Ausländer: Promotion in DE und Arbeit danach

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Ausländer: Promotion in DE und Arbeit danach

Beitrag von pamparampa » 24.10.2014, 15:06

Gibt es unter Euch Ausländer/innen, die in Deutschland promoviert haben und danach hierzulande eine wissenschaftliche Stelle bekommen haben?

Es interessieren mich besonders Personen, die NICHT an ihrer muttersprachlichen Philologie (z.B. Franzosen/ Spanier, usw. an der Romanistik, Lateinamerikaner an Lateinamerika-Instituten) promoviert haben und Personen die nicht Englisch als ihre Muttersprache haben (in diesen Fällen ist es wahrscheinlich einfacher, eine Stelle zu kriegen).

Ungefähr die Hälfte aller Promotionsstudenten, die mit meinem DV arbeiteten, kamen aus dem Ausland. Fast alle wollten in DE bleiben. Nur einer Person ist das so weit ich weiß gelungen, andere mussten im Ausland suchen.

An meinem Institut (ca. 25 Professoren/innen) gibt es keine/n Professor/in aus dem Ausland. Auch unter wiss. Mitarbeitern gibt es, soweit ich sehe, keine Ausländer (oder sehr, sehr wenige - manche Namen sind schwierig einzuschätzen und nicht in allen Profilen ist der Lebenslauf der Person zu sehen).

Ich versuche herauszufinden, ob das überall hierzulande so ist oder nur an meiner (guten) Uni.

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flip
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Re: Ausländer: Promotion in DE und Arbeit danach

Beitrag von flip » 24.10.2014, 17:10

Dann schau dir doch einfach die Institute mit den Wissenschaftlern an. Was bringen dir hier einzelne Erfahrungswerte aus einzelnen Fachrichtungen?
Jeder Wissenschaftler hat doch heutzutage seinen CV online.
Da es eh fast keine unbefristeten Stellen im akademischen Mittelbau gibt, ist eh alles ohne Prof. vor dem Namen befristet angestellt. Also brauchst du deine Suche nur auf Professoren beschränken.

FlimBeam
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Re: Ausländer: Promotion in DE und Arbeit danach

Beitrag von FlimBeam » 24.10.2014, 22:11

Hallo,

flip hat ja eigentlich Recht, aber da ich gerade die Zeit habe: In unserem Bereich sind 9 Professoren, 3 davon sind/waren Ausländer, 2 aus Europa, 1 von weiter her.

Beste Grüße
Beam

flip
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Re: Ausländer: Promotion in DE und Arbeit danach

Beitrag von flip » 25.10.2014, 14:09

Achso, in jüngerer Zeit gab es bei uns auch eine Berufung eines "Ausländers" nach deinen Kriterien. Und bei den Berufungsverfahren sind auch hin und wieder Nicht-Deutsche, Nicht-Romanisten dabei. In erster Linie aus Osteuropa, bzw. ehemaliger Ostblock.

Die sind aber leider in Nahrungskette ganz unten, denn vor dem Osteuropa-Beauftragten kommt noch der/die Geschlechterbeautragte und der/die Behindertenbeautragte.
Die Frage ist allerdings, wie es sich verhält, wenn es eine Kombination aus den dreien gibt. Das mag erst einmal makaber kleingen, aber ich erzähle lieber nicht, was ich in solchen Fällen schon erlebt habe und wie unfair es dann für den Rest der Bewerber ausgegangen ist.

easterbunny
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Re: Ausländer: Promotion in DE und Arbeit danach

Beitrag von easterbunny » 27.10.2014, 09:51

flip hat geschrieben:Die Frage ist allerdings, wie es sich verhält, wenn es eine Kombination aus den dreien gibt. Das mag erst einmal makaber kleingen, aber ich erzähle lieber nicht, was ich in solchen Fällen schon erlebt habe und wie unfair es dann für den Rest der Bewerber ausgegangen ist.
:shock: Meinst du damit was ich denke? Behinderte Frauen aus Osteuropa werden bevorzugt!? :? :lol:

Sorry, das musste jetzt sein. :oops:

Zum Thema: Ich hab' eine ausländische Kollegin, die hier in Deutschland promoviert hat und jetzt auf einer Landesstelle bei uns am Institut ist. Das ist schon möglich. Und sie ist auch keine Englisch-Muttersprachlerin, kann aber fließend deutsch und englisch. :wink:

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Re: Ausländer: Promotion in DE und Arbeit danach

Beitrag von DoneXY » 27.10.2014, 10:34

Ist das nicht zumindest auch eine aufenthaltsrechtliche Frage? Ich habe mich lange nicht mehr mit dem rechtlichen Aspekt beschäftigt, aber meines Wissen ist es so, dass Visa in Deutschland leider "zweckgebunden" sind. Eine Änderung des Aufenthaltzwecks ist jedoch zumindest de facto (nahezu) unmöglich.

Das heißt, wer ein Studentenvisum hat, kann nach Abschluss des Studiums in der Regel leider kein Visum bekommen, das eine berufliche Tätigkeit vorsieht. Hier musste zumindest in der Vergangenheit eine Ausreise erfolgen und erneut ein neues Visum beantragt werden. Verrückt. Allerdings haben die Sachbearbeiter in den Behörden hier evtl. Freiheitsgrade.

Obiges gilt nicht EU-Bürger und Bürgerinnen.

An "meinen" Hochschulen (Arbeit und Studium) gab es leider keine Lehrstuhlinhaber mit Migrationshintergrund - mit der Ausnahme meines Auslandsstudiums.

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Re: Ausländer: Promotion in DE und Arbeit danach

Beitrag von easterbunny » 27.10.2014, 10:44

DoneXY hat geschrieben:Ist das nicht zumindest auch eine aufenthaltsrechtliche Frage? Ich habe mich lange nicht mehr mit dem rechtlichen Aspekt beschäftigt, aber meines Wissen ist es so, dass Visa in Deutschland leider "zweckgebunden" sind. Eine Änderung des Aufenthaltzwecks ist jedoch zumindest de facto (nahezu) unmöglich.

Das heißt, wer ein Studentenvisum hat, kann nach Abschluss des Studiums in der Regel leider kein Visum bekommen, das eine berufliche Tätigkeit vorsieht. Hier musste zumindest in der Vergangenheit eine Ausreise erfolgen und erneut ein neues Visum beantragt werden. Verrückt. Allerdings haben die Sachbearbeiter in den Behörden hier evtl. Freiheitsgrade.

Obiges gilt nicht EU-Bürger und Bürgerinnen.

An "meinen" Hochschulen (Arbeit und Studium) gab es leider keine Lehrstuhlinhaber mit Migrationshintergrund - mit der Ausnahme meines Auslandsstudiums.
Dazu: Meine oben genannte Kollegin ist keine zwar EU-Bürgerin, hatte aber während ihrer Promotion auch schon eine Drittmittelstelle und deshalb wohl bereits ein Visum mit Arbeitserlaubnis, so dass sie dieses Problem dann nicht hatte.

flip
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Re: Ausländer: Promotion in DE und Arbeit danach

