Druckvorlage für Verlag erstellen

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Druckvorlage für Verlag erstellen

Beitrag von Koenigsportal » 06.11.2014, 16:33

Hallo, liebe Forenmitglieder,

ich stehe vor der Entscheidung für einen Verlag zur Publikation meiner Diss. Abgesehen von den Kosten, die ich erstmal zu verdrängen versuche, bemühe ich mich gerade darum, mir einen sachlichen Überblick über die Angebote zu verschaffen. Nun liegt mir eines von einem Verlag vor, der für mein Thema wohl recht gut wäre, meine Arbeit in eine Reihe aufnähme, ordentlich Werbung macht usw. Üblicherweise liefern die Autoren hier aber ihre Druckvorlage selbst. Mich schreckt das total. Wie viel Arbeit muss man denn da noch investieren. Meine Arbeit ist an sich ganz solide gesetzt und sprachlich auch i.O. Aber jeder Verlag hat ja seine eigenen Stylesheets. Geht es hier um Tage oder Wochen, die noch zu investieren (und zusätzlich zu finanzieren) wären? Ich habe mir gerade Zeit für die Publ. freigeschaufelt, aber ewig währt die nicht, zumal die Finanzierungsoptionen noch ausgelotet werden müssen und evtl. die eine oder andere Bewerbung um Druckkostenzuschüsse ansteht.

Vielen Dank schon mal für den einen oder anderen Erfahrungsbericht.
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Sebastian
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Re: Druckvorlage für Verlag erstellen

Beitrag von Sebastian » 06.11.2014, 21:57

Ich habe da auch schon sehr unterschiedliche Geschichten gehört und gelesen.
Einige Verlage stellen zwar schon hohe Anforderungen an die abzuliefernde Datei, machen aber letztlich doch noch die eine oder andere Korrektur selbst.
Andersherum kann schon das Erzeugen einer korrekten PDF-Datei aus Word ziemlichen Wirbel verursachen, wenn man selbst keinen Zugriff auf Adobe-Vollversionen hat (Stichwort anderer Druckertreiber für den PDF-"Drucker").
Wegen der Argumente, die carlo genannt hat, tun sich auf der anderen Seite vermutlich auch die Verlage schwer, "irgendwelche" Ausgangdateien in Word zu akzeptieren, denn wenn man dort ordentlich herumgebastelt hat, statt konsequent Formatvorlagen zu benutzen, dann ist das Dokument schnell so zerschossen, dass man es als Dritter kaum wieder zusammenbekommt.

...sagt Sebastian,
der gerade "nur" ein DIN-A-2-Plakat drucken lassen wollte und trotz ernsthafter Bemühungen den Zorn des Druckers auf sich gezogen hat.

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Re: Druckvorlage für Verlag erstellen

Beitrag von Koenigsportal » 07.11.2014, 15:35

Mein Dokument ist relativ simpel gesetzt, keine Formatvorlagen und dergleichen (was soll das überhaupt sein, bei einer Diss.?) Tabellen usw. gibt's auch nicht, nur Abbildungen als Anhang. Das kKomplizierteste ist wohl noch, dass ich verschiedene Dokumentteile verschieden formatiert habe mit Seitenwechsel bzw. Abschnittswechsel. Sogar die Überschriften sind rein händisch gemacht. Ein Verlag verlangt es sogar gerade so einfach.

Ich habe nur leider so gar keine Vorstellung, wie anspruchsvoll das Setzen ist. Geschieht sowas mit Word oder, wie Sebastian schon andeutete, braucht man spezielle Software (Indesign, Adobe usw.) Wäre ein bisschen forsch vom Verlag, einem da noch Kosten aufzudrücken, die im Angebot unter den Tisch fallen.
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Re: Druckvorlage für Verlag erstellen

Beitrag von Zwonk » 07.11.2014, 17:36

@Koenigsportal: Formatvorlagen sind so Voreinstellungen wie "Überschriften 2. Ordnung werden linksbündig in Schriftart X 12 pt. und fett gesetzt". Im Dokument sagst Du dem Rechner dann "diese Zeile ist eine Überschrift 2. Ordnung" und der formatiert die dann in der zuvor angegebenen Weise. Das hat den Vorteil, daß man Verlagswünschen einfach nachkommen kann, weil man an einer zentralen Stelle alle Überschriften des Dokuments formatieren kann und keine übersieht. Word kann das, glaube ich, auch.

Was den Textsatz betrifft: Da hat eine gewisse Begriffsinflation stattgefunden. "Textsatz" im ursprünglichen Sinne kann man mit Word nicht machen bzw. nur rudimentär und mit großem Aufwand. Word ist eine Textverarbeitung, kein Satzprogramm. Wenn Du wirklich Textsatz im echten Wortsinn betreiben und Dich nicht in LaTeX oder ConTeXt einarbeiten willst, müßtest Du wohl auf InDesign oder ähnliches zurückgreifen. Allerdings hat in den letzten Jahren eine massive Entprofessionalisierung im Verlagswesen stattgefunden und die objektive Qualität der Druckvorlagen nimmt immer mehr ab. Viele Verlage haben überhaupt keinen Fachmann für Textsatz mehr und akzeptieren demnach heute auch rein mit Word "gesetzte" Texte, sofern die als PDF bei denen ankommen.

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