Latex vs. Word: Grundsatzfragen

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Latex vs. Word: Grundsatzfragen

Beitrag von Green Goddess » 13.01.2016, 21:30

Edit Sebastian 13.01.2016 23:08:
Abgetrennt aus Word: Dissertation doppelseitig drucken Probleme mit Darstellung der Seitenzahl
LaRue hat geschrieben:
Green Goddess hat geschrieben:Es ist immer wieder überraschend, welche Probleme LaTeX-Nutzer nie sehen. Um dein Problem zu verstehen, möchte ich gerne wissen, wieso "word druck doppelseitig seitenzahl" als Suchwordliste an Tante google geschickt nichts für dich Hilfreiches liefert. Ich bin Word-Nichtuserin, deshalb würde ich es mit http://www.ms-office-forum.net/forum/sh ... p?t=224138 versuchen, sofern ich denn .... aber das führt vom Thema ab.
Musste das echt sein? Ich arbeite seit sieben Jahren mit Latex und kenne die verschiedenen packages gut genug, um damit umzugehen. Ich stelle an der Uni aber immer wieder fest, wie sich Leute überlegen fühlen, wenn sie Latex benutzen, um Dinge exakt darzustellen. Als Layout nehmen sie dann eine der vorhandenen Vorlagen, die man auf einschlägigen Seiten findet. Deren Qualität rangiert zwischen scheisse und völlig beknackt. Das kriegen diese Leute aber nicht mit, weil sie zu beschäftigt sind, sich anderen überlegen zu fühlen. Naja, wenn sonst nicht viel im Text steckt, muss eben Latex als Alleinstellungsmerkmal herhalten :roll:
Es gibt sicherlich immer einige, die mit gutem Werkzeug Müll produzieren. Wenn sich diejenigen irgendwo sammeln, spricht vieles dafür, dass nicht nur bei der Dokumentenaufbereitung geschlampt wird. "Sag mir, wie sorgsam du deinen Text formatierst, und ich sage dir, wieviel du selbst von ihm hältst." Falls du mit deiner Antwort andeuten willst, dass man mit vergleichbarem Aufwand in Word o.ä. qualitativ auch nur ähnlich gute Ergebnisse wie mit Latex -bei sinnvoll großem und komplexen Dokument- produzieren kann, wärst du aus meiner Sicht in der Bringschuld.

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LaRue
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Re: Dissertation doppelseitig drucken Probleme mit Dartstellung der Seitenzahl

Beitrag von LaRue » 13.01.2016, 22:15

Green Goddess hat geschrieben:Es gibt sicherlich immer einige, die mit gutem Werkzeug Müll produzieren. Wenn sich diejenigen irgendwo sammeln, spricht vieles dafür, dass nicht nur bei der Dokumentenaufbereitung geschlampt wird. "Sag mir, wie sorgsam du deinen Text formatierst, und ich sage dir, wieviel du selbst von ihm hältst." Falls du mit deiner Antwort andeuten willst, dass man mit vergleichbarem Aufwand in Word o.ä. qualitativ auch nur ähnlich gute Ergebnisse wie mit Latex -bei sinnvoll großem und komplexen Dokument- produzieren kann, wärst du aus meiner Sicht in der Bringschuld.
Du verpasst den wichtigsten Punkt wissenschaftlicher Leistung, denn das ist die Erbringung von neuen Erkenntnissen und nicht die schnieke Darstellung, die es bei 99,9998% der Latexbenutzer sowieso nicht gibt, weil sie kein Layout entwerfen können. In meinem Fachgebiet muss man ständig Formeln und andere quantitativen Analysen darstellen, daher ist Latex eben Usus. Was ein Historiker mit einer 3000-Seiten-Ansammlung an Text mit Latex soll, anstatt den Text auf simpelste Art mit einem Textverarbeitungsprogramm runterzuschreiben, ist mir relativ gleichgültig.

