auffallen bzw. suche ich Quellenangaben heraus und finde sie nicht, weil sie nicht korrekt angegeben wurden. Das ist normal, wenn es sich in einem bestimmten Ausmaß bewegt. Sagen mir es mal so: Wenn von 100 Zitaten eins nicht stimmt, wird niemand was sagen. Wenn es in jeder dritten Fußnote happert, dann zweifelt man an deiner Professionalität.
Und ich denke, dass es bei einer Dissertation nicht reicht, nur richtig zitiert zu haben. Es geht ja auch um innovative Ideen, kompakte Informationsaufbereitung etc... Deshalb: Ich denke, wenn du mit deiner Dissertation der Wissenschaft was bietest, wenn neue Erkenntnisse drinnen geliefert werden, und du dich wirklich bemüht hast, korrekt zu arbeiten, dann reicht das (mir jedenfalls). Wenn dann mal ein kleiner Fehler drinnen ist, ist das okay. Du plagierst deswegen ja nicht. Diese Plagiatsvorwürfe werden immer zurückgewiesen mit dem Argument, dass man eben Flüchtigkeitsfehler gemacht hat und dass das menschlich sei. Aber: Flüchtigkeitsfehler machen und bewusst Plagieren ist ein Unterschied...
Die 2-%-Fehlerquote kenne ich auch bei mir und oft leide ich darunter. Aber: ich bin draufgekommen, dass wir alle eine 2-%-Fehlerquote haben.. Die einen geben es zu und die anderen nicht und die, die nie einen Fehler haben, arbeiten bis zum Umfallen. Und die Diss ist wichtig, aber nicht wichtiger als dein Leben (und deine Gesundheit)
Ich wünsch dir alles Gute und mach dich nicht fertig

flip
Beiträge: 1091
Registriert: 02.11.2012, 02:50
Hat sich bedankt: 2 Mal
Danksagung erhalten: 28 Mal

Re: Fehlertoleranz bei Fußnoten bzw. Zitaten?

Beitrag von flip » 13.04.2016, 10:47

Nun, du wirst doch eh alles nicht mehr durchsehen und hast dich entschieden dies zu akzeptieren. Warum also hier noch fragen? Es gibt Möglichkeiten so etwas zu vermeiden. 2000 Fußnoten ohne Hilfe in Word zu verwalten ohne Fehler zu machen ist ein Ding der Unmöglichkeit. Da hat deine absolte Seitenzahl nichts mit zu tun.

Wie dein Prof dies beurteilt, wenn er welche findet, kann hier niemand einschätzen.

Jucy
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0

Re: Fehlertoleranz bei Fußnoten bzw. Zitaten?

Beitrag von Jucy » 13.04.2016, 11:24

flip: Es gibt Möglichkeiten so etwas zu vermeiden. 2000 Fußnoten ohne Hilfe in Word zu verwalten ohne Fehler zu machen ist ein Ding der Unmöglichkeit.
Dem möchte ich mich vollumfänglich anschließen. Der Aufwand, sich in ein Literaturverwaltungsprogramm einzuarbeiten und seine Literatur einzupflegen ist kein Vergleich zum Aufwand händischer Handhabe und Kontrolle.
Und ich denke, dass es bei einer Dissertation nicht reicht, nur richtig zitiert zu haben. Es geht ja auch um innovative Ideen, kompakte Informationsaufbereitung etc...
Ja, genau! Das korrekte Zitieren ist die Basis und dazu kommen dann günstigenfalls innovative Ideen obendrauf. Über meinem Schreibtisch hängt eine Karte mit dem schönen Satz "Es gibt keine Antworten, nur Querverweise"...

PS: Ein Kollege von mir hat bei jemandem promoviert, der im Begutachtungsprozess von einer studentischen Hilfskraft jede Quelle nachprüfen lässt. So was gibt es also auch.

Pascal1
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 0

Re: Fehlertoleranz bei Fußnoten bzw. Zitaten?

Beitrag von Pascal1 » 13.04.2016, 22:31

Zur Frage, wie lange so eine Fußnoten-Nachlese dauert: Wenn die Literatur noch griffbereit ist, kanns bei kurzen Zitaten recht schnell gehen. Von zwei Minuten bis zu einem 15-minütigen Fieseln pro Fußnote ist alles drin. Ich kann euch nur raten, den Sicherheitscheck - sofern er nötig ist - am besten bald nach dem Hinschreiben zu machen, da ist die Materie im Kopf noch frisch :idea: . Es wäre natürlich schön, eine Ahnung zu haben, welcher Grad von Perfektion dem Betreuer so vorschwebt - ich kann ihn ja schlecht fragen, wie viele Fehler er mir denn durchzulassen gedenkt. :oops:

Ja, und zur Fußnotenverwaltung mit spezieller Software (im Forum hier angesprochen) kann ich nur sagen, dass das Formale nicht mein Problem ist; ich bezweifle aber nicht, dass sowas bei langen Arbeiten hilfreich sein kann. In meinem Fall geht's aber um das Nachprüfen inhaltlicher Qualitäten und dafür fehlt es der Software vermutlich an akademischer Vorbildung :) . Trotzdem danke für jeden hier abgelieferten Hinweis!

praktikum
Beiträge: 333
Registriert: 13.02.2016, 05:35
Status: abgeschlossen
Hat sich bedankt: 1 Mal
Danksagung erhalten: 3 Mal

Re: Fehlertoleranz bei Fußnoten bzw. Zitaten?

Beitrag von praktikum » 13.04.2016, 22:42

Es liest sich für mich im Moment eher so, dass Dein Arbeitssystem zur Eingabe/Nachvollziehbarkeit technisch nicht gut abgestimmt ist. Du hast folgende Optionen:
a) Das Arbeitssystem verbessern.
b) Die Problem aus a) mit einer nachträglichen manuellen Korrektur kompensieren.
c) Gar nichts machen.

Bei a) hättest Du den Vorzug, dass Du später bei kurzfristigen umfangreichen Änderungen schneller reagieren kannst, ohne zu großen Arbeitsaufwand entstehen zu lassen.
Pascal1 hat geschrieben: Natürlich versucht jeder, "so genau wie möglich" zu arbeiten, keinem wird aber absolute Perfektion gelingen;
Bitte höre mit dem Wort "Perfektion" auf. Das hat mit Deinem Fall nichts zu tun.
Pascal1 hat geschrieben: Wie gesagt, eine genaue Endkorrektur aller Fußnoten (evtl. noch nebenberuflich) ist ein kaum machbarer Aufwand, das ist mit jetzt klar geworden!
Das hat Guttenberg schon erzählt. ;)
Pascal1 hat geschrieben: Vielleicht hat jemand von Euch mit einer ähnlichen kleinen "Unschärfe" wie ich gearbeitet und damit trotzdem gute Erfahrung gemacht. Kann niemand Entwarnung geben??
Du meinst gute Noten mit bewusst mäßigem Arbeitseinsatz? Das ist einfach ein Lotteriespiel mit den Gutachtern. Anscheinend hast Du diesen Thread nur zur Gewissensberuhigung gestartet, um einen Freibrief zu erhalten genauso weiterzumachen. Dann mache es eben so.

Gesperrt
  • Vergleichbare Themen
    Antworten
    Zugriffe
    Letzter Beitrag