Stipendium für den Doktor

Heyho
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Stipendium für den Doktor

Beitrag von Heyho » 23.12.2015, 18:10

Hallo an alle,

ich bin momentan auf der Suche nach einer Doktorandenstelle und mir wird vielleicht eine Stelle angeboten, wenn ich mich um ein Stipendium kümmere. Ich hab jetzt gefühlt das halbe Internet abgesucht und habe nur Stipendien gefunden, die politisches oder soziales Engagement voraussetzen oder eben, dass man schon zur Promotion zugelassen ist. Könnt ihr mir Stipendien empfehlen, für die man sich bewerben kann, ohne schon eine Stelle zu haben und die kein politisches oder soziales Engagement voraussetzen? Falls es noch hilft, ich bin weiblich und studiere Naturwissenschaften (Biologie).

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Re: Stipendium für den Doktor

Beitrag von LittleMonkey » 23.12.2015, 18:54

Mein Freund ging den gleichen Weg, leider ohne Erfolg.
Er meinte Optionen wären eventuell die Hans-Böckler-Stiftung (sofern du aus einer Familie mit Gewerkschaftshintergrund kommst) oder die Studienstiftung des deutschen Volkes. Da bräuchtest du entsprechend gute Noten.

Heyho
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Re: Stipendium für den Doktor

Beitrag von Heyho » 23.12.2015, 19:05

Danke für die Tipps.Meine Noten sind zum Glück sehr gut, ich werde wahrscheinlich mit einer 1,0 abschließen. Familie mit Gewerkschaftshintergrund habe ich leider nicht. :(

footnote
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Re: Stipendium für den Doktor

Beitrag von footnote » 23.12.2015, 20:46

Hallo,

also zunächst mal ist es keine Bedingung, dass deine Familie einen Gewerkschaftshintergrund hat, damit du bei der Böckler-Stiftung Erfolg hast. Genauso wenig MUSS man oder frau SPD-Mitglied sein, um ein Stipendium bei der Friedrich-Ebert-Stiftung zu bekommen. Das wird gern behauptet, ist aber nachweislich Quatsch. Andererseits ist es natürlich schon wichtig, dass du dich mit den gesellschaftspolitischen Anliegen der jeweiligen Stiftung identifizieren kannst (und sich das auch irgendwie im Lebenslauf widerspiegelt).
Wenn das bei dir nicht der Fall ist, macht es sicher mehr Sinn, eine Bewerbung bei der Studienstiftung d. dt. Volkes zu versuchen. Dort wird in erster Linie nach der Note gegangen, wobei man mögliche "Defizite" auch hier mit gesellschaftlichem Engagement oder Ähnlichem aufwiegen könnte.
Ansonsten kannst du auch mal bei www.mystipendium.de schauen, ich selbst habe das noch nicht so benutzt, davon aber schon viel Gutes gehört.
Ich bin mir ziemlich sicher, dass es spezielle Stipendien gibt (ggf. auch aus der Wrtschaft), die schwerpunktmäßig Frauen in den Naturwissenschaften fördern, da es da ja einen großen Nachholbedarf gibt (in der Biologie vielleicht weniger als in der Physik, aber sei es drum).
An fast allen Unis gibt es Programme der sogenannten "Landesgraduiertenförderung". Hier kommt das Geld vom Bundesland, die Bewerbung läuft aber über die Uni.

Soweit ich weiß, ist es immer eine formale Voraussetzung, offiziell als PromotionsstudentIn eingeschrieben zu sein, wenn man sich für ein Stipendium bei einer Stiftung bewirbt, auch bei der Landesgraduiertenförderung. In Drittmittelprojekten ist das oft anders. Aber wieso ist das ein Problem? Immatrikuliere dich doch, wenn du ohnehin promovieren willst!?
Was ich auch nicht verstehe: Du schreibst: "mir wird vielleicht eine Stelle angeboten, wenn ich mich um ein Stipendium kümmere". Was ist denn das für eine merkwürdige Stelle? Ohne Bezahlung, oder warum brauchst du sonst noch ein Stipendium extra?

Liebe Grüße
m.

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Re: Stipendium für den Doktor

Beitrag von Heyho » 23.12.2015, 20:54

Ich habe den Leiter einer Arbeitsgruppe angeschrieben, ob er Doktorandenstellen zu vergeben hat. Er sagte, dass er ein Thema hat, aber nicht das Geld, um mich zu finanzieren. Ich soll mir ein Stipendium suchen. Momentan bin ich noch an meiner Uni eingeschrieben, wo ich den Master gemacht habe, ich bin zwar durch, aber mein Zeugnis wird noch ausgestellt. Meine Verteidigung hatte ich erst vor einer Woche. Ich kann mich ja nicht dann woanders einschreiben. Ich höre nur oft, dass Leute Stipendien haben und das dann dem Doktorvater/der Doktormutter anbieten. Ich habe das bisher nur vom Hörensagen gehört, also muss es ja sowas geben, dass man ein Stipendium bekommt und das dem/der zukünftigen Doktorvater/ Doktormutter anbieten kann.