Green Goddess
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Re: Latex vs. Word: Grundsatzfragen

Beitrag von Green Goddess » 14.01.2016, 00:06

Mein heutiger Tag fiel in die Kategorie "Gebraucht", deshalb ist es für alle Leser sicherlich sinnvoll, wenn ich deine freche Unterstellung im 1. Satz unkommentiert lasse. Ein Style-File von Grund auf neu zu schreiben wäre für die allermeisten Nutzer der sicherste Weg zu gräßlichen Resultaten, wie überhaupt der Drang, alles von Grund auf neu und selbst zu machen, einer der sichersten Wege in den Abgrund ist und ein Zeichen von Dilettantismus, woher auch immer du die Idee hast, man müsse ein Layout entwerfen können, um Latex nutzen zu können. Wissenschaft, Forschng und Entwicklung basiert auf der Arbeit von Vorgängern, der berühmte Zwerg, der auf der Schulter von Riesen sitzt. Ich halte meine Behauptung weiterhin aufrecht: "Wer seinen Text schlampig formatiert, misst ihm keinen Wert zu.", unabhängig von der erbrachten Erkenntnis. Zwei kleine Anmerkungen noch, da du es angebracht hast. 3000 Seiten am Stück in Word&Co zu schreiben, würde sich wohl niemand mit Verstand antun, aus welchem Zylinder du auch immer den Historiker gezaubert hast; in meinem Fach nehmen einige Journale gar nichts anderes an als Latex Quellen, haben ihre eigenen Style-Files, die wahrlich nicht in der Bandbreite von Sch**** bis völlig beknackt liegen. Es gibt sehr gute Gründe, kein "What you see is what you'll never get" System zu nehmen, ohne dass man dadurch von minderer Qualität des Inhalts ablenken wollte.

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Re: Latex vs. Word: Grundsatzfragen

Beitrag von Zwonk » 14.01.2016, 05:50

In LaTeX kein Layout zu entwerfen ist schonmal der erste Schritt zu einer vernünftigen Darstellung. Die einzigen Male, wo ich selbst gesehen habe, dass irgendein in LaTeX erzeugtes Dokument schrecklich aussah, waren eben die, wo irgendjemand versucht hat, ein eigenes Layout zu basteln, mit dem Ziel, Word zu emulieren :roll: Die meisten Leute begnügen sich mit dem Setzen der Parameter, die wenige Standardklassen (z.B. scrbook) bieten und erzielen damit sehr gute Ergebnisse.

Und ich habe als Geisteswissenschaftler enorm von LaTeX profitiert und habe nicht den Hauch einer Ahnung, was Word mir für Vorteile gebracht hätte.

Aber, das sind Glaubenskriege am frühen Morgen :?

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Re: Latex vs. Word: Grundsatzfragen

Beitrag von walliworld » 14.01.2016, 08:30

Latex oder Word, der ständige Glaubenskrieg...

Ich denke jeder muss sich das Tool aussuchen, mit dem er am besten klar kommt und welches am besten zu seiner Aufgabe passt. Ich persönlich habe Erfahrungen mit beiden Tools gemacht, d.h. ich habe zwei Abschlussarbeiten, eine jeweils mit Word (Diplomarbeit ca. 110 Seiten), die andere mit Latex (Masterarbeit ca. 100 Seiten), geschrieben. Wenn ich mal vergleiche, würde ich immer wieder Latex wählen, weil es einfach ein besseres Gesamtbild abgibt. So verwende ich jetzt auch für meine Dissertation wieder Latex.

Zum Thema „Nutzen von Vorlagen“: Auch ich nutze Formatvorlagen, unabhängig davon, ob sie nun für Latex oder für Word sind. Ich persönlich würde nie auf die Idee komme von Grund auf eine eigene Formatvorlage zu erstellen. Da haben sich doch bereits 100erte von Personen Gedanken gemacht. Da ist mir meine wenige Zeit doch zu kostbar. Am sinnvollsten erscheint mir, dass man sich eine „gute“ Vorlage nimmt und passt sie, sofern notwendig, an. Ich nehme für meine Dissertation z.B. einfach die Vorlage aus unserem Institut.

LaRue
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Re: Latex vs. Word: Grundsatzfragen

Beitrag von LaRue » 14.01.2016, 17:40

Ihr zählt wohl zu denen, die ihre Zeit damit verbringen, die Texterfassung anderer Leute zu kommentieren. Das steht euch wahrlich nicht zu. Es gibt wohl zig Textverarbeitungsprogramme. Bei Latex fällt an der Universität jedenfalls immer wieder auf, dass diejenigen, die sich so großspurig aufbäumen, selbst relativ wenig Ahnung von der Programm haben. Diejenigen scheitern häufig schon an den packages und dynamischen Texten mit R :roll: Diejenigen, die ernsthaft arbeiten, machen es mit der Textverarbeitungssoftware, die die persönlichen und spezifischen Anforderungen erfüllt. Da braucht es kein Gelaber gegenüber anderen Leuten, die andere Software verwenden. Das geht einen relativ wenig an.

