Externe Promotion über Vollzeitjob finanzieren?

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Externe Promotion über Vollzeitjob finanzieren?

Beitrag von FrauBlume » 19.08.2014, 16:01

Hallo ihr lieben, ich bin ganz neu hier und hab ein etwas kompliziertes Anliegen...

Ich habe Bio studiert und habe drei Jahre lang über einen Werkvertrag im Labor gearbeitet..Wir hatten versucht einen DFG Antrag für eine richtige Dr. Stelle für mich zu stellen, der wurde aber leider abgelehnt.. soweit so schlecht... Für mich heisst das nun, dass ich einen Berg von Daten habe der jetzt rumliegt.. und dass ich jetzt erstmal Vollzeit in meinen bisherigen Nebenjob in der Gastronomie eingestiegen bin. Das heisst zur Zeit bin ich sozialversicherungspfichtig angestellt und habe ein ausreichendes Gehalt. Jetzt kam im Labor die Idee auf, dass ich eventuell extern promovieren könnte und dabei meine ganzen Sachen die ich bisher gesammelt habe, doch noch irgendwie unterbringen kann. Ich wohne in Hannover und war an der MHH. Dort kann ich nicht "nachträglich" promovieren, weil ich dazu die komplette Zeit meiner Dissertation eingeschrieben sein muss. ABER: Ich habe mit dem Promotionsbüro der TiHo telefoniert (Tierärtzliche Hochschule). Grob gesagt sieht es jetzt so aus, dass ich mich dort einschreiben kann wenn ich einen Betreuer gefunden habe, der das Schreiben über meine Daten betreuen würde. Wäre nichtmal das Problem, denke ich, wir haben dorthin einige Kontakte. Problem ist, dass ich Zusatzqualifikationskurse machen muss. Das bedeutet ich muss mich so lange einschreiben, wie es dauert, bis ich alle Kurse zusammen habe. Das wiederum bedeutet, dass ich 340 Euro pro Semster zahle... und da ich nicht aúf eine Doktorandenstelle angestellt werde, muss ich nebenbei arbeiten.

Jetzt meine Frage: Wenn ich mich als Promotionsstudent einschreibe, wieviel darf ich dann theoretisch nebenbei verdienen? Eine Möglichkeit wäre, dass ich weiter in meinem jetzigen Job bleibe, dort fest angestellt bin und die meine Krankenversichrung etc zahlen... darf ich als Student einen Vollzeitjob haben?
Zweite Möglichkeit über die ich nachdenke, wäre: Ich schreibe mich als Promotionsstudentin ein und arbeite (vorrausgesetzt es ist Geld da) wieder im Labor über Werkvertrag... Problem dabei wäre: Wer zahlt meine Krankenversicherung? Wieviel darf ich dann verdienen? Wer zahlt meine Sozialversicherung?

Es wäre super wenn ihr mir weiterhelfen könntet!!
Viele Grüße!!
Zuletzt geändert von Sebastian am 19.08.2014, 20:41, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Betreff wegen der etwas atypischen Fallgestaltung umgestellt.

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chily
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Re: externe Promotion- wie finanzieren?

Beitrag von chily » 19.08.2014, 16:29

Liebe FrauBlume,

Zur ersten Variante: Ich sehe keinen Grund, warum du nicht Vollzeit arbeiten könntest, während du als Promotionsstudentin eingeschrieben bist. Ich bin seit vier Semestern eingeschrieben und habe bereits ebenso lange einen Job, der durchschnittlich 30 Stunden/Woche umfasst, in Ausnahmefällen auch deutlich mehr. Da gab es noch nie Probleme, von keiner Seite.

Zu der zweiten Möglichkeit: Ich denke, auch hier darfst du so viel verdienen, wie sie dir eben geben wollen - eine Grenze, die dir dein Studentenstatus setzt, existiert meines Wissens nicht. Wegen der Versicherungen würde ich vielleicht mal mit der Krankenkasse telefonieren. Meine (gesetzliche) Krankenkasse zählt Promotionsstudenten leider nicht zu den Studenten, weswegen ich auch in einer kurzen arbeitsfreien Phase nicht studentisch versichert sein konnte. D.h., es ist so, dass meine Beiträge einfach nach meinem Einkommen berechnet und direkt vom Lohn abgezogen werden und dass ich mich, falls ich nicht arbeite, freiwillig versichern muss (c.a. 160 Euro im Monat).

