Betreuerwechsel: später im Lebenslauf aufführen?!

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Nora
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Betreuerwechsel: später im Lebenslauf aufführen?!

Beitrag von Nora » 18.08.2014, 12:12

Liebe Doktoranden und Promovierte,

während der eigenen Promotion kann es vorkommen, dass es nach ein paar Jahren zu massiven Problemen oder Spannungen mit dem Betreuer/Betreuerin kommt. Bleibt einem kein Ausweg, wählt man im schlimmsten Fall den Betreuerwechsel als Notausstieg. Da bin ich sicher nicht die einzige, die solch eine Hürde auf sich genommen hat. Hat man diese schwierige Phase jedoch einmal überwunden und einen neuen Betreuer/neue Betreuerin gefunden, kann man sich (wieder) auf seine Promotion konzentrieren.
Nun kann es zu 'Nachwehen' dieser problematischen Betreuungsphase an anderer Stellen kommen: Wie geht man später mit dem problematischen Promotionsabschnitt um, wenn man sich während der noch neuen Promotionsphase im wissenschaftlichen Bereich auf eine Stelle bewirbt? Beschreibt man die Gründe, warum man den Betreuer gewechselt hat? Lässt man es weg? 'Kaschiert' oder umschreibt man es? Bisher komme ich selbst nicht auf eine Lösung und vielleicht habt ihr einen Rat? :?

Vielen Dank vorab für alle Ratschläge!
Nora

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DoneXY
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Re: Betreuerwechsel: später im Lebenslauf aufführen?!

Beitrag von DoneXY » 18.08.2014, 15:15

Nora hat geschrieben:Wie geht man später mit dem problematischen Promotionsabschnitt um, wenn man sich während der noch neuen Promotionsphase im wissenschaftlichen Bereich auf eine Stelle bewirbt? Beschreibt man die Gründe, warum man den Betreuer gewechselt hat? Lässt man es weg? 'Kaschiert' oder umschreibt man es? Bisher komme ich selbst nicht auf eine Lösung und vielleicht habt ihr einen Rat?
Bei Bewerbungen wird es allgemein als ein absolutes No go betrachtet, sich negativ über ehemaliger Arbeitgeber zu äußern. Dein alter Betreuer ist (quasi) Dein Arbeitgeber. Das setzt Dir sehr enge Grenzen, innerhalb deren Du Deinen Wechsel begründen kannst. "Es hat nicht gepasst," umreißt grob das Feld, das Dir zur Begründung bleibt.

Die Wissenschaft ist oft ein kleiner Mikrokosmos. Möglicherweise hat Dein alter Betreuer bereits einen entsprechenden Ruf, so dass sich Dritte 'ihren Teil denken'.

Weglassen würde ich das alte Betreuungsverhältnis nur, wenn es kein Beschäftigungsverhältnis war. 'Kaschieren' würde ich es nicht.

flip
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Re: Betreuerwechsel: später im Lebenslauf aufführen?!

Beitrag von flip » 18.08.2014, 16:03

Ich sehe das Problem garnicht. Warum schreibst du die Station nicht einfach in den Lebenslauf, wie es auch zig andere machen?

Also:

2012-2013: Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für X
seit 2013: Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Y



Oder was willst du schreiben?

2012-2013: Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für X (Abbruch, weil Professor unfähig)
seit 2013: Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Y (Professor bis jetzt fähig).


so?

Nora
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Re: Betreuerwechsel: später im Lebenslauf aufführen?!

Beitrag von Nora » 18.08.2014, 16:30

@flip:
1. Ich fange erst an, mich diesem Problem zu stellen. Sehr viele Lebensläufe mit einem solch 'problematischen' Background kenne ich nicht. Wüsste ich, wie andere das machen, würde ich nicht fragen. Daher stellt sich mir hier doch ein Problem. Vielen Dank für den ersten Vorschlag. Das wäre natürlich eine neutrale Möglichkeit.

2. Natürlich würde ich nicht reinschreiben "weil Professor unfähig". Ich habs verstanden, dass es ein 'No Go' wäre. Aber wenn ein Betreuungs- und Universitätswechsel stattgefunden hat, wie begründet man diesen 'Bruch'?

3. Was ist, wenn das Betreuungsverhältnis unabhängig von einer Mitarbeiterstelle bestanden hat. Ich meine: was ist, wenn man mehrere Semester als Promotionsstudent immatrikuliert war, dann den Betreuer und die Universität gewechselt hat. Sollte man diese Zeit dann im tabellarischen Lebenslauf aufführen? Würde man es weglassen, denke ich, zeigt sich eine 'Lücke' - Nimmt man es auf, hat man ein 'Promotionsstudium' ohne Abschluss. Wie damit nun umgehen?