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Re: Latex vs. Word: Grundsatzfragen

Beitrag von Zwonk » 14.01.2016, 18:05

Diejenigen, die ernsthaft arbeiten, machen es mit der Textverarbeitungssoftware, die die persönlichen und spezifischen Anforderungen erfüllt.
Richtig - genau aus diesem Grund habe ich die Kombination aus Emacs und LaTeX genommen. Und ansonsten entbehrt es nicht einer gewissen Ironie, dass jemand, der wissenschaftliche Kompetenz und darüber hinaus sogar die psychische Disposition von Leuten an der Wahl ihrer Textverarbeitung festmacht, anderen dummes Gelaber vorwirft. Das muss man echt erstmal bringen.

Green Goddess
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Re: Latex vs. Word: Grundsatzfragen

Beitrag von Green Goddess » 14.01.2016, 18:57

Bei all dem sollten wir nicht den Einstieg ins Thema übersehen: Ein Allerweltsproblem beim Arbeiten mit einer Textverarbeitungssoftware, zu dem der/die TE keine Lösung bei google fand. Ich übernehme gerne wieder den Part der Bösen: "So etwas ist bei LaTeX kaum vorstellbar, sofern man denn überhaput googlen müsste angesichts der mitgelieferten Dokumentation.". ..., abgesehen davon, dass sich das originäre Problem nie gestellt hätte.
LaRue hat geschrieben:...Bei Latex fällt an der Universität jedenfalls immer wieder auf, dass diejenigen, die sich so großspurig aufbäumen, selbst relativ wenig Ahnung von der Programm haben. ...
Bei den LaTeX-Hassern fällt an oder ausserhalb der Uni immer wieder auf, dass sie ohne jegliche Sachkenntnisse Kloakenparolen zum Besten geben wie z.B. die Behauptung, man müsse unter LaTeX selbst ein Layout kreiren, die eigene angebliche Kompetenz unterstreichend durch die Behauptung, man selbst würde schon seit 7 Jahren mit dem Programm arbeiten.
LaRue hat geschrieben:... Diejenigen, die ernsthaft arbeiten, machen es mit der Textverarbeitungssoftware, die die persönlichen und spezifischen Anforderungen erfüllt....
Ernsthaftes (wissenschaftliches) Arbeiten machst du an der Wahl der Textverarbeitung fest, egal wie sie ausgefallen sein mag? Die Textverarbeitung war bisher für mich in erster Linie ein Mittel zur Dokumentation. Das "ernsthafte Arbeiten" findet zuallererst im Kopf statt, vlt. solltest du den Punkt auch in Erwägung ziehen.

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Re: Latex vs. Word: Grundsatzfragen

Beitrag von Sebastian » 14.01.2016, 20:29

Ich würde diesem Thread als OpenOffice- und Word-Nutzer gern noch eine Erkenntnis abgewinnen, nämlich ob die Anleitung für den Einstieg in LaTex von Benutzer Robert im redaktionellen Teil technisch noch so einigermaßen up to date ist.
Ich habe mich noch immer nicht daran gemacht, LaTex mal auszuprobieren.
Als HTML-Freund, der auch seine CSS-Sheets selbst schreibt, kommen mir die Prinzipien halbwegs vertraut vor, aber ich würde dann auch ungern mit einem Nischenprodukt anfangen, sondern gern gleich "das Richtige" wählen. Habt Ihr Empfehlungen?

Sebastian

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Re: Latex vs. Word: Grundsatzfragen

Beitrag von LaRue » 14.01.2016, 20:38

Manche haben hier echt zu viel Zeit.
Green Goddess hat geschrieben:Bei all dem sollten wir nicht den Einstieg ins Thema übersehen: Ein Allerweltsproblem beim Arbeiten mit einer Textverarbeitungssoftware, zu dem der/die TE keine Lösung bei google fand.
Ganz genau. Ein Mensch hat eine Frage gestellt und ich habe sie beantwortet. Heutzutage ist es leider üblich, dass es immer erst ein paar Hasskommentare gibt, bevor sich jemand dem Thema der Fragestellung widmet. Das ist bedauerlich.

Da ansonsten das Lesen nicht deine Stärke ist, verzichte ich auf sinnlose Beantwortung von zusammenhangslosen Sätzen. Mein Standpunkt ist relativ einfach zu verstehen: Jeder soll die Textverarbeitung so handhaben, wie er oder sie möchte und das geht auch niemanden etwas an. Belehrungen, Überlegenheitsgefühle, etc. kann man sich sparen.

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