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Re: Stipendium für den Doktor

Beitrag von footnote » 23.12.2015, 21:08

Ok.
Zunächst wirst du auf dein Zeugnis warten müssen.
Dann ist es für eine Bewerbung, auch bei der Studienstiftung, erforderlich, dass du ein Gutachten einreichst (in dem also ein Prof., dein/e Betreuer/in) Stellung zu deinem Forschungsvorhaben nimmt). Das könnte dieser Arbeitsgruppenleiter, wenn er dir ein Thema anbietet, schreiben. Wenn ich so drüber nachdenke, weiß ich übrigens gar nicht mehr so recht, ob man bei diesen Bewerbungen, also auch bei der Studienstiftung, wirklich eine Immatrikulationsbescheinigung braucht?! Musst du nochmal schauen. Ich glaube, manchmal reicht auch eine formlose Erklärung, in der dein anvisierter Prof. darlegen könnte, dass er beabsichtigt, dein Promotionsvorhaben zu betreuen.

Heyho
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Re: Stipendium für den Doktor

Beitrag von Heyho » 23.12.2015, 21:48

Ok, danke für die Info. Aber so generell Stipendien ohne Betreuer und Thema gibt es wohl nicht, oder?Würde also immer über den potenziellen Betreuer laufen?

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Re: Stipendium für den Doktor

Beitrag von Traudel » 24.12.2015, 08:53

Hallo Heyho,

für das Gros an Stipendien brauchst Du ohnehin ein, manchmal zwei Befürwortungsschreiben. Eins muss in der Regel aus der Feder des DV stammen. Hier kann footnotes Vorschlag der formlosen Erklärung naturgemäß einfließen: Der DV legt glaubhaft und nachvollziehbar dar, inwiefern er von dem anzustoßenden Promotionsprojekt einen reellen wiss. Beitrag erwartet, warum es erfolgreich im Zeitraum XY und unter den Rahmenbedingungen ABC bearbeitbar ist und aus welchen Gründen er Dich für eine besonders geeignete Kandidatin hält und gern betreuen möchte. Damit stellt er dem Stipendiengeber sowohl die gesicherte Betreuung als auch institutionelle Verankerung (also auch die erwartbare (vorläufige) Annahme des Vorhabens seitens der Fakultät) in Aussicht.

Noch drei Anmerkungen zu Förderstellen:
1. @footnote: Ja stimmt natürlich, dass man kein Parteimitglied sein MUSS, aber als ich vor einigen Jahren in die dritte Runde des Auswahlverfahrens der FES kam, legte man mir durch die Blume den Eintritt nahe. Als ich dem Ratschlag nicht nachkam, war Ende im Gelände -- was natürlich an meinen Unterlagen, meinem Thema, meiner Visage gelegen haben könnte, aber man zwitscherte mir im Anschluss, ich hätte den "Ratschlag" annehmen sollen...

2. Soziales (gemeinwohlorientiertes, politisches, ökologisches...) Engagement ist im Grunde überall mehr als gern gesehen. Du musst Dich ja von der Masse abheben und besondere Einsatzbereitschaft und Motivation beweisen, um den Stipendiengeber von Dir zu überzeugen. Allerdings gibt es natürlich auch besonders förderungswürdige Themen oder Kandidaten mit exzellenten Noten, Hochbegabung usw. Wenn es Dir gelingt, eine finanzielle Notlage zu belegen, rate ich Dir, den Kontakt mit der FAZIT-Stiftung aufzunehmen. (Wobei auch hier gesell. Engagement sehr, sehr gewünscht ist)

3. Ich denke, es ist von großem Vorteil, dass Du in den Naturwissenschaften promovieren möchtest: Hier kann man bei vielen Förderstellen mit dem ausnehmenden wiss. Beitrag des Vorhabens punkten (jedenfalls eher als z.B. in der Philosophie ... jetzt nicht shitstormen, Ihr wisst schon, wie ich das meine... ich trage ja selbst den Dr. phil. :blume: ) und/oder ein vergleichsweise breites Angebot an Frauennachwuchsförderung in Anspruch nehmen.

Viel Erfolg!!