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Re: Betreuerwechsel: später im Lebenslauf aufführen?!

Beitrag von Zwonk » 18.08.2014, 18:10

@Nora: Wieso mußt Du diesen Bruch überhaupt begründen? Vor wem? Erstmal schreibst Du in den Lebenslauf ganz normal:

XX/YYYY-XX/YYYY: Mitarbeiter am Lehrstuhl A der Uni B
XX/YYYY-XX/YYYY: Mitarbeiter am Lehrstuhl C der Uni D

Und wenn jemand im Vorstellungsgespräch fragt, dann würde ich irgendwas sagen von wegen, daß sich Dein Projekt eben so entwickelt hat, daß an der Uni D bessere wissenschaftliche Voraussetzungen für die zügige Fertigstellungen gegeben waren (geeignetere Gerätschaften im Labor, Lehrstuhl hat sich unmittelbar der eigenen theoretischen Ausrichtung verschrieben, etc.). Und da bist Du halt als zielstrebiger Mensch mit moralischer Unterstützung des Professors an der Uni B an die Uni D gegangen.

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Re: Betreuerwechsel: später im Lebenslauf aufführen?!

Beitrag von Zwonk » 18.08.2014, 18:13

Ah, habe Deine Erläuterung gerade erst jetzt gesehen. An der Antwort ändert sich aber nichts. Dann schreibst Du halt statt "Wissenschaftlicher Mitarbeiter" einfach "Promotionsstudium" hin. Ich habe übrigens auch meinen Doktorvater gewechselt und hatte nie den Eindruck, daß das meinen Lebenslauf problematisch aussehen läßt.

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Re: Betreuerwechsel: später im Lebenslauf aufführen?!

Beitrag von barbara » 18.08.2014, 18:15

Hi Nora,

Dein Problem hat JEDER der mal eine Stelle gewechselt hat - vermutlich die Mehrheit der arbeitenden Bevölkerung! Entweder der Arbeitgeber war mit einem unzufrieden und hat einen rausgeworfen/nahegelegt zu gehen --> das schreibt man nicht hin. Oder man selber wollte weg, weil die Firma/der Prof/der Chef/die Kollegen mies war --> kann man auch nicht hinschreiben. Was bleibt, ist der Vorschlag von flip - ganz einfach und völlig üblich.

Man wird Dich im Vorstellungsgespräch ggf danach fragen. Dann sachlich antworten, ohne Deinen Prof schlecht zu reden. Von "Ich habe mich dort nicht wohlgefühlt" bis "habe am Lehrstuhl Nr2 eine tolle Chance bekommen, die ich nutzen wollte" ist dann vieles möglich. Du hast keine Lücke, keinen Abbruch, keine unentschlossenen Themenwechsel und Du bewirbst Dich aus einer derzeit erfolgreich verlaufenden Arbeit und einer ungekündigten Position, das reicht. Mach es Dir nicht schwieriger als nötig!

DoneXY
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Re: Betreuerwechsel: später im Lebenslauf aufführen?!

Beitrag von DoneXY » 18.08.2014, 18:18

Nora hat geschrieben:Aber wenn ein Betreuungs- und Universitätswechsel stattgefunden hat, wie begründet man diesen 'Bruch'?
Nur um Missverständnisse zu vermeiden: In der Bewerbung sprichst Du den 'Bruch' gar nicht an. Es ist ein Thema, zu dem Du Dich nur auf Nachfrage in einem Gespräch zurückhaltend äußerst.

Es ist auch kein Makel, den Betreuer gewechselt zu haben. Das einzige Schwierige ist, dass es nicht üblich ist, offen über Defizite eines (ehemaligen) Arbeitgebers zu reden. Es wird befürchtet, Du könntest in Zukunft auch so von den Menschen reden, bei denen Du Dich aktuell vorstellst. Mit Deiner Zurückhaltung zeigst Du, dass Du nach den allgemeinen Spielregel 'spielst'. Nur darum geht es.

Der 'Bruch' kann Dir auch zum Vorteil ausgelegt werden, da Du offenbar aktiv mit 'unerträglichen' Situationen umgehst. Loyalität wird gern gesehen, schlichtes Verharren weniger.

Nora
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Re: Betreuerwechsel: später im Lebenslauf aufführen?!

Beitrag von Nora » 18.08.2014, 18:49

Vielen Dank für eure Ratschläge! Sie helfen mir wirklich weiter und ich hoffe, dass sie auch anderen helfen werden, die gerade in einer ähnlichen Lage sind. So gesehen habt ihr alle Recht: Man schreibt am besten, dass es positive Motive waren, die einen dazu bewegt haben, den Forschungsstandort zu wechseln.

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