Beitrag von flip » 27.10.2014, 11:59

easterbunny hat geschrieben:
flip hat geschrieben:Die Frage ist allerdings, wie es sich verhält, wenn es eine Kombination aus den dreien gibt. Das mag erst einmal makaber kleingen, aber ich erzähle lieber nicht, was ich in solchen Fällen schon erlebt habe und wie unfair es dann für den Rest der Bewerber ausgegangen ist.
:shock: Meinst du damit was ich denke? Behinderte Frauen aus Osteuropa werden bevorzugt!? :? :lol:
So in etwa. Leider. Na, eine Sache dazu kann ich doch erzählen: Einer Bewerbung lag damals ein Behindertenausweis bei (Mann sitzt im Rollstuhl). Das wurde von dem Großteil der Kommission erst einmal recht skeptisch/verwirrend aufgefasst. Zum einen, weil die Fakultät entsprechend schon länger ausgebaut war, zum anderen, warum denn ein Professor so etwas seiner Bewerbung beilegt. Es geht ja nun in erster Linie um seine geistige Leistung gehen sollte. Einige Mitglieder haben sich sogar darüber empört, dass sie schon pauschal verdächtigt wurden, behindertenfeindlich zu sein. Dann kam die Behindertenbeauftragte und hat uns erst einmal über die umfassenden Rechte des Bewerbers aufgeklärt, sofern dieser diesen Ausweis beilegt. Das hat für so viel Entsetzen gesorgt, dass der Herr sofort auf die Einladungsliste gesetzt wurde, von vornherein aber festgelegt wurde, dass er nicht auf die finale Liste kommt. Er war bereites Professor an einer Fachhochschule, hat aber mit der (theoretische ausgerichteten) Universitätsprofessur nicht viel zu tun, und - im Gegensatz zu den 50 anderen Bewerbern - auch keinerlei wissenschaftliche Leistungen auf dem Gebiet vorzuweisen.
Aber gut, ein Mensch fährt umsonst durch Deutschland, ein anderer wird deswegen nicht berücksichtigt (sonst hätte die Kommission ja noch einen Tag opfern müssen). Wäre der Bewerber auch noch weiblich gewesen, ich will nicht ausschließen, dass auch eingehend darüber diskutiert worden wäre, sie auf die Liste zu setzen. Traurigerweise werden solche, eigentlich sinnvollen Regelungen, auf der anderen Seite auch benutzt, um sich innerhalb der Komission Vorwürfe zu machen/ sich zu zerfleischen . Aber das ist eine andere Geschichte. ;) Ihr seht also, also - ich stehe dem etwas skeptisch gegenüber.

Es kann übrigens auch sein, dass es nicht nur Probleme bei der Entfristung gibt, sondern auch bei der Verbeamtung. Wir reden ja schließlich von Professorenstellen. Aber der Anfang ist gemacht - die Bewerberin ist... weiblich. :)

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Re: Ausländer: Promotion in DE und Arbeit danach

Beitrag von easterbunny » 27.10.2014, 14:24

flip hat geschrieben:Es kann übrigens auch sein, dass es nicht nur Probleme bei der Entfristung gibt, sondern auch bei der Verbeamtung.
In der Tat will meine erwähnte Kollegin sich u.a. deshalb jetzt um einen deutschen Pass bemühen. Sie will eben in Deutschland und in der Wissenschaft bleiben und das wird auf Dauer nicht anders gehen. :wink:
flip hat geschrieben:Wir reden ja schließlich von Professorenstellen.
Ja, warum eigentlich nur von denen?

In der Ausgangsfrage
pamparampa hat geschrieben:Gibt es unter Euch Ausländer/innen, die in Deutschland promoviert haben und danach hierzulande eine wissenschaftliche Stelle bekommen haben?
ist doch weder von einer Professur noch von einer unbefristeten Stelle die Rede, sondern es wird lediglich nach einer wissenschaftlichen Stelle gefragt. Warum haben sich alle Antwortgeber so auf Professuren eingeschossen? Wie wär's mit einer "normalen" (befristeten) Postdoc-Stelle für den Anfang? :?:

flip
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Re: Ausländer: Promotion in DE und Arbeit danach

Beitrag von flip » 27.10.2014, 18:00

Naja, wir könnten auch den Spieß umdrehen:

Wir kennt denn jemanden, unabhängig der Nationalität, der kürzlich in der Wissenschaft eine unbefristete Post-Doc Stelle bekommen hat. ;)


Abgesehen von privaten Instituten: Ich keinen.

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