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Re: Stipendium für den Doktor

Beitrag von Hella » 24.12.2015, 11:55

Hallo Heyho,
Es gibt extrem unterschiedliche Stipendien, zum Beispiel haben manche Städte Stipendien für die Kinder ihrer Stadt, es gibt in Forschungseinrichtungen (Helmholtz, Max-Planck, Leibniz-Gemeinschaft) Doktorandenstellen und Stipendien, der Bund und die Länder vergeben Stipendien. Es gibt jede Menge Kleinststipendiengaber. Du hast nur die extrem bekannten genannt, da gibt es aber sehr viele Bewerber. Recherchier doch einfach mal im Internet nach Stipendien in deinem Fach- oder Themenbereich. Und ansonsten gibt es auch noch den Stipendienkompass der ist aber auch nicht vollständig. Es werden auch Stipendien von Institutionen ausgeschrieben wie Stellenanzeigen. Gibt es in deinem Bereich kein Fachportal, wo die gesammelt werden? Oder einfach mal in Lebensläufe verschiedener Personen schauen, da steht auch drin, von wem sie gefördert wurden.
Es gibt bestimmt euch ein CareerCenter oder eine Person die für Stipendien zuständig ist an deiner Uni, die einfach mal fragen.
Ich hoffe, ich konnte dir weiterhelfen.
Schöne Grüße
Hella

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Re: Stipendium für den Doktor

Beitrag von flip » 24.12.2015, 13:11

Heyho hat geschrieben:Ich habe den Leiter einer Arbeitsgruppe angeschrieben, ob er Doktorandenstellen zu vergeben hat. Er sagte, dass er ein Thema hat, aber nicht das Geld, um mich zu finanzieren. Ich soll mir ein Stipendium suchen.
Immer wieder schön mit anzusehen, wie es bei anderen Fachrichtungen läuft. Mal so nebenbei, warum möchtest du überhaupt promovieren?
Ist der "Leiter" überhaupt Professor?
Heyho hat geschrieben: Momentan bin ich noch an meiner Uni eingeschrieben, wo ich den Master gemacht habe, ich bin zwar durch, aber mein Zeugnis wird noch ausgestellt. Meine Verteidigung hatte ich erst vor einer Woche. Ich kann mich ja nicht dann woanders einschreiben. Ich höre nur oft, dass Leute Stipendien haben und das dann dem Doktorvater/der Doktormutter anbieten. Ich habe das bisher nur vom Hörensagen gehört, also muss es ja sowas geben, dass man ein Stipendium bekommt und das dem/der zukünftigen Doktorvater/ Doktormutter anbieten kann.
Dann hör mal auf, dich die ganze Zeit auf Hörensagen zu verlassen und beginne, Fakten zu sammeln (so wie die jetzt schon mehrfach vorgeschlagen wurde). Du brauchst nicht dein fertiges Zeugnis, du hast alles deine Leistungen erbracht und diese sind beim Prüfungsamt hinterlegt. Du kannst dir jederzeit einen Ausdruck holen und diesen als vorläufiges Zeugnis behandeln. Das mit der Einschreibung verstehe ich nicht. Wie willst du dich ohne Zusage für irgendwas irgendwo einschreiben? Mal abgesehen davon, dass die Einschreibung, sofern sie überhaupt nötig ist (an meiner Uni ist bspe. kein Doktorand immatrikuliert), zu einem späteren Stichtag erfolgt.

Du hast, wie ich oben herauslese, kein Thema bzw. inhaltlich momenten nichts für die Vorbereitung getan. Das heißt, du wirst auch kein Stipendium bekommen, mit dem du dich anbieten kannst. Auf welcher Basis soll dies denn erfolgen? Ein Einserabschluss reicht dazu nicht aus.

Wenn ich mich recht entsinne, dann läuft es in der Biologie so:
Du hast keinen Plan, bewirbst dich bei einer Arbeitsgruppe und wirst im Rahmen eines Drittmittelprojektes angestellst.
Du hast halbwegs einen Plan, bewirbst dich an einer Graduiertenschule und wirst dann im Rahmen dessen einem Projekt mit Stipendium (uniintern) zugeordnet.
Du hast einen Plan, erlangst ein Stipendium und gehst damit auf Bewerbungstour bei den Professoren. Diese ist insoweit eingeschränkt, als dass dein präferierter Professor dir vorher schon einen netten Brief für die Stiftung geschrieben hat.

Unabhängig davon: Du bewirbst dich einfach bei einem Professor und er stellt dich auf einer Haushaltsstelle an (sehr unrealisitsch, denn da sitzen die Arbeitsgruppenleiter, also Post-Docs.)

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