akademische Chancen in DE ohne deutschen MSc

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johannesol
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akademische Chancen in DE ohne deutschen MSc

Beitrag von johannesol » 30.10.2014, 22:04

Hallo,

ich habe einen BSc in Mathematik in Heidelberg und einen MSc in Artificial Intelligence in Edinburgh. Gerade entscheide ich über ein Promotionsangebot eines deutschen Forschungsinstituts, wobei der Title letztlich von Saarland vergeben würde.

Meine Frage ist, ob ihr Meinungen oder Erfahrungen mit solchen Wegen und Chancen damit in der deutschaen Akademie habt? Die Laufbahn in Mathematik scheidet wohl aus, nach doch eher angewandter Weiterbildung in Edinburgh. Vermutlich irgendwas zwischen Mathematik und Informatik, doch auch die Promotion wäre ja keine typische an der Uni direkt. Sollte ich noch einen MSc in DE machen oder besser an der Uni direkt promovieren? Von solchen Gedanken abgesehen, bin ich von dem Angebot sehr angetan und wollte mir nur nicht voreilig etwas "verbauen".

Freue mich über Antworten und Erfahrungen,
jo

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Okapi
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Re: akademische Chancen in DE ohne deutschen MSc

Beitrag von Okapi » 30.10.2014, 23:06

Tut mir leid, ich kann nicht ganz folgen. Warum denkst du, dass du einen deutschen Masterabschluss für die Promotion benötigst? Und ein Bundesland kann m.W. keinen Doktortitel verleihen, sondern immer nur eine Universität. Ich würde mich also erkundigen, welche Universität das sein wird und dort mal einen Blick in die Promotionsordnung werfen, welche Zulassungsvoraussetzungen festgelegt worden sind. Ob eine Promotion an einem Forschungsinstitut oder an der Universität in deinem Fall "besser" oder "schlechter" ist, kann ich nicht beurteilen, da ich von Mathematik/Informatik fachlich sehr weit entfernt bin. Beides hat sicherlich Vor- und Nachteile.

johannesol
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Re: akademische Chancen in DE ohne deutschen MSc

Beitrag von johannesol » 30.10.2014, 23:54

Ich brauche keinen deutchen Masterabschluss für die Promotion. Sonst hätte ich ja jetzt auch kein Angebot ;-) Es ist die Uni des Saarlandes und die Voraussetzungen sind klar und auch erfüllt.

Die Frage zielt auf die Chancen einer akademische Laufbahn nach dieser möglichen außeruniversitären Promotion und weiter nach einem nicht-klassischen deutschen grundständigen Studienabschluss ab.

Sorry, habe das wohl unklar geschrieben. Hoffe jetzt ist es klarer, worauf meine Frage abzielt.

flip
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Re: akademische Chancen in DE ohne deutschen MSc

Beitrag von flip » 31.10.2014, 02:41

Ne, eigentlich nicht. ;)

Keine Ahnung, was du mit deinen Studienabschlüssen willst (die sind eh nach der Promotion hinfällig), aber die Chance, auf eine aussichtsreiche Karriere, hängt wohl von der Forschungseinrichtung ab. Da wird dir hier niemand bei der Einordnung helfen können.

johannesol
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Re: akademische Chancen in DE ohne deutschen MSc

Beitrag von johannesol » 31.10.2014, 18:42

Sorry, dann versuche ich es nochmal: wie starr oder wie durchlässig ist die deutsche Akademie bzgl nicht-klassischen Abschlüssen?
Damit meine ich, nicht das volle Grundstudium in Deutschland in ein und demselben klassischen Fach absolviert zu haben und die Promotion ebenfalls nicht direkt an der Uni und auch nicht rein einer Wissenschaft zuzuordnen.
Viele der Professoren, haben einen deutschen Abschluss, Promotion an der Uni, danach Postdoc an einer namhaften Universität im Ausland, danach nach Deutschland und das vorallem meist alles innerhalb eines klassischen Faches X, um dann später Professor in X zu werden.
Dies ist und wäre ja bei mir nicht der Fall und ich Frage mich, ob man mit nicht-klassischer Ausbildung in Deutschland überhaupt Chancen auf akademische Stellen hat, die ja meist einem klassischen Fach zugeordnet sind (Mathematik, Physk, Geschichte)? In UK z.B. ist soetwas üblich, Studium in X, Promotion in Y, Post-Doc in Y', Lecturer in Z wobei Z dann der Fachbereich ist, der am nächsten am Forschungsbereich liegt. In Deutschland haben z.B. alle meine Professoren ihre Promotion in einem reinen, in ihrem reinen Fach gemacht, nichts ala BSc Mathematik -> MSc Info/Mathematik -> Dr Info/Mathematik/Physik -> Mathematik-Professor.

