Kritik an Bewertung kumulativer Diss durch den Doktorvater anbringen: Wie?

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Re: Hilfe: Mein Doktorvater bewertet subjektiv

Beitrag von itsme » 14.01.2016, 08:44

histosowi hat geschrieben:
Das kann ich leider nicht bestätigen. Ein dauerhafter Verbleib in der Wissenschaft läuft über Habilitation oder Juniorprofessur. Für beide Wege sind überdurchschnittliche Promotionsleistungen Voraussetzung, also mindestens magna, eher summa.
Das ist sehr stark abhängig vom Fach und ich sehe das wie flip: In den Wirtschaftswissenschaften wird so ein Tanz um die Publikationsliste gemacht, dass die jedes andere Kriterium sticht. Zur Professur können auch habilitationsäquivalente Leistungen wie die Projektleitung in einem SFB führen. Eine Veröffentlichung in der American Economic Review plus ein paar gute Publikationen in B-Journals können schon für eine Professur reichen, ganz ohne Habil und Juniorprofessur. Da scheint es ein größeres Bedürfnis nach externer Validierung zu geben, wahrscheinlich weil man den Stand der Disziplin im eigenen Land so kritisch betrachtet. So etwas wie das Handelsblatt-Ranking gibt es meines Wissens nicht in anderen Disziplinen. Kommt natürlich drauf an, wer da am Ende in der Berufungskommission sitzt: Ein "old fart" (pejorativer Gattungsbegriff, nicht von mir) wird eher auf die klassischen Kriterien setzen, aber die scheinen mittlerweile in der Minderzahl zu sein.

Dr2016
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Re: Hilfe: Mein Doktorvater bewertet subjektiv

Beitrag von Dr2016 » 14.01.2016, 12:31

Zunächst vielen lieben Dank für eure Beiträge :blume:

Zum Thema Zweitgutachter kann ich nur sagen, dass mein Prof und ein befreundeter Prof sich jeweils als Zweitgutachter einsetzen. Ich vermute, dass der Zweitgutachter nur noch das Erstgutachten abschreibt oder bestätigt. Anders würde es natürlich aussehen, wenn ich einen anderen Zweitgutachter einsetzen würde. Damit stelle ich mich aber gegen das Vorgehen von meinem DV.

Bei uns gibt es auch eine "Promotionspunkte-Rechnung": mindestens braucht man 3, ich habe knapp 7 8)
Allerdings ist fakt, dass der Großteil in Koautorenschaft geschrieben wurde und meine Leistung vom DV nicht anerkannt wird. Zugegeben: ich habe die prozentuale Verteilung nicht groß überdacht und auf Köpfe aufgeteilt. Aber dennoch finde ich meine Leistung nicht zu verachten...ohne hier angeben zu wollen :roll:

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Re: Kritik an Bewertung kumulativer Diss durch den Doktorvater anbringen: Wie?

Beitrag von histosowi » 14.01.2016, 17:09

Von mir zunächst einmal ein großes "Sorry"! Ich war fälschlicherweise davon ausgegangen, daß es in den WiWi ähnlich wie in den GeiWi gehandhabt wird :oops:

Um so besser, daß ich da falsch liege!

@ Dr2016: dann sieht es für dich doch wirklich nicht so schlecht aus. Und ja: du kannst stolz auf deine Leistung sein. :blume: Und vielleicht korrigiert dein Erstgutachter ja doch noch die Note nach oben - weiß er denn schon, nach welchem "Schlüssel" du die anteiligen Autorenschaften verteilt hast? Vielleicht kann die Erläuterung deiner Vorgehensweise da auch noch zur Klärung beitragen.

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Re: Kritik an Bewertung kumulativer Diss durch den Doktorvater anbringen: Wie?

Beitrag von itsme » 14.01.2016, 17:36

histosowi hat geschrieben: Um so besser, daß ich da falsch liege!
Im konkreten Fall ist es tatsächlich gut, dass der Publikationsliste so ein großes Gewicht beigemessen wird. Das hat ja auch was damit zu tun, dass eben nicht ein oder zwei Gutachter alleine ausschlaggebend für die weitere Laufbahn sein sollen. Allgemein kann man diese Tendenz aber kritisch diskutieren, weil sie so bizarre Auswüchse zeigt ("schöner" Fall: http://www.heise.de/tp/artikel/38/38777/1.html, mittlerweile nicht mehr Professor, weil der Druck der Fachöffentlichkeit zu groß wurde).

@Dr2016: Das wäre auch noch ein Ansatzpunkt, um deinen DV zu überzeugen: Als BWLer müssten ihm die negativen Anreizwirkungen des "publish or perish" eigentlich bewusst sein. Du könntest z.B. darauf hinweisen, dass die DFG für Anträge immer nur fünf Veröffentlichungen akzeptiert, weil hier ja eigentlich Qualität vor Quantität gehen sollte.

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Re: Kritik an Bewertung kumulativer Diss durch den Doktorvater anbringen: Wie?

Beitrag von flip » 14.01.2016, 20:29

In der Tat!

Zumal die 25 Artikel der Referenz sicherlich nicht alle was vollkommen anderes erforschen. ;)

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Re: Kritik an Bewertung kumulativer Diss durch den Doktorvater anbringen: Wie?

Beitrag von Dr2016 » 15.01.2016, 11:59

histosowi hat geschrieben:weiß er denn schon, nach welchem "Schlüssel" du die anteiligen Autorenschaften verteilt hast? Vielleicht kann die Erläuterung deiner Vorgehensweise da auch noch zur Klärung beitragen.
Das ist mein "neuer Ansatz". Will mit ihm nochmal über die Verteilung sprechen. Vielleicht ist er dann eher einsichtig. Allerdings habe ich meinen Chef als Schubladendenker kennen gelernt. Mit meinen Argumenten werde ich nicht mehr aus dieser tiefen Schublade heraus kommen. Fakt ist: meine Kollegen geben (bezogen auf eine Mono) mehrere Aktenordner ab, meine kumulative Diss ist knapp einer. Ergo: meine Arbeit kann ja überhaupt nicht gut sein, weil das ist ja weniger als eine Mono...
Quantität sticht in seinem Fall (leider) Qualität...

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