Liebe Grüße!
Angelika

Sebastian
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Re: externe Promotion- wie finanzieren?

Beitrag von Sebastian » 19.08.2014, 20:36

chily hat geschrieben:Zu der zweiten Möglichkeit: Ich denke, auch hier darfst du so viel verdienen, wie sie dir eben geben wollen - eine Grenze, die dir dein Studentenstatus setzt, existiert meines Wissens nicht.
So ist es auch nach meinem Kenntnisstand: Das Promotionsstudium wird sozialversicherungsrechtlich als Freizeitvergnügen angesehen. Der entsprechende Nachteil ist für viele (nicht für Dich), dass sie deshalb keinen Zugang mehr zu der günstigen Krankenversicherung der Studierenden haben.
Vorteil ist aber, dass Dir auch bei einer Haupt-/Nebentätigkeit, über die Du eben die Versicherung sicherstellst, niemand mehr hereinredet.

Viel Erfolg!
Sebastian

skleine
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Re: Externe Promotion über Vollzeitjob finanzieren?

Beitrag von skleine » 20.08.2014, 13:09

Das ist ja interessant, das klassische Erststudium wird im Einkommensteuergesetz als Privatvergnügen getrachtet:
http://[umleitungslink]/2014/01/15/ersts ... ergnuegen/.

HHlerin
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Re: Externe Promotion über Vollzeitjob finanzieren?

Beitrag von HHlerin » 20.08.2014, 15:13

Gäbe es nicht die Möglichkeit, einen Erstgutachter einen anderen Uni zu nehmen, bei der man zum promovieren nicht eingeschrieben sein muss und auch keine extra Kurse machen muss? So wie Du schreibst, scheint Dein Labor ja eine externe Promotion zu unterstützen und Dir Gelegenheit geben zu wollen, Deine Daten auch zu nutzen. Könntest Du Dir da nicht eine andere Uni suchen, dort einen "pro-forma-Betreuer" haben, der nachher als Erstgutachter fungiert und einen "echten" Betreuer und im Idealfall Zweitgutachter aus Deinem jetzigen Arbeitsumfeld zu nehmen? Dann könntest Du dort evtl. auch einen kleinen Arbeitsplatz behalten und somit den guten Kontakt (so klingt es jedenfalls) zum dortigen Team halten...

So mache ich das (ok, ist ein anderes Fach...) und das geht problemlos. Müsste doch mit den MHH-Kontakten möglich sein, so jemand zu finden...

HHlerin
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Re: Externe Promotion über Vollzeitjob finanzieren?

Beitrag von HHlerin » 20.08.2014, 15:29

P.S.: Warum kannst Du übrigens nicht an der MHH oder Uni Hannover promovieren? Gemäß der entsprechenden Promotionsordnung der Uni Hannover, in die ich grade mal einen Blick geworfen habe, musst Du nur zu Beginn des Dissertationsvorhabens einen Antrag auf Annahme ggü. der Fakultät stellen, § 4 Abs. 2 S.1 PromO (http://www.uni-hannover.de/imperia/md/c ... t_prom.pdf). Und wann Du Dich zur Promotion entschlossen hast, kann ja keiner nachprüfen. Kann ja sein, dass Du zwar schon eine Weile im Labor gearbeitet und Daten erhoben hast, Dich aber erst jetzt zum Schreiben einer Diss entschlossen hast. Aus der PromO geht für mich recht deutlich hervor, dass Du nicht zwingend 3 Jahre eingeschrieben gewesen sein musst, denn zur Abgabe der Diss musst Du einen " Antrag auf Promotion" stellen (§ 6 PromO), der frühestens 3 Monate nach dem Antrag auf Annahme als Doktorand gestellt werden kann. Zwischen Meldung als Doktorand und Meldung der Diss-Fertigstellung müssen also nur mindestens 3 Monate vergehen. Und da Du neben dem Vollzeitjob wohl ohnehin nicht in weniger 3 Monaten mit dem Schreiben fertig wärst, wäre das wohl kein Problem...

Semesterbeitrag für diese Zeit müsstest Du zwar in der Zeit dennoch bezahlen, auch wenn der im übrigen in der PromO eine SOLL- und keine Muss-Vorschrift ist (§ 4 Abs. 7 PromO), aber auf dieses Diskussion wird das Promotionsbüro vermutlich wenig kulant reagieren... ;-)

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