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Re: akademische Chancen in DE ohne deutschen MSc

Beitrag von Zwonk » 31.10.2014, 18:53

@johannesol: Ich könnte mir vorstellen, daß das zunehmend liberaler gehandhabt wird. Gerade in Zeiten der Bachelor-Studiengänge gibt es doch sowieso immer weniger "grundständige" Studiengänge. Die klassischen Studiengänge sind doch inzwischen oft schon in zig verschiedene Spezialstudiengänge zerfallen. Keinen klassischen Studiengang absolviert zu haben, halte ich also für nicht so schlimm.

Bleibt die Frage nach dem Forschungsinstitut: Zu der kann ich nichts sagen. Ein Ausschlusskriterium ist es aber wohl auf keinen Fall.

Sapphirine
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Re: akademische Chancen in DE ohne deutschen MSc

Beitrag von Sapphirine » 31.10.2014, 20:18

Ah, jetzt habe ich das verstanden. Ich dachte auch wie Zwonk, daß es Dir um die Abschlüsse per se ginge, die wirklich nach der Doktorarbeit nicht mehr sonderlich viel aussagen.
Die Tatsachte, daß Du eine Stelle für die Promotion in Deutschland angeboten bekommen hast, heißt ja schon, daß diese fächerübergreifende Ausbildung nicht ausschlaggebend dafür ist, ob Du eine Stelle bekommst oder nicht. Mit der Promotion wirst Du Dich allerdings eher auf ein Fachgebiet festlegen aber ich habe zumindest in meinem Fachbereich auch einige gesehen, die sich danach noch umorientiert haben. Mach Dir also nicht so viele Sorgen um die BSc und MSc Abschlüsse (und deren fachliche Zuordnung), weil die im Lebenslauf für eine akademische Stelle so gut wie gar nicht beachtet werden. Wenn Dir das Angebot der Promotion und vor allem das Thema zusagt, dann mach das doch einfach (einen zusätzlichen Master zu machen fände ich in diesem Fall nicht sonderlich hilfreich). Inwieweit Du dann eine akademische Stelle bekommst, hängt von vielen Faktoren ab (wovon Du nur einige selbst beeinflussen kannst).
Zumindest in meinem Fachbereich wird bei vielen ausgeschriebenen Stellen mehr Praxiserfahrung verlangt und deshalb glaube ich nicht, daß eine Promotion an einem Forschungsinstitut, welches vielleicht doch eher praxisbezogener ist als manche Uni, besonders in MatNat Fächern keinen Nachteil darstellt.
Für Deine Zukunft wird es also nicht so wichtig sein, in welchem Fach genau Du Deinen Abschluss hast, sondern welche Forschung Du vorweisen kannst.

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Re: akademische Chancen in DE ohne deutschen MSc

Beitrag von algol » 31.10.2014, 22:27

Meiner ERfahrung hängt es auch vom Fachbereich ab. Manche Fachbereiche kommen mit sich gut klar und nehmen dann Leute aus ihrem Bereich.
Andere Fachbereiche "wissen", dass man ihre Fragestellungen nur interdisziplinär bearbeiten kann und sind dann offener.

Rondo
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Re: akademische Chancen in DE ohne deutschen MSc

Beitrag von Rondo » 03.11.2014, 11:21

Formal gibt es keine größere Einschränkugen wenn das Studienfach/Doktorthema sich von der Professur unterscheidet.
Gerade im Bereich der Informatik ist es auch nicht ungewöhnlich das ein Informatikprofessur nicht Informatik studiert hat.
Von 5 Professoren von denen ich ein Lebenslauf finden konnte hatten 2 ein Diplom in Elektrotechnik, 2 in Mathematik und nur einer in Informatik.
Es könnte sogar vorteilhaft sein einen Bachalor in Mathematik zu haben um zu zeigen dass die formale Grundlagen vertieft beherscht werden.

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